Reisetipps Loire-Tal

Highlights Loire-Tal

Region: Tours

Montlouis-sur-Loire

In dem zwischen Tours und Amboise gelegenen Ort hegt und pflegt die Prinzenfamilie De Broglie über 400 verschiedene Sorten Tomaten in ihrem Conservatoire de la Tomate rund um das Château de la Bourdaisière aus der Renaissance. Das Schloss bietet drei Suiten und 17 luxuriöse Zimmer, von denen einige nach historischen französischen Persönlichkeiten wie Katharina von Medici oder Jeanne d'Arc benannt sind. Château de la Bourdaisière | 15 km im Osten | April-Mitte Nov. tgl. 10 bis 12, 14-18, Mai-Sept. 10-19 Uhr | 6,50 Euro | Tel. 0247451631 | Fax 0247450911 | www.chateaulabourdaisiere.com | €€€

Weniger Luxus, aber ebenso viel Charme bietet der Clos des Augers, ein sehr sympathisches Gästehaus mit Bauernhof, das auch Kindern gefallen wird. Köstliches Abendessen, vorher reservieren (Dany et Philippe Hellio | Azay-sur-Cher, 8 km süd-östl. von Montlouis, den Schildern Augers an der N 76 folgen | 3 Zi. | Tel. 0247504949 | http://pagespersoorange.fr/closdesaugers | €). Und wer schon am Cher ist, sollte sich auch den Landgasthof La Boulaye mit der Sommerterrasse (Familie Caron | RN 76, Athée-sur-Cher, zwischen Tours und Chenonceaux | Tel. 0247502921 | geschl. Di-Abend, Mi | www.laboulaye.fr | €) nicht entgehen lassen.

Villandry

In diesem Garten kann sich jeder Besucher verlieren - stundenlang, tagelang, zu jeder Jahreszeit. Die Familie des spanischen Arztes Joachim Carvallo, der das letzte große an der Loire gebaute Renaissanceschloss 1906 kaufte, lässt sich von der Gartenbaukunst des 16. Jhs. inspirieren und veranstaltet auf 5 ha ein Fest für Augen und Nase: Da gibt es Ziergärten mit kunstvoll angelegten Beeten, einen Wassergarten, Baumalleen, aber auch Gärten voller Heilkräuter und Gemüse. Die stattliche Anzahl von 1260 Linden und 52 km Buchsbäumen, die jedes Jahr beschnitten werden, schmückt das Areal, auf dem 2008 außerdem ein Sonnengarten (jardin du soleil) nach alten, aber bislang nie verwirklichten Plänen Joachim Carvallos mit einem sternförmigen Wasserbecken und Spielgeräten für Kinder eröffnet wurde. | Schloss: Feb.-11. Nov. tgl. 9.30-17, Juli/Aug. tgl. 9-18.30 Uhr, Garten: im Winter tgl. 9-17.30, Mai-Mitte Sept. 9-19.30 Uhr | 5,50 Euro, mit Schloss 8 Euro | www.chateauvillandry.com

Wer nach dem Gartenbesichtigungsprogramm Appetit bekommen hat, wird auf dem Bauernhof Etape Gourmande mit regionalen Produkten und hausgemachtem Käse gut bedient. | Domaine de la Giraudière | Mitte März-12. Nov. tgl. 12-15, 19.30-21 Uhr | Tel. 0247500860 | www.letapegourmande.com | €€

Region: Blois

Château de Blois

Über vier Jahrhunderte haben Herrscherinnen und Herrscher die Stadt um- und ausgebaut. Vom Mittelalter ist nur ein Gebäude übrig geblieben, das mit dem Generalständesaal (salle des états généraux) allerdings den größten gotischen Raum Frankreichs aus dem 13. Jh. beherbergt. Aus Back- und Sandsteinen ließ sich Louis XII im 15./16. Jh. einen Flügel errichten, der erste italienische Einflüsse zeigt. Im 1. Stock ist heute das Musée des Beaux Arts mit Gemälden der Renaissancezeit untergebracht. Spektakulärstes architektonisches Detail des Schlosses ist der Wendeltreppenturm aus der Renaissance, den François I zwischen 1515 und 1520 bauen ließ. Die ehemalige Küche des Flügels beherbergt heute das Archäologische Museum und das Lapidarium. Ein Meisterwerk klassizistischer Architektur ist schließlich der aus den Jahren 1635 bis 1638 stammende Flügel von Gaston d'Orléans. Erstaunlich, dass trotz der unterschiedlichen Stile das Schloss von Blois eine harmonische Einheit geworden ist. Sehenswert, auch wegen der vielen Geheimfächer, in denen sie ihre Gifte aufbewahrt haben soll, ist auch das Schlafzimmer von Katharina von Medici, der Frau von Henri II, Mutter der Könige François II, Charles IX und Henri III, die 1589 in Blois starb. Beeindruckend das Königszimmer, in dem der katholische Herzog von Guise 1588 auf Geheiß von Henri III ermordet wurde. Auf dem Schlossplatz ließ Jeanne d'Arc auf dem Weg nach Orléans 1429 ihre Standarte vom Bischof weihen. | Im Winter tgl. 9-12.30, 14-17.30, Mitte März-Okt. 9-18, Juli/Aug. bis 19.30 Uhr | 7 Euro (mit Museen) | Mai bis Mitte Sept. tgl. Licht- und Tonschau (Son et Lumière) im Schlosshof ab Sonnenuntergang (Mi in englischer Sprache), 11 Euro, Kombiticket Schloss/Schau 11,50 Euro

