Reisetipps Loire-Tal

Sehenswertes Loire-Tal

Region: Vendôme

Altstadt

Grünes Zentrum ist der Parc Ronsard zwischen der alten Schule, in der Balzac das ABC lernte (heute Rathaus), dem Hôtel Saillant aus dem 15. Jh., heute Verkehrsamt, und der ehemaligen Pilgerkapelle St. Jacques: Sehenswert eine riesige Platane, die 1759 gepflanzt wurde, und die Bronzeplastik des gestürzten Reiters von Louis Leygue (1931). Nur ein paar Schritte weiter wird es geschäftig in der Fußgängerzone an der Rue de Change, die gen Norden zum malerischen Islette-Turm führt, im Süden zur Place St-Martin, die vom Glockenturm, der von der ehemaligen Martinskirche übrig geblieben ist, beherrscht wird. Wichtigstes Denkmal ist die für eine so kleine Stadt überdimensionierte ehemalige Benediktinerabtei, die Abbaye de la Trinité mit ihrem 80 m hohen Glockenturm, einem herrlichen Marienfenster aus dem 12. Jh., dem Kapitelsaal aus dem 14. Jh. und einem sehenswerten Museum mit Dauer- und Wechselausstellungen | (Mi-Mo 10-12, 14-18 Uhr | 2,80 Euro). Vom alten Schloss sind nur Ruinen übrig. Dafür schöner Blick auf Stadt und Flusstal.

Region: Chinon

Altstadt

Der schönste Platz ist der Grand Carroi, im Mittelalter das Zentrum der Stadt an der Kreuzung der Rue Haute-St-Maurice (heute Rue Voltaire) mit der Rue du Grand Carroi. Die Maison Rouge (14. Jh.) mit ihrem Fachwerk und ihren roten Ziegelsteinen, die Säulenstatuen im ehemaligen Haus der Intendantin, das Hôtel des Etats Généraux aus Stein (heute das Stadtmuseum) und das Hôtel du Gouvernement mit seinem Arkadenhof liegen rund um den Platz. Nur ein paar Schritte weiter sind es bis zu den Caves Painctes (Juli-Mitte Sept. Di-So 10, 15, 16.30, 18 Uhr | 3 Euro inkl. Weinprobe), den Kellern von Rabelais, in denen heute noch vier Mal im Jahr neue Mitglieder in den Clan der „Bons Entonneurs Rabelaisiens“, die Bruderschaft der guten Kellermeister, aufgenommen werden.

Chapelle Ste-Radegonde

Kleine, in den Felsen gegrabene Kapelle, in der erst 1964 Wandmalereien aus dem 12. und 13. Jh. entdeckt wurden. | Juli/Aug. tgl. 9-19 Uhr | 3 Euro

Château

Das Schloss, in dem damals Jeanne d'Arc den Kronprinzen Charles VII in der Menge entdeckte und auf seine Königsrolle einschwor, ist nach dem 17. Jh. von Richelieu zerstört worden. Interessant sind die Inschriften der Templer, die im 14. Jh. von Philippe Le Bel im Wehrturm von Coudray eingesperrt waren. Von der Ruine aus haben Sie einen wunderschönen Blick auf Weinberge und die Altstadt. | April-Sept. tgl. 9-19, Nov.-März 9.30-12.30, 14-17 Uhr | 3 Euro

Region: Tours

Altstadt

Tours besitzt zwei alte Stadtkerne zwischen Loire und Cher, die erst im 14. Jh. durch einen Mauerring verbunden wurden. Zuerst entwickelte sich das Viertel rund um die mit kunstvollen Glasmalereien aus dem 13. Jh. versehene Kathedrale St-Gatien, die seit dem 14. Jh. den Namen des vermutlich ersten Bischofs von Tours trägt. Sie ist mit ihrer Doppelturmfassade ein gutes Beispiel gotischer Kirchenbaukunst. Vom Schloss, das heute Wechselausstellungen beherbergt, sind lediglich noch zwei der einst vier Ecktürme erhalten.

