Reisetipps Dresden

Szene Dresden

Unser Szene-Scout

Mario Cetti arbeitet unter anderem als leitender Musikredakteur für die Jugendzeitschrift Spiesser (www.spiesser.de) und das Lifestyle-Magazin Prinz. Da er aber auch seit Jahren Konzerte und Partys in angesagten Clubs veranstaltet, kennt er sich in der Szene der Ostmetropole bestens aus. Mit Dresden hat der gebürtige Bayer seine große Städteliebe gefunden. Denn sächsisch ist sexy!

Gastro-Trends

Edel-Fastfood und Shisha-Paradiese

Wem bisher nach einer schweißtreibenden Clubnacht noch der Magen grummelte, hatte in Dresden meist nur die Wahl zwischen Döner und Döner. Dass Take-away allerdings auch abwechslungsreich sein kann, beweisen die neuen Edel-Fastfood-Spots in der Neustadt. Im feuerroten Diner Devils Kitchen (Alaunstr 39 | www.devils-kitchen.eu) brutzeln deftige American-Style-Burger und herzhaftes Finger Food, während man im elegant designten Curry und Co. der guten alten Currywurst ein Loblied singt (Louisenstraße 62 | www.curryundco.com). Wer lieber entspannt in riesengroßen Kissen versinken und sich dem mystischen Rauch der orientalischen Wasserpfeife hingeben will, der sollte in eine der zahlreichen Neustädter Shisha-Lounges gehen, dem neuesten Chillout-Ausgeh-Trend. Das Habibi ist ein besonders kuscheliges Exemplar (Louisenstraße | Martin-Luther-Str 37 | www.habibicafe.de).

Hast Du Töne

(Fr)Ostrock von Polarkreis 18

Wer bei Dresden noch an altbackenen Ostrock à la Karat, Silly oder Puhdys denkt, wird staunen! Polarkreis 18 verdrehen mit ihrem visionären Mix aus knackigen Discobeats und sphärischem Synthie-Breitwandpop nicht nur sämtlichen Musikkritikern den Kopf (www.polarkreis18.de). Auch die restliche Musikszene brodelt und kann sich hören lassen! Für akustische Kostproben empfehlen sich die offenen Sessions in den zahlreichen Konzertclubs. Am letzten Dienstag des Monats funkt es z.B. im Riesa Efau (Adlergasse 14/16 | www.riesa-efau.de), jeweils am letzten Sonntag des Monats bittet man im Hechtviertel zur offenen Bühne (Erlenstr 2 | www.offene-buehne-im-hecht.de). Unter www.myspace.com/sessionsindresden finden sich alle Live-Termine zusammengefasst.

Das M-Prinzip

Clubbing von miniklein bis mediterran

Die Großraumdiskothek hat ausgedient. Dresdens Nachtschwärmer tummeln sich neuerdings in Miniclubs, kaum größer als eine durchschnittliche Zwei-Zimmer-Wohnung. Beliebt sind die Elektroclubs Galerie Disko (An der Eisenbahn 8a | www.galeriedisko.de) und das Café Koralle (Rothenburger Straße 30). Im Metronom Club (Louisenstraße 55 | www.metronomclub.de) und im Alten Wettbüro (Antonstr 8 | www.altes-wettbuero.de) darf's auch mal Indie, Soul oder Reggae sein. Die Edelclubs setzen im Sommer aufs große „M“: Mediterran lautet das Stichwort der Stunde. Puro Beach und Pier 15 locken Trendsetter mit Sonnenliegen und Pool an den Neustädter Hafen (beide | Leipziger Str 15b | www.pier15.de | www.puro.de).

