Reisetipps Griechische Inseln

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Westliche Kykladen: von Sérifos nach Santorin

Nach Sérifos kommt man nur auf dem Seeweg. Mit dem Tragflügelboot dauert die Fahrt von Piräus etwa zweieinhalb Stunden, mit der konventionellen Fähre vier bis sechs Stunden. Wenn das Island Hopping dann nach etwa 12 bis 14 Tagen auf Santorin (Thíra) zu Ende geht, können Sie per Flugzeug oder Schiff täglich nach Athen bzw. Piräus zurückkehren.

Sérifos bildet einen perfekten Auftakt für eine Kykladenreise. Schon beim ersten Anblick spürt man: Ein Wunschbild wird Wirklichkeit. Die heißen Mittagsstunden können Sie an den langen Sandstränden von Livádi verbringen, abends in etwa 30 Minuten in die mittelalterliche Chóra auf dem Burgberg hinaufwandern. Einmal sollten Sie sich sich allerdings auch ein Moped mieten und damit zum Moní ton Taxiarchón fahren, einem der schönstgelegenen Klöster der Ägäis.

Nach diesem geruhsamen Auftakt geht es in 50-minütiger Fahrt weiter nach Kamarés auf Sífnos. Das Linienbusnetz der Insel ist sehr gut, sodass Sie hier am besten im Hauptort Apollonía im Inselinnern wohnen und von dort Busausflüge zu Stränden und Sehenswürdigkeiten unternehmen. Wer gern wandert, kann zudem von hier aus zu Fuß Berge wie den 417 m hohen Ágios Andréas und alte Dörfer wie Exambéla besuchen.

Nach drei Übernachtungen kann es weitergehen. Bis zum Hafen Adámas auf der Insel Mílos braucht die Fähre etwa 65 bis 80 Minuten. Am besten bleiben Sie für drei Nächte in Adámas, da von hier aus alle Ziele auf der Insel besonders gut zu erreichen sind. Mit Alt-Melos und Filakopí stehen die ersten intensiveren Kontakte mit der Antike auf dem Programm. Die vielfarbigen Strände der Insel sind auch für Strandmuffel faszinierend. Auf keinen Fall sollten Sie auf eine ganztägige Inselumrundung mit dem Ausflugsboot verzichten - da lernt man die Naturschönheiten von Mílos am allerbesten kennen.

Wer genügend Zeit zur Verfügung hat, legt auf der Weiterreise nach Santorin noch einen zweitägigen Zwischenstopp auf dem Inselwinzling Folégandros ein. Die kykladische Dorfarchitektur und die Steilküsten sind Attraktionen, die man am besten erwandert.

Zum Höhepunkt der Reise gerät dann sicherlich die Einfahrt des Schiffes in den Vulkankrater von Santorin. Wer nicht unbedingt einen Strand vor der Haustür braucht, wohnt viel inselgemäßer in einem der Orte direkt am Kraterrand. Mit dem Linienbus kommen Sie nach Akrotíri, einer der bedeutendsten und eindrucksvollsten archäologischen Stätten der Ägäis. Mit dem Taxi fahren Sie auf den Profítis Ilías hinauf, um von dort nach Kamári hinunterzuwandern. Zum Ausklang dieser Reise sollten Sie sich das Erlebnis des Sonnenuntergangs in Oía gönnen.

Östliche Kykladen: von Santorin nach Mykonos

Santorin und Mykonos besitzen Flughäfen, sodass man von Athen aus auch auf dem Luftweg anreisen kann. Zwei Wochen sollten Sie für diese Kykladenreise mindestens zur Verfügung haben, weil die Inseln auf dieser Route besonders viele Sehenswürdigkeiten zu bieten haben. Die Nächte können dabei ebenso anstrengend werden wie die Tage, denn das Nachtleben ist auf diesen Inseln turbulent.

Was Sie während der ersten drei Tage auf Santorin unternehmen können, finden Sie in der Beschreibung der ersten Route. Außerdem könnten Sie einen Bootsausflug zu den jungen Kaiméni-Inseln machen.