Über die Rue de la Scellerie mit ihren Antiquitätenhändlern führt ein schöner Spaziergang westwärts bis zur Rue National, der großen Einkaufsstraße und zentralen Achse der Stadt. Gehen Sie ein paar Schritte in Richtung Loire und Wilson-Brücke, bis die Rue du Commerce hineinführt in das zweite alte Zentrum rund um die sehenswerte Place Plumereau. Die Fachwerkhäuser aus dem 15. und 16. Jh., die erst nach 1966 renoviert wurden, sind heute beliebte Treffpunkte von Studenten der nahen Universität.

In der Rue Briçonnet sind alle Baustile in Tours von der romanischen Fassade aus dem 13. Jh. bis hin zum Bürgerhaus des 18. Jhs. versammelt. Die Basilika St-Martin zu Ehren des berühmten Bischofs wurde 1886-1924 im neobyzantinischen Stil ganz neu errichtet. Von einem Vorgängerbau, von 997 bis hinein ins 13. Jh. nach dem Vorbild der Kathedrale von Bourges gebaut, sind heute nur noch die beiden Türme, die Tour Charlemagne und die Tour de l'Horloge, übrig.

Musée des Beaux-Arts

Auf den gallorömischen Grundfesten von Caesarodunum, dem 2000 Jahre alten Kern von Tours, steht der erzbischöfliche Palast aus dem 12. und 17. Jh., der heute die Kunstsammlung der Stadt beherbergt. Schätze aus den zerstörten Schlössern von Richelieu, Chanteloup und den großen Abteien des Umlandes. Im Ehrenhof steht eine gigantische Zeder aus dem Libanon, die 1804 gepflanzt wurde und heute 31 m hoch und 30 m breit ist. | 18 place François Sicard | Mi-Mo 9-12.45, 14-18 Uhr | 4 Euro

Musée du Compagnonnage

Im Museum der Handwerksgesellen sind Meisterstücke der Gesellenbruderschaften, die ihre Wanderjahre in Europa abgeschlossen haben, zu sehen: atemberaubend schöne Arbeiten aller möglichen Berufe vom Zimmermann über den Bäcker bis zum Kunstschmied. Erzählt wird außerdem von der Geschichte und dem Brauchtum jener Vereinigungen. | 8 rue Nationale | Mitte Juni-Mitte Sept. tgl. 9-12.30, 14-18, sonst Mi bis Mo 9-12, 14-18 Uhr | 4,20 Euro

Musée du Gemmail

Im Hôtel Raimbault (19. Jh.) mit einer unterirdischen Kapelle aus dem 12. Jh. ist zeitgenössische Glaskunst von Cocteau, Braque und Picasso zu bewundern. | 7 rue du Mûrier | April bis 15. Nov. Di-So 10-12, 14-18.30, Juli/Aug. 10-18 Uhr | 4,60 Euro | www.gemmail.com

Musée St-Martin

Die Geschichte des Bischofs von Tours und ein Modell der alten Basilika aus Stein. | 3 rue Rapin | Mitte März-Mitte Nov. Mi-So 9.30-12.30, 14-17.30 Uhr | 2 Euro

