Reisetipps Malta

Highlights Malta

Region: Gozo

Ramla Bay

Langer, rötlicher Sandstrand an der Nordküste. Der schönste der Insel und damit meist gut besucht. Im Sommer Busverbindung mit Victoria

Dwejra Inland Sea

An der Westküste von Gozo hat sich das Meer durch einen lichten Tunnel einen Weg ins Festland gebahnt und bildet dort hinter der Felsbarriere einen kleinen See, dessen Ufer von den Bootsschuppen der Fischer aus den Dörfern Gharb und San Lawrenz umstanden ist. Kinder baden dort, Taucher starten von den Anlegern aus zu Exkursionen, und Ausflügler können in kleinen Booten eine Fahrt durch den Tunnel unternehmen (Preis ca. 4 Euro).

Bei schönem Wetter passieren sie auch das Azure Window, einen gleichmäßigen, das Wasser überspannenden Felsbogen an der Küste vor Dwejra Point. Südlich davon ragt der Fungus Rock aus dem Meer auf. Auf ihm wuchs in Kreuzritterzeiten eine schwammartige Heilpflanze, Fungus melitensis genannt, die als Mittel gegen Magenbeschwerden, aber auch zur Stillung von blutenden Wunden genutzt wurde. Zur Bewachung dieser Medizin erbauten die Ritter ihr gegenüber auf dem Festland 1651 den Festungsturm Qawra Tower. Im Turm informiert eine Ausstellung über Geschichte und Natur dieses Gebiets, vom Dach aus hat man einen schönen Blick (www.dwejra.org). | 14 km vom Fährhafen

Ggantija

Der Tempelkomplex von Ggantija ist eine sehr gut erhaltene und eindrucksvolle überirdische Kultanlage aus der Jungsteinzeit. Noch im letzten Jahrhundert konnten sich die Einheimischen diese Bauten nur als Werke von Giganten vorstellen, daher auch der Name Ggantija. Eine örtliche Legende erzählt, eine Riesin habe die Tempel in einer einzigen Nacht erbaut - und dabei noch ihr Kind auf einem Arm getragen.

Die beiden auf einen Vorplatz ausgerichteten, früher wohl mindestens 10 m hohen Tempelfassaden waren konkav geformt und trafen in der Mitte in stumpfem Winkel aufeinander. Vor den Fassaden verlief eine steinerne Bank, auf der die Gläubigen Opfergaben ablegten. Den Zugang zu jedem der beiden Tempel bildete ein enger Gang, der links und rechts von mächtigen, senkrecht stehenden Steinen - so genannten Orthostaten - flankiert war. Boden und Decke bestanden ebenfalls aus riesigen Steinplatten.

Vor dem Eingang zum linken der beiden Tempel liegt eine Steinplatte mit erhabenem Rand. Brandspuren deuten darauf hin, dass hier Brandopfer dargebracht wurden. Auf der Schwellenplatte selbst steht eine flache Schale, die zur Aufnahme von flüssigen Opfern bestimmt war. In den hintersten der Orthostaten deuten je vier sich gegenüberliegende Löcher darauf hin, dass der Zugang zum Tempel mit Holzbalken versperrt werden konnte. Das Tempelinnere besteht aus einem breiten Mittelgang und fünf nierenförmigen Räumen. In einem von ihnen ist noch ein schöner Trilithaltar erhalten. Lohnend ist ein Blick auf die Umfassungsmauer des Doppeltempels, die ihn auf drei Seiten umgibt. Die Menschen der Jungsteinzeit haben dafür riesige Steine abwechselnd senkrecht und waagerecht aufgeschichtet. | Standardöffnungszeiten | Eintritt ca. 4 Euro | mit Windmühle in Xaghra ca. 5 Euro | gut ausgeschildert am südlichen Ortsrand von Xaghra, 6 km vom Fährhafen

Region: Valletta

Grand Master's Palace

Mitten in Valletta steht der größte Profanbau der Hauptstadt, der Palast der Großmeister des Ordens. Seine zweigeschossige Fassade repräsentiert mit ihrer Strenge den Stil des 16. Jhs. Die hölzernen Erker an den Ecken sind jünger, die Barockportale wurden erst im 18. Jh. angefügt. Überraschend lieblich wirken die beiden großen Innenhöfe, um die sich die Palastteile gruppieren: der Neptunshof mit einer Statue des antiken Meergottes und einem Brunnen, der früher als Pferdetränke diente, und der Prinz-Alfred-Hof mit einer schlanken Palme und einer schönen Andentanne. An der Turmuhr dieses Hofs schlagen seit 1745 bronzene, dunkelhäutige Gestalten in türkischen Uniformen jede volle Stunde.

