Reisetipps Irland

Ausflüge & Touren Irland

Auf dem Dingle Way zwischen Tralee und der Dingle-Bucht

Die nördlichste der fünf Halbinseln im Südwesten Irlands ist Dingle. Nahezu über die gesamte Halbinsel führt der 150 km lange Wanderweg Dingle Way. Besonders schön ist die 70 km lange Teilstrecke zwischen Tralee und Dingle, für die Sie drei Tage einplanen sollten.

Seitdem Regisseur David Lean „Ryan's Daughter“ an den weißen Sandstränden der Dingle Bay entlangschlendern ließ und die romantische Träumerei noch um eine Galoppsequenz erweiterte, garniert mit mitreißender Filmmusik, reisen zahlreiche Besucher an die Drehorte des Films. Diese Wanderung führt Sie über Bergpfade und durch farnbewachsene Täler, entlang klarer Bäche, und immer wieder ergeben sich Ausblicke über die Tralee Bay und die Dingle Bay. Sie starten von Tralee aus zum südwestlich gelegenen Blennerville, das Sie auch mit der historischen Dampfeisenbahn (3 km Schmalspur) erreichen können. Die alten Schleusentore am Hafen sollten Sie nicht verpassen. Hier bestiegen im 19. Jh. viele Iren das Schiff nach Amerika. Eine noch größere Touristenattraktion ist die 200 Jahre alte Windmühle von Blennerville, hervorragend restauriert und noch heute funktionstüchtig - die größte in Irland und Großbritannien. Gruppiert um die Mühle sind ein Ausstellungszentrum sowie Kunstgewerbeläden und ein Restaurant. Auf der alten Landstraße nach Dingle, vorbei an den Ruinen des verlassenen Dorfes Killelton, bewachsen mit Efeu und Fuchsien, und den Überresten des St.-Elton-Oratoriums, befinden Sie sich auf dem historisch interessanten Wegabschnitt. Die Ruinen des frühchristlichen Gebetshauses stammen aus dem 7. Jh. und sind damit älter als das bekannte Gallarus-Oratorium. Nach 20 km ist die erste Tagesetappe geschafft - Sie sind im Dorf Camp angekommen, wo Sie auch übernachten können (5 Zi. | Barnagh Bridge County Guesthouse, Camp | Tel. 066/7130145 | Fax 7130299 | bbguest@eircom.net | €). Einkehr bietet sich im Pub Ashe's auf ein Guinness an.

Oberhalb von Camp liegen die Ruinen eines steinernen Forts, genannt Cathair Chonroi (Caher Conree). Die Überreste der einst 110 m langen, über vier Meter dicken und drei Meter hohen Mauer sind eine Besichtigung wert. Der Aufstieg dauert etwa 1,5 Stunden von der Straße und ist ein wenig mühsam, doch Sie werden mit einem phantastischen Blick über das Meer und die Halbinsel Dingle belohnt.

Am nächsten Morgen führt der Weg weiter über die Dingle-Halbinsel in südwestlicher Richtung. Sie kommen vorbei an ausgedehnten Moorebenen, in denen immer noch Torf gestochen wird. Gen Süden ergeben sich auf dem letzten Tagesabschnitt herrliche Panoramablicke zur Dingle Bay. An klaren Tagen kann man die Berge der benachbarten Iveragh-Halbinsel erblicken. Schließlich erreichen Sie nach etwa 25 km das Städtchen Annascaul. Mehr als ein Dutzend Pubs gewähren Geselligkeit am Abend. Anschließend empfiehlt sich die Übernachtung im Anchor House (10 Zi. | Tel. 066/9157382 | Fax 066/9157382 | www.dingle-peninsula.ie/annascaul | €).

Der dritte Tag führt nach Dingle. Doch bevor Sie dort ankommen, genießen Sie den Blick auf das historische Minard Castle, das in romantischer Lage über der kleinen Kilmurry Bay thront. Über verstreut liegende Dörfer ist schließlich das lebhafte Dingle mit seinem kleinen Hafen erreicht.