Von Santorin nach Íos braucht die Fähre dann etwa eine Stunde. Nach den vielleicht anstrengenden Besichtigungstagen auf Santorin steht jetzt erst einmal dolcefarniente auf dem Programm: Außer Stränden, dem Bilderbuchdorf Chóra und einem intensiven, von jungen Leuten geprägten Nachtleben hat Íos wenig zu bieten. Zwei Übernachtungen dürften deshalb genügen.

Für Náxos sollten Sie hingegen mindestens drei Nächte einplanen und am besten für ein oder zwei Tage ein Auto mieten. Auch für Wanderer ist Náxos sehr attraktiv. Ziel eines Tagesausflugs ist Apóllonas, das Sie am preiswertesten per Linienbus erreichen. Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann auf dem Weg dorthin die Bergdörfer Chálki, Filóti, Moní und Apíranthos besuchen. Wanderer durchstreifen die ölbaumbestandene Tragéa-Ebene bei Potamiá oder erklimmen von Filóti aus den Zas genannten höchsten Berg der Kykladen, der immerhin 1004 m hoch ist. Ein ganzer Tag gehört der Stadt Náxos mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten und stimmungsvollen Tavernen, guten Einkaufsmöglichkeiten und schönen Stränden.

Auf der Nachbarinsel Páros, die nur eine Fährstunde entfernt ist, locken dann vor allem wieder stimmungsvolle Orte mit typischer Kykladenarchitektur wie Parikiá, Léfkes und Náoussa. Etwas Abenteuergeist gehört zum Abstieg in die antiken Marmorbergwerke von Maráthi. Ein besonders schönes Naturerlebnis bietet ein Besuch im Schmetterlingstal Petalúdes. Sie sollten auch einen Tagesausflug zum kleinen Antíparos mit seiner Tropfsteinhöhle unternehmen, wenn Zeit bleibt. Nach drei oder vier Nächten ist dann die Zeit zur Weiterfahrt gekommen.

Mykonos heißt das nächste Ziel. Das einzigartige Inselstädtchen bildet die Kulisse für das intensivste und niveauvollste Nachtleben in der Ägäis. Tagsüber herrschen an vielen der erstklassigen Sandstrände paradiesische Zustände. Wer sich davon losreißen kann, wird die Museen der Stadt genießen. Ein Halbtagesausflug per Boot zur Insel Delos gilt als absolutes Muss: Dort haben Archäologen weite Teile einer Stadt freigelegt, in der vor über 2000 Jahren fünfmal mehr Menschen lebten als heute auf Mykonos.

Höhepunkte des Dodekanes: von Rhodos nach Kos

Rhodos und Kos werden im Sommerhalbjahr auch von vielen Flughäfen in den deutschsprachigen Ländern aus direkt angeflogen. Zwischen beiden Inseln verkehren zahlreiche Fähren, Katamarane und Tragflügelboote. Man kann also gut und billig per Charter auf eine der beiden Inseln reisen und von dort nach zwei oder drei Wochen wieder zurückfliegen.

Rhodos ist einen ganzen Urlaub wert. Wer nur drei oder vier Nächte bleiben möchte, sollte auf jeden Fall ein Hotel in der Altstadt wählen und ihr allein einen ganzen Tag und mehrere Abende widmen. Am zweiten Tag könnten Sie entweder einen Tagesausflug mit dem Linienbus nach Líndos machen oder sich ein Auto mieten und damit nach Filérimos fahren, ins Schmetterlingstal Petaloúdes, zu den Ausgrabungen von Kamíros und zur Burg von Monólithos. Wer sich noch einen Tag mehr auf Rhodos gönnt, kann in Monólithos oder Kattavía übernachten und dann die Inselrundfahrt über die byzantinische Kirche von Asklipíon, das Männerkloster Thárri bei Laérma und über Líndos fortsetzen. Bei genügend Zeit lohnt sich außerdem die Teilnahme an einem Tagesausflug nach Sími.

Über Tílos, wo man nur aussteigen sollte, wenn man vier Wochen Zeit hat, geht es dann weiter zur Vulkaninsel Níssiros, die mindestens zwei Übernachtungen lohnt. Schöner als direkt mit dem Ausflugsbus ist eine Wanderung vom Kraterranddorf Nikiá in den Vulkankrater hinein (Fahrt nach Nikiá frühmorgens mit dem Schulbus, Rückfahrt mit dem Ausflugsbus).

