Reisetipps Dublin

Ausflüge & Touren Dublin

Küstenzauber: Von Dun Laoghaire bis Killiney

Mit Dublins Stadtbahn DART können Sie sehenswerte Orte an der Küste südlich der Hauptstadt erreichen und kurze oder längere Spaziergänge am Meer damit verbinden. Das James Joyce Museum in Sandycove ist kultureller Höhepunkt dieses Küstenabschnitts, buchstäblicher der Gipfel Killiney Hill mit herrlichem Blick auf Küste und Berge. Erfrischung bieten Lokale in Dalkey oder Sandycove, für Mutige das kalte Wasser der irischen See an der Badestelle Forty Foot Hole. Die Fahrt mit der DART ab Connolly Station bis Dun Laoghaire dauert 25 Min., bis Killiney 35 Min.

Nur wenige Minuten nach Verlassen der Innenstadt fährt die Bahn direkt an der Küste entlang. Dun Laoghaire (gesprochen „liri„), heute Anlaufstelle für Fähren aus Großbritannien, wurde im frühen 19. Jh. als Hafenstadt ausgebaut und hieß Kingstown. Aus dieser Zeit stammt die lange Hafenmole East Pier (meerseitig rechts). Der Spaziergang zum Ende der Mole und zurück dauert bei gemütlichem Tempo max. eine Stunde. Die noch vor wenigen Jahren heruntergekommene Ortsmitte von Dun Laoghaire erlebt inzwischen einen Aufschwung durch den Yachtclub und neue Restaurants. Südlich des East Pier beginnt der Spaziergang an der grünen Uferpromenade nach Sandycove. 20 Min. lang passieren Sie attraktive Villen des 19. Jhs., bis Sie die kleine Landzunge von Sandycove erreichen. Hier gibt es eine kleine sandige Bucht, die felsige Badestelle Forty Foot Hole, wo auch zu kühlen Jahreszeiten abgehärtete Schwimmer in die See springen, und das im Martello Tower untergebrachte James Joyce Museum. Wenn Sie zu den Werken des Autors noch keinen Zugang gefunden haben, nehmen Sie Ulysses mit und lesen Sie auf dem Turmdach das erste Kapitel, das dort und in dem Raum darunter spielt. Hier vor Ort oder nie wird die Lektüre Sie in den Bann ziehen.

Wer nun Hunger hat, läuft entweder weiter nach Dalkey (30 Min., mangels Küstenpfad weitgehend an der Straße, am besten über Harbour und Convent Road) oder 5 Min. zurück in Richtung Dun Laoghaire, links über die Marine Avenue zur Glasthule Road, wo Caviston's (nur Di-Sa mittags und nachmittags | 59 Glasthule Road | Tel. 2809245 | www.cavistons.com | €€) die beste Adresse ist. In der Summerhill Road, der Verlängerung von Glasthule Road, liegt die DART-Station für die Weiterfahrt nach Dalkey.

Dalkey ist eine reizvoller Ort, der bis zum 16. Jh. als Hafen mit Dublin konkurrierte. Schmucke Häuschen, gediegene Villen und gepflegte Gärten prägen das Bild. Zwei bescheidene Burgen, befestigte Lagerhäuser aus dem 15. Jh., stehen sich am nördlichen Ortseingang gegenüber. Eine beherbergt das Rathaus und ein Visitor Centre mit einer Ausstellung über Dalkey. Von der Ortsmitte führt die Coliemore Road in Richtung Küste zu einem schönen Spaziergang mit fast durchgehendem Blick auf das Meer und die Berge von Wicklow im Süden. Hier wohnen Dublins Millionäre in Klippenlage. Nach 5 Min. sehen Sie links einen winzigen Hafen, von dem im Sommer Boote nach Dalkey Island fahren. Auf der Insel sind ein weiterer Martello Tower und Ruinen eines mittelalterlichen Klosters zu sehen.

Auf dem weiteren Weg wird der Blick nach Süden auf die Berggipfel immer schöner. Coliemore Road führt nach rechts in die Sorrento Road, dann nach links in die Vico Road. Nach einigen Minuten deutet ein Schild „right of way„ rechts der Straße auf eine Betontreppe. Hier können Sie wählen: Zwischen einem gemütlichen Spaziergang geradeaus an der Straße, bis es links hinab zum grauen Kieselstrand von Killiney geht, und einem kurzen, anstrengenden Aufstieg, nach dem ein grüner Weg nach links und zu einem treppenartig ausgebauten Pfad zum Gipfel von Killiney Hill führt. Ein grandioser Rundumblick auf die Stadt, den Hafen von Dun Laoghaire, die gesamte Bucht von Dublin entschädigt für die Mühe des Aufstiegs. Ein zu Ehren von Königin Victoria errichteter Obelisk krönt den Hügel. Beim Abstieg an der Südseite ist die Orientierung zur Küste leicht. Der Bahnhof Killiney liegt direkt am Strand. Wer gut zu Fuß ist, schafft den Weg von Dalkey zum Bahnhof Killiney über den Berg in ca. 1 Stunde. Ohne den Aufstieg dauert der Spaziergang etwa 45 Min.

