Reisetipps Island

Insider Tipps Island MARCO POLO Autorin Sabine Barth im Interview

Sabine Barth reist seit 1981 nach Island. Sie hat dort auch einige Jahre gelebt und das Goethe-Zentrum in Reykjavík geleitet.

Sie fahren regelmäßig nach Island. Was reizt Sie an diesem Land?

Bis heute ist es sicher die Landschaft, die Weite der Lavawüsten, der Gletscher und des Meeres. Immer noch findet man Regionen, in denen man alleine ist, deshalb reise ich auch am liebsten im Frühsommer oder im September dorthin. Außerdem kann ich bei jedem Aufenthalt sicher sein, dass ich wieder etwas Neues entdecke. Das macht Island so interessant und spannend.

Kommen Sie viel in Island herum?

Ja, notwendigerweise. Meine Recherchereisen führen mich regelmäßig in die unterschiedlichen Regionen, ansonsten wüsste ich nicht genau, was sich verändert hat. Ich muss es erleben, einige Wege wieder im Geländewagen befahren oder erwandern. Einen Strand muss ich hören und fühlen, Bilder nützen da nichts. Gerade eine so sinnliche Landschaft wie die in Island muss man auch mit allen Sinnen erleben.

Sprechen Sie Isländisch?

Ich habe mehrere Anläufe unternommen, die Sprache zu lernen, und zwar jedes Mal im Land selbst. Während der Zeit meiner Tätigkeit in Reykjavík sprach ich zwar meistens Deutsch, und hinsichtlich meiner journalistischen Arbeiten benutze ich Englisch, doch ich verstehe einiges und kann durchaus auch Sachtexte lesen. Das ist ausgesprochen hilfreich für meine Reiseführer, denn bis heute sind etliche Informationen nur auf Isländisch zu erhalten.

Was prädestiniert Sie als MARCO POLO Autorin?

Einer meiner größten Vorteile ist, dass ich das Land schon so lange kenne. Ich habe gelernt, die Mentalität zu verstehen. Manche Fakten, die heute groß gefeiert und gehypt werden, sind alt. Schon 1981 war am Wochenende der Bär in Reykjavík los, damals brachte man sich die alkoholischen Getränke mit. Auch die lebendige Kunstszene ist kein Novum, sondern Teil der isländischen Kultur. Da ich mich nicht nur mit dem Reiseland Island beschäftige, sondern auch mit dem Kulturland, freut es mich natürlich, dass heute verstärkt auf die Insel geblickt wird.

Aufgrund meiner kontinuierlichen Beschäftigung mit Island kann ich Tendenzen und Entwicklungen gut einschätzen. Auch die gesellschaftlichen Prozesse, die nicht immer unmittelbar an der Oberfläche liegen, sehe ich. Mein isländischer Bekannten- und Freundeskreis hilft mir dabei natürlich. Ideal ist, dass ich sowohl eine Fremde als auch eine Vertraute bin. Nur mit der richtigen Distanz lassen sich diese Prozesse einschätzen und wahrnehmen.