Reisetipps Fuerteventura

Highlights Fuerteventura

Region: Oliva

Centro de Arte Canario

Die Casa Mané und zwei unterirdische Ausstellungsgänge formen ein ungewöhnliches Forum anspruchsvoller kanarischer Gegenwartskunst. Den Hof dieses Kunstzentrums schmücken Skulpturen, von denen einige die alte Sage vom Riesen Mahón nachstellen. Zwei große Mobiles stellen den Riesen und sein abgetrenntes Glied dar. | Mo-Sa 10-17 Uhr | Eintritt 4 Euro | gegenüber der Casa de Los Coroneles

Region: Pájara

Pfarrkirche

Das Hauptschiff der Iglesia Nuestra Señora de Regla wurde vom 17. bis Anfang des 18. Jhs. errichtet. Bekannt geworden ist die Kirche durch das schöne Portal im Stil des mexikanischen Barock mit aztekischen Elementen. Neben geometrischen Sonnenmustern erkennt man darauf Schlangen, Panther, Vögel. Lange wurde gerätselt, ob und wie ein solches steinernes Tor aus dem fernen Mexiko in dieses zu jener Zeit weltabgeschiedene Dorf gelangt sein könnte. Heute weiß man, dass der unbekannte Steinmetz seine Motive aus einem italienischen Vorlagenbuch übernommen hat und weder die Steine noch gar das ganze Portal aus Mexiko stammen. Das dunkle Innere der zweischiffigen Hallenkirche ist mit einer schönen Holzdecke im Mudéjar-Stil versehen, der im Spanien des 14./15. Jhs. aus der Verschmelzung maurischer und gotischer Formen entstand und auf der Insel noch lange gepflegt wurde. Die schönen Barockaltäre wurden 1785 fertig gestellt. Scheint nachmittags die Sonne, wirken sie wie von Scheinwerfern angestrahlt - dank hoch oben eingebauter, vom Kirchenraum aus nicht sichtbarer kleiner Fenster. Ein Automat rechts hinterm Eingang lässt für 1 Euro auch echte Scheinwerfer leuchten. | Tgl. 10-14.30, So bis 16.30 Uhr

Region: Betancuria

Vega de Río de las Palmas, Stausee und Barranco de las Peñitas

Etwa 6 km südlich von Betancuria gelangt man zu der wohl schönsten Palmenoase der Insel. Die bäuerliche Siedlung wird auch kurz Vega de Río Palma genannt. Heute werden auf den kleinen Äckern nur noch Kartoffeln und etwas Gemüse angebaut. Die Dorfkirche linker Hand (17. Jh. | Di-So 10.30-13, 16-18.30 Uhr) birgt das größte Heiligtum der Insel: eine 23 cm kleine Alabasterfigur der Maria mit dem Kinde, der „Virgen de la Peña“, die als älteste Marienfigur auf der Insel wahrscheinlich von dem Eroberer Béthencourt Anfang des 15. Jhs. aus Frankreich mitgebracht wurde. Als Schutzheilige der Insel ist die Jungfrau im September Ziel der größten Inselwallfahrt. Am Kirchplatz bietet das deutsch geführte Restaurant Don Antonio mit seinem schönen Innenhof Stärkung für Leib und Seele (So, Mi/Do 11-17, Fr/Sa 11-22 Uhr | Tel. 928878757 | €€€).

Vom Südende der Oase aus führt eine der schönsten Wanderungen, die die Insel bietet, zur Felsschlucht des Barranco de las Peñitas. Man fährt dazu noch ein Stückchen Richtung Pájara, biegt dann von der ansteigenden Hauptstraße nach rechts ins Tal (Wegweiser „Vega de Río Palma“) ab und parkt den Wagen nach 1,3 km, wo die Straße das Bachbett ein zweites Mal überquert. Von dort aus geht es zu Fuß im meist ausgetrockneten Bett weiter talab Richtung Stausee. Nach ca. 15 Min., etwa wo der Tamariskenwald beginnt, verlässt man das Bachbett nach rechts (noch etwas jenseits einer markanten, ebenfalls rechts abzweigenden Piste). Erst oberhalb des Waldes, dann am zugeschwemmten Stausee Embalse de las Peñitas entlang, erreichen Sie nach weiteren 10-15 Minuten die Staumauer. Auf der anderen Seite der Mauer senkt sich nun ein Pfad in zwei Kehren in die wildromantische Felsschlucht des Barranco de las Peñitas hinab. Wenige Minuten noch, und Sie erreichen die weiß getünchte Kapelle Ermita de la Peña, einen kühlen, stillen Ort der Rast. Zuweilen, wenn der Wind über die Felsen streicht, ertönt hier ein unheimliches Klagen, wie wenn ein Geisterchor intonierte. Auf demselben Weg geht's zurück. Für die Wanderung braucht man mit einer kleinen Rast knapp 90 Min. Sie erfordert stellenweise aber Trittsicherheit. Nehmen Sie sich Wasser mit!

