Reisetipps Kos

Highlights Kos

Region: Kos-Stadt

Markthalle

Die kleine, von den Italienern 1934 erbaute und inzwischen voll klimatisierte Markthalle hat, was Sauberkeit und Ordnung betrifft, in ganz Griechenland nicht ihresgleichen. Das ursprüngliche Angebot an frischem Obst und Gemüse wird heute aber immer mehr von kulinarischen und anderen Souvenirs für die Urlauber verdrängt. So können Sie hier die von der Insel Rhodos stammende Mandelmilch Soumáda oder süß eingelegte Karotten aus der nordgriechischen Stadt Kaválla ebenso erstehen wie Kräuter, Schwämme und Muschelschalen. Typisch für Kos selbst sind die süß eingelegten Minitomaten, Wassermelonenstücke und Auberginenscheiben (Glikó Tomatáki, Glikó Melitzanáki, Glikó Karpoúzi). Ein Brunnen in der Markthalle erlaubt es, gekauftes Obst gleich zu waschen; bezahlt wird an zentralen Kassen an den Ausgängen der Halle. | Mo-Fr 7-21, Sa 7-17, So 10-14 Uhr | Platía Eleftheriás/Platía Agías Paraskevís

Hamám Oriental

Tagsüber ein stimmungsvolles Café, abends stilvolles Restaurant und Cocktailbar in einem ehemaligen türkischen Bad aus dem 16. Jh. und dem dazugehörigen Garten. Zu internationaler und orientalischer Musik können Sie orientalische und mediterrane Küche genießen, Weine von der Karte oder direkt aus dem Weinkeller wählen und zum Abschluss auch eine Wasserpfeife rauchen. | Odós Níssirou/Platía Diágoras | kein Ruhetag | €€€

Casa Romana

Italienische Archäologen legten 1933/34 eine einst prächtige römische Villa frei, deren Mauern größtenteils noch übermannshoch erhalten waren. 1940 wurde die Villa dann anschaulich rekonstruiert und erhielt wieder ein Dach. Dadurch bekommt man hier vom Wohngefühl der alten Römer einen wesentlich besseren Eindruck, als das in vielen anderen Ruinenstätten der Fall ist.

Ein Merkmal vieler römischer Häuser ist der Innenhof. Die Casa Romana von Kos besitzt gleich drei davon. Zwei von ihnen gehören zum Typus des Peristylhofs, also auf drei bzw. vier Seiten von Säulen oder Pfeilern umgeben. Im großen Peristylhof ist die Kolonnade sogar doppelstöckig: Unten stehen korinthische, auf der Höhe des Obergeschosses ionische Säulen. Vom kleineren Peristylhof aus betritt man das südlich anschließende Triclinium, den Speisesaal des Hauses. Im Triclinium nahm die Familie ihre Abendmahlzeit ein. Man saß dabei nicht auf Stühlen, sondern lag auf - zumeist drei - steinernen Liegen, die mit kostbaren Stoffen und Kissen gepolstert waren.

Die Wände der Räume im Erdgeschoss waren zum Teil mit Marmorplatten verkleidet, zum Teil mit Wandmalereien geschmückt. Reste haben sich in der Casa Romana erhalten. Der Boden bestand ebenfalls aus Marmorplatten oder war mit farbigen Mosaiken ausgelegt.

Das Mosaik im kleinsten der drei Innenhöfe zeigt einen Leoparden und einen Löwen, die jeweils eine Antilope schlagen. Die Mosaiken im Peristylhof neben dem Speisesaal stellen zwei Leoparden, Delphine und Nereiden dar - freundliche Meeresnymphen aus dem Gefolge des Gottes Poseidon. Nach antikem Glauben unterhielten sie die Seeleute mit Musik und Tanz und standen ihnen in Seenot bei. Im großen Peristylhof schließlich sieht man als Mosaik einen sehr schönen Panther und einen Tiger. Alle Mosaiken in der Casa Romana stammen aus dem 3. Jh. Wiedereröffnung für 2008 geplant | voraussichtlich Di-So 8.30-15 Uhr | Odós Grigóriou E' | Eintritt 4 Euro

Auf dem Gelände der Casa Romana liegen auch die Überreste der römischen Thermen. Gut erhalten blieben die aus runden Ziegelplatten errichteten Hypokaustenpfeiler. Sie trugen den Fußboden und leiteten unter ihm heiße Luft hindurch, die so wie eine Fußbodenheizung wirkte. | Der Besuch der Ruinen der Thermen ist kostenlos

