Reisetipps Kanada Ost

Insider Tipps Kanada Ost MARCO POLO Autor Karl Teuschl im Interview

Karl Teuschl lebt in München und Vancouver. Als Buch- und Filmautor ist er stets auf der Suche nach spannenden Themen - und findet sie.

Seit wann kennen Sie Kanada?

Seit 10 Jahren lebe ich einen Teil des Jahres in Kanada. Seither bin ich als Journalist und Autor sowie für Dokumentar- und Reisefilme überall in der Region unterwegs. Mein letztes Projekt war ein Arte-Film über Eisbergforschung in Kanada. Dafür war ich zum Drehen mehrmals in Labrador und Neufundland - auch im Winter. So komme ich durch meine Arbeit immer wieder an ungewöhnliche Orte.

Was reizt Sie besonders an dem Land?

Die Weite, der Platz, den man auch im täglichen Leben in Kanada hat - das beeindruckt mich hier am meisten. Auch wenn die Kanadier sicher ihre Fehler beim Umweltschutz gemacht haben, die Natur ist immer noch intakter, wilder und ursprünglicher als in Europa. Es gibt - nicht nur in Nationalparks - noch wirklich große Landflächen, in denen der Mensch noch keine Spuren hinterlassen hat.

Wo haben Sie die Sprache gelernt?

Seit meinem Studium in Los Angeles bin ich ziemlich flüssig im Englischen - dass ich dort Phonetik und linguistische Anthropologie studiert habe, half dabei sicherlich. Man lernt, was wichtig ist, um als native speaker durchzugehen. Tipp: Die Intonation ist wichtiger als ein großer Wortschatz.

Als Reisejournalist müssen Sie ja viel unterwegs sein?

Ja, meist bin ich etwa 3 bis 4 Monate im Jahr on the road, fast ausschließlich in Nordamerika und ein bis zwei Monate davon in Kanada. Oft bin ich in den großen Metropolen, viel aber für Hintergrundrecherchen zu Artikeln und Filmen auch im Hinterland. Draußen im weiten Land gefällt es mir immer am besten.

Was prädestiniert Sie als MARCO POLO Autor?

Ich habe mein Studium mit Reiseleitungen finanziert. Da bekommt man ein Gespür dafür, was die Reisenden wissen und erleben wollen: Nicht nur die Highlights und großen Sehenswürdigkeiten (die natürlich auch), sondern dazu die kleinen, stillen oder auch ungewöhnlichen Dinge eine Ecke weiter, über die man wirklich Zugang zum Land bekommt. Das indianische Café mit den fabelhaften Blaubeerpfannkuchen, der Wandertrail, auf dem man vielleicht sogar ganz nah zum Land auch Wale sieht, die Tour zum Bärenbeobachten, die ganz persönlich geführte Lodge im Hinterland. Solche Tipps zu entdecken macht den größten Spaß. Es kommt immer auf die richtige Kombination an, damit eine Reise zum Erlebnis wird.