Region: Tarajalejo

Oasis Park

Anfang der Neunziger noch ein kümmerlicher Zoo, ist dies inzwischen nach den Stränden die wohl größte Attraktion der Insel. Hier kann man sich einen ganzen Tag vergnügen, und wer ein Jahr später wiederkommt, wird erneut staunen, was es alles gibt - zumal immer noch erweitert wird und Neues entsteht. Die Keimzelle, der Tiergarten, ist zugleich ein weitläufiger, schattiger Park mit hohen Bäumen und blühenden Sträuchern. Hauptziele sind die witzige Papageienshow und drei Freilufttheater, je eins für Reptilien, Greifvögel und genial dressierte Seelöwen. Innerhalb des Geländes verkehrt ein offener Bus zu dem 16 ha großen Kaktusgarten mit über 2000 Pflanzenarten und dem Greifvogeltheater. Mehrere Gartenlokale, eine Pflanzenhandlung sowie ein gut sortierter Laden für Heim- und Gartenbedarf runden das Angebot ab - nicht zu vergessen die beliebten Kamelsafaris! | Zeiten und Preise siehe „Mit Kindern reisen“ | an der FV 2 bei La Lajita

Region: Costa Calma

Playa Barca

Dieser mittlere Abschnitt der Sandstrände, an deren Nordende die Costa Calma liegt, ist der schönste Teil der Playas de Sotavento. Hier hat sich hinter einer kaum 20 m schmalen, doch 4 km langen Nehrung eine bis über 500 m breite Lagune ausgebildet. Sie ist leicht zu durchwaten und fällt bei Ebbe weitgehend trocken. (Die Nehrung wird manchmal überflutet; passen Sie auf, dass Ihre Sachen nicht wegschwimmen!) Einzige größere Baulichkeit ist das Hotel Meliá Gorriones. Die Playa Barca gilt als eines der besten Windsurfreviere der Welt. Jedes Jahr im Juli finden hier Weltmeisterschaften statt.

Region: Esquinzo

Dünen bei Risco del Paso

Bei Risco del Paso (Abzweigung von der Landstraße auf eine asphaltierte Piste bei km 71,8) endet die Lagune der Playa Barca. Die Attraktion dieses Strandabschnittes - des schönsten auf der ganzen Insel - sind zwei kleine Sanddünen, begrünte Sandhügelchen und lauschige Mulden (viel FKK). Das Meer vor Risco del Paso ist ein beliebtes Surfrevier. Ein paar kleine Anlagen ermöglichen es, in dieser optimalen Lage zu wohnen - ohne Telefon, z.B. in der unter deutscher Leitung stehenden Villa Christina (www.villa-christina.eu). Unterhalb davon unterhält René Egli eine Surfstation, zudem gibt es eine beliebte Strandbar.

Region: Morro Jable/Jandía Playa

Jeepfahrt zum Westkap und nach Cofete

Der schönste Ausflug, den man im Südteil Fuerteventuras machen kann, führt zur Westspitze der Insel, der Punta de Jandía, und hinüber zur fast menschenleeren Nordwestküste von Jandía. Zwar genügt dafür eigentlich ein normaler Pkw, doch ein, zwei Abstecher erfordern einen Geländewagen, mit dem das Ganze auch mehr Spaß macht.

Auf der Landstraße umfährt man zunächst Morro Jable, oberhalb des Hafens zweigt dann die ausgeschilderte Piste ab. Sie führt über 20 km in einigem Abstand zur Küste durch eine pflanzenarme Halbwüste. Kurz vor dem Ziel, der schmal ins Meer vorspringenden und mit einem Leuchtturm gekrönten Punta de Jandía, liegt das Dörfchen Puerto de la Cruz. Drei Kneipen bieten frische Fischgerichte.

