Reisetipps Kanada West

Ausflüge & Touren Kanada West

Prärien, Berge und Meer: Einmal von Ost nach West

Eine Schnuppertour, ideal für Erstbesucher. In 8-10 Tagen erleben Sie die Vielfalt der Natur Westkanadas: von den Prärien bei Calgary zu den eisbedeckten Gipfeln der Rocky Mountains, von den waldreichen Seenplatten im Inneren British Columbias bis zur Pazifikküste in Vancouver. Und es bleibt Zeit für Wanderungen oder andere Aktivitäten. Die Fahrt können Sie gut mit den folgenden Routen zu einer längeren Rundfahrt verbinden. Beste Reisezeit für die etwa 1500 km lange Strecke: Juni bis Anfang Oktober.

Calgary verdient einen Tag Aufenthalt für Museumsbesuche und zum Shoppen in den modernen Malls der Innenstadt. Dann aber geht es los, westwärts in die Weite des Landes: Der Trans-Canada Highway führt am Bow River entlang durch das alte Stammesland der Blackfoot-Indianer von der Prärie in die Berge. Bei Canmore rücken die Berge näher an den Highway 1, und es folgt - direkt hinter dem ersten Schild, das vor Bären warnt - der Eingang zum Banff National Park, dem ältesten und berühmtesten Schutzgebiet der Rockies. Zwei Nächte sollten Sie im Ort Banff oder in Lake Louise einplanen, um Zeit für Wanderungen in die Bergwelt zu haben - am Moraine Lake etwa oder im Johnstone Canyon. Machen Sie von Lake Louise aus einen Abstecher in den weniger bekannten Yoho National Park, wo die höchsten Wasserfälle der Rockies, die Takakkaw Falls, aus dem Waputik-Eisfeld sprudeln.

Weiter nach Norden: Für die Fahrt auf dem Icefields Parkway sollten Sie Ihre Kamera bereithalten. Besonders schön: die enge Klamm des Mistaya River und der herrliche Panoramablick am Waterfowl Lake. Nach dem steilen Anstieg zum 2035 m hohen Sunwapta Pass ist bei Schönwetter eine rund zweistündige Wanderung auf dem Parker Ridge Trail zu empfehlen, ehe die Route am Athabasca Glacier vorüber in den Jasper National Park führt. Auch hier lohnt ein Pausentag: zum Wandern im Maligne Canyon und zu einer Bootsfahrt auf dem Maligne Lake. Der Highway 16 führt westwärts über die Grenze nach British Columbia (Zeitgrenze: -1 h). Mit etwas Glück ist es sonnig, und der Mount Robson zeigt sein eisbedecktes Haupt.

Nun wird es einsam: Von Valemount, im Winter ein Zentrum der Heliskifahrer, verläuft der Highway 5 durch völlig unerschlossene Bergregionen an der Westflanke der Rockies nach Süden. Nur alle 50 bis 80 km ein Ort, eine Tankstelle. Erst nach einem Abstecher zu den Wasserfällen im ebenso einsamen Wells Gray Provincial Park erreichen Sie im Ranchland um Kamloops wieder die Zivilisation. Im Tal des Thompson River schlängelt sich der Trans-Canada Highway weiter nach Westen. Fast wüstenhaft trocken ist es hier im „Interior“ von B.C., ein Land wie aus einem Western. Dazu passt gut ein Besuch auf der Hat Creek Ranch bei Cache Creek: eine originalgetreu erhaltene Postkutschenstation (tgl. 9-17 Uhr | Eintritt 8 $). Noch mehr Pionierflair wartet in Lillooet, einem klassischen Pionierstädtchen am Beginn der Cariboo Road, der alten Route der Goldgräber. Tipp: eine dampfende Portion Fish&Chips in Lou's Drive-In an der Main Street.

Von Lillooet folgt die Route dem Fraser River zum Meer. Einen tief eingeschnittenen Canyon hat sich der Strom durch die Coast Mountains gegraben. Das engste und wildeste Stück liegt südlich von Lytton. Dichte Wälder überziehen die Berghänge und begleiten den Highway 1 durch das nun breiter werdende Fraser Valley bis zur Endstation der Reise in Vancouver.

