Reisetipps Kenia

Insider Tipps Kenia MARCO POLO Autor Helmut Grosse im Interview

Helmut Grosse arbeitete neun Jahre als Afrika-Korrespondent der ARD in Kenia.

Ihr „Verhältnis“ zu Kenia - wann und wie begann es?

Das war Ende der Siebzigerjahre. Zusammen mit Frau und Tochter zog ich damals im Auftrag meines Arbeitgebers, des Westdeutschen Rundfunks, von Köln nach Nairobi. Geplant waren drei Jahre. Tatsächlich wurden - mit Unterbrechungen - neun daraus. Jahre, die unser Leben und uns selbst beeinflusst und verändert haben. Begegnungen mit faszinierenden Menschen, die Konfrontation mit einer fremden Welt, einer anderen Kultur, anderen Wertvorstellungen. Und nicht zu vergessen das Erlebnis einer grandiosen Natur. Das alles ist nicht ohne Folgen geblieben, auch nach unserer Rückkehr nach Deutschland. Aus einer Liebe auf den ersten Blick ist eine zweite Heimat geworden.

Was reizt Sie an Kenia besonders?

Das ist vor allem die unglaubliche Vielfalt der Landschaft. Wo können Sie schon auswählen, ob Sie in einer Tagesreise durch Hochmoore zu Gletschern klettern, durch die Einsamkeit einer sonnendurchglühten Wüste fahren oder an Bord einer Dhau die Inselwelt des Indischen Ozeans erkunden wollen?

Kommen Sie viel in Kenia herum?

Unser Wohn- und Arbeitsplatz war zwar Nairobi, doch es waren vor allem die Ereignisse in anderen Ländern Afrikas, die uns mehr beschäftigt haben. In den letzten Jahren gehörten zunehmend Kriege und Katastrophen zum Reporteralltag: Uganda, Somalia, Liberia, Ruanda. Trotzdem, es blieb immer auch Zeit, der Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: Land und Leute in „unserem“ Land, in Kenia, zu erkunden - entweder auf Reportage- oder auf privaten Reisen. Keine Region, die unentdeckt geblieben ist: ob Moyale an der somalisch-äthiopischen Grenze im Norden, der Paté im Indischen Ozean im Osten, Namanga an der tansanischen Grenze im Süden oder der Victoriasee im Westen.

Wie halten Sie heute den Kontakt?

Unsere Tochter ist nach Abschluss ihres Studiums nach Kenia zurückgekehrt und hat dort als freie Fotografin ihr Leben eingerichtet. Ein Grund mehr, auch nach meiner Rückkehr nach Deutschland mindestens für sechs Wochen im Jahr nach Kenia zu fliegen und die Erkundungen fortzusetzen.

Was machen Sie jetzt beruflich?

Ich arbeite als freier Autor von TV-Dokumentationen vorwiegend für den WDR. Vor allem für die ARD-Reihe „die story“ habe ich zuletzt Filme produziert: z.B. „Im Fadenkreuz der CIA“, „Das Kartell“ und - wieder mit Afrika-Reisen verbunden - „Der Griff nach dem Öl“.