Reisetipps Kopenhagen

Stichworte Kopenhagen

Christian IV.

Er gilt als der Bauherr Kopenhagens. Während der Regentschaft von Christian IV. entstanden die Börse, der Rundetårn, Schloss Rosenborg, Nyboder und der Stadtteil Christianshavn. Glaubt man den Überlieferungen, war Christian IV. (1577-1648) ein trinkfester Lebemann. Zehn Tage ließ er 1596 seine Krönung zum König von Dänemark und Norwegen feiern; für das Volk wurde Geld ausgestreut, und am Amagertorv sprudelte Wein aus dem Brunnen. Zweimal verheiratet, vergnügte er sich mit ungezählten Mätressen und zeugte 16 Kinder. Christian IV. war auch der König der Kunst und Kultur: Er förderte Fremdes und sorgte für neue Klänge in Kopenhagens Konzerthäusern. Für die Kopenhagener gehört Christian IV. zu den beliebtesten, weil volkstümlichsten Königen.

Cycler

Die Rushhour findet in Kopenhagen auf dem Radweg statt. Morgens und am späten Nachmittag radeln unzählige Kopenhagener in Karawanen auf den autobreiten Asphaltwegen von Kreuzung zu Kreuzung - geleitet von einem Ampelsystem extra für Radfahrer. Wer dem Lebensgefühl der Kopenhagener auf die Spur kommen möchte, setze sich aufs Rad und folge solch einer Karawane. Doch Vorsicht, die Kopenhagener radeln schnell, und es gilt das Gesetz der Straße: Überholt wird links, getrödelt rechts.

Einzigartig auf Kopenhagens Straßen sind die „Christianiabikes“. Diese dreirädrigen Transporträder wurden einst von den Bewohnern Christianias erfunden. Die Aussteiger brauchten ein Fahrzeug, mit dem sie ihr Hab und Gut in ihrem Freistaat transportieren konnten. Natürlich kam alles, was mit Benzin fährt, nicht in Frage. Die Lösung: das Fahrrad mit der Kiste vor dem Lenkrad. In ihr lässt sich praktisch alles durch die Stadt kutschieren. Meistens jedoch sind es die Köpfe der kleinen Kopenhagener, die aus der Kiste gucken. Und wenn es regnet, wird einfach eine Plane darüber gespannt.

Dänisches Design

Ob Lampe oder Stuhl, Löffel oder Hi-Fi-Anlage: Dansk Design wurde nach dem Zweiten Weltkrieg weltweit ein Begriff. In Kopenhagen gibt es nahezu an jeder Straßenecke dänisches Design zu entdecken: Straßenlaternen mit gläsernen Halbkugeln, die knallrote Uniformjacke des Briefträgers oder der IC-Zug der dänischen Staatsbahn. Es ist das Zusammenspiel von anspruchsvoller Schlichtheit, Qualität und der Konzentration auf die Funktion des Produkts, das dänisches Design so unverwechselbar macht. Es wird nicht ständig Neues kreiert, sondern das Bewährte weiterentwickelt. Um die Beziehung zwischen Form und Funktion zu vollenden, arbeiten dänische Handwerker und Produzenten gemeinsam mit Designern, Künstlern und Architekten. Und so entstehen Klassiker: die Stapelstühle von Arne Jacobsen, Poul Henningsens PH-Lampen, minimalistische Musikanlagen von Jacob Jensen und Messer und Gabel des Silberschmieds Georg Jensen. Im Kopenhagener Dansk Design Center erfahren Sie mehr zur Geschichte des dänischen Designs.

Dannebrog

Sie ist die älteste Flagge der Welt und soll, so die Legende, nach einer verlorenen Schlacht am 15. Juni 1219 vom Himmel gefallen sein. Blieb es früher allein den Königen und Mächtigen vorbehalten, sich mit dem rot-weißen Tuch zu schmücken, so ist der Dannebrog seit Einführung der demokratischen Verfassung Mitte des 19. Jhs. die Fahne des Volkes: ein Symbol für Gemeinschaft und Demokratie.

Wer den Dannebrog am Fahnenmast in seinem Vorgarten wehen lassen möchte, muss manche Regel beachten: Ein Wimpel kann Tag und Nacht am Mast hängen, die Fahne dagegen darf nicht vor Sonnenaufgang gehisst und muss mit Sonnenuntergang wieder eingeholt werden. Wer sich nicht an diese Regeln hält, flaggt für den Teufel - so heißt es jedenfalls. Ist der Dannebrog mit der Zeit vom Wind zerzaust, darf er nicht als Putzlappen enden. Wer ihm die letzte Ehre erweisen möchte, muss ihn verbrennen.

Grundtvig

Der Pfarrer und Kirchenlieddichter Nikolai Frederik Severin Grundtvig (1783-1872) ist der Vater der Idee eines dänischen Wohlfahrtsstaates. Er war es, der den Dänen folgendes gesellschaftliches Rezept gab: Jeder sollte das Recht auf freie Selbstentfaltung haben, allerdings unter der Bedingung, dass er dem anderen dadurch nicht schadet. Und diejenigen, die viel verdienen, sollten mittels Besteuerung an die wenig Verdienenden sowie an die Alten und Kranken etwas abgeben.

Grundtvig initiierte auch die dänische Volkshochschulbewegung - eine Form der Erwachsenenbildung für die Landbevölkerung. Er wollte vor allem junge Menschen zu einem freien, ja kühnen Denken anregen: „Erst dann haben wir es zu wirklichem Reichtum gebracht, wenn wenige zu viel und noch weniger zu wenig haben.“

Die dem populären Bischof gewidmete Grundtvigs Kirke im Kopenhagener Stadtteil Bispebjerg entspricht ganz Grundtvigs Wirken: mit monumentaler Ausstrahlung, aber ohne jeglichen Prunk.

Metro

Ganz vorn sitzen, da, wo der Fahrer den freien Blick in den Tunnel hat. Dieser Kindertraum wird in Kopenhagen wahr, denn die Züge fahren führerlos. Die Plätze in der ersten Reihe mit Tunnelblick sind begehrt, zumal Kopenhagens Untergrund hell beleuchtet ist. Wer auf die Metro wartet, steht nicht in einer schummrig gekachelten Bahnsteigröhre, sondern in einem hellen Raum aus Glas, Beton und Stahl. Im Drei-Minuten-Takt saust die Metro von Vanløse via Nørreport und Kongens Nytorv nach Vestamager.

Fährt der Zug ein, schieben sich Glaswände wie von Geisterhand zur Seite, und die Fahrgäste können ein- und aussteigen. Bereits 1992 vom Parlament beschlossen, setzte der erste Spatenstich 1996 ein. Seit September 2007 heißt die Endstation der Kopenhagener Metrolinie M2 Lufthavn - Flughafen. Im Jahr 2017 sollen dann die letzten Gleise des sogenannten Metro-City-Rings verlegt werden.