Wer auf den Geschmack gekommen ist: Der Dingle Way führt weiter in westlicher Richtung um Slea Head, eine raue und einsame Gegend voller altgälischer Relikte: Steinkreuze, Ringforts und Ruinen frühchristlicher Gebetshäuser finden sich überall. In nördlicher Richtung geht es weiter nach Dunquin und zurück entlang der Nordküste der Halbinsel, vorbei an herrlichen Sandstränden und unterhalb des Brendan-Bergmassivs.

Informationsmaterial und Karten über den Dingle Way (mit Übernachtungsadressen) hält die Touristeninformation in Tralee bereit (Ashe Memorial Hall | Denny Street | Tel. 066/7121288 | Fax 7121700).

Mit dem Kabinenkreuzer auf dem Grand Canal

Der Grand Canal führt von Dublin über Robertstown und Tullamore nach Shannon Harbour am Shannon (125 km). Diese Route folgt ihm von Tullamore östlich bis Robertstown (20 km), dort führt ein Zweig des Grand Canal südlich nach Athy und trifft den River Barrow, den Sie bis St. Mullins (110 km) befahren können. Dauer der Tour (hin und zurück): mindestens 1 Woche.

Der Grand Canal war im 19. Jh. ein beliebter Reiseweg für bis zu 100000 Passagiere jährlich, die von Dublin zum Shannon vier Tage brauchten, denn die Boote wurden von Pferden gezogen. 1960 wurde der Betrieb mit Lastkähnen eingestellt. Die typischen Narrow Boats (schmaler als auf dem Shannon) können auch am River Barrow gemietet werden (Barrowline Cruisers | Vicarstown | Tel. 057/8626060 | www.barrowline.ie). Ein Boot mit vier Betten kostet im Juli/August um 1200 Euro wöchentlich, sonst ab 900 Euro. Einen Bootsführerschein brauchen Sie nicht. Bevor es losgeht, werden Sie 30 Minuten eingewiesen. Während der Fahrt schippert man langsam durch die stille Natur, erspäht Wasservögel, Grün bewachsene Steinbrücken, historische Schleusen und alte Dörfer, in denen Pubs zum Verweilen einladen.

In der Whiskeystadt Tullamore können Sie sich für die Reise versorgen. Das Zentrum des Städtchens ist eine breite Straße mit Geschäften und Pubs. In Robertstown, dem nächsten Etappenziel, ist das majestätische Grand Canal Hotel aus dem Jahr 1801 renoviert worden. Der ehemalige Pfad der Zugpferde ist heute ein romantischer Spazierweg. Südlich der Stadt führt ein Zweig des Kanals nach Süden zunächst nach Rathangan, dessen Gewässer gerühmt werden für ihren reichen Fischbestand. Monasterevin mit seiner historischen Ziehbrücke war 150 Jahre lang eine Whiskeydestillerie, die Ruinen sieht man vom Kanal aus. In der mittelalterlichen Marktstadt Athy mündet der Kanal in den River Barrow. Jetzt geht es flussabwärts, und auf der 65 km langen Strecke bis St. Mullins sind 23 Schleusen zu bewältigen. In Carlow sehen die Ruine einer normannischen Burg am Ostufer. Über Muine Bheag führt der Fluss nun nach Graiguenamanagh mit der Duiske Abbey aus dem Jahre 1207, einem restaurierten Zisterzienserkloster. Die Fahrt endet vor St. Mullins an einer Schleuse, denn der weitere Flusslauf bis zur Mündung hinter New Ross ist für die leichten Kanalboote nicht geeignet. Wer sein Boot nur für eine Woche gemietet hat, muss jetzt umkehren, um es rechtzeitig zurückzugeben, denn die Boote fahren etwa 10 km/h, und bis Tullamore sind es immerhin 130 km.

Eine Beschreibung aller schiffbaren Kanäle und Flüsse mit Tipps für Angler finden Sie in Jane Cumberlidges Buch „Binnengewässer Irlands“.

