Reisetipps Mailand

Insider Tipps Mailand MARCO POLO Korrespondent Florian Eder im Interview

Florian Eder lebt seit 2005 in Mailand. Der Zeitungskorrespondent wollte eigentlich nach Rom. Und ist froh, dass es anders kam.

Wieso leben Sie in Mailand?

Ich bin Italienkorrespondent für eine überregionale Wirtschaftstageszeitung und schreibe auch für andere deutsche Printmedien. Für diese Arbeit bin ich hergezogen. Damals dachte ich, Rom wäre noch besser - was nicht stimmt.

Nein?

Rom ist wunderbar. Aber ich fühle mich immer wie im Museum. In Mailand lebt und arbeitet man: Das Tempo ist zügig, die Stadt ist jung und voller Zugezogener aus ganz Italien. Ich fühle mich sehr wohl hier.

Und was mögen Sie an Mailand nicht so?

Die Concierge in unserem Haus hat mir neulich einen ganz schwarzen, eben noch frischen Lappen gezeigt. Sie hatte das Tor abgewischt, das sie vor zwei Tagen erst geputzt hatte. Mailand ist oft grau, die Luft schmutzig; für die Verkehrspolitik kommt zuerst das Auto.

Wo und wie leben Sie genau?

Ich wohne am nördlichen Rand der Innenstadt in einem Bau aus den Dreißigerjahren, mit hohen Decken und einem Balkon zum grünen Innenhof. Zur Arbeit ins Zentrum laufe ich 20 Minuten. Mailand ist eine Stadt der kurzen Wege.

Sprechen Sie Italienisch?

Ohne Italienisch dringt man hier nicht tief in das Land ein. Nicht, weil die Italiener kein Englisch könnten, aber weil Umgangsformen und Höflichkeit einen großen Stellenwert haben. Dazu gehört für mich, die Sprache ordentlich zu sprechen. Gelernt habe ich Italienisch am Gymnasium, an der Universität und nach meiner Ankunft hier in Privatstunden für den letzten Schliff.

Kommen Sie viel in Mailand herum?

Das ist meine Stadt - beruflich wie privat. Am Wochenende fahre ich gern ans Meer oder an einen der schönen Seen.

Was tun Sie in Ihrer Freizeit?

Ich reise viel, ich gehe gern in die Scala - wenn ich Karten bekomme, was nicht ganz einfach ist -, ins Kino, mit oder zu Freunden essen, oder ich koche für sie.

Mögen Sie die Mailänder Küche?

Ich gehe gern auf den Wochenmarkt vor meiner Tür, weil Obst und Gemüse, aber auch Fisch hier frischer, günstiger und besser sind. Ein Lieblingsgericht ist der Risotto milanese, auch weil er aus so wenigen Zutaten besteht, dass man sie immer im Haus hat: Reis, Safran und Weißwein reichen im Grunde.