Region: Blois

Château de Blois

Über vier Jahrhunderte haben Herrscherinnen und Herrscher die Stadt um- und ausgebaut. Vom Mittelalter ist nur ein Gebäude übrig geblieben, das mit dem Generalständesaal (salle des états généraux) allerdings den größten gotischen Raum Frankreichs aus dem 13. Jh. beherbergt. Aus Back- und Sandsteinen ließ sich Louis XII im 15./16. Jh. einen Flügel errichten, der erste italienische Einflüsse zeigt. Im 1. Stock ist heute das Musée des Beaux Arts mit Gemälden der Renaissancezeit untergebracht. Spektakulärstes architektonisches Detail des Schlosses ist der Wendeltreppenturm aus der Renaissance, den François I zwischen 1515 und 1520 bauen ließ. Die ehemalige Küche des Flügels beherbergt heute das Archäologische Museum und das Lapidarium. Ein Meisterwerk klassizistischer Architektur ist schließlich der aus den Jahren 1635 bis 1638 stammende Flügel von Gaston d'Orléans. Erstaunlich, dass trotz der unterschiedlichen Stile das Schloss von Blois eine harmonische Einheit geworden ist. Sehenswert, auch wegen der vielen Geheimfächer, in denen sie ihre Gifte aufbewahrt haben soll, ist auch das Schlafzimmer von Katharina von Medici, der Frau von Henri II, Mutter der Könige François II, Charles IX und Henri III, die 1589 in Blois starb. Beeindruckend das Königszimmer, in dem der katholische Herzog von Guise 1588 auf Geheiß von Henri III ermordet wurde. Auf dem Schlossplatz ließ Jeanne d'Arc auf dem Weg nach Orléans 1429 ihre Standarte vom Bischof weihen. | Im Winter tgl. 9-12.30, 14-17.30, Mitte März-Okt. 9-18, Juli/Aug. bis 19.30 Uhr | 7 Euro (mit Museen) | Mai bis Mitte Sept. tgl. Licht- und Tonschau (Son et Lumière) im Schlosshof ab Sonnenuntergang (Mi in englischer Sprache), 11 Euro, Kombiticket Schloss/Schau 11,50 Euro

Escalier Denis Papin

Monumentale Treppe am Tor zur Innenstadt mit ihren Restaurants, Geschäften, Boutiquen und Cafés. Sie ist eine Hommage an den Mathematiker Denis Papin (1647-1714), den erst nach seinem Tod akzeptierten Erfinder der Dampfmaschine. Er hatte 1706 in Kassel vergeblich versucht, sein Patent zu verwerten.

Musée de l'Objet

Ein Kleinod für Freunde zeitgenössischer Kunst. Rund hundert Alltagsobjekte, die Künstler wie Fernandez Arman und Christian Boltanski auf den Spuren von Altmeister Marcel Duchamp bearbeitet haben. | 6 rue Franciade | Mitte Mai-Mitte Sept. Di-So 13.30-18.30, sonst nur Sa, So 13.30-18.30 Uhr | www.museedelobjet.org | 4 Euro

Region: Amboise

Château d'Amboise

Von den Gebäuden an der mächtigen Festungsmauer ist nur noch die Chapelle St-Hubert aus dem 15. Jh., das einstige Gebetshaus der Königin Anne de Bretagne mit dem Grabmal Leonardo da Vincis, übrig geblieben. Die lange Rampe führt auf eine Terrasse mit herrlichem Blick über die Loire. Sehenswert sind abgesehen von den königlichen Wohngemächern die neu eröffneten Festungsanlagen im Zentrum der Tour des Minimes aus dem Mittelalter sowie der frisch angelegte Park in der Schlossanlage. | April-Juni tgl. 9 bis 18.30, Juli/Aug. bis 19, Sept.-Mitte Nov. 9-17.30, Mitte Nov.-März 9 bis 12, 14-16.45 Uhr | 13,50 Euro | www.chateau-amboise.com

Le Clos-Lucé mit Park Leonardo da Vinci

Auf dem Herrensitz, von Louis IX im Mittelalter gebaut, quartierte 1516 François I Leonardo da Vinci ein. Das Universalgenie aus Italien brachte sein wohl berühmtestes Gemälde, die „Mona Lisa“, mit nach Frankreich. Auf Le Clos-Lucé konstruierte er bis zu seinem Tod 1519 zahlreiche Maschinen. Im Erdgeschoss sind Dutzende von Modellen, z.B. Pumpen, Panzerwagen, Flugmaschinen, Automobile, eine Drehbrücke, ausgestellt.