Der Palast, während der britischen Herrschaft Sitz der Gouverneure, dient heute als Tagungsort des maltesischen Parlaments und als offizieller Amtssitz des maltesischen Staatspräsidenten. Trotzdem können Teile des Palasts besichtigt werden. Die Waffenkammer (Armoury) erreichen Sie vom Neptunshof aus. In ihr sind viele der insgesamt 5700 erhaltenen Waffen und Rüstungsteile der Ordensritter ausgestellt, darunter auch die goldverzierte Rüstung des Großmeisters Alof de Wignacourt (1601-22) und die nicht minder prächtige Paraderüstung seines Vorgängers Martin de Garzez (1595-1601).

Die Prunkgemächer des Obergeschosses, zu denen vom Prinz-Alfred-Hof aus eine Wendeltreppe hinaufführt, sind nur in Begleitung eines Englisch sprechenden Führers zu besichtigen. Zunächst gehen Sie durch den 31m langen Palastkorridor mit Deckengemälden, die die Seeschlachten und Kaperfahrten der Ordensritter darstellen. Im Gelben Saal (Yellow Room) berichten Fresken aus der frühen Geschichte des Ordens. So sehen Sie hier, wie 1250 die Ritter den französischen König Ludwig IX. vom ägyptischen Sultan auslösten oder wie 1229 König Friedrich II. eine Truppe von Johanniter- und Templerrittern in die Schlacht führte. Im Botschafterraum (Ambassador's Room) wird die Ordensgeschichte durch acht weitere Fresken dokumentiert. Dargestellt ist auch die Ankunft der Ritter auf Rhodos im Jahre 1309 und ihr Abzug von dort im Jahr 1522. In den Sesseln dieses Raums saßen schon Papst Johannes XXIII., George Bush und Michail Gorbatschow. Im Saal des Großen Rates (Hall of the Supreme Council) nehmen 12 Fresken das Thema der Großen Belagerung von 1565 auf. Im Speisesaal (State Dining Room) schließlich hängen Porträts britischer Könige und Königinnen.

Der Höhepunkt eines Besuchs im Großmeisterpalast ist der Gobelinsaal (Tapestry Chamber). Er diente bis 1976 als Sitzungssaal des maltesischen Parlaments. An den Wänden hängen zehn einzigartige Gobelins aus Seide und Baumwolle, die in leuchtenden Farben Pflanzen, Landschaften, Tiere und Menschen in den Tropen zeigen. Sie wurden um 1700 in der Hofweberei Ludwig XIV., der Manufacture Royale des Gobelins, in Paris gewebt. Die Fresken über den Gobelins haben Kaperfahrten der Ordensritter zum Thema. | Waffenkammer: Standardöffnungszeiten; Obergeschoss (State Rooms): tgl. 10-16 Uhr, während offizieller Staatsempfänge unzugänglich | Eintritt ca. 5 Euro | Eingang in der Merchants Street | Valletta

National Museum of Archeology/Auberge de Provence

In der 1574 erbauten, ehemaligen Auberge de Provence, wo einst die provenzalischen Ordensritter lebten, wird heute zur Schau gestellt, was Maltas Boden an archäologischen Schätzen frei gab. Im Erdgeschoss sind die Funde aus dem Neolithikum ausgestellt; Tempelmodelle erleichtern das Verständnis neolithischer Architektur. Eins dieser Modelle zeigt auch das unterirdische Hypogäum in Paola, das nur wenige Urlauber besichtigen können. Besonders eindrucksvoll ist der berühmte Altar von Hagar Qim. Der 73 cm hohe Kalksteinblock ist über und über mit punktartigen Vertiefungen überzogen und trägt auf allen vier Seiten Reliefs. Sie stellen eine Staude dar, die wie ein Lebensbaum aus einem Topf emporwächst.

Zu den schönsten Kunstwerken der Jungsteinzeit gehört die nur 7 cm hohe und 12 cm lange Terrakottafigur einer liegenden Frau, die auch als Schlafende Venus bezeichnet wird. Ihr winziger Kopf liegt auf einem Kissen, ihre viel zu breiten Schultern und Oberarme sollen wohl ebenso wie die ausladenden Brüste und das gewaltige Becken Fruchtbarkeit symbolisieren.