Johanniterkastell

Wahrscheinlich stand schon in der Antike, mit Sicherheit aber schon in byzantinischer Zeit ein Kastell auf der kleinen Halbinsel, die den Mandráki-Hafen nach Osten hin begrenzt. Als die Johanniterritter im 14. Jh. nach Kos kamen, planten sie die Burg neu. Sie erbauten die klar erkennbare innere Festung. Als die Bedrohung durch das Osmanische Reich wuchs, beschlossen die Ritter Ende des 15. Jhs., die Burg zusätzlich durch einen äußeren Mauerring zu schützen, der heute das Stadtbild am Hafen prägt. 1514 war er fertig, nutzte den Rittern aber nur wenig: 1523 gingen Burg und Insel in türkischen Besitz über.

Für einen Spaziergang innerhalb der Burg, die auch den Beinamen Nerátza trägt, sollten Sie sich mindestens eine Stunde Zeit nehmen, denn der Innenraum ist wildromantisch. Immer wieder ergeben sich schöne Ausblicke auf den Hafen, die Stadt und die Berge, und überall in der Festung liegen antike Baufragmente zwischen blühenden Blumen und wild wuchernden Gräsern. Besonders zahlreich sind Säulenstümpfe sowie hellenistische, runde Grab- und Votivaltäre. Viele von ihnen sind mit steinernen Girlanden zwischen Stierköpfen geschmückt. An mehreren Stellen im Mauerwerk erkennt man Wappen von den Großmeistern des Johanniterordens und andere Steinmetzarbeiten. | Di-So 8-17 Uhr | Eintritt 3 Euro

Westliches Grabungsgebiet

Geht man die Haupteinkaufsstraße in der Altstadt, die zunächst Odós Ifaístou und dann Odós Apéllou heißt, immer geradeaus, kommt man über den von Restaurants gesäumten Diágoras-Platz und durch die kurze Gasse Odós Níssirou auf das größte zusammenhängende Ausgrabungsgelände der Stadt. Man betritt es an seinem besterhaltenen Bau, dem Nymphaion. Dabei handelt es sich um eine Brunnenanlage aus dem 3. Jh. v. Chr. Der Innenhof war auf drei Seiten von Säulen umgeben, auf der vierten Seite lief in drei Nischen Wasser aus der Wand in schöne Becken. Der Boden war mit Mosaiken geschmückt, von denen Reste erhalten geblieben sind.

Vor dem Nymphaion lag an der einst Via Cardo genannten Straße, in deren Pflaster noch deutlich Wagenspuren auszumachen sind, eine lang gestreckte Säulenhalle. Eine ganze Reihe von Säulen haben die italienischen Archäologen in den 1930er-Jahren wieder aufgerichtet. Die Säulenhalle diente als überdachte Laufbahn, auf der Athleten auch bei Regen oder starkem Sonnenschein trainieren konnten. Sie war Teil einer größeren Sportstätte, des Gymnasions. Man erkennt es am Wasserbecken in seinem Zentrum, in dem die antiken Athleten sich reinigen konnten. In römischer Zeit wurden an das Gymnasion öffentliche Thermen angebaut. Über ihren Ruinen entstand in frühchristlicher Zeit eine Basilika, von der noch Reste der Apsis und das kreuzförmige Taufbecken erhalten sind. Ganz im Norden dieses Bereichs liegt unter einem Schutzdach ein besonders schönes und figurenreiches Mosaik. Sein Thema ist das Urteil des Páris, die Geschichte eines antiken Schönheitswettbewerbs mit schwer wiegenden Folgen.