Junge Dresdner Mode

Ganz schön anziehend

Dresden rüstet in Sachen Mode auf. Das Atelier CéCé (Förstereistr 35 | www.cece-dresden.de) in der Neustadt schneidert puristische Kleider, die sich durch aufwändige Details auszeichnen - und das alles auf Maß. Bei Tradition & Fortschritt (Bautzner Str 141 | www.tradition-fortschritt.com) setzt man ebenfalls auf eine klare, wenngleich verspieltere Linienführung. Das Label Lieblingsshirt bedruckt trendy Teile mit architektonischen Motiven aus Dresden (www.lieblingsshirt.de). Die geballte Ladung Dresden-Fashion finden Stoffjunkies ein paar Straßen weiter im Bettertimes, wo vornehmlich Kollektionen lokaler Modemacher an der Stange baumeln (Alaunstr 55 | www.bettertimes.de).

Word Up

Literatur ohne Schnarch-Effekt

Wenn in der Neustadt allmonatlich gebattlet wird, hat das nichts mit unzüchtigem Schlammcatchen oder Stalloneschen Armdrück-Orgien zu tun. Vielmehr versammeln sich Sachsens beste Poeten regelmäßig in der Scheune (Alaunstr 36-40 | www.scheune.org), um sich zum Beispiel während des Livelyrix Poetry Slams (www.livelyrix.de) mit Reimwitz und anrührenden Geschichten gegenseitig scharfe Wortspitzen um die Ohren zu jagen. Stefan Seyfarth, Michael Bittner und Max Rademann, das Stammpersonal der fabelhaften, kürzlich etablierten Lesebühne Sax Royal (www.saxroyal.de), sind Dauergäste auf der Bühne.

That's Art

Junge Kunst aus Sachsen

Kunst made in Dresden findet nun auch international die längst verdiente Beachtung. In der ersten Reihe steht u.a. Eberhard Havekost, der mit grell-unterkühlten Ölgemälden seine Faszination für synthetische Kulissen auf die Leinwand bringt (www.eberhard-havekost.de). Die jungen Wilden der Dresdner Kunstwelt formieren sich derzeit in selbst organisierten Produzentengalerien wie dem 7. Stock (Wilsdruffer Str 3 | www.stock7.de) oder dem Modul (Sarrasanistr 9 | www.modul-dresden.de).

Ab ans Wasser

Freizeitmöglichkeiten rund um die Elbe

Die Elbe avanciert zum Funsportparadies. Vor allem am Wochenende wuseln die Dresdner über die Elbwiesen. Man kickt und skatet. Und an den Stadtstränden wird bei einem Beachvolleyball-Match kräftig gebaggert, während Süßwassermatrosen mit einem Drachenboot die Fluten pflügen (www.bluewater-events.de) oder besser gleich ihren Sportbootführerschein auf der Elbe machen (www.boot-dresden.de). Der neueste Trend in Sachen Adrenalinkick: das Wasserski- und Wakeboardzentrum Dresden-Leuben (Pirnaer Landstr. | www.wasserski-dresden.de). Anfänger und Profis lassen sich hier bei 60 Stundenkilometern von April bis Oktober per Seilbahn durch die kühlen Leubener Kiesseen ziehen.

Altstadt wird boomtown

Ein Stadtteil im Aufbruch: Angesagte Adressen für Trendsetter

Ein Stadtteil erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Die Prager Zeile, das längste Wohnhaus Deutschlands am Rande der Prager Straße, bekam ein Facelifting, während schräg gegenüber Dresdens größtes Shoppingcenter samt futuristischer Wabenfassade in den Himmel klettert. Auf dem Gastrosektor hat sich die Altstadt schon längst an konkurrierenden Stadtteilen vorbeigemogelt. So zieht die Gastromeile Weiße Gasse Partypeople und Gourmetfans an (www.weisse-gasse.de). Spezialitätenrestaurants mit Sushi, Tapas und Pasta im Angebot boomen und in den Szenebars muss man sich gute Plätze schwer erkämpfen. Vom Frühstück bis hin zum Dinner oder Cocktail - im Rauschenbach Deli (Weiße Gasse 2 | www.rauschenbach-deli.de) trifft sich die Szene zum Sehen und Gesehen- werden. Ein krasser Gegensatz dazu ist das charmant-schrullige Trödelcafé. Hier geht es zwischen Omis alter Nähmaschine und Meißener Porzellan etwas gemütlicher, jedoch nicht weniger trendy zu (Gewandhausstr 9).