Das nur 5 cm lange Miniaturmodell eines einräumigen Tempels aus Mgarr zeigt die früheste Form maltesischer Tempel und hat den Archäologen zugleich Aufschluss über die nirgends erhaltene Dachform der Tempel gegeben. An den Wänden dieses Raums sind die Tierreliefs aus den Tempeln von Tarxien aufgestellt, die vor Ort auch als Kopien zu sehen sind. Sie zeigen Prozessionen von Opfertieren. Klar zu erkennen sind Schafe, Ziegen und Schweine. Einzigartig ist die abstrahierte Darstellung einer Sau, die 13 Ferkel säugt - auch dies wahrscheinlich ein Symbol der Fruchtbarkeit. Ein weiterer Höhepunkt aus neolithischer Zeit ist das Original der größten auf Malta gefundenen Magna-Mater-Statue, deren Kopie auch im Tempel von Tarxien steht. Aus der Größe der nur bis zur Hüfthöhe erhaltenen Skulptur kann man schließen, dass sie einst rund 3m hoch gewesen sein muss.

Im Obergeschoss des Museums nimmt ein großer Saal die gesamte Frontseite des Museums ein. Seine bemalte Kassettendecke zeugt vom Prunk der Ritterzeit. In den Ausstellungssälen im Obergeschoss sind vor allem Exponate aus der phönizischen Zeit ausgestellt. Eindrucksvoll ist ein punischer, menschengestaltiger Terrakottasarkophag aus dem 5. Jh. v. Chr., der bei Rabat gefunden wurde. Für die Wissenschaft bedeutsamer war freilich der Cippus, ein Grabstein, der eine phönizische und eine griechische Inschrift trägt. Er ermöglichte es den Archäologen erstmals, das phönizische Alphabet zu verstehen. | Standardöffnungszeiten, auf Englisch geführte Touren Di und Do 10 und 14, So 10 und 11.30 Uhr | Einritt ca. 3 Euro | Teilnahme ca. 2,50 Euro | Republic Street | Valletta

St. John's Co-Cathedral

Die eindrucksvollste Kirche Vallettas ist die Hauptkirche des Johanniterordens, Johannes dem Täufer geweiht. Nach dem Abzug der Ritter von Malta fiel sie an das Erzbistum Malta und wurde 1816 von Papst Pius VII. in den Rang einer Bischofskirche erhoben, den bis dahin allein die Kathedrale von Mdina hatte - daher der eigenartige Name Co-Cathedral. Sie wurde 1573 bis 77 nach den Plänen von Girolamo Cassar erbaut, der eigentlich gelernter Militärarchitekt war. Entsprechend streng, schlicht, aber auch stabil ist das Äußere der Kirche. Ganz anders das Innere, das Mattia Preti Mitte des 17. Jhs. im Stil des Barock auf eigene Kosten umgestaltete! Nicht nur die Deckenmalereien mit 18 Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers stammen von ihm, sondern auch die Vorzeichnungen für die zahlreichen Reliefs, mit denen Pfeiler und Wandflächen lückenlos bedeckt sind.

Am außergewöhnlichsten ist der Boden der Kirche. Er ist über und über mit 375 Grabplatten aus Einlegearbeiten in verschiedenfarbigem Marmor bedeckt, unter denen Ordensritter beigesetzt sind. Die Platten sind mit Inschriften und Wappen, aber auch immer wieder mit Darstellungen von Totenschädeln und Skeletten versehen.

Die Kapellen in den beiden Seitenschiffen sind jeweils einer Landsmannschaft des Ordens zugeordnet. Auf der linken Seite sind das von hinten nach vorn die Kapelle Deutschlands, Italiens, Frankreichs, der Provence und schließlich die von Bayern und Großbritannien gemeinsam; auf der rechten Seite sind es die Portugals und Kastiliens, Aragóns und der Auvergne. Das Oratorium der Kirche war für die Gebete der Novizen des Ordens gedacht und wurde ebenfalls von Preti gestaltet.

