Reisetipps Kopenhagen

Insider Tipps Kopenhagen MARCO POLO Autor Andreas Bormann im Interview

Seit einer Interrailtour zieht es den Autor und Journalisten Andreas Bormann immer wieder in die Nähe der Kleinen Meerjungfrau

Wie begann Ihre Liebe zu Kopenhagen?

Kopenhagen entdeckte ich vor 25 Jahren. Die Stadt erschien mir bunt, die Menschen vergnügt, alles war jung und ausgelassen. So kam ich alle Jahre wieder auf dem Weg nach Bornholm - meiner dänischen Trauminsel. In den ersten Jahren nur für Tage, später mietete ich mir für Wochen in den verschiedenen Stadtteilen kleine Wohnungen, um den Alltag zu erleben.

Wie geht es Ihnen dort?

Angekommen in Kopenhagen, fühle ich mich in einer fremden Stadt zu Hause. Fremd, weil es in Deutschland keine vergleichbare Stadt mit solch einer Atmosphäre gibt; es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Zu Hause, weil ich inzwischen das Leben in dieser Stadt recht gut kenne und weil die Kopenhagener mich als Nachbarn auf Zeit immer offen und herzlich begrüßen.

Was mögen Sie an Kopenhagen nicht so?

Den Winter. Dann ist die Stadt grau und kann sehr kalt und ungemütlich sein. Die Kopenhagener bleiben dann in ihren vier Wänden; dem Fremden wird spätestens dann klar, warum die Dänen Kerzen so lieben. Ausnahme sind die Tage vor Weihnachten: Dann ist die Stadt im wahrsten Sinne des Wortes märchenhaft.

Sprechen Sie dänisch?

Dänisch sprechen ist eine Sache, es verstehen eine andere. Die Verständigung klappt, und die Kopenhagener freuen sich, wenn man sie in ihrer Sprache anspricht. Erkennen sie einen als Gast, wechseln sie häufig ins Englische, was die meisten perfekt beherrschen.

Was tun Sie in Ihrer Freizeit?

Freie Zeit verbringe in meinem Zuhause, einem kleinen Reetdachhaus nahe der deutsch-dänischen Grenze. Vor dem Haus auf der Bank sitzen, über den Koog schauen, die Stille genießen. Was noch?

Mögen Sie die Kopenhagener Küche?

Die dänische Küche ist ein heikles Thema. Ehrlich gesagt: Ich mag weder den Schweinebraten mit Kruste noch grüne Erbsen und dazu braune Soße. Die Rettung im Restaurant sind Fischgerichte und das nach Wunsch belegte smørrebrød. Trost ist das köstliche, weil nicht so herbe dänische Bier.

Würden Sie nach Kopenhagen ziehen?

Nicht heute und nicht morgen. Aber wer weiß? Vielleicht irgendwann auf Bornholm leben und zum Einkaufen in die Hauptstadt fahren.