Historische Städte im Süden

Von Cork führt die N 22 in westlicher Richtung über Macroom und durch die Derrynasaggart Mountains nach Killarney, dann weiter nach Tralee. Von dort erreichen Sie über die N 21 in nordöstlicher Richtung Limerick. Südöstlich führt die Strecke weiter nach Tipperary, Cahir, Clonmel und Carrick-on-Suir. Über Youghal kehren Sie nach Cork zurück. In erster Linie sind es historische Bauwerke, die zu dieser Reise verführen. Aber auch malerische Flüsse und grüne Gebirge machen den Reiz dieser Route aus. Länge: 450 km, Dauer: etwa vier Tage.

Von Cork, dem Ausgangspunkt, gelangen Sie in das ruhige, am Lee gelegene Marktstädtchen Macroom. Vorbei an weiteren kleinen Dörfern, die oft nur aus wenigen Häusern bestehen, windet sich die Straße durch die Derrynasaggart Mountains nach Killarney - für die meisten Reisenden Endpunkt der heutigen Etappe. In Tralee, der größten Stadt der Grafschaft Kerry, lohnt sich ein abendlicher Besuch im Siamsa Tire Theatre, dem bekanntesten Volkstheater der Insel mit Tanz, Musik und viel Gesang. Während der letzten Augustwoche verwandelt sich Tralee in ein einziges Openairfestival. Das schönste aller irischen Mädchen wird zur „Rose of Tralee“ gewählt, in den Straßen wird gefeiert, musiziert und auf Pferde gewettet. Der Bierkonsum erreicht seinen Jahreshöchstwert. Sollte daher in den Hotels kein freies Bett mehr zu haben sein, fahren Sie besser direkt weiter nach Limerick oder Tipperary. Eine Besichtigung des Cahir Castle, nationales Monument und größte mittelalterliche Festung des Landes, lohnt sich in jedem Fall. Eine sehenswerte audiovisuelle Show macht mit dem Leben der früheren Burgbewohner vertraut.

Schon Fürst Pückler, der zu Anfang des 19. Jhs. Irland bereiste, riet in seinen Berichten zu einer Wanderung entlang des Flusses Suir. An dessen Ufer liegt die Kleinstadt Clonmel, die mit ihrer Windhundrennbahn und den zahlreichen Pubs irischen Charme verbreitet. Naturliebhaber können von hier aus einen Abstecher nach Lismore und zum Tal The Vee unternehmen. Die Straße (R 671) führt zunächst über den Fluss und verläuft dann in südlicher Richtung. Auf dem Weg nach Dungarvan biegen Sie nach rechts ab auf eine „Scenic Route“ nach Newcastle, Capoquin und schließlich Lismore. Das hübsche Städtchen wird beherrscht vom Lismore Castle, dessen herrliche Parkanlage für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Weiter geht es auf der R 668 Richtung Clogheen auf überwiegend kurviger Strecke, zunächst über ein Hochmoor und durch eine romantische Gegend: rauschende Bäche und Wasserfälle, Moor und Moos, dazwischen grasen ein paar einsame Schafe. Knorrige alte Bäume hängen dicht über den schmalen Straßen, auf denen nur selten Autofahrer entgegenkommen. Unterwegs laden altmodische Pubs zu einer Pause ein. Über zahlreiche alte Steinbrücken, vorbei an verlassenen Bruchsteincottages und einsam gelegenen Bauernhöfen, erreichen Sie schließlich wieder Clonmel. Dort bietet sich die Übernachtung in einer historischen Kutschenstation aus dem frühen 19. Jh. mit dem Namen Hearn's Hotel (25 Zi. | 34/35 Parnell Street | Tel. 052/21611 | Fax 21135 | €€) an. Das Mittelklassehaus ist stilvoller Treffpunkt der Stadt und bietet auch Abendunterhaltung.

Nach einem deftigen full Irish breakfast machen Sie sich auf nach Carrick-on-Suir, wo Sie an schönen Tagen in den Gärten des elisabethanischen Herrenhauses Ormond Castle, sehr schön am Fluss gelegen, ein Picknick machen können. Die 1573 vom Grafen von Ormond anlässlich eines Besuchs von Queen Elizabeth I. gebaute Mansion ist verbunden mit einem älteren Castle und ist möglicherweise die Geburtsstätte von Anne Boleyn. Leider kann sie nicht besichtigt werden. Über Youghal gelangen Sie schließlich zum Endpunkt der Rundreise, nach Cork.