Der Süden: Wälder und stille Seen

Der sonnige Süden der Provinzen eignet sich zum gemütlichen Feriengenuss in Wildwestnestern und an lang gestreckten Seen. An Attraktionen für Naturfreunde mangelt es nicht: Am Weg liegen Nationalparks wie Waterton Lakes, Museumsdörfer wie Fort Steele und Geisterstädte aus der Goldgräberzeit. Als Zeitbedarf sollten Sie für die knapp 1900 km lange Route 10 Tage einplanen.

Von Vancouver führt die Route zunächst im breiten, fruchtbaren Fraser Valley ostwärts. Schön zur Einstimmung auf die Reise ins Pionierland: ein Stopp im Museumsdorf Fort Langley, in dem die Tage der Pelzhändler nachgestellt werden.

Vom Örtchen Hope aus klettert der Highway 3 in die Coast Mountains zum waldreichen Manning Provincial Park, wo im Frühjahr wilde Rhododendronbüsche üppig blühen (Wanderwege, Trail Rides). Vom 1346 m hohen Allison Pass gehts dann hinab auf die trockene, sonnige Ostseite der Berge in das Tal des Similkameen River. Obstplantagen säumen die Talsohlen, und an Straßenständen verkaufen die Farmer Kirschen und Pfirsiche.

Osoyoos liegt nahe an der US-Grenze und erinnert mit seinem Badebetrieb am Osoyoos Lake fast an einen mediterranen Ferienort. Die Route folgt nun dem Okanagan Valley. nordwärts - vorbei an Sandstränden, Obstgärten und Weinbergen. Nördlich von Vernon wird es dann am Trans-Canada Highway schnell wieder einsamer und ruhiger. Tief in den Wäldern der Monashee Mountains ein historischer Stopp: Craigellachie, jene schicksalhafte Bahnstation, wo am 9. November 1885 der letzte Nagel der transkanadischen Bahnlinie eingeschlagen wurde.

Gönnen Sie sich im Mount Revelstoke National Park während des Sommers unbedingt eine Fahrt zu den Blumenwiesen am Gipfel. Danach geht es auf den Highways 23, 31 und 3A südlich in die Region der Arrow Lakes - kaum erschlossenes Pionierland mit weit verstreuten kleinen Orten, herrlichen Provincial Parks in einsamer Bergnatur und lang gestreckten Seen, die die Highways auf Autofähren überqueren. Lohnende Stopps am Weg: die heißen Quellen von Nakusp und Ainsworth, die kleine Geisterstadt Sandon aus der Silberboomzeit um 1890 und der pittoreske alte Bergwerksort Nelson. Im Kokanee Creek Provincial Park können Sie im August die Lachse beim Laichen beobachten. Übernachtungstipp: die von Gärten umrahmte historische Willow Point Lodge (7 Zi. | 2211 Taylor Dr. | Tel. 250/825-9411 | www.willowpointlodge.com | €€-€€€).

Wieder nahe der US-Grenze führt die Route weiter (Zeitgrenze: +1 h) nach Cranbrook (großes Eisenbahnmuseum) und zum Museumsdorf Fort Steele bei Kimberley. Im Osten ragen nun schon die Gipfel der Rocky Mountains auf, die der Highway 3 auf 1396 m Höhe am Crowsnest Pass überquert. Das Frank Slide Visitor Centre schildert dort das harte Leben der Kohlebergleute Ende des 19. Jhs.

Bei Pincher Creek zielt der Highway hinaus in die unendliche Prärie - doch zuerst noch ein Abstecher nach Süden: in die erhabene Bergwelt des Waterton Lakes National Park, der mit Bootstouren und Wandertrails lockt. Dann geht es endgültig hinaus aus den Bergen und über Fort MacLeod mit seinem hervorragenden Indianermuseum nordwärts durch das Ranchland von Alberta zum Endpunkt der Tour, der Ölmetropole Calgary.

