Reisetipps Lettland

Highlights Lettland

Region: Rīga

Freiheitsdenkmal/Brīvības Piemineklis

Drei goldene Sterne streckt Milda, die anmutige Frauengestalt, auf ihrer 42 m hohen Säule dem Himmel entgegen. Sie symbolisieren die Provinzen Latgale, Kurzeme und Vidzeme und damit Lettlands nationale Einheit. Den Sowjets war das 1935 errichtete Monument mit der Aufschrift Tēvzemei un Brīvībai („Für Vaterland und Freiheit“) ein Dorn im Auge, doch es anzurühren, wagten sie nicht. Die stündlich wechselnde Ehrenwache schützt die Würde des Ortes. | Brīvības bulv.

Neustadt

Neu-Rīga wuchs schnell, nachdem Zar Nikolaus II. 1857 erlaubt hatte, die Festungswälle zu schleifen - längst platzte die Altstadt aus allen Nähten. Der nostalgisch verwinkelte Charme Vecrīgas ist der Neustadt fremd, geprägt wird dieser Stadtteil von breit anlegten Boulevards wie dem Brīvības, der Hauptachse Rīgas. In der Neustadt entstanden während des wirtschaftlichen Aufschwungs Anfang des 20. Jhs. die meisten der 800 Jugendstilhäuser, für die Rīga so berühmt ist.

Schwarzhäupterhaus/Melngalvju nams

Der Renaissance-Ziergiebel des Zunfthauses von 1334 prägt den alten Rathausplatz (Rātslaukums). Der eigenartige Name geht auf die „Compagnie der schwarzen Häupter“ zurück - eine mittelalterliche Bruderschaft, zu der nur unverheiratete Kaufleute Zutritt hatten. Ihr Schutzpatron war der heilige Mauritius. Das alte Schwarzhäupterhaus fiel 1941 in Schutt und Asche. Was Sie heute bestaunen, ist eine perfekte Kopie: 1995-99 baute man das Juwel Vecrīgas originalgetreu wieder auf. | Rātslaukums 6

Ethnografisches Freilichtmuseum/Ethnogrāfiskais Brīvdabas muzejs

An einem Tag durch ganz Lettland wandern? Im Ethnografischen Museum am Juglas-See 8 km östlich der Innenstadt gelingt das. Über hundert Gebäude aus allen Provinzen wurden für dieses älteste Freilichtmuseum des Baltikums zusammengetragen: Bauernhöfe und Windmühlen, eine Kirche, eine Dorfschmiede, ein kurisches Fischerdorf. Für deftig altlettische Verpflegung sorgt ein originales Wirtshaus. Im Museumsladen gibt's traditionelles Kunstgewerbe in großer Auswahl. | Tgl. 10-17 Uhr | Brīvības 440

Region: Kuldīga

Historischer Stadtkern

Ockergelb, blassblau, lindgrün und ein bisschen verwittert lehnen die hölzernen Kaufmanns- und Handwerkerhäuschen aus dem 18. und 19. Jh. aneinander, ein Bild wie aus der Zeit gefallen. In der Baznīcas, die vom Rathausplatz nach Norden abzweigt, lohnen die herzogliche Hofapotheke (Nr. 10) und das älteste Holzhaus Kuldīgas (Nr. 7), das Anwesen eines deutschen Kaufmanns aus dem Jahr 1670, eine Besichtigung.

Region: Liepāja

Dreifaltigkeitskirche/Sv. Trīsvienības Baznīca

Die 1758 von der deutschen Gemeinde erbaute dreischiffige Hallenkirche betört mit ihrem prächtigen Sandsteinzierrat und einem Wunder des Orgelbaus. Das im Jahr 1855 geschaffene viermanualige Instrument zählt mit seinen 131 Registern und über 7000 Pfeifen zu den größten und bedeutendsten mechanischen Orgeln der Welt. Lielā iela

Region: Ventspils

Ordensburg/Pils

Ventspils bedeutet „Burg an der Venta“ und einen Besuch der Ordensfestung von 1290 sollten Sie nicht versäumen. Sie ist gerade aufwändig restauriert worden und nun wieder stolzes Wahrzeichen der Stadt. Drinnen gibt's ein nettes Café und ein sehenswertes Museum, in dem eine landesweit einzigartige multimediale Ausstellung über die Geschichte des Baltikums informiert. | Di-So 9-18 Uhr | Jāna 17 | www.ventspilsmuzejs.lv

Slītere-Nationalpark

Unter Naturschutz steht die Nordspitze Kurzemes um das raue Kap Kolkas schon seit 1921, doch erst in der langen Isolation als Militärsperrgebiet entwickelte sich hier der einzigartige Küstenurwald, der den Kern des Slītere-Nationalparks bildet.