Das 1608 entstandene Altarbild jedoch - Maltas bedeutendstes Gemälde überhaupt - stammt von dem italienischen Barockmaler Michelangelo da Caravaggio. Mit ungewöhnlicher Ausdruckskraft, raffinierten Licht- und Schattenkontrasten und großer Realitätsnähe malte er die Enthauptung Johannes des Täufers. Der noch nicht ganz tote Täufer liegt nach dem Schwertstreich blutend auf dem Boden, während der halb nackte Henker seinen Kopf ergreift, um diesen mit dem Messer vollends vom Leib zu trennen. Der Gefängniswärter weist auf die goldene Schale, die Salome schon bereithält, um das Haupt des Täufers in Empfang zu nehmen. Eine alte Frau greift sich entsetzt mit beiden Händen an den Kopf, während zwei Neugierige durch ein vergittertes Fenster versuchen, das Geschehen zu verfolgen. Signiert hat Carravaggio sein Werk makabrerweise ausgerechnet in einer Blutlache auf dem Boden mit dem Schriftzug „fr. michelang“.

Der St. John's Co-Cathedral ist ein Museum angeschlossen, das Sie vom Oratorium aus erreichen. Es besitzt 28 Gobelins, die alljährlich im Juni in der Kathedrale selbst aufgehängt werden. Sie entstanden zwischen 1697 und 1700 in der Hofweberei des französischen Königs Ludwig XIV. nach Vorlagen von Peter Paul Rubens und Nicolas Poussin. | Co-Cathedral und Museum Mo-Sa 9.30-12.30, Mo-Fr auch 13.30-16.30 Uhr | Eintritt ca. 2,50 Euro | St. John's Square | Valletta

Hypogäum

Das Hypogäum in Paola ist wohl das erstaunlichste Bauwerk Maltas. Es ist die einzige vollständig erhaltene Kultstätte aus der Jungsteinzeit, also aus einer rund 5000 Jahre zurückliegenden Zeit. Anders als die überirdischen Tempel und Gräber hat es die Zeiten weitgehend unversehrt überdauert - denn das Hypogäum ist in die Erde hineingebaut. Auf einer Grundfläche von 500 m² sind drei Geschosse bis zu 14 m tief aus dem Fels herausgearbeitet worden. Sie finden hier Gänge und Hallen, Kammern, Nischen und Stufen sowie Reste von Wandmalereien, die überwiegend dekorative Motive wie Ranken und Spiralen aufweisen. Viele Gestaltungsformen erinnern an die oberirdischer neolithischer Tempel. So gibt es auch hier Orakellöcher und sogar ein Anbindeloch für Opfertiere.

Entdeckt wurde das Hypogäum ganz zufällig beim Ausschachten einer Zisterne im Jahr 1902. Die herbeigerufenen Archäologen fanden in dem unterirdischen Labyrinth etwa 7000 Skelette sowie Skelettreste von mehr als 20000 weiteren Toten, die auf eine Begräbnisstätte schließen lassen. Einige Wissenschaftler vermuten, dass all diese unterirdischen Räumlichkeiten auch eine Initiationsstätte für Priesterinnen waren, die in den Tempeln der großen Muttergottheit, der Magna Mater, dienten.

Man hat im Hypogäum Statuetten zweier schlafender Frauen gefunden, darunter die berühmte Schlafende Venus, die heute im National Museum of Archeology von Valletta ausgestellt ist. Haben so die Priesterinnen gewisse Zeit im Hypogäum verbracht, damit im Schlaf der Geist der Gottheit in sie einfuhr? Eine sichere Antwort auf diese Frage wird es nie geben.

1992 ist das Hypogäum geschlossen worden, weil die Besucherströme mit ihrem Atem insbesondere die erhaltenen Wandmalereien zu stark gefährdeten. 2000 wurde es wieder geöffnet. Jetzt werden täglich nur noch maximal 70 Besucher in Gruppen von jeweils 10 Personen eingelassen. Sie sehen zunächst eine kurze Videoeinführung und werden dann auf festgelegten Wegen etwa 20 Minuten lang durch die faszinierende Unterwelt geführt. Es ist fast unerlässlich, sich frühzeitig um Eintrittskarten zu bemühen! Eintrittskarten (ca. 24 Euro) können im Voraus unter www.heritagemaltashop.com (nur englischsprachig) bis zu vier Tage vor dem gewünschten Besuchstermin bestellt und per Kreditkarte bezahlt werden. Außerdem kann man mit viel Glück Tickets an der Kasse des Hypogäums und an der Kasse des Museums of Archaeology in Valletta erstehen | Führungen tgl. 9-11 und 13 bis 16 Uhr zu jeder vollen Stunde | Paola | Eingang Triq ic-Cimiterju | 5,5 km von Valletta

Tarxien

Inmitten moderner Bebauung liegen im Städtchen Tarxien (7600 Ew.), das nahtlos mit Paola zusammengewachsen ist, die eindrucksvollen Überreste der größten maltesischen Tempelanlage. Sie besteht aus sechs Einzeltempeln, die in den Jahrhunderten zwischen 3800 und 2500 v. Chr. entstanden sind. Drei davon sind gut erhalten und teilweise sogar rekonstruiert, von den übrigen dreien sind nur noch Spuren aufzufinden.

