Reisetipps Kenia

Stichworte Kenia

Aids

Wie in vielen Ländern Afrikas ist auch in Kenia die Virusinfektionskrankheit Aids ein großes Problem. Experten schätzen, dass heute bereits 14 Prozent aller erwachsenen Kenianer infiziert sind. Die höchste Infektionsrate - zwischen 75 und 80 Prozent - haben Bluttests bei Prostituierten in den Küstenstädten Malindi und Mombasa ergeben. Regierung und internationale Organisationen versuchen mit Aufklärungs- und Hilfsprogrammen gegenzusteuern. Die letzte offizielle Statistik verzeichnet jedoch noch immer 150000 Aids-Tote pro Jahr sowie 650000 Aids-Waisen, also Kinder, die beide Eltern durch Aids verloren haben und auf fremde Hilfe angewiesen sind. Die sozioökonomischen Folgen für das Land sind verheerend und in ihrer Tragweite noch gar nicht abzusehen.

Bevölkerung

Kenias Bevölkerung ist ein Gemisch aus mehr als 40 ethnischen Gruppen mit mindestens 30 Sprachen und noch mehr Dialekten. Kiswahili ist die offizielle Amtssprache, aber ein Kenianer auf Reisen innerhalb des Landes hat es nicht immer leicht, sich mit seinen Landsleuten zu verständigen. Die größte Gruppe, etwa ein Fünftel, stellen die Kikuyu. Ihr Stammesgebiet ist die Region um den Mount Kenya. Danach kommen, mit etwa 14 Prozent, die Luhya. Sie leben im Hochland nördlich des Victoria-Sees. Urlauber am Indischen Ozean werden zumeist Angehörige der Giriama kennen lernen, eine Minderheitengruppe der Küstenbevölkerung. Die „Exoten“ unter Kenias Bevölkerung sind die Massai, Nachkommen eines stolzen Kriegervolks. Ihre Großväter zogen noch über die Steppen Ostafrikas. Im ewigen Eis des Kilimandscharo ist der Sitz ihres Gottes Ngai. Und sie glauben, dass Ngai ihnen allein alle Rinder der Erde zugedacht hat. Die weißen Siedler vertrieben sie 1930 aus dem fruchtbaren Hochland und drängten sie ab in den trockenen Norden und in die Gegend des Ostafrikanischen Grabens. Heute gibt es nicht mehr genug Weideland für ihr Vieh, und so sind sie vor die Alternative gestellt, sich anzupassen oder endgültig ins Abseits zu geraten. Ein Problem, das alle Nomaden Kenias betrifft. Sie stellen etwa ein Fünftel der Bevölkerung. Ihr Lebensraum ist vor allem der Norden und Osten des Landes, landwirtschaftlich nicht nutzbare Trockengebiete, Halbwüsten und Wüsten.

Im Straßenbild vor allem der großen Städte - Mombasa, Kisumu und Nairobi - nicht zu übersehen sind die Asians („Asiaten“), wie die Menschen überwiegend indischer Herkunft im kenianischen Sprachgebrauch heißen. Viele von ihnen sind Nachkommen jener „Gastarbeiter“, die unter britischer Kolonialherrschaft zum Eisenbahnbau nach Kenia gekommen waren. 89000 zählen heute zu dieser Minderheit: kenianische Staatsbürger zwar, aber mit anderer Hautfarbe, anderem kulturellem und religiösem Hintergrund, fest etabliert im Geschäftsleben. Läden. Handwerksbetriebe und mittlere Unternehmen sind überwiegend in ihrer Hand; ansonsten aber sind sie weitgehend unter sich geblieben.

KWS - Kenia Wildlife Service

Besucher der Nationalparks werden ihnen unweigerlich begegnen, den grün-uniformierten, zumeist bewaffneten Männern - gelegentlich auch Frauen -, die am Parkeingang wachen oder im Gelände patrouillieren. Sie sind Angestellte des KWS, der Naturschutzbehörde Kenias, und zuständig für die Sicherung und Erhalt des Wildtierbestands sowie für die Infrastruktur und Verwaltung der Nationalparks. Eine vielfältige Aufgabe, die gelegentlich lebensgefährlich sein kann, wenn es darum geht, schwer bewaffnete Wildererbanden zu stellen, die es vor allem auf Elefantenstoßzähne und Nashörner abgesehen haben. Zu den Aufgaben gehört auch die Instandhaltung der Pisten, der Schutz der Parkbesucher und die Sensibilisierung der eigenen Bevölkerung dafür, dass die einmalige Flora und Fauna den Reichtum des Landes ausmacht. Nicht immer stoßen die Ranger dabei auf Verständnis: wenn z.B. die Massai in Dürrezeiten nicht einsehen, warum sie ihr Vieh nicht in die Nationalparks treiben dürfen, wenn Elefanten aus den Parks in den Feldern der Bauern einfallen, oder wenn Wilddiebe gestellt werden. Der Arbeit der 1989 gegründeten KWS ist es zu verdanken, dass es heute wieder große Elefantenherden in Kenia gibt. Ihr Bestand war in den vergangenen Jahrzehnten auf 20 Prozent dezimiert worden. Doch der Schutz und Erhalt der Artenvielfalt kostet viel Geld. Die Einnahmen aus den Parkeintrittsgebühren und die Zuschüsse aus der chronisch leeren Staatskasse reichen nicht aus - der KWS ist abhängig von der Hilfsbereitschaft internationaler Spender.

