Reisetipps Kopenhagen

Ausflüge & Touren Kopenhagen

Ins verwunschene Fischerdorf Dragør

Aufs Land, ans Meer, in ein verwunschenes Fischerdorf. Das Wunderbare: In einer halben Stunde können Sie dort sein. Ein Bus bringt Sie nach Dragør , ein Dorf am südlichen Zipfel der Insel Amager.

Der 350S fährt alle zehn Minuten von der Station Nørreport. Hat der Bus die Knippelsbro passiert, tauchen bald links und rechts weite, grüne Wiesen auf. Nun sind Sie mitten auf Amager, der 65 km² großen Insel im Südosten der Hauptstadt, dem einstigen „Küchengarten Kopenhagens“. Der Name kommt daher, weil die Bauern und Fischer, die hier jahrhundertelang in beschaulichen Dörfern lebten, die Kopenhagener mit Getreide, Gemüse und frischem Fisch versorgten. Doch das ist lange her. Kalvebod Fælled, das grüne Areal der Insel, ist dank des Einsatzes von Umweltschutzgruppen zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Für Wanderer und Ornithologen ist das Marschland ein Paradies.

Nach der Unterquerung der Start- und Landebahn des Kopenhagener Flughafens sind bald die ersten Strohdachhäuser von Store Magleby

zu erkennen. Dieses Dorf war Hauptwohnort der Holländer, die von Christian II. im 16. Jh. ins Land geholt wurden, um die Äcker für die Kopenhagener Stadtbevölkerung zu bestellen. In zwei reetgedeckten Fachwerkhöfen befindet sich das Amagermuseet, in dem Sie mehr über das Leben der holländischen Bauern auf Amager erfahren können (Juli bis Aug. Di-So 12-16 Uhr, Sept.-April Mi-So 12-16 Uhr | Eintritt 30 dkr | Hovedgaden 4 und 12).

Hat der Bus Store Magleby verlassen, biegt er um eine scharfe Linkskurve, und Sie sind am Meer. Hinter einem Schilffeld, weit draußen in der Ostsee, können Sie die Øresundbrücke sehen. Endstation des 320S ist Dragør Stationsplads. Sie überqueren die Hauptstraße, gehen ein paar Schritte Richtung Supermarkt und stehen auf dem Neels Torv in der gamle by. Egal, für welche Gasse Sie sich entscheiden, irgendwie führen im Labyrinth der gelben Strohdachhäuschen alle Wege zum Hafen. Hier angekommen, werden Sie das kleine Dragør Museum (Mai-Sept. Di-So 12-16 Uhr | Eintritt 20 dkr) entdecken. Das 1753 erbaute Haus war ursprünglich ein Speicher, dann wurde es zum Rathaus und Sitzungsraum für die Stadtverordneten umfunktioniert. Unter dem Dach mit dem verdrehten Schornstein wird die Geschichte Dragørs erzählt, als das Dorf noch ein lebendiger Fischerei- und Handelsplatz war. Besichtigen können Sie original eingerichtete Wohnstuben, außerdem Trachten und Schiffsmodelle aus der Zeit der großen Segler.

Wollen Sie zurück zur Hauptstraße, sollten Sie unbedingt durch die enge Strandgade gehen. Nur wenige Schritte vom Hafen entfernt, stehen Sie vor dem Dragør Kro (5 Apartments | Strandsgade 30 | Tel. 32530187 | €€). Obwohl das 1721 errichtete Gebäude immer wieder restauriert wurde, hat der Kro seinen Charme bewahren können: mit windschiefen Sprossenfenstern, schweren Türen und Deckengebälk in Gastraum und Apartments. Sie können nicht bleiben? Dann genießen Sie zumindest ein øl auf der Gartenterrasse des Hotels, bevor Sie der Bus 350S wieder zurück in die Stadt bringt.