Bracieux

Das Dorf (1150 Ew.), 19 km südöstlich von Blois, beherbergt mit dem Relais de Bracieux eines der besten Restaurants in Frankreich (Bernard Robin Tel. 0254464122 | geschl. Mitte Jan.-Feb. So-Abend, Mo-Mi, März-Dez. Di, Mi | €€-€€€). Aber in dem Ort mit seiner Markthalle aus dem 16. Jh. gibt es auch das Spezialhotel für Radfahrer, La Bonnheure (13 Zi. | 9 rue René Masson | Tel. 0254464157 | Fax 0254460590 | €-€€), das Radtouren in der Schlössergegend organisiert.

Chambord

Diese Architektur sprengt alle Maßstäbe. Sicher ist es zwar nicht, doch es spricht alles dafür, dass Leonardo da Vinci, ab 1516 Gast von König François I in Frankreich, an den Plänen für das Jagdschloss von Chambord (16 km östlich von Blois) mitgearbeitet hat. Der Stil der italienischen Renaissance beschert dem 156 m langen und 56 m hohen Koloss Leichtigkeit und Harmonie.

Sehenswert die berühmte Doppelwendeltreppe im zentralen donjon, dem Wohnturm des Mittelalters, herrlich der Panoramablick von der Dachterrasse auf den noch heute von Mauern umschlossenen Park, der so groß wie die Innenstadt von Paris ist, interessant die Möblierung, die den verschiedenen Epochen entspricht, die Schloss Chambord erlebt hat. François I verbrachte gerade mal 72 Tage seines Lebens mit seinen Jagdgesellschaften auf dem Prachtschloss, Sonnenkönig Louis XIV lud Molière für mehrere Komödienpremieren dorthin ein, der Marschall von Sachsen feierte rauschende Feste.

Chambord ist ganzjährig geöffnet (tgl. 9-17.15, im Hochsommer bis 19.30 Uhr | 8,50, Hochsaison 9,50 Euro | www.chambord.org) und bietet eine Fülle von Aktivitäten wie Konzerte, Märkte, Ausstellungen, Ausflüge im Geländewagen, mit dem Boot oder dem Fahrrad und natürlich das neue Licht-und-Ton-Spektakel Chambord, rêve de lumières (Juli tgl. ab 22.30, Aug. tgl. ab 22 Uhr, Sept. Fr/Sa ab 21.30 Uhr | 10 Euro).

Der Parkplatz vor dem Schloss ist übrigens für Besucher, die nicht das Schloss besichtigen, sondern nur den Park, Boutiquen und Restaurants zum Ziel haben, gebührenpflichtig | (3 Euro).

Cheverny

Das Musterbeispiel für die Eleganz der Renaissance 8 km südlich von Blois wurde 1634 nach 30 Jahren Bauzeit fertig gestellt und seitdem praktisch nicht mehr verändert. Die Familie de Vibraye, seit 1338 in Cheverny, hat das Schloss nie aufgegeben. Das ist sicher ein Grund dafür, dass der weiterhin bewohnte Herrensitz mit seinen Originalmöbeln, kostbaren Wandteppichen, einer prächtigen Gemäldesammlung, der riesigen Geweihsammlung und dem Waffensaal (salle d'armes, der größte Saal des Schlosses) wie aus einem Guss erscheint. Weil Comiczeichner Hergé Cheverny als Modell für das Schloss Moulinsart (Mühlenhof) in „Tintin et Milou“ („Tim und Struppi“) genommen hat, ist eine Dauerausstellung rund um Kapitän Haddock, Professor Bienlein (Bienloin) und Tim eingerichtet. Wunderschön der 1 km² große Park mit seinen Wasserwegen. | Tgl. 9.30-18.15, Okt.-März 9.30-12, 14.15-17 Uhr | Besichtigung Schloss und Park 6,30 Euro, zusätzlich Ausstellung „Les Secrets de Moulinsart“ 10,70 Euro, oder Ausflug im Boot auf den Kanälen 11 Euro | www.chateau-cheverny.fr

Region: Amboise

Le Clos-Lucé mit Park Leonardo da Vinci

Auf dem Herrensitz, von Louis IX im Mittelalter gebaut, quartierte 1516 François I Leonardo da Vinci ein. Das Universalgenie aus Italien brachte sein wohl berühmtestes Gemälde, die „Mona Lisa“, mit nach Frankreich. Auf Le Clos-Lucé konstruierte er bis zu seinem Tod 1519 zahlreiche Maschinen. Im Erdgeschoss sind Dutzende von Modellen, z.B. Pumpen, Panzerwagen, Flugmaschinen, Automobile, eine Drehbrücke, ausgestellt.