Sie betreten zunächst den Vorhof des so genannten Südwesttempels. Klar zu erkennen sind hier einige wie Kanonenkugeln wirkende Steine, die den Menschen der Jungsteinzeit als Transportwalzen für das Herbeischaffen der schweren Steinblöcke dienten. Am östlichen Ende des Vorhofs liegt ein flacher Stein mit hohem Rand und sechs Löchern im Boden. Er diente der Aufnahme flüssiger Opfergaben, die durch die Löcher in die Erde geleitet wurden.

Betreten Sie nun den Tempel durch den markanten Trilitheingang, stehen Sie in der ersten Tempelniere. Sie wird von einem annähernd rechteckigen Hof im Zentrum und zwei nach links und rechts abgehenden Apsiden gebildet. Hier stehen Kopien mehrerer mit Ranken-, Spiral- und Wellenreliefs überzogenen Altäre sowie die Kopie der größten Magna-Mater-Statue Maltas, deren Original sich im National Museum of Archeology in Valletta befindet. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Altäre mit den Tierreliefs in der linken Apsis. Der eine zeigt eine Doppelreihe von 22 Schafen und Ziegen; der andere sechs Tiere, die man als Widder, Schwein, Schafe und Ziegen identifizieren kann.

In einem anderen Raum des Tempelkomplexes, der durch ein modernes Dach geschützt wird, befindet sich schließlich noch die Kopie des Reliefs aus dem Archäologischen Museum mit einer 13 Ferkel säugenden Sau.

Viele Details typisch maltesischer Tempel können ausgemacht werden. Da gibt es ein großes Steingefäß, in dem vermutlich das Blut der Opfertiere aufbewahrt wurde, und eine runde Steinschale mit Brandspuren, in der man wahrscheinlich das Fleisch der Opfertiere verbrannte. Stellenweise sind Löcher zu entdecken, an denen Opfertiere festgebunden werden konnten und andere, sich gegenüberliegende, in denen Balken als Absperrungen lagerten.

Ab 2009/2010 wird vom in Bau befindlichen Besucherzentrum aus ein Rundweg durch die Tempel führen und viele Erklärungen geben. Während der Bauzeit ist mit Behinderungen oder temporären Sperrungen zu rechnen. | Standardöffnungszeiten | Eintritt ca. 2,50 Euro | Neolithic Temples Street | 6 km von Valletta

Vittoriosa (Birgu)

Bevor die Ordensritter Valletta gründeten, residierten sie in Birgu, dem heutigen Vittoriosa. Nicht Valletta, sondern Birgu war das Ziel der türkischen Belagerung im Jahre 1565. Hauptstädtisch gibt sich Vittoriosa (3000 Ew.) heute überhaupt nicht mehr. Die Bewohner sind überwiegend als Schauerleute und Dockarbeiter im Hafen tätig. Vittoriosa ist eine oft süditalienisch anmutende Wohnstadt, in der einige historische Denkmäler aus der Ritterzeit verstreut liegen. Wie wenig man hier an Fremde denkt, zeigen auch die Straßenschilder: Die alten, leichter zu merkenden englischen Straßennamen wurden alle durch maltesische ersetzt. Vittoriosa erstreckt sich auf einer Halbinsel zwischen dem Kalkara und dem Dockland Creek. An ihrer äußersten Spitze steht das Fort St. Angelo, von den Ordensrittern vor der Großen Belagerung erbaut (tgl. 9-18 Uhr | Eintritt frei). Hier standen einst schon eine byzantinische und eine arabische Burg.

