Reisetipps Gran Canaria

Insider Tipps Gran Canaria MARCO POLO Autor Sven Weniger im Interview

Sven Weniger hat seit 30 Jahren einen Wohnsitz auf den Kanaren und fühlt sich längst von „seinen“Inseln adoptiert.

30 Jahre Gran Canaria, wie kam das?

Als ich das erste Mal 1972 auf die Insel kam, rumpelten wir noch mit uralten Bussen übers Land, in denen die Bauern ihre Hühner transportierten. Mich faszinierte schon damals ihr einfaches Leben. Schließlich kam ich aus einer Großstadt, Hamburg. Und dann wollte ich einfach mehr wissen und bin geblieben.

Was reizt Sie an der Insel?

Ich fühle mich hier zu Hause. Ich mag die Menschen, ihre direkte, unprätentiöse Art. Manchmal sehe ich Freunde ein Jahr nicht. Ich komme zur Tür herein und werde begrüßt, als sei ich erst gestern dort gewesen. Das Klima ist einmalig auf der Welt. Es gibt auch viele Ecken, in denen sich kaum etwas verändert hat. Lebensqualität sind hier noch die kleinen Dinge des Tages. Der Kaffee in einer Bar, der Schnack auf der Straße, der Witz, den man sich im Vorbeigehen zuruft. Wir Deutsche können viel von den Canarios lernen.

Und was finden Sie nicht so gut?

Die Zerstörung der Küsten durch den Tourismus, die Bauwut, den Verkehr. Viele schielen nach dem schnellen Geld, der Insel bekommt das nicht.

Was machen Sie beruflich?

Ich arbeite als freier Autor, Journalist und Fotograf für deutsche Zeitungen, Magazine und Verlage; oft berichte ich über Spanien, das gibt mir die Möglichkeit, viel Zeit auf Gran Canaria zu verbringen.

Kommen sie auf der Insel viel herum?

Gran Canaria ist eine kleine Insel. Da kenne ich das meiste. Wir wandern manchmal, ich bin aber auch gern einfach zu Hause. Außerdem besuche ich die anderen Inseln regelmäßig.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Ich mache hier viele kleine Dinge: Lesen, laufen, in der Sonne Siesta halten. Außerdem finde ich die endemischen Pflanzen spannend. Das sind echte Überlebenskünstler.

Mögen sie die kanarische Küche?

Viele werden das vielleicht nicht verstehen - aber ich mag sie sehr. Und zwar, weil sie einfach, ehrlich und schnörkellos ist. Das Tagesmenü mittags in einer gewöhnlichen Arbeiterkneipe ist immer lecker, sonst könnte der Laden morgen zumachen. Meine Lieblingsgerichte sind frischer Fisch jeder Art, und zwar a la plancha, also einfach in Öl gebraten, Salate, Eintöpfe und als Nachtisch Bienmesabe.