Geht man in den zweiten Teil der Ausgrabungen hinüber, der parallel zur Hauptverkehrsstraße Odós Grigóriou E' verläuft, schreitet man über das antike Pflaster einer Decumana genannten Straße, die einst von offenen Säulenhallen gesäumt war. Sie besaß vor 2000 Jahren etwas, was vielen griechischen Straßen heute fehlt: vernünftige Bürgersteige. An ihrem Ende sind die Mauern einiger Gebäude zu sehen, die einst mit Mosaiken und Wandmalereien geschmückt waren. Noch zu erkennen ist eine Malerei, die einen Postboten darstellt. Die dazugehörige Inschrift besagt: „Ich laufe zwölf Stunden.“ Die Mosaiken zeigen einen Jäger, der mit einem Speer gegen einen Eber kämpft, und drei Gladiatoren. Es müssen beliebte Stars ihrer Zeit gewesen sein, die so populär waren wie heutzutage Fußballprofis oder Berufsboxer, denn sie werden durch Inschriften sogar namentlich genannt: Aigialos, Zephyros und Ylas. Ylas und Zephyros kämpfen gerade gegeneinander. Zephyros ist halb nackt und hält einen Dreizack und ein Kurzschwert in den Händen; Ylas trägt einen Brustpanzer, Helm und Schild und kämpft nur mit dem Kurzschwert. Gladiatoren wie sie waren entweder Kriegsgefangene, Sklaven oder Verbrecher, die das Kämpfen einem Leben im Kerker vorzogen. Sie setzten ihr Leben nicht nur im Kampf gegen andere Gladiatoren aufs Spiel, sondern mussten sich zeitweise auch gegen wilde Tiere behaupten. Die Kämpfe gingen immer auf Leben und Tod, nur in Ausnahmefällen konnten die Zuschauer einen Schwerverletzten begnadigen.

Ein letztes Mosaik illustriert die Entführung der Europa. Göttervater Zeus hatte sich in die junge phönizische Königstochter verliebt. Als sie eines Tages mit Freundinnen am Strand Ball spielte, näherte er sich ihr in Gestalt eines bildschönen Stiers. Als Europa ihn bestieg, entschwand er mit ihr im Meer und trug sie auf seinem Rücken nach Kreta, wo er sie zur Frau nahm. Durch sie erhielt unser Kontinent seinen Namen. Im Mosaik ist die Entführungsszene dargestellt; ein Delphin begleitet die beiden auf ihrer Reise, ein Eros mit der Glutfackel des Begehrens in der Hand führt den Stier. | Ständig frei zugänglich | nördlich der Odós Grigóriou E'

Embrós Thérme

Mit Baden-Baden oder Norderney kann man das Thermalbad von Kos wahrhaftig nicht vergleichen. Es besteht nur aus einem schlichten Pumpenhäuschen und einem Steinkreis, der im Meer direkt am Strand ein Becken mit meist ungefähr 10 m Durchmesser bildet. Dort vermischt sich das aus einer Quelle im Fels entspringende, bis zu 40 Grad heiße Thermalwasser mit dem Meerwasser. Eine Analyse der Technischen Universität München hat dem Wasser bescheinigt, dass es Heilwirkungen bei Entwicklungsstörungen im Kindesalter sowie bei Erkrankungen der Haut, der Gefäße, der Augen und der Atemwege besitzt.

In unmittelbarer Nähe zum Thermalwasser steht eine einfache Taverne (€€) mit zwei schönen Terrassen. Hier können Sie gut und preiswert Fisch essen, denn zur Taverne gehört ein eigenes Fischerboot. An den kleinen, nahe gelegenen Kiesstränden werden ein paar Liegestühle und Sonnenschirme vermietet. Das Thermalbad befindet sich unterhalb der Asphaltstraße, kurz vor deren Ende. Ein auch mit dem Auto befahrbarer, sehr steiler Feldweg führt hinunter. Wegen der Enge dieser Piste und der geringen Parkfläche am Wasser lässt man sein Auto aber besser auf den ausgewiesenen Plätzen an der Asphaltstraße stehen. Dort finden Sie auch das Wartehäuschen der Stadtbuslinie. | Ständig frei zugänglich, auch nachts | 13 km von Kos-Stadt entfernt

Region: Platáni

An der Platía

Die vier Tavernen am Dorfplatz - Arap Memis | Serif Karawesir | Gin's Place und Alis - sind alle gleich gut. Ein typisches Merkmal für die türkisch beeinflusste Küche ist die Zugabe von Joghurt zu vielen Gerichten. Als Spezialitäten zu empfehlen sind adana kebab, das man mit getrockneten Chilis nachwürzen kann, und anthi, das sind mit Reis und verschiedenen Kräutern gefüllte Zucchiniblüten. Ein in Griechenland sonst unübliches Getränk ist airan, ein mit Wasser verdünntes, leicht gesalzenes und äußerst erfrischendes Joghurtgetränk. | Alle vier Restaurants ohne Ruhetag | €

Region: Kardámena

Avlí

Von jüngeren Einheimischen mit viel Engagement betriebene Taverne in einem schon 1902 erbauten Haus direkt am Dorfplatz, aber abseits allen Trubels. Der blütenreiche Innenhof ist ein ägäisches Idyll, die Küche zeigt ihre Stärken in der Vielzahl von kleinen Gerichten und vegetarischen Leckereien, im Weinkeller lagern etwa 70 verschiedene Weine aus aller Welt. | Platía | tgl. ab 17 Uhr | www.avlirestaurant.gr | €€€

