Reisetipps Costa del Sol

Insider Tipps Costa del Sol MARCO POLO Korrespondent Andreas Drouve im Interview

Andreas Drouve lebt seit Mitte der Neunzigerjahre in Spanien und ist als freier Autor und Journalist ständig auf Achse.

Wie sind Sie auf Andalusien gekommen?

Während der Studienzeit habe ich in Granada mein schönstes Semester verbracht, seitdem lässt mich die Region nicht mehr los. Mit dem Studentenausweis kam man damals umsonst in die Alhambra, ich war bestimmt 20-mal dort. Granada ist für mich die schönste Stadt in Spanien geblieben - auch wenn viele Außenbezirke hoffnungslos verbaut sind. Doch das ganze Panorama mit den Kunstdenkmälern, der Altstadt, dem maurischen Viertel Albaicín, der Stimmung, der Kulisse der Sierra Nevada - einfach ein Traum.

Das hört sich begeistert an …

Na klar. Und von der Küste mit ihren traumhaften Stränden, den Naturparks und den Ausgehfreuden in Tapakneipen habe ich noch gar nicht geredet! Diese Tradition der Schlemmerkleinkunst mit den Häppchen ist grandios. Da macht man gerne mit, vor allem mit einem guten Wein dazu. Küche und Gaumenfreuden sind exzellent. Wenn ich an so ein saftig-blutiges chuletón, ein durchwachsenes Steak, denke, läuft mir das sprichwörtliche Wasser im Mund zusammen.

Kommen Sie da überhaupt zum Arbeiten?

Ja, bis heute sind es immerhin um die 70 Kultur- und Reisebücher geworden, dazu zahlreiche Reportagen für Zeitungen und Magazine.

Wollen Sie Spanier werden?

Auf gar keinen Fall! Es bereichert zwar stets, in einem fremden Kulturkreis zu leben, doch ich fühle mich unverändert als Ausländer. Ich komme pünktlich zu Verabredungen, halte keine Siesta und verabscheue den Stierkampf - bei dieser Ballung „uniberischer“ Eigenschaften kann man kaum Spanier sein. Es ist ja nicht so, dass man sich mit allem identifiziert, nur weil man hier lebt.

Was mögen Sie an Spanien nicht so?

Bürokratie und Beamtentum wuchern auch hier ungezügelt. Da hört der südländische Spaß auf. Und die gesetzliche Krankenversorgung ist oft katastrophal. Auf einen Facharzttermin für meine kleinste Tochter haben wir gerade ein halbes Jahr warten müssen.

Fahren Sie regelmäßig nach Deutschland?

Nicht regelmäßig, aber immer wieder und gerne. Familie und Freunde sind dort, manchmal halte ich Vorträge. Außerdem ist und bleibt Deutsch meine Muttersprache - und die kommt im spanischen Alltag zu kurz. Aber wieder in Deutschland leben? Dazu ein klares spanisches „No“ …