Reisetipps Korsika

Ausflüge & Touren Korsika

Vom Meer ins Hochgebirge und Zurück

Bei diesem Ausflug zum Col de Bavella erleben Sie alle Herrlichkeiten der korsischen Landschaft an einem Tag, wobei Sie für die Strecke von 135 km wirklich einen ganzen Tag einplanen sollten. Die Route beginnt bei Porto-Vecchio, sie führt über Solenzara ins Binnenland über den Col de Larone zum Bavella-Pass auf 1218 m Höhe. Weiter in Richtung Zonza (784 m) mit Abstechern nach Levie und Cucuruzzu oder zum Castellu d'Arraghju - wie das Castello d'Arraggio auf Korsisch heißt - und wieder zurück nach Porto-Vecchio.

Brechen Sie morgens auf (Proviant und Getränke nicht vergessen), bringen Sie die N 198 hinter sich, und richten Sie sich auf eine gemächliche Tour ins Gebirge ein. Am Ende von Solenzara vor der Brücke über den Fluss geht es auf die D 268, zunächst noch durch Macchia, bald werden die Bäume höher. Nach 8-10 km kommen Sie nahe an den Fluss, dort können Sie eine Pause einlegen, über Felsen klettern, das klare Wasser genießen. Verschiedene Badeplätze folgen kurz hintereinander. Dann weiter über die gewundene Straße, immer neue Panoramen vor Augen. An der Bocca di Larone geht in der ersten Kurve hinter dem Pass rechts ein Weg zu herrlichen Wasserfällen ab (45 Min.). Er ist nicht markiert, aber gut ausgetreten. Auf der Fahrt wird die Aussicht mit jeder Kurve fantastischer, bis die Gebirgsketten sich vereinen. Dann hinauf in den kühlen Nadelwald, den Forêt de Bavella, wo Alpenveilchen, Anemonen, Akeleien auf tiefgrünen Wiesen blühen. Oben am Col de Bavella finden Sie die Hütten, Tische und Bänke der Auberge du Col de Bavella und des Le Refuge, wo Sie preiswert essen können. Oder Sie suchen sich ein Plätzchen auf der weiten Wiese am Pass, im Schatten einer der Laricio-Kiefern, die bis zu 1000 Jahre alt sein sollen. Vor Ort gibt es einen Trinkwasserbrunnen und einen Laden, in dem Sie Proviant kaufen können. Die Marienstatue Notre-Dame des Neiges ist immer am 5. Aug. Ziel einer Wallfahrt. Vom Parkplatz führt südlich des Passes eine ausgeschilderte Wanderung zum U Cumpuleddu, einem imposanten Felsloch. Besonders schön ist auch die Wanderung zur Punta Velacu, ebenfalls südlich des Passes (Karte nötig!). Nördlich des Passes führt gelb markiert die „alpine Variante“ des GR 20 steil zu fantastischen Felstürmen. Der Rundweg über den GR 20 zieht sich sehr in die Länge (6 Std.)!

Hinter dem Pass erreichen Sie rasch den hübschen Ort Zonza, in dem mehrere kleine Restaurants und Cafés einladen. Anschließend lohnt ein Abstecher über Levie zur Steinzeitsiedlung Cucuruzzu. Dazu fahren Sie weiter auf der D 268. In Levie können Sie sich im Musée départemental über die Ausgrabungsstätten informieren. Im Museum liegen die Ausgrabungsfunde von der Steinzeit bis ins Mittelalter, u. a. das Skelett der „Dame von Bonifacio“ (6750 v. Chr.). Zu den Steinzeitdörfern und Monumenten von Cucuruzzu biegen Sie 3,5 km hinter Levie in einer Kurve rechts ab, dann fahren Sie wieder 3,5 km weiter bis zu einem Parkplatz. Auf einer Rundwanderung von 1,5 Std. durch einen bemoosten Zauberwald besuchen Sie die beiden in der Bronzezeit entstandenen Anlagen von Cucuruzzu und Capula. Letztere wurde zur Burg ausgebaut, war noch bis ins Mittelalter bewohnt und wird heute von einem abgebrochenen Menhir bewacht. Von beiden Siedlungen haben Sie schöne Blicke bis zu den Bavellas.

Der Rückweg führt auf der D 368 von Zonza wieder durch herrliche Wälder. Ein hübscher Spaziergang bringt Sie zum Wasserfall Piscia de Gallo: Ausgangspunkt ca. 1 km vor der Staumauer des Barrage de L'Ospedale am Kiosk. Der Weg zweigt links ab und führt durch den Wald bergab zum rund 80 m hohen Wasserfall (1,5 Std. hin und zurück).

Wer mag, biegt bei Palavese auf die D 559 ab. Folgen Sie den Wegweisern zum Parkplatz am Castellu d'Arraghju nach wenigen Kilometern. Von dort führt ein Weg durch einen Gartenhof und über einen Bach steil bergauf. Nach ca. 20 Min. werden Sie durch eine fantastische Aussicht und den Anblick der größten bisher freigelegten torreanischen Festung belohnt, mit Wächternische und Kammern, auf einer Felsnase gelegen. Von dort geht es über die N 198 nach Porto-Vecchio zurück.

Steinzeit, Wein und Meer

In den Golf von Valinco ergießt sich von Norden der Fluss Taravo, der in den Bergen unterhalb des Col de Verde entspringt und rasch anschwillt. Hier ein Vorschlag für eine Tagestour von Propriano an den Unterlauf. Ca. 50 km plus Rückfahrt.

Die Tour beginnt an der Küste. Von Propriano auf der N 196 nach Norden fahren, dann, noch an der Bucht, auf die D 157 abbiegen und kurz nachdem sie von der Küste wegführt auf die D 57 Richtung Filitosa. Für einen Besuch der Steinzeitsiedlung dort sollten Sie zwei bis drei Stunden rechnen. Um den Eingang scharen sich Stände einiger Handwerker und Erzeuger der Region, deren Produkte - Töpferwaren, Honig, Konfitüren, Käse, Wein, eingelegte Kastanien - eine nähere Prüfung lohnen. Dann geht es durch enge Kurven hinauf nach Sollacaro, das als einstiger Hauptort über dem unteren Taravo-Tal thront. Von hier regierte die Familie d'Istria bisweilen sehr despotisch über das Sartenais. Die Festungsruine liegt über dem Dorf. Nach einem Spaziergang geht es zurück bis zum Abzweig der D 57. Sie folgen der D 302 nach Calzola. Kurz vor der alten Brücke lohnt ein Halt beim Weingut Domaine Comte Abatucci mit Ausschank und kleinem Restaurant (Tel. 0495243630 | €).

Weiter geht es über die D 757 Richtung Porto-Pollo. Etwa auf halber Strecke dahin liegt links der Straße der unauffällige Weinkeller der Domaine de Pratavone, die hochprämierte Weine hervorbringt. Sie sind im Direktverkauf zu haben (mittags geschl. | Tel. 0495243411).

Nach so vielen Kurven ist es Zeit, ans Meer zu kommen - die D 757 endet im Hafenstädtchen Porto-Pollo, das verträumt ins Binnenland schaut. Wie wäre es mit einem Abendessen im L'Escale unmittelbar über dem Strand (Tel. 0495740154 | €€)?