Reisetipps Kanada Ost

Szene Kanada Ost

Jutta Cossette

hat nicht nur 16 Jahre in Montreal gelebt, sondern kehrt mehrmals pro Jahr in ihre zweite Heimatstadt mit dem gewissen Etwas oder „je ne sais quoi“ zurück, um Familie und Freunde zu besuchen. Bei ihren Kanada-Trips spürt sie die neuesten Trends und die besten Nightclubs auf. Besonders fasziniert sie der lebendige Mix der Franco-Kanadischen Ausgehkultur: Vor allem im Sommer jagt ein Festival das andere!

Klare Konzepte

Design hoch vier

Toronto und Montreal sind Ostkanadas Kreativ-Hochburgen. Die neue Designer-Generation bringt frischen Wind in die Szene. Mit dafür verantwortlich ist Erratum, eine 2004 von Frederic Galliot and Vincent Hauspy gegründete Designer-Kollektive, die sich der Low-Tech-Ästhetik verschrieben hat: Simple und klare Linien stehen dabei im Vordergrund (www.erratum.ca). Andrea White hat als Grafikdesignerin bei Prada gearbeitet, dann gründete sie mit ihrem Vater Brave Design, das auf kunstvolle Leuchtkörper spezialisiert ist (www.bravedesign.ca). Fridgeland steht für avantgardistische Möbel und Objekte und ist immer auf der Suche nach Talenten (www.fridgeland.com). Shopping-Tipp: Moderne Möbel und Wohndeko von kanadischen Designern gibt's in Toronto bei Made (867 Dundas Street West).

Stilvoll loungen

Glamouröse Hotspots

Stylishe Lounges sind die neuen Party-Locations. So besticht die schicke C Lounge in Toronto mit Spa-Atmosphäre in Braun-Weiß und VIP-Cabañas, die um einen Designer-Teich gruppiert sind. Praktisch: Im Salon-Space lässt man sich Haar und Make-up von Beauty-Profis auffrischen (456 Wellington Street West | www.libertygroup.com). Newtown ist nicht nur Jacques Villeneuves Rennfahrer-Spitzname, sondern auch der seiner Luxus-Lounge in Montréal (1476 Crescent | www.newtown.ca). Ottawas Szene feiert in der ultracoolen Helsinki Lounge (15 George St. | www.helsinki.ca), in Québec City gehen die Trendsetter in die opulente Boudoir Lounge (441 Rue de L'Église | www.boudoirlounge.com).

Parkdale kommt

Ein Viertel im Aufwind

Torontos Parkdale avanciert zum In-Viertel und zieht die kreative Szene an. Künstler und Designer haben sich hier niedergelassen, neue Galerien und Boutiquen eröffnen fast täglich. Angesagt ist vor allem die Queen Street West, das einstige Rotlichtareal. Mit moderner Kunst von Malerei bis Video-Installationen ist die Gallery 1313 stets am Puls der Zeit (1313 Queen Street West | www.g1313.org). Die Angell Gallery zeigt Unkonventionelles von talentierten Künstlern (890 Queen Street West | www.angellgallery.com). Happenings im renovierten Gladstone Hotel (1214 Queen Street West | www.gladstonehotel.com) bieten Gästen einen direkten Draht zur Kunstszene. Toll: Die 37 Zimmer des Hotels wurden von lokalen Designern gestaltet. Auf der Suche nach Teilen von up-and-coming Designern? Die hängen bei Fresh Collective (692 Queen Street West | www.freshcollective.com).

Green Couture

Organic Fashion boomt

Dass Mode schick und umweltfreundlich zugleich sein kann, zeigen Ostkanadas Jungdesigner. Die Top-Adresse für Eco-Brands ist der süße Heart on your Sleeve-Laden in Toronto (61 A Bellevue Ave. | http://heartonyoursleeve.ca). Hier gibt's nicht nur Kleider und Handtaschen von eco-friendly Passenger Pigeon (www.passengerpigeon.ca), sondern auch Organic Lifestyle und Streetfashion von Saltorganic (www.saltsorganic.com) und biologische Trendmode von Grace & Cello (www.gracecello.com). Richtig stylissh sind die Krawatten-Handtaschen von Indie-Singer-Songwriter Jacqueline Rendell: Fans bekommen die coolen Einzelstücke bei Made in Tieland (www.madeintieland.com).