Níssiros und Kos sind mehrmals täglich miteinander verbunden. Planen Sie für Kos mindestens drei Übernachtungen ein, da die Insel zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten und unendlich erscheinende Strände, aber auch ein sehr ausgeprägtes Nachtleben bietet. Ein Tag gehört der Inselhauptstadt, ein halber dem antiken Asklípíon (Linienbusverbindung oder Mietfahrrad). Außerdem können Sie mit einem Mietwagen in den äußersten Inselwesten fahren und auf dem Weg dorthin den über 12 km langen, völlig unverbauten Sandstrand an der Südküste zwischen Antimáchia und Kéfalos genießen.

Zur Nachbarinsel Kálimnos sollten Sie zumindest einen Tagesausflug machen. Die vom Leben der Einheimischen geprägte Atmosphäre der Inselhauptstadt Póthia und die Rauheit der kalimnischen Natur erleben Sie aber nur, wenn Sie sich für zwei Nächte in Póthia einquartieren. Für Tagesausflügler empfiehlt sich der Besuch in einer Schwammfabrik und im Nautischen Museum von Póthia. Wer sich einen Tag mehr bewilligt, sollte unbedingt ins Mandarinental von Vathí fahren und die Westküste entlang bis zum Fischerdorf Emboriós.

Nordostägäis: von Sámos über Chíos nach Lesbos

Sámos und Lesbos sind im Sommer per Charterflug erreichbar, sodass Sie sich das Umsteigen in Athen ersparen können. Von Piräus aus fahren täglich Fähren zu den drei Inseln, die im Sommer zudem mehrmals wöchentlich durch Flugzeuge, Fähren und Tragflügelboote untereinander verbunden sind. Zwei Wochen sind für diese Tour eine angemessene Zeit.

Auf Sámos lassen sich Strandstunden, Besichtigungen und Wanderungen ideal miteinander verbinden. Nutzen Sie die kühleren Stunden des Vormittags, um an einem Tag das Hera-Heiligtum und an einem zweiten die antiken Stätten von Pythagório zu besuchen. Verbringen Sie die Nachmittage an den Stränden der Umgebung oder fahren Sie per Linienbus in die Inselhauptstadt. Eine der schönsten Wanderungen auf der Insel (Gehzeit ca. 5 Std.) führt von Ágios Konstantínos an der Nordküste durch das zu Recht noch so genannte Nachtigallental Valeondádes ins Bergdorf Manolátes hinauf, von dort an den Berghängen entlang ins Dorf Vurliótes, weiter zum Kloster Vrondianí und von dort hinunter nach Kokkári an der Nordküste (Linienbus bis Ágios Konstantínos und ab Kokkári). Eine Inselrundfahrt mit dem Mietwagen ist danach gut an einem Tag zu bewältigen. Sie sollte bis in den äußersten Inselwesten führen.

Chíos ist etwa doppelt so groß wie Sámos. Die Mastixdörfer im lieblichen Inselsüden erreichen Sie gut per Linienbus, für eine Rundfahrt durch den weitgehend kahlen Norden brauchen Sie aber ebenso einen Mietwagen wie für den Besuch im kunsthistorisch so bedeutenden Kloster Néa Moní und im fast verlassenen, mittelalterlichen Bergdorf Anávatos. Vier Übernachtungen auf Chíos sollten Sie auf jeden Fall einplanen.

Lesbos ist doppelt so groß wie Chíos. Die Entfernungen sind ebenfalls groß, Sehenswürdigkeiten und Strände zahlreich. Der beste Ausgangspunkt für Erkundungen ist die Inselhauptstadt. Mit dem Linienbus lernen Sie Lesbos nur teilweise kennen; einen Mietwagen sollten Sie für mindestens drei Tage buchen. Nach einem Tag in der Inselhauptstadt könnten Sie am zweiten Tag Plomári und Agiássos ansteuern, am dritten Tag das Kloster des hl. Raffaíl, das römische Aquädukt von Mória, Mandamádos, Mólivos und das schöne Pétra. Am vierten Tag ist das Ziel der Inselwesten mit seinen versteinerten Bäumen, mehreren Klöstern und dem Traumstrand von Skála Eressú.