Reisetipps Düsseldorf

Stadtspaziergänge Düsseldorf

Wo Stadt und Fluss sich nahe kommen - Die Uferpromenade

Es gibt nicht viele Städte, in denen ein Fluss so harmonisch ins Stadtbild einbezogen ist wie in Düsseldorf. Und so eine Uferpromenade wie hier gibt es in Deutschland sonst nirgendwo. Zwei Stunden Zeit sollten Sie sich möglichst nehmen, um sie genauer kennenzulernen.

Ausgangspunkt ist der Park zwischen Hafen und Landtag (Straßenbahnlinien 704, 709, 719 Landtag/Kniebrücke). Hier eröffnet sich ein erstaunliches Panorama moderner Architektur: Links der futuristische Glaswürfel des Neuen Stadttors, daneben ein Prachtstück postmoderner Architektur, das Landesstudio des WDR, ihm gegenüber der schlanke, 234 m hohe Rheinturm und rechts davon die Kreissegmente des nord-rhein-westfälischen Landtages. Wenige Schritte weiter dann der Rhein, wie er breit auf den Betrachter zuströmt, bevor er in einer scharfen Biegung nach Norden schwenkt. Linker Hand folgen jetzt der Yachthafen und die Speicherhauskulisse des Industriehafens, rechts die ausgedehnten Rheinwiesen des Oberkasseler Ufers, des Badestrandes der Düsseldorfer.

Mit der Strömung geht es auf der baumbestandenen Promenade am Landtag vorbei auf die Kniebrücke zu, die nach und nach den Blick auf die Wahrzeichen der Stadt Düsseldorf freigibt: den Schlossturm und die leicht geknickte Turmspitze von St. Lambertus, die grüne Kuppel der Tonhalle und den modernen Glaszylinder des Victoria-Turms. Als gläsernes Schmuckkästchen präsentiert sich unter der Rampe der Rheinkniebrücke der Varieté-Ableger des Circus Roncalli, das Apollo Varieté.

Machen Sie nun einen Abstecher in die Bäckerstraße: Hier beginnt die Altstadt - nicht jener Teil, der sich als Rummelplatz einen Namen gemacht hat, sondern der stille südliche Ausläufer des alten Stadtkerns. Wo die Citadellstraße einmündet, im ehemaligen Palais Spee, befindet sich das Stadtmuseum.

Lassen Sie den Rhein vorübergehend links liegen, schlendern Sie durch die Citadellstraße - mit ihren klaren klassizistischen Fassaden ist sie eine der schönsten Straßen Düsseldorfs. Dann geht's durch die Schulstraße zurück zum Rhein - nicht ohne vorher einen Blick in eines von zwei außergewöhnlichen Museen geworfen zu haben: das Filmmuseum oder das Hetjens-Museum, Deutschlands einziges Keramikmuseum.

Wieder am Rhein, fühlt man sich - an schönen Tagen zumindest - ans Mittelmeer versetzt: Blumen, Palmen und jede Menge Terrassencafés. Das Ziel ist der Burgplatz, an Wochenenden der Treffpunkt aller, die sich dem Vergnügen des Sehens und Gesehenwerdens hingeben. Spätestens jetzt werden Sie verstehen, warum es die Düsseldorfer bei jeder Gelegenheit an den Rhein zieht.

Historisch: Ehrenhof und Altstadt

Auch wenn es eine relativ junge Stadt ist, geschichtslos ist Düsseldorf keineswegs - wobei die Kunst eine überragende Rolle in der Stadtgeschichte spielt. Wenn Sie alle Museen und Kneipen links liegen lassen, brauchen Sie eine knappe Stunde für den historischen Bummel. Wenn nicht …

In dem ehemaligen Fischerdörfchen Düsseldorf beginnt alles mit dem Rhein, weshalb man sich im Rheinpark auf diesen historischen Bummel einstimmen sollte - von der Cecilienallee aus ist er leicht zugänglich. Vor dem Biergarten der Rheinterrasse geht es dann links zurück zur Cecilienallee, die hier vom Oberlandesgericht und dem säulen- und adlergeschmückten Haus des Regierungspräsidenten gesäumt wird - beide im Stil jener einschüchternden Machtarchitektur, mit der sich die Preußen nach 1815 auch optisch als die neuen Herren im Rheinland zu erkennen gaben.

Dann, stadteinwärts, zwei Bauwerke, die Düsseldorf eine unverwechselbare architektonische Note geben: rechts die Rheinterrassen, ein Restaurant mit üppig dekoriertem Jugendstilprachtsaal, gegenüber der monumentale Komplex des Ehrenhofs; beide sind 1926 entstanden. Der Ehrenhof, durch den der Weg jetzt führt, beherbergt seit Sommer 2001 das Museum Kunstpalast mit seiner Sammlung von Gemälden der Düsseldorfer Malerschule. Abschluss und Höhepunkt dieser lang gestreckten Anlage ist ein wuchtiger Rundbau, die Tonhalle.

Sie umgehen die Tonhalle, biegen hinter der Oberkasseler Brücke links in die Fritz-Roeber-Straße ein und dann rechts in den Eiskellerberg. Das majestätische, klassizistische Gebäude mit dem umlaufenden Namensfries berühmter Maler ist die Kunstakademie. Einzutreten ist besonders am Semesterende lohnend, wenn alle Studenten ihre neuesten Arbeiten ausstellen.

Vom Eiskellerberg geht's rechts in die Ratinger Straße, die legendäre Kneipenmeile der Altstadt. Ein Stück weiter, Richtung Rhein, wird es stiller. Das unscheinbare Haus Nr. 6 mit dem Relief eines Löwen, der ein schwarz-rotes Horn im Maul trägt, war das erste Rathaus Düsseldorfs, nach 1500 beherbergte es eine Weinschänke. Kurz dahinter steht die gotische Kreuzherrenkirche von 1480, das Gotteshaus des ersten Düsseldorfer Klosters. Nun, im Herzen des alten Stadtkerns, fühlt man sich tatsächlich zurückversetzt in das Dorf an der Düssel, das Düsseldorf einst war: Auf dem baumbestandenen Stiftsplatz erhebt sich die gotische Kirche St. Lambertus aus dem 14. Jh., von kleinen, hübschen Backsteinhäusern umgeben, wie man sie an vielen Dorfplätzen des Niederrheins findet. Am Ende der kurzen, engen Gasse, die auf den Burgplatz führt, steht dann das Stadterhebungsmonument des Bildhauers Bert Gerresheim - eine gedrängte, wild bewegte Vergegenwärtigung stadthistorischer Ereignisse.

Die Düssel bekommen Sie in Düsseldorf nur selten zu Gesicht. Nutzen Sie deshalb die Gelegenheit, und folgen Sie dem Düsselgraben bis zur Liefergasse. Biegen Sie dann rechts ab, um nach wenigen Schritten auf die Mühlenstraße zu stoßen. Der imposante Gebäudekoloss des Landgerichts erinnert noch einmal daran, dass Preußen 1815 Düsseldorf den Vorzug vor Köln gab, als es um den Standort der wichtigsten Behörden ging. Schließlich dreht sich alles nur noch um die Kunst: Der geschwungene Baukörper aus schwarzem Marmor beherbergt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, der graue Betonkubus gegenüber die Kunsthalle. Sollte der eine oder die andere dann nach dem Museumsbesuch Durst verspüren: Die Altstadt liegt gleich vor der Tür.