Wölfe und Luchse leben hier, in den alten Kiefern horsten Seeadler. Teile des 160 km² großen Reservats dürfen nur in Begleitung eines Führers betreten werden. Erdgeschichtliche Besonderheiten des Parks sind seine Dünenketten (kangari) und die bis zu 50 m hohen Blauen Berge (Zilie kalni), die die Uferlinie des Baltischen Eissees markieren. Am Kolkasrags sind noch Reste eines alten Leuchtturms zu sehen. „Strand der zwei Meere“ nennen die Einheimischen die einsame Spitze, an der Ostsee und Rīgaer Bucht zusammenstoßen. | Nationalparkzentrum Dundaga tgl. 10-18 Uhr | www.slitere.gov.lv

Region: Jelgava

Schloss Jelgava/Jelgavas pils

Wer heute in Lettland Landwirtschaft studiert, lernt seine Feldfruchtlektionen in feudalem Ambiente: Im Barockschloss Jelgava residiert die staatliche Agrarakademie. Erbaut wurde es für Ernst Johann Biron, einen Liebhaber von Zarin Anna Iwanowna. Kaum zum Herzog von Kurland ernannt, ließ der sich ab 1738 auf den Wällen der alten Ordensburg eine fürstliche Residenz errichten und beauftragte dafür einen Megastar der damaligen Baumeisterzunft: den St. Petersburger Hofarchitekten Bartolomeo Francesco Rastrelli. Dreieinhalb Jahrzehnte zog sich der Bau der barocken, am Ende schon deutlich klassizistisch geprägten Dreiflügelanlage hin. Erst 1772 bezog die Herzogsfamilie das neue Schloss. Biron hatte von dem Prunk nicht mehr viel: Er starb im selben Jahr.

Das Schicksal des Schlosses spiegelt Lettlands wechselhafte Geschichte wider. Im November 1918 steckten Monarchisten das Palais in Brand, 1944 wurde es fast völlig zerstört. Zwar baute man es immer wieder auf, von seinem ursprünglichen Aussehen hat das Schloss aber viel verloren. Geblieben ist die wundervolle Aussicht auf die Prachtfassade, die sich am schönsten vom rechten Ufer der Lielupe her bietet.

Unter der Südostecke des Schlosses liegt die Gruft der Herzöge von Kurland, in der die Mitglieder der Familien Kettler und Biron ihre letzte Ruhe fanden. Das Grabgewölbe mit 30 Särgen kann besichtigt werden. Im Schloss gibt's außerdem eine sehenswerte Ausstellung über die Geschichte der Herzogsresidenz. | Mo-Fr 10-16 Uhr | Pilssala

Rundāle/Pilsrundāle

„Klein Versailles“ nennen die Letten das schönste Barockschloss ihres Landes stolz. 138 Kabinette und Säle zählt der nach französischem Vorbild dreiflügelig angelegte Palast, mit prachtvollen Treppenhäusern und Galerien verbunden. Ihren Rundgang beginnen Sie am besten im Thronsaal, wegen seines filigranen Goldstucks auch Goldener Saal genannt. Ein 200 m² großes Deckengemälde preist allegorisch die Tugenden des Herzogs, der hier seine Audienzen abhielt. Nicht minder üppig der von Spiegelfenstern künstlich lichtdurchflutete Weiße Saal. Als Krone des Prunks gilt das mit rotem Marmor und Tapeten aus kostbarem Seidenbrokat ausgekleidete Rosenzimmer.

Leisten konnte sich all diesen Luxus Herzog Ernst Johann Biron, der Rundāle 1735 bis 1768 bauen ließ - als Sommerresidenz. Wie in Jelgava beauftragte er auch hier den genialen Bartolomeo Francesco Rastrelli. Der konnte aus dem Vollen schöpfen: In dem riesigen Schlosspark ließ Rastrelli 328000 Linden pflanzen. Fertig wurde dieses Kunstwerk französischer Gartenbaukunst allerdings nicht mehr. Der Park wird derzeit anhand der Originalpläne vollendet. Fast abgeschlossen sind mittlerweile die seit 1972 laufenden Restaurierungsarbeiten an dem Ensemble, das in beiden Weltkriegen schweren Schaden nahm. Eine Ausstellung im Schloss informiert darüber.

Als ein Juwel baltisch-barocker Baukunst zieht das 38 km südöstlich von Jelgava gelegene Schloss jährlich nicht nur Zehntausende Besucher an. Die lettische Regierung bringt hier auch gern ihre Staatsgäste unter. Und wer es sich leisten kann, der feiert auf Rundāle fürstlich Hochzeit. | Mai-Okt. tgl. 10-19, Nov.-April 10-17 Uhr | Führungen auf deutsch | Tel./Fax 63962197 | www.rpm.apollo.lv.

