Reisetipps Dänemark

Ausflüge & Touren Dänemark

Südseetraum und Königshaus

Der Gendarmstien, 1920 entlang der deutsch-dänischen Grenze geschaffen, um illegale Grenzübertritte zu verhindern, führt an der Nordseite der Flensburger Förde entlang. Für die etwa 70 km sollte man zu Fuß drei bis vier Tage veranschlagen. Die Tour lässt sich auch mit dem Rad abfahren, auf Teilstrecken muss allerdings geschoben werden.

Los geht es am Toldergården von Padborg, dem Zollhof, südlich des Padborger Bahnhofs. Die ersten 7 km führt der Weg an der deutsch-dänischen Grenze entlang, die mit Grenzsteinen markiert ist, bis Sie die Kollund Å erreichen, ein Flüsschen am Wald von Kollund. Weiter geht es am ehemaligen Mühlensee von Kruså vorbei, dann kommt auch schon der Ort Kupfermühle in Sicht, eine historische Arbeitersiedlung. Die Flensburger Förde ist erreicht. Nun schlängelt sich der Weg nach Kollund, immer hoch über der Förde.

Zeit für eine erste Pause? Die Küche des Hotels Fakkelgaarden (Fjordvejen 44 | Tel. 73678300 | Fax 73678363 | www.fakkelgaarden.dk | €€€) hinter der Stadtgrenze von Kollund, gehört zu den besten Dänemarks.

Keine Wanderung nach Sønderhav, dem nächsten Ort, ohne ein Hotdog beim berühmtesten Hotdogstand Süddänemarks, Annies Kiosk (Fjordvej, gegenüber dem Fähranleger) zu probieren. Flensburger nennen Sønderhav auch Hotdoghav. Gleich gegenüber liegen die Ochseninseln. Auf der größeren der beiden Inseln mit ihrer 15 m hohen Steilküste darf gezeltet werden. Von Sønderhav führt der Weg einige Kilometer am Wasser entlang bis nach Rinkenæs. Kurz vor Rinkenæs geht es am Café Providence (Stranderød 9 | Tel. 74652462) vorbei, das mit bestechender Aussicht über dem Fjord liegt. Südlich von Sandager liegt der kleine Helligsø, ein Vogelparadies, nördlich des Orts steht ein Leuchtturm, von dem man einen perfekten Überblick über Land und Leute hat. In Egernsund, das kurz darauf erreicht wird, lohnt der kleine Hafen, der sich südlich der Hochbrücke hinter einer Kurve versteckt, einen Besuch. Hier arbeiten einige kleine Werften, man sieht aufgebockte Kutter und Segler, die meisten aus Holz. Vielleicht noch einen Abstecher nach Rendbjerg, wo sich der Besitzer des Ziegelwerks eine bunte Villa aus Schmucksteinen bauen ließ; dann kommt auch schon Broager in Sicht, dessen Kirche als einzige weit und breit zwei Türme hat. Südöstlich von Broager, bei Kragesand, liegt ein schöner und geschützter Badestrand. Nach einigen Kilometern kommt linker Hand auf einer Anhöhe Dybbøl Mølle in Sicht, heute ein nationales Monument, das an die dänische Niederlage erinnert, die zum Verlust von Schleswig-Holstein führte. Von Dybbøl Banke führt ein 4 km langer Feldweg immer an der Küste entlang nach Vemmingbund. Bei Viemose wartet ein primitiver Zeltplatz auf alle, die von frischer Luft nie genug bekommen können. Von hier aus sind es nur noch ein paar Kilometer bis nach Sønderborg und dann noch einmal 5 km bis Høruphav, wo es sich auf der Terrasse des Hotels Baltic (Havbo 29 | Tel. 74415200 | Fax 74415333 | www.hotel-baltic.dk | €€€) mit Blick auf den Seglerhafen herrlich entspannen lässt.

Auf der Strasse der Reichen

Die Küste nördlich des eigentlichen Stadtgebiets von Kopenhagen ist ein schönes und teures Land. Auf den 40 km bis nach Helsingør reiht sich Villa an Villa, Museum an Museum, Strand an Strand. Whiskygürtel haben die Kopenhagener diese traditionelle Wohngegend der Reichen genannt, ganz im Gegensatz zum Biergürtel, hinter dem die weniger Vermögenden ihr Dasein fristen müssen. Die dänischen Könige haben sich hier ihre Schlösser und Lusthäuser gebaut und ihr Jagdrevier angelegt. Heute ist der ehemalige königliche Tiergarten ein Vergnügungspark für das Volk. Nehmen Sie sich zwei bis vier Stunden Zeit für diese Tour.

Nördlich von Kopenhagen zieht sich am Strand des Øresunds der Strandvejen entlang. Im Sommer sonnen sich die Hauptstädter an den Stränden von Charlottenlund Strandpark und Bellevue Strandpark, sehr gepflegten Stränden, mit bester Aussicht hinüber zum großen Bruder Schweden. In Charlottenlund liegt Danmarks Akvarium (Kavalergården 1 | Sommer tgl. 10-18, sonst bis 16 oder 17 Uhr | Eintritt 75 Kronen | www.danmarksakvarium.dk), gleich gegenüber steht das erste der königlichen Schlösser in Richtung Norden, Charlottenlund Slot. Erbaut 1880, gehörte es bis 1926 der königlichen Familie. Kurz vor Klampenborg liegt mitten im ehemaligen Tiergarten, dem Jægersborg Dyrehaven, das Eremitageslot, ein Jagdschloss, 1736 erbaut und immer noch in königlichem Besitz. In Klampenborg lohnt das Restaurant Jacobsen (Strandvejen 449 | Tel. 39634322 | Fax 39634320 | www.restaurantjacobsen.dk | €€) einen Zwischenstopp. Das Gebäude wurde vom Architekten und Funktionalisten Arne Jacobsen entworfen, das Meublement ebenso: ein Restaurant als Hommage an einen großen Designer.

Rungstedlund, etwa 8 km nördlich, hat nicht nur einen lebendigen Seglerhafen vorzuweisen, hier, unmittelbar am nördlichen Ortseingang, steht auch das Haus der Schriftstellerin Karen Blixen, heute ein Museum. An der großen Kreuzung im Ortszentrum geht es links ab zum 2 km entfernten königlichen Schloss von Hirschholm, das Versailles des Nordens. Heute ist hier das interessante und sehenswerte dänische Jagd- und Waldmuseum (Di-So 10-16, Sa 12-16 Uhr | Eintritt 40 Kronen | www.jagtskov.dk) untergebracht. Das Schloss war Schauplatz einer der großen Staatsaffären der dänischen Geschichte. Der königliche Leibarzt Johann Friedrich Graf von Struensee hatte eine Liaison mit Königin Caroline Mathilde. Die Verbindung wurde aufgedeckt, die Königin verbannt, der Arzt hingerichtet.

Nun geht es zurück zum Øresund und Richtung Humlebæk (10 km) mit dem wohl berühmtesten Museum Dänemarks: Louisiana. Am Ende der Schlösser- und Museumstour steht wieder ein Schloss: Kronborg. Hier lässt Shakespeare seinen Hamlet nach Sein oder Nichtsein fragen, hier ruht in den Katakomben der steinerne Holger Danske, bereit, sich zu erheben, sollte Dänemark je in Gefahr kommen. Er ruhe sanft bis in alle Ewigkeit.