Reisetipps Griechische Inseln

Stichworte Griechische Inseln

Antike Götter

Die meisten antiken Bauten wurden zu Ehren der Götter geschaffen. Die Götter wurden als allgegenwärtig erlebt, auf dem Götterberg Olymp auf dem griechischen Festland ebenso wie unter den Menschen auf den Inseln. Göttervater Zeus galt als der mächtigste unter ihnen. Sein Bruder Poseidon, dem ein Heiligtum auf Tínos geweiht war, war für das Meer und die Erdbeben verantwortlich, sein zweiter Bruder Hades für die Unterwelt. Seine Gemahlin Hera, deren Hauptheiligtum auf Sámos lag, beschützte die Ehe. Ihr einziger gemeinsamer Sohn war Hephaistos, der Gott der Schmiede, dessen Werkstatt man auf der Insel Límnos wähnte. Dessen Gemahlin Aphrodite, von den Römern später Venus genannt, war die Göttin der Liebe und wurde insbesondere auf Lesbos verehrt. Aus einem der häufigen außerehelichen Verhältnisse des Zeus soll Apoll hervorgegangen sein, der Gott der Schönheit und des Lichts. Delos galt als Geburtsinsel des Apoll und seiner Zwillingsschwester Artemis. Sie war die Göttin der Jagd. Dionysos schließlich, Gott des Theaters und des Weins, war weithin bei den Menschen beliebt; Überreste ihm geweihter Heiligtümer finden Sie auf Delos und Thássos.

Byzanz

Byzantinischem begegnen Sie auf den griechischen Inseln immer wieder. Man besichtigt byzantinische Klöster und Kirchen, hört von byzantinischen Traditionen, die in der Musik, in der Volkskunst und im Denken der Menschen fortleben. In nahezu allen Gotteshäusern treffen Sie auf den byzantinischen Doppeladler, der das Symbol der weiter bestehenden Kirche und des untergegangenen Reichs ist.

Byzanz wurde 1204 von den Venezianern und den Teilnehmern des vierten Kreuzzugs geplündert. Viele Inseln gerieten damals unter die Herrschaft italienischer Adelsgeschlechter oder Stadtstaaten. Byzanz ging jedoch erst 1453 unter, als die Türken die Stadt eroberten und in Istanbul umbenannten. Die Griechen nennen sie weiterhin bei ihrem spätantiken Namen: Konstantinúpolis, Konstantinopel.

Euro-Normal

Europas Jugend wird sich immer ähnlicher. Auch die jungen Griechen zwischen 15 und 24 Jahren sind nicht viel anders als die jungen Durchschnittseuropäer und -europäerinnen. Im Gegensatz zu ihren Vätern, die sich vom richtigen Parteibuch bessere Karrierechancen versprachen, meiden sie die Mitgliedschaft in Parteien und Gewerkschaften; lieber treten sie einem Sportverein bei. Die Vorteile des Euro wissen fast ebenso viele Griechen zu schätzen wie andere junge Europäer: Fast jeder zweite hält die Europäische Währung für die bedeutendste politische Errungenschaft der letzten zehn Jahre.

Fauna

Die Tierwelt der griechischen Inseln ist artenarm. Große wild lebende Säugetiere fehlen völlig; einzig Kaninchen haben die Jagdleidenschaft vieler Griechen bislang überlebt. Auf Skíros lebt noch eine halb wilde Pferderasse. Und an der Nordküste der Insel Alónissos ist ein Schutzgebiet für die vom Aussterben bedrohten Mönchsrobben eingerichtet worden.

Auch Vögel sieht man nur selten. Auf Sámos allerdings ist der Ruf der Nachtigall noch häufig zu vernehmen; hier überwintern auch rosa Flamingos.

Eidechsen und Geckos hingegen sind zahlreich. Skorpione kommen zwar vor, begegnen einem aber fast nie. Schlangen gibt es viele, fliehen aber vor Menschen. Auf Mílos kommt eine sehr giftige Vipernart vor, die Vipera lebetina.

Flora

Zwischen Februar und Mai sind vor allem die nördlicheren Inseln von Blumenteppichen bedeckt. Klatschmohn und wilde Lilien, Asphodelen und Narzissen, Zyklamen, wilde Tulpen und Anemonen blühen tausendfach. Im späten Frühjahr färbt der Ginster die Landschaft gelb, während an Bachbetten und Straßenrändern der Oleander erblüht. Im Sommer überziehen duftende Kräuter wie Thymian und Oregano die steinigen Hänge, im Herbst wirkt die Erde dann verbrannt.

Wälder gibt es nur auf wenigen Inseln, allen voran auf Sámos, Skiáthos, Skópelos und Thássos. Lesbos ist von Olivenhainen bedeckt, auf Chíos mischt sich der Mastixstrauch unter Ölbäume. Die Kykladen hingegen sind baumarm. Wein gedeiht auf fast allen Inseln und wird ab August geerntet.

Ikonen

Darstellungen von Heiligen und biblischen Ereignissen auf Tafelbildern nennt man in der orthodoxen Kirche Ikonen. Man findet sie in allen Kirchen, aber auch in vielen Privatwohnungen, am Armaturenbrett von Linienbussen und auf der Brücke großer Fähren.

Ikonen sind „Tore zum Himmel“. Sie bringen den Heiligen ins Haus, machen ihn präsent. Deswegen genießen sie auch große Verehrung, werden geküsst, mit kostbaren Vorhängen, Edelsteinen, Ringen und Uhren geschmückt. Ikonen sind Konsulate des Himmels auf Erden. Sie werden behandelt, als wären sie der oder die Heilige selbst, obwohl sie das nach theologischem Dogma nicht sind.