Im Park des Schlosses ist ein interaktiver Parcours durch Kunstwerke und Modelle des Künstlers angelegt. 2008 kam ein mittelalterlicher Parkteil mit doppelstöckiger Holzbrücke nach Zeichnungen von Leonardo da Vinci neu hinzu. Cafeteria und Boutique ergänzen die Anlage. | 2 rue du Clos-Lucé | Jan. tgl. 10-17, Feb./März tgl. 10-18, April-Juni, Sept./Okt. tgl. 9-19, Juli/Aug. 9-20, Nov./Dez. 10-18 Uhr, Nov.-Feb. 9,50 Euro, März-Okt. 12,50 Euro | www.vinci-closluce.com

Chenonceau

Chenonceau gilt als das Schloss der Damen, als Liebesnest und als Bühne für Intrigen. Catherine Briçonnet, die Frau des königlichen Schatzmeisters Thomas Bohier, überwacht Anfang des 16. Jhs. die Bauarbeiten. Henri II schenkt das Schloss 1547 seiner Geliebten Diane de Poitiers. Nach seinem Tod verbannt seine Witwe Katharina von Medici die Rivalin aber auf das Schloss Chaumont, baut die zweigeschossige Galerie über dem Cher und betreibt ihre Intrigenpolitik auf dem Lustschloss. Ruhig bleibt es nur unter Louise de Lorraine. Die große Gesellschaft kommt im 18. Jh. wieder auf das Schloss, das sich im Gegensatz zum Dorf ohne „x“ schreibt. Claude Dupins Gemahlin lädt Philosophen wie Voltaire oder Rousseau ein und rettet damit Chenonceau vor den wütenden Revolutionären.

Jahr für Jahr lockt Chenonceau knapp 1 Mio. Besucher an. Sehenswert sind im Erdgeschoss prachtvolle Gemälde, darunter Arbeiten von Rubens im Zimmer von François I, im Obergeschoss das Ehrenzimmer der Königinnen und das Gemach von César de Vendôme mit wertvollen Gobelins. Schön sind auch die beiden Gärten, die Katharina von Medici und ihrer Rivalin Diane de Poitiers gewidmet sind. | Mitte März-Mitte Sept. tgl. 9-19, sonst tgl. 9-16.30 Uhr | 10 Euro | Son et Lumière im Juli/Aug. tgl. 22.15 Uhr | 8 Euro | www.chenonceau.com | 15 km südl. von Amboise

Wenn Sie das Schloss vom linken Cher-Ufer aus nur von außen betrachten und sich den Eintritt sparen wollen, nehmen Sie folgenden Weg: an der Pforte durch das Dorf Chenonceaux durchfahren, am Ortsausgang sofort rechts abbiegen, die Cher-Brücke überqueren und an einem Forsthaus rechts auf den Uferweg (chemin de halage) einbiegen. Nach 5 Min. Fußweg haben Sie das elegante Schloss vor Augen.

Region: Saumur

Cadre Noir

Für Pferdeliebhaber ist die Reitschule von Saumur ein Muss. Zwei französische Olympiasieger 2004 in Athen gehören zu den 45 festangestellten ecuyers, den Reitlehrern, die eine schwarze Uniform tragen. Der Cadre Noir ist kein Gestüt, sondern eine breit angelegte Reituniversität mit einer Eliteabteilung, auf der die Studenten lernen, worauf es bei der Dressur, beim Springreiten und bei Military-Wettbewerben ankommt. Ein umfangreiches Besichtigungsprogramm erlaubt einen Blick hinter die Kulissen des weltweit einzigartigen Reitzentrums. Ecole Nationale d'Equitation Le Cadre Noir de Saumur | April-Okt. Di-Sa 9.30-11, 14 bis 16 Uhr | 7 Euro | Besichtigung (2 Std.) mit Vorführungen April-Juni, Sept. Mi 14.30 Uhr, 11 Euro, Galavorstellungen Ende April, Anfang Sept., ab 35 Euro | Tel. 0241535050 | www.cadrenoir.fr