Im Park des Schlosses ist ein interaktiver Parcours durch Kunstwerke und Modelle des Künstlers angelegt. 2008 kam ein mittelalterlicher Parkteil mit doppelstöckiger Holzbrücke nach Zeichnungen von Leonardo da Vinci neu hinzu. Cafeteria und Boutique ergänzen die Anlage. | 2 rue du Clos-Lucé | Jan. tgl. 10-17, Feb./März tgl. 10-18, April-Juni, Sept./Okt. tgl. 9-19, Juli/Aug. 9-20, Nov./Dez. 10-18 Uhr, Nov.-Feb. 9,50 Euro, März-Okt. 12,50 Euro | www.vinci-closluce.com

Pagode de Chanteloup

Die 44 m hohe Pagode am Zierbecken ist das einzige Gebäude, das vom einst prächtigen Schloss Chanteloup, das im 19. Jh. zerstört wurde, übrig geblieben ist. Den Turm im damals beliebten asiatischen Stil ließ der Herzog von Choiseul, einst Minister von Louis XV, 1775-1778 bauen. Die Pagode wird seit 1910 von der Familie André betreut und behutsam renoviert. Wunderbarer Ausblick von der Turmspitze, schöne und vor allem benutzbare Sammlung von alten und modernen Holzspielen, die der Eigentümer teilweise selbst entworfen hat, Bootsfahrten auf dem Zierteich und Picknickangebot. | Route de Bléré | 3 km südl. von Amboise | Mai, Juni, Sept. tgl. 10-18.30, Juli/Aug. tgl. 9.30-19.30, Okt./Nov. Sa/So 10-17, April Mo-Fr 10-12, 14-18, Sa/So 10-18 Uhr | 6,30 Euro, Bootsfahrt 4 Euro für 30 Min., Picknickkorb 10 Euro | www.pagode-chanteloup.com

Parc des Mini-Châteaux

Die französische Antwort auf Legoland: Der Parc des Mini-Châteaux präsentiert die ganze Welt der Loire-Schlösser im Miniformat. Knapp 50 gut gemachte Modelle im Maßstab 1:25 von Klassikern wie Chambord, Villandry und Loches, aber auch von kleineren Schlössern wie Montpoupon in einem 2 ha großen Park. Passend dazu gibt es Bonsaibäumchen, 10000 kleine Figuren, Mini-Eisenbahnen und kleine Schiffe, zudem Café, Restaurant und Boutique. | An der D 31 zwischen Amboise und Chenonceaux | April-Okt. tgl. 10-18, Juli/Aug. 9-19 Uhr | 13,50 Euro | www.mini-chateaux.com

Region: Saumur

Cadre Noir

Für Pferdeliebhaber ist die Reitschule von Saumur ein Muss. Zwei französische Olympiasieger 2004 in Athen gehören zu den 45 festangestellten ecuyers, den Reitlehrern, die eine schwarze Uniform tragen. Der Cadre Noir ist kein Gestüt, sondern eine breit angelegte Reituniversität mit einer Eliteabteilung, auf der die Studenten lernen, worauf es bei der Dressur, beim Springreiten und bei Military-Wettbewerben ankommt. Ein umfangreiches Besichtigungsprogramm erlaubt einen Blick hinter die Kulissen des weltweit einzigartigen Reitzentrums. Ecole Nationale d'Equitation Le Cadre Noir de Saumur | April-Okt. Di-Sa 9.30-11, 14 bis 16 Uhr | 7 Euro | Besichtigung (2 Std.) mit Vorführungen April-Juni, Sept. Mi 14.30 Uhr, 11 Euro, Galavorstellungen Ende April, Anfang Sept., ab 35 Euro | Tel. 0241535050 | www.cadrenoir.fr

Château de Saumur

Das Schloss, das Louis IX im 13. Jh. auf dem Hügel hoch über der Stadt aufbauen ließ, ist wegen umfangreicher Renovierung geschlossen. Herrlicher Ausblick auf Stadt und Tal von der Schlossterrasse.