Region: Mastichári

Tam Tam

Von einem deutsch-griechischen Paar geführte Taverne in den Dünen unmittelbar oberhalb des Strands, in der man sich fast wie auf einer Nordseeinsel fühlt - zumal auf den Wiesen hinter den Dünen oft Kühe weiden. Kinder finden genug Platz zum Spielen, Kommunikationsfreudige einen angenehmen Bartresen. Die Auswahl an Gerichten reicht von Pizza bis Frischfisch. Abends erklingt im Tam Tam manchmal Livemusik einheimischer Rockgruppen. | 3 km östlich von Mastichári am Tam Tam Beach | kein Ruhetag | €€

Region: Asklípion

Zweite Terrasse

30 breite Stufen führen hinauf auf die mittlere Terrasse mit mehreren wieder aufgerichteten, besonders sehenswerten Säulen. Die beiden ionischen Säulen rechts gehören zum Asklípios-Tempel aus dem frühen 3. Jh. v. Chr. Er war ein so genannter Anten-Tempel von 8,80 m Breite und 15 m Länge und bestand aus einer offenen, quadratischen Vorhalle (Pronaos) und einem geschlossenen, gleich großen Hauptraum (Cella), zu dem wahrscheinlich nur Priester Zutritt hatten. In der Cella findet sich eine in den Boden eingelassene Kammer, in der vermutlich der Tempelschatz verwahrt wurde. Viele Pilger schenkten dem Heiligtum ja beträchtliche Geldsummen, wenn sie geheilt worden waren. Zugleich dienten Tempel auch als Banken, in denen Privatpersonen und Gemeinden ihr Vermögen sicher verwahren lassen konnten.

Der (durch ein um ihn herumgespanntes Seil geschützte) Altar des Asklípios ist deutlich unmittelbar östlich des Tempels am Boden zu erkennen. Jener war ursprünglich ein äußerst repräsentativer Bau. Auf einem Marmorsockel umgab eine Säulenhalle im ionischen Stil auf drei Seiten einen zum Tempel hin offenen Hof, in dessen Mitte der eigentliche Brandopferaltartisch stand. Zwischen den Säulen der Halle waren Statuen des Asklípios, seiner Tochter Hygeia und anderer Gottheiten aufgestellt. Auf den Innenhof hinauf führte eine marmorne Rampe, um die Opfertiere leichter hineinziehen zu können. Auf dem Altar wurden diese Tiere dann geopfert und verbrannt.

Östlich des Altars markieren sieben wieder aufgerichtete korinthische Säulen die Umrisse eines Apollo-Tempels aus dem 2./3. Jh. Nördlich davon erkennt man das Halbrund einer Exedra aus dem 3. Jh. Sie bestand aus einer Bank, auf der vielleicht einst Priester zu bestimmten Versammlungen Platz nahmen, und dahinter in Nischen aufgestellten Statuen.

Region: Antimáchia

Traditional House

Der Kulturverein von Antimáchia hat ein altes Bauernhaus schräg gegenüber der Windmühle in eine Art Folkloremuseum verwandelt. Hier sehen Sie, wie eine 14-köpfige Familie in Antimáchia noch bis in die 1950er-Jahre hinein lebte. Einer der drei Räume im Haupthaus war der Stall, in einem Anbau stehen Webstuhl und Backofen. In einem steinernen Becken auf dem Vorhof wurde das vom Dorfbrunnen geholte Wasser gespeichert. | Tgl. etwa 8-17 Uhr, an Wochenenden und im Juli/Aug. auch länger | gegenüber der Windmühle | Eintritt 1 Euro

Region: Kéfalos

Basilika Ágios Stéfanos

Von allen Ruinen frühchristlicher Basiliken auf Kos ist dies die am besten erhaltene und wohl auch die am schönsten gelegene. Sie steht nur leicht erhöht unmittelbar über dem Strand der Kámbos-Ebene schräg gegenüber dem Felseninselchen Kástri. Italienische Archäologen haben einige ihrer Säulen geflickt und wieder aufgerichtet; die meisten davon sind schon wieder umgefallen. Man erkennt noch den Grundriss des dreischiffigen Baus. An die Nordwand angelehnt stand eine zweite, kleinere Basilika mit einem noch sehr gut erhaltenen kreuzförmigen Taufbecken im Boden. Hier gefundene Bodenmosaiken wurden wieder mit Kies bedeckt. Ihren besonderen Reiz gewinnen die Überreste der um 500 erbauten Kirche dadurch, dass man sich in den Ruinen in Badehose oder Bikini sonnen und direkt von der Basilika aus ins Wasser gehen kann. | Frei zugänglich | am Strand unmittelbar westlich vom Gelände des Club Méditerranée; Zufahrt von der Hauptstraße über die schmale Straße die unmittelbar rechts der Schranke zum Club beginnt