Region: Gien

Briare

In dem kleinen Städtchen (6200 Ew.), 10 km südöstlich von Gien, wurde im 19. Jh. unter Mitarbeit des Eiffelturm-Konstrukteurs Gustave Eiffel die mit 662 m längste Wasserbrücke Europas gebaut. Wer möchte, kann in Briare Schiffe entweder tage-, wochen- oder auch monatsweise mieten. Hausboote für eine Tagestour gibt es auch direkt an der Kanalbrücke bei Charmes Nautiques (Port du Pont-Canal | April-Okt. | Preis ca. 136 Euro | Tel. 0238312873 | www.charmes-nautiques.com). Auskunft: Office de Tourisme | 1 place du Général de Gaulle | Tel. 0238312451 | www.briare-le-canal.com

St-Benoît-sur-Loire

Blendend schöne romanische Basilika aus dem 11./13. Jh. in der Benediktinerabtei Fleury, die bereits im 7. Jh. gegründet wurde. Der Portalvorbau des Glockenturms und der Chor von St-Benoît-sur-Loire sind Musterbeispiele romanischer Architektur. Das Kloster der Benediktiner in dem kleinen Dorf knapp 40 km nordöstlich von Gien war zur Zeit Karls des Großen geistlicher Mittelpunkt des Landes.

Ein paar Kilometer weiter, am rechten Loire-Ufer, steht mit dem karolingischen Oratorium von Germigny-des-Prés aus dem frühen 9. Jh. ein weiteres Schmuckstück der Architektur. Für Théodulphe, den Abt von Fleury, errichtete der armenische Architekt Odo, dem die Aachener Pfalzkapelle zugeschrieben wird, den Gebetsort mit einem erst 1840 wieder entdeckten Mosaik aus 130000 blauen, purpurnen, weißen, grünen, schwarzen und vergoldeten Steinchen. | Gottesdienste mit gregorianischem Gesang in der Abteikirche von St-Benoit Mo-Sa 12, So 11 Uhr (im Winter 11.30 Uhr), Das Oratorium von Germigny ist tgl. bei freiem Eintritt zu besichtigen | www.abbaye-fleury.com

Region: Angers

Château

17 aus dunklem Schiefer und hellem Sandstein geschichtete, bis zu 40 m hohe Rundtürme schützen die fünfeckige Festungsanlage hoch über der Maine. Louis IX ließ die Festung im 13. Jh. zu einer der bedeutendsten Burgen Europas ausbauen. Innerhalb der Gräben sind die seit dem Zweiten Weltkrieg restaurierten Gebäude wie das Châtelet, der Logis Royal und die Grande Chapelle zu besichtigen.

Größte Attraktion aber ist der Wandteppichzyklus der Apokalypse, den Louis I 1380 anfertigen ließ. Die Tapisserie, ursprünglich über 140 m lang und 6 m hoch, von der ca. 100 m erhalten sind, zeigt in sechs Bildern mit ehemals 84 Szenen die Offenbarung des hl. Johannes mit unendlich reichen Hinweisen auf den Alltag und die Ängste in der Zeit des Hundertjährigen Kriegs. Ein Rat: Nehmen Sie sich viel Zeit und Infomaterial (auch auf Deutsch) für den Gang durch den Ausstellungssaal in der südlichen Wallmauer. | 2 promenade du Bout du Monde | Mai-Aug. tgl. 9.30-18.30, Sept.-April 10 bis 17.30 Uhr | 7,50 Euro

Château de Brissac

48 m hoch türmen sich die bis zu sieben Etagen dieses Schlosses aus dem 15. Jh., das zu den eindrucksvollsten Bauwerken im Loire-Tal gehört. Seit 1502 im Besitz derselben Familie, die das Haus verschwenderisch mit französischen Decken, Wandteppichen, Gemälden und Möbeln sowie im 19. Jh. mit einem eigenen Theater ausstattete. Es lohnt sich, nach der Besichtigung einen Spaziergang im Park an den Armen der Aubance zu machen. Der Herzog von Brissac öffnet Gemächer wie den Schlafraum von Louis XIII als luxuriöse Gästezimmer (€€€) und hat einen eigenen Weinkeller. | 15 km südl. in Brissac-Quincé | Führungen (45 Min.), April-Okt. Mi-Mo 10.30-17.15, Juli-15. Sept. bis 17.45 Uhr | 8,50 Euro | www.brissac.net

Drei Gästezimmer richteten Nelly und François Daviau in ihrer alten Mühle ein, die seit 500 Jahren in Familienbesitz, ist. Viel Platz, absolute Ruhe am Ufer des Aubance-Flüsschens nahe dem Schloss von Brissac. Le Moulin de Clabeau | Vauchrétien | Tel. 0241912209 | www.gite-brissac.com | €€. Auskunft: Office de Tourisme | 8 place de la République | Brissac-Quincé | Tel. 0241912150 | www.ot-brissac-loire-aubance.fr