Region: Gien

Château de Gien

Anne de Beaujeu, Tochter von Louis XI, ließ das Schloss Ende des 15. Jhs. auf alten Grundmauern aus Backstein, Schiefer und weißen Quadern neu aufbauen. Der junge Louis XIV, Anne d'Autriche und Minister Jules Mazarin nutzten Gien 1652 als Versteck, nachdem sie vor der Fronde - den Gegnern des Hochadels - aus Paris geflüchtet waren.

Heute ist das Schloss Frankreichs größtes Jagdmuseum: Tapisserien, Jagdgewehre, Tiergemälde, Geweihe. Musée international de chasse | Château de Gien | Okt.-Mai tgl. 9-12, 14-18, Juni-Sept. tgl. 9-18 Uhr | 5 Euro

Musée de la Faïencerie

Der Engländer Thomas Hall gründete 1821 die Faïencerie in einem alten Kloster an der Loire. Ursprünglich war Gien auf Gebrauchsgeschirr nach Vorbildern aus England und Frankreich spezialisiert, entwickelte sich aber Ende des 19. Jhs. bis zum Ersten Weltkrieg zu einer weltweit bekannten Fabrik, die 1500 Menschen beschäftigte. Gefragt war vor allem das strahlende bleu de Gien, eine Farbe, deren Zusammensetzung bis heute wie ein Geheimnis gehütet wird. Das Unternehmen hat ein Fayencemuseum eingerichtet, das jedes Jahr Sonderausstellungen organisiert. | 78 place de la Victoire | Mo-Sa 9-12, 14-18 Uhr | 4 Euro | www.gien.com

Region: Bourges

Museen

Die städtischen Museen in Bourges sind kostenlos und von 10-12 sowie von 14-18, im Hochsommer von 10-18.30 Uhr geöffnet. Besonders empfehlenswert ist das Kunstgewerbemuseum im Hôtel Lallemant (6 rue Bourbonnoux | Mo geschl.). Das ehemalige Patrizierhaus ist wie das heute als Heimatmuseum eingerichtete Hôtel Cujas (4-6 rue des Arènes | Di geschl.) auch in architektonischer Hinsicht interessant: Zu Beginn des 16. Jhs. läuteten die beiden Gebäude die Renaissance in Bourges ein.

Altstadt

Die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und Patrizierbauten aus Gotik und Renaissance steht seit 1965 unter Denkmalschutz. Ein schöner Rundweg (rund 1,5 Std., Broschüre in deutscher Sprache gibt es im Office de Tourisme) führt von der Kathedrale über die Rue Bourbonnoux, die Place Gordaine, die Place Cujas (mit der Maison des Forestines, in der vor über 100 Jahren das gefüllte Bonbon erfunden wurde) und die Rue Jacques Cœur führt zu den wichtigsten Gebäuden.

Für Gourmetpausen empfehlen sich vor allem die liebevoll dekorierten Kaffee- und Teehäuser wie Cake Thé an der Stadtmauer (passage des remparts | www.cak-t.com), Le Jardin de Jeanne an der Kathedrale (12 rue Porte Jaune) oder aber auch Au Rendezvous de George Sand am Palais Jacques Cœur (3 place des 4 piliers).

Kathedrale St-Etienne

Eine der besonders schönen gotischen Kathedralen in Frankreich, errichtet im 12./13. Jh. und 1992 von der Unesco zum Welterbe erklärt. Beeindruckend sind unter anderem das Hauptportal mit Szenen des Jüngsten Gerichts, die herrlichen Glasfenster aus dem 13., 15. und 16. Jh. sowie die Orgel mit ihren 3430 Pfeifen aus dem 17. Jh. Die Besichtigung der Krypta und die Turmbesteigung - nach 396 Stufen bietet sich eine wunderschöne Aussicht über die ganze Stadt - kosten Eintritt (6 Euro, Kombiticket mit Palais Jacques Cœur 8 Euro).