Auf der Landseite ist Vittoriosa durch eine mächtige Mauer geschützt. Durch das Tor der Provence - an dem auch der Linienbus hält - gelangen Sie auf die Hauptstraße des Städtchens, die Triq il-Mina L-Kbira. An ihr liegt als bedeutendstes Gebäude Vittoriosas der 1535 erbaute, zweigeschossige Inquisitor's Palace. Sie können den Gerichtssaal besichtigen, in den der Angeklagte durch eine niedrige Tür geführt wurde, damit er sich beim Eintritt demütig ducken musste, sehen den Gefängnishof, Gefängniszellen und den Galgenhof. Bis 1798 walteten hier insgesamt 62 vom Papst eingesetzte Inquisitoren ihres Amtes; über die Zahl ihrer Opfer liegen keine Angaben vor (Standardöffnungszeiten).

Die Hauptstraße führt weiter zum Hauptplatz des Städtchens, dem Misrah Ir-Rebha. Von hier sind es nur wenige Schritte hinunter zum Dockyard Creek mit der Pfarrkirche San Lawrenz und dem Oratorju San Guzepp. Im Oratorium ist neben Gegenständen aus dem Privatbesitz von Rittern eine aus Rhodos mitgebrachte Ikone der Liebkosenden Gottesmutter zu sehen; das Altarbild in der Kirche stammt von Mattia Preti.

Neben der Kirche erinnert nahe dem Ufer das Freiheitsdenkmal (Freedom Monument) an den Abzug der letzten britischen Soldaten von Malta im Jahre 1979. Von den erhaltenen oder nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebauten Gebäuden aus der Ritterzeit, die alle nur von außen betrachtet werden dürfen, ist das ehemalige Ordenshospital, das Hospital of the Order, an der Triq Il-Miratur sehr eindrucksvoll. Es entstand bereits 1532 als einer der ersten Bauten der Ordensritter und wurde 1652 den Benediktinerinnen übergeben.

Weitere Bauten aus der Ritterzeit, alle durch Marmortafeln an der Hauswand gekennzeichnet, sind in der Straße Triq Hilda Tabone die Auberge de France (Hausnummer 24/27), die Auberge de Castille (Nr. 57), die Auberge de Portugal (Nr. 59) und die Auberge d'Auvergne et de Provence (Nr. 17/23) sowie in der Triq Mistral die Auberge d'Angleterre (Nr. 39/40). Erwähnenswert sind noch der Bischofspalast aus dem Jahre 1615 in der Triq Il-Palazz Tal-Isqof und das Norman House aus dem 16. Jh. mit Stilelementen eines Vorgängerbaus aus dem 12. Jh. in der Triq Il-Tramuntana 11.

Nahe dem Freiheitsdenkmal vor der Kirche San Lawrenz zeigt das Maritime Museum am Vittoriosa Wharf in einer alten Bäckerei der Royal Navy, Schiffsmodelle, Waffen, Gemälde und traditionelle maltesische Boote (Standardöffnungszeiten | Eintritt ca. 5 Euro). Davor wurde im November 2005 die Grand Harbour Marina eingeweiht, Maltas neuester Yachthafen. | 8,5 km von Valletta

Region: Mdina/Rabat

St. Paul's Catacombs/St. Agatha's Catacombs

Die Katakomben auf Malta dienten als Begräbnisstätten von Christen, aber ebenso von Heiden und Juden. Die großen Schätze der Katakomben fielen in die Hände von Grabräubern. Der erste Großmeister des Ordens auf Malta, Philippe Villiers de L'Isle Adam, gestattete sogar offiziell die Plünderung der Katakomben - unter der Bedingung, dass ein Drittel aller gefundenen Schätze an den Orden abgeliefert werde.

St. Paul's Catacombs, Maltas größte Katakomben, stammen aus dem 4. und 5. Jh. und wiesen einmal rund 1400 Grabstätten auf, von denen sich etwa 900 erhalten haben. All ihre Gänge zusammen sind etwa 900 m lang. Sie betreten die Katakomben über eine moderne Treppe, unter der aber noch die antiken Stufen zu erkennen sind.

Das Zentrum der Anlage bildet eine Halle mit einer tiefer gelegenen Kapelle. An beiden Enden ist aus dem Stein ein Agape-Tisch gehauen, wie er für alle maltesischen Katakomben typisch ist. Die Haupthalle ist auf drei Seiten von Gängen und Kammern umgeben, in denen Sie die verschiedenen Grabtypen erkennen können. Am häufigsten sind die einfachen Loculi-Gräber. Sie bestehen aus einer rechteckigen oder gewölbten Wandnische, manchmal aber auch aus einem einfachen Schacht im Boden und konnten mit einem Stein verschlossen werden. Meist ausgesprochen klein, dienten sie offenbar als Kindergräber.