Maathai

Für Kenias ehemaligen Präsidenten Daniel arap Maoi war sie lange Zeit nur „die Verrückte“. Heute ist sie Kenias bekannteste Frau: Prof. Wangari Maathai. Die promovierte Biologin ist Gründerin des Green Belt Movement, einer Umwelt- und Sozialbewegung, die heute über die Grenzen Kenias hinaus in zwölf anderen afrikanischen Ländern aktiv ist. Die unbequeme Kritikerin des Regimes hatte sich hartnäckig und öffentlich gegen das von Männern beherrschte politische Establishment Kenias gestellt und war deshalb unter dem Regime Moi mehrfach inhaftiert und misshandelt worden. 2004 erhielt sie als erste afrikanische Frau den Friedensnobelpreis für „ihren Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung der Natur, Meinungsfreiheit und Demokratie“. Gleiche Rechte für Frauen und Umweltschutz gehören nicht zuletzt dank der Nobelpreisträgerin seitdem auch in Kenia zum Vokabular verantwortlicher Politiker. Im gegenwärtigen Kabinett ist Wangari Maathai stellvertretende Ministerin für Umweltschutz.

Matatu

So heißen Sammeltaxis und Kleinbusse; der Name ist eine Anspielung auf den ursprünglich üblichen Fahrpreis: 30 Cents, senti tatu in Kiswahili. Sie sind - in Ermangelung eines öffentlichen Nahverkehrssystems - für die Mehrzahl der Kenianer die einzige (und preiswerte) Möglichkeit, im Land zu reisen. Für Touristen wegen mangelnder Verkehrs- und allgemeiner Sicherheit allerdings nicht empfehlenswert, auch wenn es der neuen Regierung gelungen ist, gegen den Widerstand der Matatufahrer und -besitzer Sicherheitsbestimmungen durchzusetzen, was die Zahl der Passagiere, Sicherheitsgurte, Geschwindigkeitsbegrenzungen und technischen Zustand der Fahrzeuge betrifft.

Politik

Im Dezember 2002 wählte die überwiegende Mehrheit der Kenianer Mwai Kibaki zum neuen Präsidenten, den dritten nach Jomo Kenyatta, dem großen alten Mann der „ersten Stunde“, und dessen Nachfolger, dem Autokraten Daniel arap Moi, der fast ein Vierteljahrhundert an der Macht geklebt und das Land mit harter Hand regiert hatte. Die neue Mannschaft der NARC, der „Regenbogenkoalition“, wurde mit Jubel begrüßt - die Erwartungen waren hoch. Kibaki versprach radikalen Wandel. Er wollte mehr für die Bildung tun, Schulgeld für die Grundschule abschaffen, die Arbeitslosigkeit bekämpfen, die Wirtschaft ankurbeln, die Korruption bekämpfen. Heute, fünf Jahre später, ist davon nicht viel geblieben, im Gegenteil: „Dieses Regime ist korrupter als alle anderen“, titelte der kenianische „Standard“.

Tierwelt

Büffel, von den Einheimischen Nyati genannt, zählen zu den gefährlichsten Tieren Ostafrikas. Ausgewachsene Exemplare werden bis zu 800 kg schwer; wenn sie angreifen, stockt selbst Berufsjägern der Atem. Elefanten, Tembo, sind besonders zahlreich im Amboseli und in der Masai Mara. Gazellen gehören zur Gattung der Antilopen und sind in Kenia in großer Vielfalt zu finden. Am häufigsten: die kleine Thomson-Gazelle, Swala tomi, Schulterhöhe bis zu 70 cm, rötlich-sandfarben mit weißem Bauch und schwarzen Streifen an den Flanken. Die Giraffengazelle, Gerenuk, ist daran zu erkennen, dass sie sich beim Fressen an Akazienbäumen auf die Hinterläufe stellt. Für das Impala (Schwarzfersen-Antilope) sind die schwarzen Streifen auf den weißen hinteren Schenkeln typisch. In riesigen Herden anzutreffen, besonders zur Zeit der Wanderung, sind die Weißbartgnus, die in seltsamen Bocksprüngen über die Savanne galoppieren.

Geparden sind die schnellsten Tiere der Savanne. Am besten sind sie im Amboseli und in der Masai Mara zu beobachten. Giraffen, Twiga, wird man überall finden, wo es Schirmakazien und Dornenbüsche gibt. Leoparden bekommt man nur mit viel Glück zu Gesicht. Sie jagen nachts im dichten Busch. In einigen Lodges werden Köder ausgehängt, um sie anzulocken und sie den Besuchern im Scheinwerferlicht präsentieren zu können. Löwen, Simba, kann man vor allem in der Masai Mara nicht verfehlen. Das Breitmaulnashorn ist von Wilderern in Kenia so gut wie ausgerottet. Die verbliebenen Spitzmaulnashörner versucht man durch Umsiedlung in geschützte Regionen zu retten. Die Kolosse sind am besten im Nationalpark von Nairobi, im Amboseli und in der Masai Mara zu sehen. Zebras grasen fast immer im Familienverband in der Nähe von Giraffen und Antilopen.