Les Marais

Die grüne Lunge im Nordwesten der Stadt mit 1500 Schrebergärten in einem ehemaligen Sumpfgebiet von 1,5 km² Größe. Am ersten Septemberwochenende wird hier, 15 Minuten zu Fuß von der Kathedrale entfernt, die Fête des Marais, ein Volksfest mit viel Musik, Flohmarkt, Vorführungen der Feuerwehr und Kahnfahrten auf den Kanälen, gefeiert. | Zugang über av. Max Dormoy | kein Eintritt

Palais Jacques Cœur

Er war nur der Sohn eines einfachen Händlers in Bourges, stieg aber unter Charles VII unaufhaltsam auf - erst zum königlichen Schatzmeister und dann zum Außenminister. Als Bankier, Waffenhändler und Importeur wurde Jacques Cœur unermesslich reich und baute sich 1443 auf der gallisch-römischen Stadtmauer einen großen gotischen Palast. | 10 bis rue Jacques Cœur | Führungen tgl. 9-12, 14-17 Uhr, Hochsaison bis 18 Uhr | 6 Euro

Region: Angers

Altstadt

Ein Spaziergang von der alten Festungsanlage zur belebten Place du Ralliement macht deutlich, warum Angers früher als „schwarze Stadt“ bezeichnet wurde: Schiefer und Holz in engen Gassen geben nur wenig Licht. Das schönste Fachwerkhaus von Angers ist die Maison d'Adam an der Place Ste-Croix mit reichen Holzschnitzereien wie dem grotesken tricouillard (Darstellung eines Mannes mit drei Hoden) und einem Kunsthandwerkerzentrum im Erdgeschoss. Die Rue St-Aubin führt zum Glockenturm von St-Aubin aus dem 12. Jh., dem Rest einer der ältesten Abteien an der Loire. Nahe der Place du Ralliement, mit dem Theaterbau aus dem 19. Jh. der klassische Treffpunkt der Stadt, steht das Hôtel Pincé im Renaissancestil, das ein ehemaliger Bürgermeister im 16. Jh. errichten ließ und heute ein Museum ist.

Carré Cointreau

Der Orangenlikör aus Angers ist seit über 150 Jahren auf der ganzen Welt bekannt. Der Betrieb hat ein hübsches Museum eingerichtet, das die Geschichte der Marke und des Getränks anhand von 4000 Schaustücken nachzeichnet. | St-Barthélémy-d'Anjou | Führungen (1,5 Std.) tgl. 15, im Juli/Aug. auch 10.30, 14.30 und 16.30 Uhr | 5,50 Euro | www.cointreau.fr

Château

17 aus dunklem Schiefer und hellem Sandstein geschichtete, bis zu 40 m hohe Rundtürme schützen die fünfeckige Festungsanlage hoch über der Maine. Louis IX ließ die Festung im 13. Jh. zu einer der bedeutendsten Burgen Europas ausbauen. Innerhalb der Gräben sind die seit dem Zweiten Weltkrieg restaurierten Gebäude wie das Châtelet, der Logis Royal und die Grande Chapelle zu besichtigen.