Die Westküste: Fjorde und grüne Inseln

Die zerklüftete Pazifikküste entlang der berühmten Inside Passage und der fast unerschlossene Norden von British Columbia sind die Ziele dieser Route. Eine Fahrt ins Reich der Indianer, Holzfäller und Pionierfarmer. Die Strecke: 2400 km ohne Fährstrecken. Zeitbedarf: ca. 14 Tage. Wichtig: eine Reservierung für die Fährfahrt von Port Hardy nach Prince Rupert.

Vom Fährhafen Tsawwassen am Südrand von Vancouver legen im Stundentakt die Autofähren nach Vancouver Island ab. Von hier ist es nicht weit nach Victoria, das mit seinem hervorragenden Provinzmuseum und der hübschen Altstadt einen Tag Aufenthalt verdient.

Auf der Weiterfahrt am Trans-Canada Highway liegt gleich am Stadtrand der Goldstream Park, wo im Spätherbst die Lachse zu ihren Laichgründen schwimmen und dann im seichten Wasser sterben - ein beeindruckendes Naturschauspiel. Etwa einen Tag Fahrt - vorüber an Badestränden und Ferienorten wie Chemainus, berühmt für seine 30 großen Fassadenmalereien internationaler Künstler - ist es zur Westküste von Vancouver Island: zum Pacific Rim National Park. Der Fischerort Tofino ist der beste Standort für einen Pausentag zu Wanderungen am Strand und vielleicht einer Bootstour oder Kayakfahrt.

Zurück an der Ostküste, folgt die Route dann über Campbell River dem Highway 19 in den Norden von Vancouver Island. Nicht verpassen: eine Tour zur Walbeobachtung ab Telegraph Cove und einen Abstecher nach Alert Bay wo eine schöne Sammlung von Totempfählen und indianischen Masken wartet.

Am nächsten Morgen: Einschiffung in Port Hardy zur Fahrt durch die Inside Passage - mit etwas Glück bei Sonnenschein. Normalerweise regnet es hier, denn die steilen Coast Mountains fangen die Pazifikwolken ein. Doch das hat auch seine Vorteile: In diesem Küstenstrich gedeiht ein einzigartiger Urwald aus turmhohen Douglasien und Sitkatannen. Oft können Sie von der Fähre aus Wale, Robben und Weißkopfseeadler beobachten.

Nach 15 Stunden ist Prince Rupert erreicht. Der Fährhafen am Nordende der Inside Passage liegt im Reich der Tsimshian-Indianer. Überall in der Stadt zeugen große Totempfähle von ihrer Schnitzkunst. Das North Pacific Historic Fishing Village (Mai-Sept. tgl. 10-17, Juli/Aug. bis 19.30 | Eintritt 12 $) im Vorort Port Edward stellt die lange Tradition der Fischerei in der Region dar.

Die Weiterfahrt auf dem Yellowhead Highway führt am oft wolkenverhangenen Skeena River entlang nach Hazelton, einem wichtigen Siedlungszentrum der Tsimshian. Von hier können Sie sogar einen kurzen Abstecher nach Alaska einplanen: Auf dem Cassiar Highway ist es etwa ein halber Tag Fahrt bis Stewart direkt an der Grenze zum Nachbarland. Einsame Wälder und Seen, nur hin und wieder eine kleine Pionierfarm, ein kleiner Ort - die Fahrt auf dem Yellowhead Highway zieht sich. Am Wege zeugen vielerorts rote, abgestorbene Nadelbäume von der rasenden Verbreitung des Borkenkäfers. Erst um die Holzfällerstadt Prince George tauchen aber größere Kahlschläge auf - hier wird wenigstens ein Teil des toten Holzes verwertet.

Auf dem Highway 16 können Sie von Prince George aus an die erste Route anschließen und in die Rockies weiterreisen. Zur Rückfahrt nach Süden nehmen Sie den Highway 97 durchs sonnige Ranchland der Cariboo Region. Unbedingt sehenswert ist die alte Goldgräberstadt Barkerville, heute komplett als Museum unter Denkmalschutz. In Cache Creek schließt die Fahrt dann an die oben beschriebene Route 1 an und führt auf dem Trans-Canada Highway nach Vancouver zurück.