Reisetipps Languedoc Roussillon

Ausflüge & Touren Languedoc Roussillon

Durch die Gorges de la Dourbie zum Mont Aigoual

Gleich, welche Strecke man in den Cevennen nimmt - fast immer ist die landschaftliche Schönheit überwältigend. Besonders der Parc National des Cévennes mit dem 1565 m hohen Mont Aigoual hat zahlreiche Varianten spannender Rundtouren zu bieten. Vom stark südlich angehauchten Städtchen Le Vigan an der Südseite der Cevennen geht die Strecke nordwärts in die Höhe, schlägt beim Dorf L'Espérou einen Haken nach Westen und schlängelt sich durch die Gorges de la Dourbie, um hinter Trèves in die Gorges du Trévezel einzutauchen. Im weiteren Verlauf steigt die Straße und führt Richtung Osten an den Mont Aigoual heran. Über Valleraugue beginnt der Abstieg ins Tal des Hérault zurück nach Le Vigan. Diese Rundfahrt von 135 km Länge dauert einen Tag. Sie bietet kaum weniger packende landschaftliche Höhepunkte als die weit berühmteren Gorges du Tarn oder die Corniche des Cévennes. Der Vorteil: In der Hochsaison ist hier touristisch weniger los, und wenn man die Wanderschuhe dabeihat, ist Natur pur zu genießen.

Von Le Vigan steigt die D 48 kräftige 15 Prozent an und führt am Dorf Arphy vorbei. Bei La Cravate ist der erste Aussichtspunkt dieser corniche (Klippenstraße) erreicht: Über den Causse du Larzac schweift der Blick bei klarem Wetter bis zum Mittelmeer. Kurz vor dem Col du Minier (1264 m) gibt es eine weitere Gelegenheit für einen herrlichen Fernblick. Kurz vor L'Espérou biegen Sie links auf die D 151 ab, um hinter dem Dorf Dourbies in die Gorges de la Dourbie einzufahren. Dabei folgt die schwindelerregend hoch in den Fels geschlagene corniche der Schlucht - kaum weniger spektakulär als die Gorges du Tarn. Kurz vor dem Col de la Pierre Plantée (828 m) folgt die Route der D 47 bis Trèves, von wo die D 157 in die beim Pas de l'Âne (Eselsschritt) nur 30 m breiten Gorges du Trévezel übergeht. Eingezwängt zwischen 400 m hohen Kalkfelswänden, fließt der Trévezel zwischen chaotischen Gesteinsbrocken. Beim Dorf Villemagne verlassen Sie die Schlucht und fahren aufwärts nach Camprieu. Rund 1 km nördlich des Orts ist ein kleines Naturwunder zu besichtigen: die Abîme de Bramabiau, ein weit verzweigtes System unterirdischer Gänge, Säle und Kaskaden des Flusses Bonheur.

Sie folgen weiter der D 986 und erreichen über den Col de la Séreyrède (1300 m) und den Skiort Prat Peyrot den Mont Aigoual mit Wetterstation von France Météo. Schön ist auch die Rückfahrt über l'Espérou und Valleraugue im Tal des Hérault. Bei Pont d'Hérault können Sie über Ganges weiter nach Montpellier fahren oder aber nach Le Vigan zurückkehren.

Im Land der Katharer

Ausgangspunkt dieser Rundfahrt zu den Katharerburgen ist Perpignan. Nordwestlich, in der Landschaft Corbières, bekannt auch als Weinregion, liegen die eindrucksvollen Burgruinen Quéribus, Peyrepertuse und Puilaurens. Weiter westlich kommt Château Puivert, dann, knapp außerhalb der Grenze des Languedoc-Roussillon, die Katharerburg Montségur. Endpunkt der Route ist die mittelalterliche Cité von Carcassonne. Für die Gesamtstrecke von 250 km sollten Sie zwei bis drei Tage veranschlagen. Die Katharerburgen, die wie Adlerhorste in der wilden Felslandschaft thronen, die grandiose Einsamkeit der Bergwelt und die schläfrige Stille der Dörfer und Städtchen führen zurück in eine versunken scheinende Welt.

Perpignan verlassen Sie auf der neuen, autobahnähnlichen N 116 Richtung Prades. Will man das interessante Musée de Tautavel besuchen, geht es nach 18 km bei Millas rechts ab auf die D 612. Sonst fahren Sie weiter auf der N 117 bis Maury und rechts ab auf die D 19, die steil zum Château de Quéribus ansteigt. 8 km weiter, auf der D 123/D 14, liegt in 796 m Höhe Château de Peyrepertuse.

Weiter geht es auf der schmalen D 14 über Rouffiac-des-Corbières und Soulatgé nach Cubières-sur-Cinoble. Die D 10/D 7 biegt hier südwärts in die Gorges de Galamus ab, streckenweise mit besonderer Vorsicht zu befahren. In St-Paul-de-Fenouillet stoßen Sie wieder auf die D 117, auf der Sie bis Lavagnac fahren. Links ab, und über dem Ort erhebt sich Château de Puilaurens. Auf einer steilen Straße mit 15 Prozent Steigung gelangen Sie zur 697 m hoch gelegenen Burg. Quillan, der nächste größere Ort, eignet sich gut als Etappenziel. Zur Einkehr und Übernachtung empfiehlt sich das familiäre Hotel La Chaumière (25 boulevard Charles-de-Gaulle | Tel./Fax 0468200200 | www.pyren.fr | €€) mit 18 komfortablen Zimmern und gutem Restaurant (tgl.) mit bodenständiger Küche.

Am folgenden Tag ist das erste Ziel Château Puivert 16 km westlich von Quillan. Im Ort Puivert gibt es ein kleines, interessantes Museum mit einer originellen Sammlung mittelalterlicher Musikinstrumente. Weiter auf der D 117 bis Bélesta, wo die D 5 durch das hübsche Tal der Lasset nach Montségur führt. Der Aufstieg zum Château de Montségur ist recht anstrengend und dauert rund eine halbe Stunde. Zur Rast lädt in Lavelanet unterhalb der Burg die Herberge Costes (Tel. 0561011024 | Fax 0561030628 | tgl. | www.chez-costes.com | €) ein: schmackhafte Hausmannskost und neun einfache Zimmer. Wenn Sie übernachten wollen, sollten Sie besser reservieren.

Von Montségur geht es zurück nach Bélesta und Puivert, von wo links die D 16 abbiegt, der Sie bis Chalabre folgen. Von dort weiter auf der D 620 bis Limoux. Die schöne Strecke weist zwei Pässe von 614 bzw. 490 m Höhe auf. In Limoux lohnt ein Besuch des informativen Catha-Rama, einer audiovisuellen Darstellung der Katharergeschichte. Achtung: Von Limoux fahren Sie nicht auf der D 118, sondern auf der D 104 Richtung Carcassonne und kommen dabei durch eine Landschaft von toskanischem Liebreiz, reich an Zypressen und Weingärten. Carcassonne ist für viele gleichbedeutend mit La Cité, der Altstadt mit ihrem Mauerring und ihren 38 Türmen.