Reisetipps Dresden

Stadtspaziergänge Dresden

Durch das barocke Dresden

Ein Tipp: Kaufen Sie sich ein paar Postkarten mit Canalettos Dresden-Gemälden aus dem 18. Jh. für den Vorher-Nachher-Vergleich. Den Rundgang können Sie - ohne ausgiebigere Museumsbesuche - in 2-3 Stunden absolvieren.

Starten Sie am Zwinger. Von der Ostra-Allee kommend treten Sie durch das Kronentor und stehen inmitten der prachtvollen, 1709-32 von Matthäus Daniel Pöppelmann geschaffenen, barocken Anlage. Der quadratische Zwingerhof mit seinen Wasserspielen ist von anmutigen Lang- und Bogengalerien sowie Pavillons in den Eck- und Scheitelpunkten umschlossen, die heute Museen beherbergen. Die vor Ihnen liegende Sempergalerie wurde mehr als 100 Jahre später als Abschluss zur Elbseite hin errichtet. Der Wallpavillon zu Ihrer Linken ist mit seinem reichen plastischen Schmuck von Balthasar Permoser das Prunkstück der Anlage. Steigen Sie die rechte Treppe im Innern nach oben und von hier wieder hinunter in das von Nymphen und allerlei Getier umrahmte Nymphenbad. Nach diesem Abstecher wandeln Sie über die Dächer der Langgalerien, von wo Sie einen einzigartigen Blick auf das gesamte Ensemble haben.

Durch den Glockenspielpavillon verlassen Sie den Zwinger und stehen nun vor dem Taschenbergpalais, einst Geschenk Augusts des Starken an seine Mätresse, die Gräfin Cosel, heute ein Kempinski-Hotel. Das Residenzschloss, das August der Starke seinerzeit in barocker Manier hatte umbauen lassen, erfuhr gegen Ende des 19. Jhs. eine Runderneuerung im Stil des Historismus. Heute sind hier, im Grünen Gewölbe, die Schätze Augusts des Starken ausgestellt. Gleich nebenan steht die in römischem Spätbarock errichtete Kathedrale Ss. Trinitatis, besser bekannt als Hofkirche. Gaetano Chiaveri schuf das katholische Gotteshaus ab 1739. Das filigrane und verspielte Äußere steht in Kontrast zu dem vergleichsweise schlichten Inneren. Verlassen Sie die Hofkirche in Richtung Fürstenzug. Auf dem über 100m langen Porzellanbild finden Sie August den Starken (als August II.) im hinteren Viertel.

Weiter geht es durch die Töpfergasse zum Neumarkt mit der in ihrer barocken Pracht wiederaufgebauten Frauenkirche. Der Blick ins Innere des ursprünglich 1726-43 nach Plänen George Bährs errichteten protestantischen Gotteshauses lohnt sich - wie auch der Aufstieg auf die Laternenplattform über der Kuppel.

Bummeln Sie nun durch die Münzgasse zur Brühlschen Terrasse. Vom Hofgärtnerhaus am Ostende abgesehen, wurden hier sämtliche Barockbauten vor über 100 Jahren abgerissen und u.a. durch die Kunstakademie und die heute zum Hilton gehörende neobarocke Sekundogenitur ersetzt. Zum Abschluss des Spaziergangs gehen Sie über die Augustusbrücke - das barocke Pöppelmannsche Original wich 1907-10 einem Neubau - hinüber zur Neustäder Seite. Flussabwärts liegt das Hotel The Westin Bellevue, in dessen Bau in den 1980er-Jahren eines der wenigen erhaltenen barocken Bürgehäuser einbezogen wurde, das Haus Große Meißner Straße 15. Am Elbufer zwischen dem Hotel und dem Japanischen Palais befindet sich jene Stelle, von der aus Canaletto 1748 seine Sicht auf die Dresdner Stadtsilhouette in dem Gemälde „Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke“ mit dem berühmten Canalettoblick festhielt.

Elbaufwärts: von der City zum Blauen Wunder

Auf den rund 6 km elbaufwärts - von der City bis zum „Blauen Wunder“ - kommt man dem Lebensgefühl der Stadt vielleicht am nächsten. Empfehlenswert: festes Schuhwerk. Dauer: ca. 4 Std.

Sie haben für den Nachmittag noch nichts vor? Dann wandern Sie doch vom Neustädter Brückenkopf der Augustusbrücke elbaufwärts. Zunächst sollten Sie allerdings das Panorama mit Brühlscher Terrasse, Frauenkirche, Hausmannsturm, Hofkirche und Semperoper bewundern. Am Königsufer, unterhalb des Finanzministeriums, kreuzt der Weg im Sommer das Veranstaltungsgelände der Filmnächte am Elbufer. Hinter der Carolabrücke passiert man die Sächsische Staatskanzlei. Wenige Schritte weiter zieht der 1902 aufgestellte bronzene Bogenschütze von Ernst Moritz Geyger die Blicke auf sich. Direkt hinter der Albertbrücke beginnt der Rosengarten. Weiter geht es über die Mündung der Prießnitz und vorbei an der Elbfähre zur Johannstadt. Auf dem Körnerweg kann man durch viel Grün hindurch hochherrschaftliche Stadtvillen erspähen. Links über dem nun ansteigenden Elbhang fällt der Blick auf das rekonstruierte Hauptgebäude des Waldschlösschenareals mit dem Brauhaus am Waldschlösschen. An dieser Stelle soll nach dem Willen der meisten Dresdner Politiker und Bürger bald eine neue Elbquerung entstehen, die Waldschlösschenbrücke. Hinter der Saloppe, dem ersten Dresdner Wasserwerk (1871-75), verläuft der Körnerweg unterhalb der drei Elbschlösser weiter. Sandsteinmauern und Bäume erlauben aber nur vereinzelte Durchblicke. Ein Gedenkstein in Form einer Sandsteinkugel erinnert an den Neustadtplaner Wolf Caspar Klengel (1630-91). Rechts daneben befindet sich ein unscheinbares Tor zum Heilstättenweg, der bergan zum Weißen Hirsch führt. Dem Körnerweg folgend passiert man Dinglingers Weinberg, ab 1692 Sommerwohnsitz des Goldschmieds Johann Melchior Dinglinger. Das „Blaue Wunder“, also die Loschwitzer Brücke, in Sichtweite, erreichen Sie nun die ersten Loschwitzer Häuser. In Nr. 6 lebte der Vater des Dichters Theodor Körner. Eine Tafel erinnert an den Besuch Friedrich Schillers, der 1785-87 im Gartenhaus gleich um die Ecke, in der heutigen Schillerstr. 19, an seinem „Don Carlos“ schrieb.

Angekommen am verkehrsreichen Körnerplatz, können Sie durch die angrenzenden Straßen des alten Loschwitzer Dorfkerns bummeln. Zurück ins Stadtzentrum geht es zu Fuß über das „Blaue Wunder“ und ab Schillerplatz mit der Straßenbahn (6, 12). Oder sie fahren mit der Standseilbahn zum Luisenhof, genießen bei Kaffee und Kuchen den Blick vom Balkon Dresdens und nehmen dann die Straßenbahn 11 (Bautzner Straße/Plattleite).