Kunst im Untergrund

Public Art

Die Städte befinden sich im Wandel: Installationen, Architektur und sogar Graffiti verändern öffentliche Plätze. In Toronto und Montréal werden beispielsweise immer mehr U-Bahnstationen zu Galerien unter Tage. In der neuen Station Montmorency verbindet das Dekor die neueste Streckenverlängerung mit dem Design aus den 60er- und 70er-Jahren: Wandplatten in Retro-Farben wie Strohgelb, Ziegelrot und Blau-Grün treffen auf Waschbeton, Eyecatcher sind die freihängenden Skulpturen „Les fluides“ von Hélène Rochette (www.metrodemontreal.com). Sehenswert ist auch die 2002 eröffnete Sheppard Line in Toronto: In der Bayview Station schuf Künstler Panya Clark Espinal faszinierende optische Täuschungen (http://transit.toronto.on.ca/spare/0008.shtml). Auch legales und illegale Graffiti etablieren sich immer mehr als Kunstform. Seit Kurzem sponsern Privatpersonen, Firmen und sogar Städte-Spray-Events. Die Gruppen Style in Progress (www.styleinprogress.ca) und die Under Pressure Convention (www.underpressure.ca) sind für die schönsten legalen Wandgemälde in Toronto und Montréal verantwortlich.

Local Flavours

Genießen ohne Reue

Immer mehr Restaurants und Cafés setzen auf Produkte aus der Umgebung: Das spart Energie und unterstützt die lokale Agrarwirtschaft. Selbst Celeb-TV-Köche werden zu Verfechtern lokaler Erzeugnisse, z.B. Ricardo Larrivée und Anna Olson. Buddha Dog in Toronto (163 Roncesvalles Ave. | www.buddhafoodha.com) bezieht die Zutaten für die Gourmet-Hot-Dogs aus der Gegend: Das Fleisch und der Black River Cheese kommen aus Prince Edward County, die Brötchen sind hausgemacht. Auch bei Il Fornello in Toronto (491 Church St. | www.ilfornello.com) und im hippen Restaurant Verses in Montréal (100 Saint-Paul Street West | www.versesrestaurant.com) gibt es ausschließlich Gerichte mit Zutaten aus der Region.

Trendsport Geocaching

Hightech-Schatzsuche per GPS

Die Schnitzeljagd für Fortgeschrittene boomt! So geht's: Die Koordinaten des Schatzes werden online gepostet, die Geocacher notieren sie und machen sich zu Fuß, Rad oder Pferd mit GPS auf die Suche. Der Schatz ist in einem wasserdichten Behälter versteckt: Wer ihn findet, nimmt sich was raus und legt im Tausch was für den Nächsten rein. Beliebt sind Fremdwährungen, CDs oder Bücher. Infos gibt es bei Ontario GPS Treasure Hunting (www.geocachingontario.com) und Géocaching Québec (www.geocaching-qc.com).

Im kleinen Rahmen

Micro-Breweries ziehen Montréals Szene an

Minibrauereien setzen neue Trends und trumpfen mit schickem Interior und ausgefallenem Bier auf. Das stylische Benelux (245 Sherbrooke Ouest | www.brasseriebenelux.com), einst eine Bank, wurde von Bruno Braën designt: Aus dem alten Safe-Bereich wurde eine minimalistische Lounge in Schwarz. Aushängeschild von Brutopia sind ungewöhnliche Biersorten wie Chocolate Stout und Raspberry Blonde (1219 Crescent St. | www.brutopia.net). Das L'amère à boire beeindruckt mit funky Dekor und Crème brûlée mit Dunkelbier (2049 St. Denis St. | www.amereaboire.com). Neuester Hotspot: Le Sergent Recruteur (4801 Boul St. Laurent | www.sergentrecruteur.com).