Von Puerto de la Cruz aus bietet sich noch ein Abstecher an: Gegenüber vom Lokal Punta Jandía zweigt eine schmale Asphaltstraße nach Norden zur nahen Punta Pesebre ab. Rechts der Straße erkennt man eine parallel verlaufende alte Landebahn.

Fahren Sie nun zurück bis zu jener Abzweigung, von der man über eine Passstraße zur Nordküste nach Cofete gelangt. Bald erreicht man am Roque del Moro das schönste Aussichtsplateau des Inselsüdens (Passen Sie auf, dass Ihnen der heftige Wind nichts aus dem offenen Wagen oder die Mütze vom Kopf reißt!). Unten dehnt sich der helle Sandstrand der Playa de Cofete, die im Osten von El Islote, dem „Inselchen“, begrenzt wird. Dahinter wird der ebenso weitläufige Strand Playa de Barlovento sichtbar, und bei guter Sicht schweift der Blick sogar weit nach Nordosten bis zu den Bergen bei Pájara. Von den Stränden schwingen sich die Hänge ohne Unterbrechung hinauf bis zum Pico de Jandía (auch Pico de la Zarza), dem mit 807m höchsten Berg der Insel. Abseits des nun folgenden Pistenstücks stehen große, kandelaberförmige Pflanzen, die Kakteen ähneln. Diese Cardón de Jandía genannte Unterart der Säuleneuphorbien zählt zu den botanischen Raritäten der Insel.

Der nächste Ort ist Cofete, eine Ansammlung von einfachen Häusern und Bretterbuden ohne fließend Wasser und mit eigenen Generatoren für die Stromversorgung. Nur wenige Menschen wohnen hier, sie leben von der Ziegenhaltung. Die Bar Cofete, bei der die Jeepsafaris Station machen, serviert auch Fischgerichte.

Vom Parkplatz aus erkennt man am Hang voraus ein einsam liegendes, zweigeschossiges Gebäude mit rundem Turm: Das ist die legendenumwobene Villa Winter. Sie ist nur per Jeep oder zu Fuß zu erreichen. Wie es heißt, sollte der deutsche Ingenieur Gustav Winter (1893 bis 1971), der 1937 die Halbinsel gepachtet hatte, hier für die deutsche Marine einen U-Boot-Stützpunkt anlegen. Zwei Inseldeutsche haben unterdessen durch langjährige Archivstudien und Befragung von Zeitzeugen gezeigt, dass diese Geschichte ebensowenig stimmt wie andere Märchen, die sich um das alte Gemäuer ranken (das „Fuerte Fan Magazin“ veröffentlichte die Forschungsergebnisse 2005-07). Das Gebäude wurde übrigens nie fertig gestellt und war nie regulär bewohnt. Unter Franco ging jedoch die ganze Halbinsel in „Don Gustavos“ Eigentum über; Winter herrschte über seine riesige Hacienda wie ein Feudalherr. In vier Parzellen aufgeteilt, wurde sie bis 1964 verkauft. Die Villa wird heute von Ziegenhirten bewohnt. Eine reguläre Besichtigung ist nicht möglich, ein Handgeld hilft jedoch die Türen öffnen. Viel Geheimnisvolles gibt's aber nicht zu entdecken.

Von einer Weiterfahrt entlang der endlosen Sandstrände sollten Sie absehen: Das Querfeldeinfahren ist im Naturpark verboten, und wer geschnappt wird, zahlt eine empfindliche Geldstrafe. Die gesamte Fahrzeit für den Ausflug ab Morro Jable über das Westkap, Cofete und zurück liegt ohne Abstecher und Rastzeiten bei drei Stunden. Alles in allem sollten Sie fünf Stunden einplanen.

Nach Cofete können Sie auch wandern: über einen alten Königsweg. Fahren Sie dazu 3,2 km vom Beginn der Piste beim Hafen bis zum Grande Valle, wo Sie an einem Parkplatz (Schild: „Red de Caminos de Pájara …“) auf Schusters Rappen umsteigen. Gehen Sie geradeaus das Tal aufwärts. Der Weg wurde neu hergerichtet, und Sie können sich nicht verlaufen. Hin und zurück braucht man jeweils zwei Stunden. Vom Bergsattel aus haben Sie einen tollen Blick.