Reisetipps Costa Rica

Ausflüge & Touren Costa Rica

Durch Nationalparks zur Karibik

Von San José aus lässt sich eine Tour mit öffentlichen Verkehrsmitteln an die Karibikküste unternehmen. Von der Hauptstadt fahren Sie mit dem Bus Richtung Guápiles zunächst durch die Cordillera Central Richtung Nordosten und zweigen dann ab auf die Straße 4 nach Puerto Viejo de Sarapiquí. Mit dem Motorboot gelangen Sie dann schließlich nach Barra del Colorado. Und zwischendrin gehts mit der Seilbahn ein kleines Stück durch die Wipfel des Urwalds. Für diese rund 200 km lange Tour sollten Sie mindestens fünf Tage veranschlagen.

Braulio Carrillo ist der am einfachsten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbare Nationalpark Costa Ricas. Schon nach einer knappen Stunde Fahrt erreicht der in San José (ab C. 12 zwischen den Avenidas 7 und 9) gestartete Bus den Parkeingang vor dem Zurquítunnel, knappe 2 km nach Passieren der Zahlstation.

Weiter geht die Fahrt Richtung Guápiles. Kurz nach Passieren des Tunnels überquert der Bus den Río Sucio. Beim „Schmutzigen Fluss“ bestaunen die Fahrgäste von der Brücke einen braunen Flusslauf, der mit einem grünblauen zusammentrifft. Wenige Minuten später (5 km nach der Brücke) liegt rechts die Zufahrt zur Rain Forest Aerial Tramway, von den Einheimischen teleférico („Seilbahn“) genannt.

Wer sich über die Eigenarten des Ökosystems Regenwald informieren möchte, verlässt hier den Bus und unternimmt eine Schwebefahrt durch den Urwald. Zusammen mit An- und Abfahrt zur Seilbahn, 15-Minuten-Film zur Vorbereitung und 90-minütiger Fahrt durch den Dschungel sowie einer einstündigen Wanderung auf einem Lehrpfad dauert dieser Ausflug mindestens vier Stunden.

Anschließend stoppt ein Angestellter der Seilbahn den richtigen Bus für die Weiterfahrt. Bei Santa Clara zweigt links die Straße 4 zur Ortschaft Puerto Viejo de Sarapiquí ab. Sie ist Zentrum einer landwirtschaftlich geprägten Region. Wenn Sie sich im Braulio-Carrillo-Nationalpark oder bei der Regenwald-Seilbahn aufgehalten haben, sollten Sie in Puerto Viejo übernachten (ohne Stopp dauert die Busfahrt drei bis vier Stunden) und abends noch einen Drink in der soda am Hafen nehmen.

Per Boot geht es am nächsten Morgen zur Karibikküste. Wer dort eine Lodge reserviert hat, wird oft von den Gastgebern an der Mole in Puerto Viejo abgeholt. Anderenfalls verhandelt man über den Fahrpreis (ca. 250 US-$, bis zu zehn Personen pro Boot).

Über den Río Sarapiquí, den Río San Juan, den Grenzfluss zu Nicaragua (Pass erforderlich, Transitvisum 9US-$) sowie den Río Colorado gelangen Sie zum Nationalpark Barra del Colorado an der nicaraguanischen Grenze: 120 Flusskilometer, die Einblick in eine besonders artenreiche Tierwelt gewähren: Affen, Krokodile, Leguane, Faultiere und Wasservögel bevölkern die Flüsse und angrenzenden Lagunen. Wer bis Mittag das Boot besteigt, trifft am Spätnachmittag in einer der Lodges von Barra del Colorado ein. Die nächsten Tage sind ausgefüllt mit Wanderungen und Kanutouren im 920 km² großen Nationalpark Refugio Nacional de Vida Silvestre Barra del Colorado.

Die Rückreise erfolgt per Kleinflugzeug nach San José. Diesen Service bieten mehrere kleine Fluggesellschaften. Die Betreiber der Lodges sind ihren Gästen bei der Buchung gern behilflich.

Von San José zum Pazifik

Nur 70 km Luftlinie trennen die Hauptstadt Costa Ricas vom Meer. Über Jacó und Parrita geht es am Pazifik entlang nach Quepos und zum Nationalpark Manuel Antonio. Übernachtet man in Bijagual, Jacó und Playa Esterillos, ist man am vierten Tag in Quepos. Zwei bis drei Tage Aufenthalt im Nationalpark und an seinen Stränden werden nicht langweilig.

Auf der Autobahn geht es von San José zunächst westlich durch das Valle Central, vorbei an Ciudad Colón, zur kleinen Stadt Orotina. Wenige Kilometer südlich von Orotina beginnt das Naturschutzgebiet Reserva Biológica Carara (tgl. 8-16 Uhr), eine landschaftlich interessante Region im Übergang von Trocken- zu Feuchtvegetation. Jaguare, Pumas sowie Ozelote leben hier. Besucher bekommen aber eher Affen und Vögel zu Gesicht, darunter auch Riesenaras.

„Willkommen in Jacó“, heißt es bald darauf. Die Strände der Pazifikküste sind von unterschiedlicher Qualität und Schönheit. Playa de Jacó verbreitet besonders an Wochenenden mittelamerikanische Partystimmung. Da die Wellen hoch und die Preise niedrig sind, ist Jacó auch für jüngere Windsurfer ein beliebtes Ziel. Die Gezeiten sind in Jacó recht ausgeprägt. Bei Ebbe finden sich im Schlick Muscheln und so genannte Sanddollars. Jacó hat seinen Reiz, auch außerhalb der Saison und an Schlechtwettertagen, wenn Blitze über der Bucht zucken.

Wenige Kilometer weiter südlich treffen Sie auf Playa Hermosa und die Playas Esterillos. Individualisten sind begeistert von dem Surferstrand mit seinen kleinen, privat geführten Hotels. Da die Strömung teilweise tückisch ist und die Wellen hoch sind, ist dieser Strandabschnitt vom Tourismus bisher fast unberührt geblieben.

Weiter führt die Straße vorbei an Rinderfarmen und Palmenplantagen und überquert bei Parrita den gleichnamigen Fluss. Ölpalmenhaine prägen nun immer mehr die Landschaft - eine Monokultur; die Palmen dienen der Erzeugung von Palmöl.

Die Straße wendet sich für wenige Kilometer landeinwärts, bis sie am Ende einer weit geschwungenen Bucht auf Quepos trifft, das Ziel der Reise. Das lebhafte Städtchen gelangte durch seine Anziehungskraft auf Hochseeangler zu einem gewissen Wohlstand. Hauptattraktion ist jedoch der sich wenige Kilometer südlich anschließende Nationalpark Manuel Antonio. Eine schmale Straße windet sich von Quepos 7 km den Berg hinauf und wieder hinunter. Restaurants und Lodges liegen inmitten tropischer Gärten an den Berghängen beiderseits der Straße. Je weiter oben gelegen, desto schöner (und teurer) sind sie.

Tiefgrün schimmernde Hänge ziehen sich von der Bergkuppe hinunter zum Pazifik. Dort liegt die kleine Siedlung Manuel Antonio. Entlang der Uferstraße, die hier nur ein sandiger Weg ist, sitzen Langzeitreisende in den offenen Cafés beim späten Frühstück, indische Batiken und Amulette flattern im Wind. Barfuß watet man anschließend durch den Fluss, der den Ort vom Eingang zum Nationalpark trennt.