Kloster Ágios Ioánnis Pródromos

Das auch Ágios Ioánnis Thymianós genannte, ehemalige kleine Kloster steht heute einsam und verlassen über der Westküste von Kos. Vom Ende des Zufahrtswegs aus führen 43 Stufen hinunter auf die Klosterterrasse, auf der eine uralte, stützungsbedürftige Platane die kleine Klosterkirche überschattet. In ihr hängen und stehen vor allem neue Ikonen, darunter an der linken Seitenwand eine, die Ágios Mámas, den Schutzheiligen der Tiere und Herden, darstellt. So ist der Heilige denn auch mit Schafen und Ziegen zu seinen Füßen bildlich festgehalten.

Auf dem benachbarten Festplatz finden während des Kirchweihfests, das jährlich am 28./29. August stattfindet, Hunderte von Pilgern an langen Zementtischen Platz. Der ehemalige Zellentrakt ist heute nur noch Ruine, und die alte Glocke im Baum davor wird nur noch selten geläutet. | Frei zugänglich | 2,5 km nach der Abzweigung zur Panagía Ziniótissa zweigt eine asphaltierte Stichstraße zum noch 200 m entfernten Kloster ab. 7 km von Kéfalos entfernt

Region: Pýli

Alt-Pýli/Paléa Pýli

Die romantischsten Ruinen der Insel liegen einsam am Nordhang des Inselgebirges an und auf einem nach zwei Seiten hin steil abfallenden Felsen. Verstreut über eine weite Fläche stehen hier die Ruinen eines seit dem Mittelalter bewohnten und erst 1830 nach einer Choleraepidemie verlassenen großen Dorfs. Vom Meer her war es nicht zu sehen und dadurch vor Piratenüberfällen gut geschützt. Heute verfallen die Häuser, aber vier der mittelalterlichen Kirchen stehen noch. Zwei von ihnen sind besonders stimmungsvoll: am unteren Dorfrand die den körperlosen Erzengeln geweihte Kirche Asómati Taxiárches Gavriíl ke Michaíl mit spärlichen Freskenresten und auf einem kleinen Plateau unterhalb der Burg die große Marienkirche Panagía ton Kastrianón. Sie wurde bereits im 11. Jh. erbaut und birgt Freskenreste aus dem 14. Jh. Das ganze Jahr über sind in ihr Stühle aufgestapelt, die einmal jährlich beim großen Kirchweihfest am 1. und 2. Februar für die draußen vor der Kirche zum fröhlichen Festmahl versammelten Pilger benötigt werden. Auf dem Gipfel des Felsens steht die Ruine einer byzantinischen Burg aus dem 11. Jh., von der aus Sie einen prächtigen Rundblick über die Nordküste der Insel genießen können. Gipfelareal wegen Restaurierungsarbeiten bis auf weiteres nicht zugänglich; um nach Alt-Pýli zu gelangen, biegt man, vom Dorfplatz von Pýli kommend, im unteren Ortsteil an der großen Georgskirche nach rechts ab, durchquert den Ortsteil Amianoú und folgt der schmalen Straße immer weiter geradeaus, bis sie in einen unbefestigten Waldweg übergeht. Bis Alt-Pýli geht man von Pýli aus etwa 60-80 Minuten; für die Besichtigung benötigen Sie inklusive Burgbesteigung noch einmal etwa die gleiche Zeit.

Am Weg zwischen Amianoú und Alt-Pýli überrascht die am Rand des Inselgebirges gelegene, sehr einfache Taverne Old Pýli (Tel. 2242041659 | kein Ruhetag | €€€) durch die Tatsache, dass sie unter Einheimischen als eines der besten Fischlokale der Insel gilt. Des Rätsels Lösung: Inhaber Geórgios Stavrópoulos ist ein erfahrener Fischer, der noch täglich zum Fischen hinausfährt. Ein stimmungsvolles kleines Café wird zudem auf einem Hügel gegenüber dem Burgberg betrieben.