Reisetipps Italien

Insider Tipps Italien MARCO POLO Autorin Bettina Dürr im Interview

Bettina Dürr pendelt seit über zwei Jahrzehnten zwischen Bologna und Düsseldorf und hat mehrere Marco Polo Reiseführer geschrieben.

Wie sind Sie nach Italien gekommen?

Ich bin 1982 mit einem Stipendium nach Bologna gekommen, um hier italienische Geschichte zu studieren. In dem Jahr habe ich meinen italienischen Lebensgefährten kennengelernt und lebe seither mehrere Monate im Jahr in Italien.

Was reizt Sie an Italien?

Die Vielfalt an Mentalitäten, Lebensweisen, Klimaräumen - von den Alpen bis ans Mittelmeer - ist faszinierend. Und im Süden trifft man ungemein gastfreundliche Menschen.

Und was mögen Sie an Italien nicht so?

Der Lärmpegel ist manchmal sehr hoch. Die neueren Stadtteile wuchern oft erstaunlich hässlich um die Altstadtkerne. An manchen Küstenstrecken sieht man vor Strandbädern, Ferienanlagen und die meiste Zeit leer stehenden Apartments das Meer nicht; außerhalb der Saison kann das sehr trist sein. Und dann der Müll an vielen Küstenstreifen und Waldstücken - kurz: eine gewisse Rücksichtslosigkeit der Italiener gegenüber ihrer schönen Landschaft.

Wo und wie leben Sie genau?

In einer winzigen Wohnung in Bologna, in Norditalien ist Wohnraum sehr teuer. In der Stadt bewege ich mich mit dem Fahrrad, dazu muss man allerdings den deutschen Radfahrerkomfort vergessen.

Was machen Sie beruflich in Italien?

Ich schreibe Reiseführer über Italien, arbeite mit an kulinarischen Sachbüchern. Hin und wieder übersetze ich Kinder- und Jugendliteratur aus dem Italienischen und organisiere für kleine Gruppen Reisen zu bestimmten Themen.

Kommen Sie viel in Italien herum?

O ja, ich nehme jede Gelegenheit wahr, eine Stadt mal wieder zu besuchen, einen Ausflug zu machen, immer auf der Suche nach Neuigkeiten für die Reiseführer. Richtig Ferien machen kann ich kaum noch - eine Berufsdeformation.

Mögen Sie die italienische Küche?

Kaum vorstellbar, dass jemand die italienische Küche nicht mag. Zu meinen Lieblingsessen im Norden zählen Risotti und die vielen Varianten an gefüllten Teigtaschen, im Süden die köstlichen antipasti aus Gemüse, Meeresfrüchten und Fisch.

Könnten Sie wieder in Deutschland leben, oder sind Sie „verdorben“?

In beiden Ländern zu leben, empfinde ich als eine große Bereicherung.