Reisetipps Dresden

Stichworte Dresden

August I., II., III.

Wer sich mit Dresdens Kultur sowie der Geschichte Sachsens und seiner Herrscher beschäftigt, stolpert alle naselang über irgendeinen August. „August der Starke“, klar, den kennt jeder. Los ging es allerdings schon 170 Jahre vor dessen Zeit mit August, Kurfürst von Sachsen (1526 bis 86). Der gründete 1560 die Kunstkammer und legte mit seiner Privatbibliothek den Grundstein für die Sächsische Landesbibliothek. August der Starke, eigentlich Friedrich August I. (1670-1733), war Kurfürst von Sachsen und als August II. auch König von Polen. Dessen Sohn Friedrich August II. (1696-1763) war ebenfalls Kurfürst von Sachsen und als August III. König von Polen. Die beiden machten sich um Kunst und Kultur derart verdient, dass man gleich ein ganzes Zeitalter nach ihnen benannte: das Augusteische, 1694-1763, vom Amtsantritt des Vaters bis zum Tod des Sohnes. Der Vater hatte mit der Gräfin Cosel eine berühmte Mätresse, der Sohn mit dem Grafen Brühl einen ebenso berühmten Günstling. Dann wird es weniger spektakulär, doch es folgen noch drei weitere Auguste: Friedrich August III. (der Gerechte, 1750-1827), Kurfürst von Sachsen und ab 1806 König Friedrich August I. von Sachsen. Außerdem König Friedrich August II. (1797-1854) und König Friedrich August III. (1865 bis 1932), der letzte König von Sachsen.

13. Februar

Kein Datum spielt im kollektiven Bewusstsein der Dresdner eine größere Rolle. Die Nennung der Jahreszahl ist nicht erforderlich. Jeder Dresdner kennt sie. In der Nacht des 13. Februar 1945 und am folgenden 14. Februar, einem Aschermittwoch, zerstörten britische und amerikanische Bomberverbände die Stadt, die einmal als eine der schönsten Deutschlands galt. 35000 Menschen starben, zurück blieb ein 15km² großes Trümmerfeld. Die Frauenkirche stand noch anderthalb Tage, dann stürzte das ausgeglühte Bauwerk in sich zusammen. Den Dresdnern ist dieses Datum heilig - ungeachtet aller Vereinnahmungsversuche, von welcher Seite auch immer. Bei dem Thema versteht man keinen Spaß. Als in London 1992 ein Denkmal für Sir Arthur Harris eingeweiht wurde, den Oberkommandierenden des Royal Air Force Bomber Command von 1942-45, genannt „Bomber Harris“, war man in Dresden „not amused“ - und ließ das die Queen bei ihrem Dresden-Besuch auch spüren. Dankbar nahmen die Dresdner dagegen zur Kenntnis, wie sich Amerikaner und Briten - vor allem die Bürger von Dresdens Partnerstadt Coventry - mit Spenden am Wiederaufbau der Frauenkirche beteiligten. Das von dem Sohn eines einstigen Bomberpiloten gefertigte Turmkreuz wurde vom britischen „Dresden Trust“ gestiftet. Und auch die Queen, nicht nachtragend, gab ihren Teil dazu.

Sächsisch

Es ist mal wieder Zeit, eine Lanze für die Sprache der Sachsen zu brechen und Missverständnisse auszuräumen: 1. Alle Deutschen, auch die Nichtsachsen, sprechen heute mehr Sächsisch, als ihnen lieb sein dürfte. Martin Luther hatte sich bei seiner Bibelübersetzung nämlich des „Meißner Kanzleideutschs“ bedient und damit einen Wortschatz unters Volk gebracht, der sich im gesamten deutschen Sprachraum durchsetzte und eine Grundlage für das Hochdeutsche bildete. Außerdem stellte der kluge Mann fest: „Die sächsische Sprache gehet fein leise und leicht ab.“ Na bitte. 2. Nicht alle Ossis sind Sachsen, nicht alle Sachsen sprechen Sächsisch, nicht alle sächselnden Sachsen tun dies auf die gleiche Weise, und die Dresdner sind natürlich überzeugt, dass ihr Sächsisch am lieblichsten klingt. 3. Der Sachse betrachtet das eigene Idiom oft mit viel Selbstironie, hat es jedoch gar nicht gern, wenn er von Mitgliedern anderer Volksgruppen „forrgaggeierd“ wird und wenn etwa im Fernsehen Bösewichter oder Idioten häufig Sächsisch sprechen. 4. Im Erwachsenenalter Zugereiste werden das Sächsische nie wirklich beherrschen und sollten deshalb gar nicht erst versuchen sich anzubiedern. Lediglich das Wörtchen „Nu“, das so viel heißen kann wie „Na klar“, „Hab ich doch gesagt“ oder einfach „Ja“, wird auch bei Beutesachsen geduldet.

Waldschlösschenbrücke

Kaum etwas wird in Dresden schon so lange und so kontrovers diskutiert wie der geplante Bau der Waldschlösschenbrücke. 2005 votierten fast 68 Prozent der Dresdner für den Bau der Elbquerung. Mittlerweile war das Dresdner Elbtal jedoch in die Welterbeliste der Unesco aufgenommen worden, und ein Gutachten attestierte der Brücke eine zu erwartende „irreversible Schädigung der besonderen Qualitäten des Elbtals“. Welterbe oder Waldschlösschenbrücke? Die Gräben zwischen Befürwortern und Gegnern sind tief. Während die einen auf die Umsetzung des Bürgerentscheids pochen, wollen die anderen den Welterbestatus erhalten. Die einen sehen das Landes-, die anderen das Völkerrecht auf ihrer Seite. Um ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept geht's längst nicht mehr - oder um die Frage, ob es für die Verkehrsprobleme Dresdens keine bessere Lösung gäbe als die Zerschneidung des anmutigsten Elbbogens der Stadt.