Größte Attraktion aber ist der Wandteppichzyklus der Apokalypse, den Louis I 1380 anfertigen ließ. Die Tapisserie, ursprünglich über 140 m lang und 6 m hoch, von der ca. 100 m erhalten sind, zeigt in sechs Bildern mit ehemals 84 Szenen die Offenbarung des hl. Johannes mit unendlich reichen Hinweisen auf den Alltag und die Ängste in der Zeit des Hundertjährigen Kriegs. Ein Rat: Nehmen Sie sich viel Zeit und Infomaterial (auch auf Deutsch) für den Gang durch den Ausstellungssaal in der südlichen Wallmauer. | 2 promenade du Bout du Monde | Mai-Aug. tgl. 9.30-18.30, Sept.-April 10 bis 17.30 Uhr | 7,50 Euro

La Doutre

Stadtteil am rechten Ufer der Maine, früher das Klosterviertel mit dem ehemaligen Frauenkloster von Ronceray (heute Wechselausstellungen) aus dem 11. Jh., der Église de la Trinité aus dem 12. Jh. und dem Fachwerkhaus des Apothekers Simon Poisson aus dem 16. Jh. | Place de la Laiterie

Galerie David d'Angers

Der Bildhauer Pierre-Jean David (1788-1856) hat seine z.T. monumentalen Skulpturen der Heimatstadt vermacht. In der Ruine der ehemaligen Klosterkirche Toussaint werden unter einem Dach aus Stahl und Glas Hunderte von Werken präsentiert, darunter Büsten von Johann Wolfgang von Goethe, Honoré de Balzac, Victor Hugo und Alexander von Humboldt. | 33 bis rue Toussaint | Sommer tgl. 10-18.30, Winter Di-So 10-12, 14-18 Uhr | 4 Euro

Kathedrale St-Maurice

Im Kirchenschiff aus dem 12. Jh. sind erste Ansätze der angevinischen Kreuzrippengewölbe zu sehen. Außerdem Glasmalereien wie das „Jüngste Gericht“ (15. Jh.) und ein Hochaltar unter einem Baldachin aus dem 18. Jh. | Place Monseigneur Chappoulie | tgl. 8.30-19 Uhr

Musée des Beaux-Arts

Die 27 Mio. Euro teure Renovierung und der Umbau des Logis Barrault, eines gotischen Herrensitzes aus dem 15. Jh., haben sich gelohnt. Angers hat ein Kunstmuseum, das Schätze wie Werke von Jean Auguste Dominique Ingres, Guillaume Bodinier oder Claude Monet birgt, sich mit einem neuen Saal aber auch resolut zeitgenössischer Kunst öffnet. | 14 rue du Musée | Di-So 10-12, 14-18 im Sommer 10-18.30 Uhr | 4 Euro

Anschließend bietet sich eine Pause im Café des Orfèvres im selben Gebäude an. Originelle Gerichte und klassische Salate sind die Spezialität von Küchenchef Franck Garanger. | www.cafedesorfevres.fr | €

Musée de la Communication

Vom drahtlosen Telefon über den feurigen Kuss bis zur Apollo-Raumkapsel ist die Geschichte der Kommunikationstechnik in originellen Schaustücken und einer neuen Inszenierung festgehalten. Das Schloss aus dem 18. Jh. mit seinem 75 ha großen Park war 1940 Einsatzzentrale für die deutschen U-Boote und ist seit 1992 Museum. | St-Barthélémy-d'Anjou | westl. von Angers | April-Nov. tgl., Dez., Feb., März Sa/So 10-12.30, 14.30-18 Uhr | 5,50 Euro | www.musee-communication.com

Musée Jean Lurçat

Der älteste Hospitalbau in Frankreich, um 1175 im Auftrag von Henri II Plantagenet errichtet, beherbergt eine Krankenhausapotheke aus dem 17. Jh. und das Museum für zeitgenössische Teppichkunst. Jean Lurçat hat von 1957 bis zu seinem Tod 1966 die mittelalterliche „Tenture de l'Apocalypse“ im Schloss von Angers als Ausgangspunkt für seinen eigenen, 80 m langen Teppichzyklus „Le Chant du Monde“ (Weltgesang) genommen. | 4 bd. Arago | Sommer tgl. 9.30-18.30, Winter Di-So 10-12, 14-18 Uhr | 4 Euro

