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Insider Tipps Dänemark MARCO POLO Korrespondent Christoph Schumann im Interview

Christoph Schumann hat in Dänemark studiert und gelebt. Heute arbeitet er in der einst zweitgrößten Stadt des Landes - Hamburg-Altona.

Was reizt Sie an Dänemark?

Ganz klar: die Menschen und die Natur. Dänen sind meist direkt, offen und freundlich, sprich: rundum sympathisch. Und sie leben in einem Land, das auf den ersten Blick wenig spektakuläre Natur zu bieten hat. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine ungeahnte Vielfalt: die weiten, rauen Dünenlandschaften der Nordseeküste. Die mildere Ostküste Jütlands. Hunderte kleiner und großer Inseln. Überraschend viele Wälder oder die Seen im sogenannten mitteljütländischen Hochland. Dazu kommt eine vielfältige Kultur - mit sehenswerten Museen wie Louisiana in Humlebæk oder AROS in Århus.

Was mögen Sie an Dänemark nicht so?

Da muss ich überlegen - einige politische Tendenzen kann man natürlich nicht begrüßen, darunter eine oft zu stramme Ausländerpolitik, die besonders die nationale Dansk Folkeparti propagiert. Eher persönlich bedaure ich, dass fast im ganzen Land allmählich die kleinen und großen Häfen neu genutzt und bebaut werden: Nicht überall entsteht dabei wirklich schöne Architektur. Oft sehen die Neubauten mit ihren Wohnungen oder Feriendomizilen eher langweilig und uniform aus. Das wird vielen Dänen aber wohl erst in einigen Jahren auffallen - und sie dann ärgern.

Wie oft sind sie in Ihrem Lieblingsland?

Ich bin sicher acht- bis zehnmal im Jahr in Dänemark. Mal kürzer, mal länger. Dabei versuche ich, alle Seiten mehr oder weniger gleichmäßig zu bereisen.

Sprechen Sie Dänisch?

Dass ich Dänisch spreche, ist natürlich oft ein Vorteil: Man erreicht die Menschen schneller, erfährt Dinge ohne Umweg. Gelernt habe ich Dänisch anfangs aus Lust und Laune, dann mit mehr Ernst als Studienfach. Dass ich auch in Aalborg studiert habe, hört man wohl noch heute an meinem „Dialekt“: Viele Kopenhagener hören einen Hauch Jütländisch heraus - aber das ist mir egal.

Mögen Sie die dänische Küche?

Die dänische Küche wird seit einigen Jahren immer ausgefeilter. Kein Wunder, denn Koch ist einer der In-Berufe bei Jugendlichen. Dennoch bin ich eher fürs Klassische: frischen Fisch, direkt vom Kutter in die Bratpfanne. Oder ein leckeres smørrebrød. Noch verführerischer ist natürlich das, was die Bäckereien an Süßem anbieten: einem wienerbrød, das auf Deutsch ja Kopenhagener heißt, oder einer wienerstang kann ich zugegebenermaßen selten widerstehen...