Aufwändigere Grabtypen waren wohlhabenderen Persönlichkeiten vorbehalten. Für Baldachingräber wurde ein Felsblock so ausgehöhlt, dass seine Decke wie ein gewölbter Baldachin wirkte. Meist fanden darunter zwei Tote Platz, für die sogar eine Kopfstütze aus dem Stein gehauen war. Noch weiter ausgearbeitet sind die Satteldachgräber, deren gewölbte Decke von einem Satteldach gekrönt wird. Früher waren die Wände mit Fresken geschmückt, die jedoch nahezu verblichen sind. | Standardöffnungszeiten | Eintritt ca. 5 Euro | St. Agatha Street

Die St. Agatha's Catacombs sind vor allem wegen ihren Wandmalereien aus spätrömischer und mittelalterlicher Zeit berühmt. Die römischen Fresken aus dem 3.-5. Jh. zeigen Pelikane als Symbol Christi sowie Pfauen als Verkörperung des ewigen Lebens. Drei weitere Fresken aus dem 12. Jh. stellen die Gottesmutter sowie Paulus dar.

Sehr interessant sind die 13 Darstellungen der hl. Agatha, die heute noch in der kleinen Höhlenkapelle und in der großen Kirche darüber verehrt wird. Die hl. Agatha war eine sizilianische Märtyrerin, die der Legende nach etwa im Jahre 250 einige Zeit lang in diesen Katakomben lebte, um sich dem Ehewunsch eines hohen römischen Verwaltungsbeamten in ihrer Heimat zu entziehen. Als sie später doch nach Catania zurückkehrte, erlitt sie die Folter und starb, ihrem Gemahl Jesus Christus treu bleibend. Teil ihres Martyriums war die Abtrennung ihrer Brüste. Auf den Wandmalereien ist sie häufig mit einer Schale in der Hand zu sehen, auf der ihre beiden Brüste liegen. Diese Bilder aus dem 15. Jh. waren - ebenso wie die übrigen Fresken - Votivgaben, die dankbare Gläubige in Auftrag gegeben hatten. | Besichtigung in Begleitung eines Englisch sprechenden Führers Mo-Fr 9-12 und 13-17, Sa 9-13 Uhr | Eintritt ca. 1,50 Euro | St. Agatha Street

Region: Marsaskala

Hagar Qim/Mnajdra

Der landschaftlich besonders schön zwischen Feldern und dem Meer liegende Tempelkomplex Hagar Qim besitzt nahezu alle Merkmale, die die maltesischen Tempel der Jungsteinzeit auszeichnen. Man staunt nicht nur über die gewaltige technische Leistung der Tempelbauer vor rund 5000 Jahren, die ja weder Metallwerkzeuge noch Seilzüge kannten, sondern auch über ihr feines ästhetisches Empfinden.

Beim ersten Anblick der Tempelanlage fällt ein einzelner, mit 6,40 m ungewöhnlich hoher Steinklotz auf. War er ein Phallussymbol für die Fruchtbarkeit schlechthin? Neben ihm liegt der größte Stein, der überhaupt für einen Tempel auf Malta verwendet wurde. Er ist über 4 m hoch, 7 m lang, 60 cm dick und wiegt mehr als 20 Tonnen.

Die Fassade des Haupttempels von Hagar Qim beeindruckt durch Größe, Gleichmaß und Schönheit. Hinter dem Eingang liegt die erste Tempelniere mit sorgfältig geformten Fenstersteinen, die den Zugang zu den beiden Seitenkammern bildeten. Zu erkennen sind auch einige Blockaltäre, über und über mit einem Dekor aus eingebohrten Punkten verziert. Hier steht eine Kopie des berühmten Altars von Hagar Qim, dessen Original im Nationalmuseum von Valletta aufbewahrt wird: Auf allen vier Seiten stellen Reliefs eine Pflanze dar, die aus einem Gefäß herauswächst. Ein Stück weiter sehen Sie zwei Altäre, die durch ihre Form an Pilze erinnern. Die Anzahl der Altäre mag von der Bedeutung der Opferhandlungen in den neolithischen Tempeln zeugen. Ganz markant sind die so genannten Trilithnischen, die aus zwei senkrecht stehenden und einer waagerecht darüber liegenden Steinplatte bestehen.