Götzendienst ist das beileibe nicht, denn die Verehrung gilt ja nicht dem Bild, sondern dem Dargestellten. Die Ikone wird nicht nur als Abbild angesehen, sondern als mit dem Heiligen wesenseins.

Der Ikonenmaler muss sich ebenso wie der Schöpfer von Wandmalereien in den Kirchen streng nach uralten Regeln richten. Das führt dazu, dass sich viele Ikonen gleichen, unabhängig davon, aus welcher Zeit sie stammen.

Komboloí

Vor allem ältere griechische Männer tragen stets ein komboloí bei sich, ein Kettchen, dem Rosenkranz ähnlich. Es hat jedoch keinerlei religiöse Bedeutung, sondern dient einzig und allein dem Zeitvertreib. Wahrscheinlich haben es die Griechen in Abwandlung der islamischen Gebetskette übernommen.

Politik

Nach dem Sturz der Militärjunta, die das Land von 1967 bis 1974 knechtete, ist Griechenland eine stabile Demokratie geworden. Die beiden großen Parteien sind die links orientierte Pasok und die konservative Néa Dimokratía. Im 300-sitzigen Parlament vertreten sind außerdem die Kommunistische Partei KKE, das Linksbündnis SYN und seit 2007 erstmals auch die nationalistische LAOS. Hauptthemen in der Innenpolitik sind die Entbürokratisierung, die Privatisierung von Staatsunternehmen und der Abbau von Sozialleistungen. Außenpolitisch bemüht sich Griechenland vor allem um eine Aussöhnung mit der Türkei. Der US-Außenpolitik gegenüber ist man eher skeptisch.

Religion

Fast alle Griechen gehören der griechisch-orthodoxen Kirche an. Auf den Kykladen gibt es allerdings auch eine römisch-katholische Minderheit, deren Bischof seinen Sitz auf Síros hat.

Die Frömmigkeit der orthodoxen Christen ist noch groß, Zeichen hierfür sind die vielen Kirchen und Kapellen. Selbst kleinere Inseln wie Mykonos und Sífnos zählen angeblich 365 Kirchen - eine für jeden Tag des Jahres. Und noch immer werden neue gebaut.

Viele Kirchen und Kapellen sind überkuppelt; innen sind sie meist prunkvoll. Statuen, Weihwasserbecken und Beichtstühle fehlen im Gegensatz zu römisch-katholischen Kirchen; dafür gehört in jede orthodoxe Kirche eine Ikonostase. Diese Bilderwand aus Marmor oder reich mit Schnitzereien verziertem und meist bemaltem Holz trägt die bedeutendsten Ikonen und trennt den Altar- vom Gemeinderaum. Ein wichtiges Ritual ist das Küssen der Ikonen.

Überall auf den Inseln begegnen Ihnen orthodoxe Priester, die lange, dunkle Gewänder, einen üppigen Bart und eine Kopfbedeckung tragen, unter der nur ein mehr oder minder langer Zopf herausschaut. Sie dürfen heiraten und haben oft große Familien, werden vom Staat bezahlt und nehmen zusätzlich Gebühren ein für Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse.

Orthodoxe Gottesdienste dauern oft zwei bis drei Stunden. Hauptinhalt des Gottesdienstes ist der Wechselgesang der Liturgie, der vom Priester und einigen Laien vorgetragen wird.

Die orthodoxen Christen erkennen den Papst nicht als Oberhaupt der Christenheit an. Sie beklagen das Werk der protestantischen Reformatoren und deuten die vom Papst in den letzten 1200 Jahren verkündeten Dogmen als Menschenwerk und Abweichungen vom wahren Glauben.

Sexualmoral und Toleranz

Sexuelle Beziehungen vor der Eheschließung finden drei Viertel aller jungen Griechen und Griechinnen in Ordnung. Den richtigen Einsatz von Verhütungsmitteln aber kennen sie anscheinend nicht: Auf jede Geburt kommen in Griechenland zwei Abtreibungen. In einer Beziehung sind Griechenlands junge Leute ausgesprochen konservativ: Ehen zwischen Gleichgeschlechtlichen stehen sie mehrheitlich ablehnend gegenüber, während sie in weiten Teilen der EU von der Jugend als liberaler Fortschritt angesehen werden.

Umweltschutz

Dank fehlender Industrie ist die Luft auf den griechischen Inseln noch relativ sauber. Nur in den Städten wird sie durch die vielen Mopeds, Autos, LKW und Busse verseucht. Die größte Gefahrenquelle für die Luft stellen auf den Inseln die Müllkippen dar, auf denen jede Art von Abfall unter freiem Himmel verbrannt wird. Bei diesem Prozess wird Dioxin freigesetzt.

Müll wird auf den griechischen Inseln in kaum vorstellbaren Mengen produziert; Nahezu jeder Wirt zieht Getränkedosen den Glasflaschen vor, und überall haben Plastikwaren die alten Materialien Holz und Ton verdrängt.

Die Ägäis ist ein weitgehend sauberes Meer. Mit finanzieller Unterstützung der EU wurden im letzten Jahrzehnt auf vielen Inseln Kläranlagen errichtet. Die Besatzungen der Fährschiffe sind durch ein freiwilliges Programm der Reeder zu umweltbewusstem Handeln erzogen worden und werfen Müll fast nie über Bord. Die Wasserqualität ist an allen Inselstränden ausgezeichnet; mit Teerklumpen am Strand müssen Sie aber rechnen.

Gegen Lärm sind Griechen unempfindlich. Das zeigt sich an den vielen knatternden Mopeds und der lauten Musik bis weit nach Mitternacht und auch daran, dass Nachtlandeverbote auf Inseln mit Flughäfen nicht einmal erwogen werden.