Fischerdorf Howth und Malahide Castle

Es gibt viele Gründe, warum das nordöstlich von Dublin auf einer Halbinsel gelegene Dorf Howth als Ausflugsziel beliebt ist: Der hübsche Ortskern, gute Fischrestaurants, das Geschehen am Hafen, die Seeluft bei einer Bootsfahrt und die herrliche Klippenwanderung. Die Fahrt mit der DART-Bahn ab Connolly Station dauert 24 Min.; etwas langsamer, aber landschaftlich weitaus schöner ist die Busfahrt mit Panoramablick vom Oberdeck, Linie 31 B ab Eden Quay oder Connolly Station. Zum krönenden Abschluss der Tour lohnt ein Ausflug nach Malahide Castle.

Der Name Howth für den Fischerort an der Nordseite einer hügeligen Landzunge stammt von einem altnordischen Wort für Kap. Howth reimt sich auf das englische Wort „both„ - viele Iren beherrschen das englische „th„ allerdings nicht, so dass Howth am Wortende oft wie „boat„ ausgesprochen wird. Auf dem Westpier am Hafen ist das Fischereigewerbe angesiedelt. In einfachen Zweckbauten links liegen Fischgeschäfte, in einem Neubau fast am Ende des Piers das Nobelrestaurant Aqua (Tel. 8320690 | Spitzenküche aus dem Meer, z.B. Schwertfisch mit Teriyaki-Soße, Schellfisch mit Cassoulet und Serranoschinken | €€€). Am Kai ankern in doppelter und dreifacher Reihe Fischerboote. Ob bunt oder weiß, neu gestrichen oder rostig, alle sehen sturmerprobt und nach harter Arbeit aus - ganz in Kontrast zu den glänzenden, gepflegten Freizeitbooten des Howth Yacht Club am mittleren Pier. Der Ostpier gehört Spaziergängern und Ausflüglern, die von hier aus zur vorgelagerten Insel Ireland's Eye übersetzen. Dort liegen ein Vogelschutzgebiet, ein Martello-Turm aus der Zeit der napoleonischen Kriege und Klosterruinen.

Nahe dem empfehlenswerten Fischrestaurant King Sitric am Ostpier (Di geschl., Mittagessen nur So | Tel. 8325235 | www.kingsitric.ie | €€€) beginnt eine wunderbare Klippenwanderung. Der Weg ist aber nicht überall breit, und das Gelände fällt nach links steil ab ins Meer. Ohne gutes Schuhwerk und bei starkem Wind ist davon abzuraten. Zuerst geht es ca. 20 Min. entlang der kurvigen Asphaltstraße, die den Buchten der Steilküste folgt. Am Ende der Straße ist der Klippenpfad zum Gipfel ausgeschildert („cliff path to summit 50 minutes„ - was keine besonders gute Kondition voraussetzt). Auf der gesamten Strecke erwartet Sie ein herrliches Panorama. Geradeaus wird ein Leuchtturm sichtbar, aber der Weg zum höchsten Punkt der Halbinsel knickt nach rechts ab, steigt an und führt zu einem Aussichtspunkt. Eine Straße bringt Sie vom Parkplatz am Gipfel hinunter zum Summit Inn. Gegenüber der Herberge wird ein breiter Fußweg sichtbar. Er steigt an grünen Hängen hinab zur Dorfmitte (20 Min.), in dem es viele Einkehrmöglichkeiten gibt. Wer noch Energie hat, steigt die Stufen neben Abbey Tavern hinauf: Der Hafenblick am Friedhof neben den Abteiruinen ist die Belohnung dafür.

Schön anzusehen ist auch Howth Castle (vom Bahnhof aus ca. 5 Min. auf der Straße Richtung Dublin), eine Burg aus dem 16. Jh., leider für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Ein Spaziergang durch den Park zur Zeit der Rhododendrenblüte (April-Mai) ist aber auch ein Vergnügen. Auf dem Gelände ist auch das National Transport Museum untergebracht. Die Ausstellung alter Busse, Militärfahrzeuge, Löschzüge der Feuerwehr und vielem mehr wird von Ehrenamtlichen liebevoll gepflegt (Sa/So 14-17, Juni bis Aug. auch Mo-Fr 10-17 Uhr.