Musée Régional de l'Air

Am 1998 eingeweihten Flughafen von Angers-Marcé präsentiert ein Verein über 50 Kleinflugzeuge wie Doppeldecker, Segler und Versuchsmaschinen, die zwischen 1907 und 1970 gebaut wurden. Originell: Das Museum ist gleichzeitig Werkstatt für die Restaurierung alter Flugzeuge und Ausbildungsstätte für Ingenieure. | Aéroport d'Angers-Marcé | Sommer Di-So 14-18, Winter Sa/So 14-18 Uhr | 5 Euro | www.musee-aviation-angers.fr

Region: Romorantin-Lanthenay

Espace Automobiles Matra

Der Aufstieg und Fall einer feinen Autoschmiede, die einst die Formel 1 gewann und mit dem Renault Espace Europas erste Großraumlimousine konzipierte, aber am Luxuscoupé Avantime scheiterte, wird in einem Museum dokumentiert. | 17 rue des Capucins | Mi-Mo 10-12, 14-18 Uhr | 5 Euro | www.museematra.com

Musée de Sologne

In dem Museum in zwei alten Mühlen und dem Jacquemart-Turm wird die Geschichte der Region dokumentiert, in der einst Leonardo da Vinci eine neue Königsresidenz bauen sollte. | Moulin du Chapitre | Mo, Mi-Sa 10 bis 12, 14-18, So 14-18 Uhr | 4,50 Euro | www.museedesologne.com

Region: Orléans

Hôtel Groslot

Im Renaissancehaus aus Backstein, das Jacques Groslot um 1550 gebaut hat, residieren seit der Französischen Revolution die Bürgermeister von Orléans. Vor dem Portal steht eine Statue der Jeanne d'Arc, die die Prinzessin Marie d'Orléans im 19. Jh. geschaffen hat. Sehenswert ist die kostbare Inneneinrichtung mit einer Holztruhe, die Louis XI den Mönchen von St-Aignan geschenkt hatte. Im berühmten und beliebten Hochzeitssaal (salle de mariage) starb 1560 François II im Alter von nur 17 Jahren. | Place de l'Etape | tgl. 9-18 Uhr | Eintritt frei

Kathedrale Ste-Croix

Gut 600 Jahre lang wurde an der Kathedrale gebaut. Die offizielle Einweihung fand am 8. Mai 1829 statt, dem 400. Jahrestag der Befreiung Orléans' durch Jeanne d'Arc. Das Gotteshaus im gotischen Stil zeichnet auch auf den zeitgenössischen Glasfenstern die Geschichte der heiligen Jungfrau nach. Interessant ist auch die Rosette im Querschiff, die mit ihrer Sonne Louis XIV huldigt. Von Mai bis September sind die Türme geöffnet. Wer die 241 Stufen hinter sich bringt, dem eröffnet sich ein herrlicher Blick über die Stadt. | In der Hauptsaison Führungen | Eintritt frei

Maison de Jeanne d'Arc

Bei Jacques Boucher, dem damaligen Schatzmeister des Herzogs von Orléans, quartierte sich 1429 während der Belagerung durch die Engländer Jeanne d'Arc ein. Nach dem Großbrand 1940 wurde das Fachwerkhaus im alten Stil neu aufgebaut, und beherbergt ein Museum zur Geschichte der Befreiung von Orléans. | 3 place de Gaulle | im Sommer Di-So 10-12.15, 13.30-18 Uhr, im Winter nur nachmittags | 2 Euro

Musée des Beaux-Arts

Eines der reichsten Kunstmuseen in Frankreich glänzt v.a. mit Meisterwerken des 18. Jhs. | 1 rue Ferdinand Rabier | Di-Sa 10-12.15, 13.30-18, So 10-12.15 Uhr | 3 Euro

Place Martroi

Schon in der Vergangenheit war die Place Matroi der Treffpunkt der Stadt. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde sie rund um das Reiterstandbild der Jeanne d'Arc mit Straßencafés und Restaurants neu aufgebaut.