Im angeschlossenen Schlossrestaurant Pils A & S wird internationale Küche in herrschaftlichem Ambiente serviert (Mi-So 10-18 Uhr | Tel. 63962116 | €€€).

Region: Daugavpils

Basilika von Aglona

Aglona ist Lettlands Rom. In dem Dorf 42 km nordöstlich von Daugavpils steht das 1699 gegründete Dominikanerkloster mit seiner berühmten Kirche, einem Traum von einer Basilika: zwei 60 m hohe, mehrstufige Türme rahmen die blendend weiße Fassade ein, drinnen zerfließt die barocke Pracht in spielerischem Rokoko. Über dem zweistufigen Hauptaltar hängt das Heiligtum der Basilika: das Bildnis der Muttergottes von Aglona. Die Ikone soll Wunder wirken. Ihretwegen pilgern Jahr für Jahr Zehntausende Katholiken aus ganz Osteuropa nach Aglona, 1993 hielt Papst Johannes Paul II. hier eine Messe. Jährlicher Höhepunkt der Wallfahrten ist Mariä Himmelfahrt am 15. August. | www.aglona.lv

Daugava-Schleifen/Daugavas loki

Neunmal wechselt die Daugava auf dem 25 km langen Abschnitt zwischen Daugavpils und Krāslava die Richtung und wird dabei zum geologischen Freilichtmuseum mit Felshängen und steilen Böschungen. Das Urstromtal ist erdgeschichtlich der älteste Teil Lettlands: Gemessen am Alter des vor 350 Mio. Jahren gewachsenen Sandsteins an den Ufern ist die letzte Eiszeit, deren schmelzende Gletscher das Tal ausspülten, erst ein paar Sekunden her.

Mehrere Lehrpfade und schöne Aussichtspunkte auf alten Burghügeln längs des mäandrierenden Flusses erschließen den 120 km² großen, waldreichen Naturpark. Am eindrucksvollsten erleben Sie die Daugava-Schleifen, von denen jede einen eigenen Namen trägt, auf einer Bootstour. Info: TIC Krāslava | Mo-Fr 8-17 Uhr | Brīvības 13 | Tel./Fax 65624074 | www.kraslava.lv

Ortskundige Führungen durch diese wunderbare Landschaft organisiert das Naturpark-Infozentrum in Naujiene 20 km östlich von Daugavpils an der Straße nach Krāslava (Skolas 15 | Tel. 65475598 | www.naujiene.lv).

Region: Cēsis

Gauja-Nationalpark

Rings um Cēsis erstreckt sich die grandiose Landschaft des Gauja-Urstromtals, das in Teilen schon seit 1922 unter Schutz steht. Es gibt Wanderwege und spezielle Lehrpfade, die sich zu großen und kleinen Touren kombinieren lassen. Einige Areale des Parks stehen unter strengem Schutz und sind nicht zugänglich. Reizvolle Ausflugsziele sind die roten Sandsteinfelsen wie das steile Massiv der Teufelsferse (Sietiņ iezis) nordwestlich von Cēsis. Auf ihrem Weg durch die bis zu 85 m tiefe Schlucht sammelt die Gauja das Wasser von 13 Nebenflüssen und strömt an bizarren Grotten, Höhlen und Sandbänken vorbei. Bei Līgatne, ca. 22 km von Cēsis entfernt, bietet sich von einem Aussichtsturm ein traumhafter Blick über die Waldlandschaft des mit 917 km² größten Nationalparks im Baltikum. Detaillierte Infos, Touren von der Kutschfahrt bis zur Gauja-Raftingtour und Karten gibt's im Nationalpark-Besucherzentrum Sigulda (tgl. 10-18 Uhr | Baznīcas 3 | Tel. 67971345 | www.gnp.lv).

Sigulda

Die malerische Kleinstadt 30 km südwestlich von Cēsis ist das touristische Zentrum des Nationalparks. Das Tal der Gauja ist hier besonders tief eingeschnitten. An den Ufern spülte der Fluss die drei schönsten und größten Höhlen Lettlands aus: die Große Teufelshöhle (Lielā Velnala), die Viktorhöhle (Viktorala) und die legendenumwobene Gutmans Höhle (Gūtmaņa ala). Landesweit berühmt ist Sigulda wegen ihrer Burgen auf der anderen Seite der Talschlucht: Turaida und Krimulda. Die Bischofsburg Turaida thronte seit 1213 mit fünf massiven Wehrtürmen hoch über der Gauja, bis sie im Nordischen Krieg zerstört wurde und verfiel. 1953 begann man, sie detailgetreu zu restaurieren. Steigen Sie auf den 30 m hohen Burgfried, ein atemberaubendes Panorama belohnt Sie! Zwei Kilometer südlich ragt hinter der Burgruine Krimulda das Schloss der Fürsten von Lieven auf.