Ist noch Zeit, setzen Sie sich in die DART und fahren weiter nördlich nach Malahide. Besondere Attraktion der kleinen Stadt mit Sandstrand, Yachthafen, kleinen Restaurants und Geschäften im alten Ortskern ist Malahide Castle. Von 1185 bis 1973 Sitz der Talbot-Familie, stehen die Burg mit Porträtsammlung und der wunderschöne Garten Besuchern offen (Burg Mo-Sa 10-17, So 11-17 Uhr | Eintritt 7,25 Euro | von DART-Station Malahide rechts auf die Hauptstraße, ca. 15 Min. Fußweg).

Vorgeschichtliches Irland: das Boyne-Tal

Vor 5000 Jahren florierte in Brú na Bóinne im Tal des Flusses Boyne eine Zivilisation, die als die am weitesten entwickelte der Neusteinzeit in Europa angesehen wird. Die Ganggräber von Newgrange und Knowth sind eindrucksvolle Zeugnisse davon und in einem Tagesausflug von Dublin leicht zu erreichen (6-7 Std. inkl. je 1,5 Std. für die Fahrt).

Es ist teuer und mühsam, in der Stadt für ein, zwei Tage ein Auto zu mieten. Buchen Sie besser eine organisierte Rundtour (verschiedene Anbieter, Buchung über Tourist Office, Suffolk Street; die preiswerteste Fahrt mit dem Shuttle-Bus ab Tourist Office tgl. 11.15, im Sommer auch 8.45 Uhr, 18 Euro Hin- und Rückfahrt zum Visitor Centre Brú na Bóinne. Autofahrer über die N 2 von Dublin nach Slane, dann die L 21). Fragen Sie, ob die Tour genug Zeit bietet und auch die Innenbesichtigung des Grabs einschließt, der Blick von außen ist nur das halbe Erlebnis.

In der Epoche um 3000 v. Chr. war das fruchtbare Boyne-Tal dicht besiedelt. Überreste von rund 40 Bauwerken jener Zeit sind auf dem Gelände Brú na Bóinne, nahe dem Dorf Slane und ca. 8 km westlich der Stadt Drogheda, konzentriert. Spektakulärste Stätte ist das so genannte Ganggrab Newgrange, das Archäologen mühsam rekonstruierten. Über Baumeister und Bestimmung ist wenig bekannt. Auch die Bezeichnung „Grab„ ist umstritten - manche glauben, dass die Anlage primär kultischen Zwecken diente. Sie ist ein runder, aus Steinen und Erde aufgeschütteter Hügel mit 75 m Durchmesser und ca. 13 m Höhe. Beeindruckend ist die Fassade, die zum Sonnenaufgang hin aus weißem Quarz besteht und von 97 bis zu 8 t schweren Granitblöcken umringt ist. Der Granit kommt aus den nördlich gelegenen Mourne Mountains, der Quarz aus Wicklow im Süden. Die Dauer der Bauarbeiten wird auf 40 Jahre geschätzt. Lage und Neigung des Ganges zur Mitte des Hügels wurden so gewählt, dass bei Sonnenaufgang am 21. Dezember die Strahlen der Sonne die kreuzförmige zentrale Kammer beleuchten. Bei einer Führung erleben die Besucher diesen Effekt mit künstlichem Licht.

Das Gelände kann nicht unangemeldet besichtigt werden. Das Brú na Bóinne Visitor Centre regelt den Zugang (tgl. 9.30-17.30, Mai-Sept. bis 18.30 Uhr, letzte Führung 90 Min. vor Schließung | Eintritt 5,80 Euro für Newgrange, 10,30 für Newgrange und Knowth | www.heritageireland.ie). Zu Spitzenzeiten gibt es längere Wartezeiten, die man in der vorbildlich aufbereiteten Ausstellung im Visitor Centre verbringen kann. Hier gibt es Erklärungen in Deutsch, einen Film und eine Rekonstruktion des Ganggrabs. Das Ganggrab von Knowth, ebenfalls über das Visitor Centre erreichbar, ist noch größer, aber noch nicht vollständig ausgegraben.

Im Boyne-Tal siegte auch Wilhelm von Oranien 1690 über seinen Vorgänger auf dem britischen Thron, James II. aus dem Haus Stuart, und sicherte so die protestantische Herrschaft. Fahren Sie mit dem Auto von Dublin ins Boyne-Tal, können Sie unterwegs zwei weitere, ausgeschilderte Stätten der irischen Geschichte besuchen. Am Hill of Slane entzündete St. Patrick im Jahr 433 ein Osterfeuer, um seine bevorstehende Missionierung des Landes anzukündigen. Südlich von Navan nahe der N 3 liegt der Hill of Tara, Sitz der Hohen Könige von Irland in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung (Mitte Mai-Mitte Sept. tgl. 10-18 Uhr | Eintritt 2,10 Euro).