Wahrscheinlich wurden in den Tempeln auch Orakel verkündet. So jedenfalls deuten Wissenschaftler das Oval aus niedrigen Steinplatten in der Nordostecke des Tempelkomplexes. In einer dieser Platten entdeckt man etwa 40 cm über dem Boden ein Loch, das die Verbindung zu einem winzigen, dahinter liegenden Raum darstellte. Dort saß vermutlich eine geweihte Priesterin, die zu den im Oval Versammelten sprach. | Standardöffnungszeiten | Eintritt ca. 5 Euro

Gegenüber den Tempelbauten liegt inmitten eines kleinen, von Inhaberin Jane liebevoll gestalteten Gartens das bei Einheimischen sehr beliebte Restaurant Hagar Qim. Freitagabends bietet es seinen Gästen Karaoke-Shows, samstagabends häufig Country & Western-Musik live - und sonntagmittags ein exzellentes Lunchbüfett (Mo-Sa 10-16 und 19-23 | So 9-23 Uhr | Tel. 21424116 | €€).

Von Hagar Qim sind es nur etwa 500 m in Richtung Meer bis zu dem zweiten sehenswerten Tempel: Mnajdra. Maltas dem Meer am nächsten gelegener Tempelkomplex ist überraschend klar gegliedert. Anders als in Tarxien und Hagar Qim sind hier Einzeltempel aus verschiedenen Jahrhunderten klar unterscheidbar nebeneinander gesetzt. Rechts steht der kleinste und älteste aus der Zeit zwischen 3500 und 3000 v. Chr. Daran schließt sich der jüngste Tempel an, der immerhin noch etwa 4800 Jahre alt ist, und ganz links folgt schließlich ein Tempelbau aus der Zeit um 3000 v. Chr.

Letzterer ist besonders interessant: In seinem nierenförmigen Hauptraum erkennen Sie noch gut die Dachform des Tempels. Das hier bis zu einer Höhe von 4,30 m erhaltene Mauerwerk aus waagerecht liegenden Großsteinen kragt Schicht für Schicht über wie ein umgestülpter Bienenkorb. Dennoch entstand dadurch keine Kuppel - sonst hätten entsprechende Steine gefunden werden müssen. Eher wäre es möglich, dass der oberste Teil des Tempels mit Holzbalken und Lehm eingedeckt war. Sehr schön sind in diesem Tempel die Fenstersteine, die mehrfach von Trilithnischen eingerahmt sind. Viele besitzen ein Punktdekor, das bei entsprechendem Lichteinfall reizvolle Schatten wirft.

Im mittleren Tempel mit seinem sorgfältig erbauten Mauerwerk steht in zwei Nischen je ein etwa 30 cm hoher Blockaltar. Besonders der rechte wirkt wie ein stark benutzter Schlachtblock. | Standardöffnungszeiten | Eintritt ca. 2,50 Euro | 18 km von Marsaskala

Marsaxlokk

Marsaxlokk (2900 Ew.) ist ein bedeutendes Fischerstädtchen. Farbenfroh gestrichene Boote mit Namen wie „God save us“ oder „Mother Teresa“ liegen am Kai, Fischer flicken am Ufer ihre Netze oder legen sie zum Trocknen aus. Dieser idyllische Ort lohnt jederzeit den Besuch - und besonders sonntagvormittags, wenn entlang des Hafens statt des täglichen kleinen Markts auch noch Maltas größter Wochenmarkt stattfindet. Dort können Sie fast alles erstehen, sei es Fisch, Gemüse, Jeans, Elektronik, Souvenirs oder Spirituosen.

Viele kleinere Restaurants und Snackbars entlang der Uferstraße bieten vor allem frischen Fisch an. Gut essen Sie im It Xlukkajr an der Uferstraße (tgl. 11-15 und 18-22 Uhr | Xatt Is-Sajjieda 97 | €). Es gibt hier nur ein Hotel, das Golden Sun an der Straße nach Delimara (23 Zi. | Triq il-Kajjik | Tel. 21651762 | Fax 21653133 | www.goldensunhotelmalta.com | €). | 8 km von Marsaskala

Region: St. Paul's Bay

Ghajn Tuffieha Bay

Dieser etwa 200 m lange Sandstrand unterhalb der Steilküste ist noch unbebaute Natur. Eine Treppe, die auf der kleinen Halbinsel beginnt, die die Ghajn Tuffieha von der Golden Bay trennt, führt hinab zum Strand. Über einen Küstenpfad können Sie in etwa 20 Minuten zur Gnejna Bay wandern. | 7 km von St. Paul's Bay