Seen im Speckgürtel

Kopenhagen und Wasser, da fällt einem sofort das Meer, die Ostsee, ein. Die wunderschöne Landschaft im Norden Kopenhagens mit ihren Seen, Bächen und Wäldern steht nur bei wenigen Besuchern auf dem Programm. So ist Frederiksdal , 10 km nordwestlich von Kopenhagen, vor allem ein beliebtes Ausflugsziel der Kopenhagener. Sie können dort Kanu oder Schiff fahren, spazieren gehen oder schwimmen. Packen Sie den Picknickkorb und eine Decke ein. Und Badesachen nicht vergessen!

Steigen Sie in die S-Bahn-Linie A (blau), B (grün) oder E (violett) Richtung Hillerød oder Holte, und fahren Sie bis Lyngby. Nach ungefähr 20 Minuten sind Sie in Lyngby, hier geht es weiter mit der Buslinie 191.

Der Bus fährt durch das verkehrsberuhigte Lingy, vorbei an schmucken Häusern und Villen, umsäumt von akkurat gestutzten Hecken. In diesem Viertel der Stadt sowie im nördlichen Speckgürtel wohnen die wohlhabenden Kopenhagener. Außerhalb der Stadt zahlen sie weniger Steuern und können dennoch ihre Kronen im Zentrum verdienen. Erreicht der Bus die Station Frederiksdal, müssen Sie aussteigen. Da die Haltestellen nicht immer angesagt werden, sollten Sie den Fahrer bitten, Ihnen Bescheid zu sagen.

Der Bus hält im Tal, 200 m hinter einer Schleuse. Von hier aus haben Sie mehrere Möglichkeiten: Sie gehen zurück zur Schleuse, mieten sich ein Ruderboot oder Kanu und erkunden die Landschaft mit dem Paddel. Oder Sie verschaffen sich vor einer Bootstour erst einmal einen Überblick. Dazu passieren Sie die Straße und spazieren einen schmalen, asphaltierten Wander- und Fahrradweg bis zum Naturseebad Frederiksdal Fribad (Eintritt und Benutzung der Umkleidekabinen frei).

Vor Ihnen liegt der See Furesø. Durch einen Buchenwald führen Wege zurück zum Bootsverleih (Bådudlejning | Mai-Sept. Di-So 10-20 Uhr | Kanu für 2-3 Personen 1 Std. 100 dkr, 3 Std. 180 dkr, einen Tag 320 dkr | Tel. 45856770). Sollten Sie ein Kanu mieten, bekommen Sie eine Schwimmweste in die Hand gedrückt, und das mit gutem Grund. Manch einer hat schon seine Paddelkünste überschätzt und mit Wind und Wellen auf dem Furesø zu kämpfen gehabt.

Wer es beschaulicher liebt und weniger sportlich ist, kann sich auch über die Seen fahren lassen. Seit 1894 legen die Ausflugsschiffe der Baadfarten in Frederiksdal an und ab (Mai-Sept. Di-So | etwa alle 90 Minuten | Tagesticket 90 dkr | www.baadfarten.dk). Die einst mit Dampf betriebenen Holzboote schippern noch heute, allerdings mit Dieselmotoren, über die Seenplatte.

Zurück nach Kopenhagen fahren Sie nicht wieder über die S-Bahn-Station Lyngby, sondern weiter mit der Linie 191 nach Sorgenfri. Bevor Sie hier in die S-Bahn steigen, lohnt sich ein Besuch des Frilandsmuseet (3. April-Sept. Di-So 10-17 Uhr, 1. Okt.-17. Okt. tgl. 10-16 Uhr | Eintritt 25 dkr | Kongevejen 100 | www.natmus.dk).

Dieses Freilichtmuseum ist das älteste und größte der Welt. In einer wundervoll angelegten Landschaft stehen Bauernhäuser aus Südschweden, Norddeutschland und den verschiedenen Regionen Dänemarks. Jeden Tag gibt es in den Bauernhäusern und historischen Werkstätten Sonderveranstaltungen.

Der Haupteingang des Museums ist etwa 500 m von der S-Bahn-Station Sorgenfri entfernt.