Reisetipps Costa del Sol

Highlights Costa del Sol

Region: Granada

Albaicín

Arabien in Europa: Die engen Gassen und winkligen Plätze des nordwestlich der Alhambra gelegenen Stadtteils entsprechen dem Raster einer arabischen Medina. Auch die bauliche Gestaltung des auf einem Ausläufer der Sierra de la Yedra hockenden Viertels Albaicín (auch: Albayzín) entspricht orientalischen Strukturen: blumentopfbehangene carmenes, wie die Landhäuser mitten in der Stadt genannt werden; geometrische Kachelmuster, Stuckverzierungen und Zackenbögen - besonders in der Calle de Pagues und in der Calle de Pardo; winzige Obstgärten, Treppengassen voller Wäsche und Teile der maurischen Stadtmauer. Granadas ältestes Viertel ist ein Labyrinth ohne Wegweiser und Hauptweg - da muss man einfach aufs Geratewohl losgehen. 12000 Menschen leben im von der Unesco zum Kulturerbe der Menschheit erklärten Albaicín. Der zentrale, jedenfalls am meisten belebte Platz ist die Plaza Larga. Die weißen Seitengassen der Calle del Agua sind von dörflicher Stille erfüllt. In jüngerer Zeit sind viele Häuser herausgeputzt worden, andere liegen angenagt vom Zahn der Zeit dort. Wer auf der Aussichtsterrasse der Kirche San Nicolás den Sonnenuntergang erlebt, mit Blick auf die Alhambra und in deren Hintergrund die Sierra Nevada, genießt den wohl spektakulärsten Blick über die Stadt. Gleich hinter der Kirche liegt eine moderne Moschee.

Alhambra

Mit über 2 Mio. Besuchern im Jahr ist die besterhaltene Burg der islamischen Welt Spaniens meistbesuchte Sehenswürdigkeit. Weil ihre Mauern aus eisenhaltigen Tonziegeln im Kranz grüner Büsche vor dem Hintergrund der oft schneebedeckten Sierra Nevada im Abendlicht rötlich leuchten, nannten die Araber sie al hamra, die Rote. Die christlichen Eroberer platzierten in einen Teil des orientalischen Ensembles einen mächtigen Renaissancepalast. Ein filigranes Meisterwerk islamischer Baukunst und ein Zeugnis hochfahrender Renaissance wurden zwangsvermählt.

Der älteste Teil ist die Festung Alcazaba, die schon vor der Nasridenzeit entstand, im 9. Jh. Ihr Wachturm Torre de la Vela bietet einen grandiosen Blick auf die Sierra Nevada. Der Platz zwischen Alcazaba und Nasridenpalast ist dagegen der beste Aussichtspunkt auf Granada. Herausragender Baukörper ist der Löwenhof, das künstlerische Herzstück der Alhambra, ursprünglich ein blühender Garten, durch den - wie die vier Flüsse des islamischen Paradieses - das Wasser aus den vier Himmelsrichtungen durch Kanäle zur Mitte fließt. Die zwölf Löwen rundherum sind aus Marmor. 124 schlanke Marmorsäulen bilden filigrane Arkaden. Die zahlreichen Säle waren Aufenthaltsorte der Sultane, die um die Sala de los Abencerrajes gruppierten Privaträume indes den Haremsdamen überlassen. Außer den Konkubinen und deren Kindern durfte kein Sterblicher - Diener zählten nicht - diesen Privattrakt betreten.

Durch den Lindaraja-Garten gelangt man zu den Baños Árabes, den arabischen Bädern, und in die Terrassengärten Jardines del Partal. Im Anschluss bietet sich ein Rundgang entlang der Türme an, die den östlichen Bereich der Alhambra absicherten.

Der wuchtige Renaissancepalast Karls V. auf quadratischem Grundriss wurde 1526 begonnen, blieb nach 42-jähriger Bauzeit aber unvollendet. Über dem kreisrunden Innenhof mit umlaufenden Säulengalerien ist das Museo de Bellas Artes (Di 14.30-18, März-Okt. bis 20, Mi-Sa 9-18, März bis Okt. bis 20, So 9-14.30 Uhr) untergebracht.

Ab der Plaza Nueva gelangt man zu Fuß über die Cuesta de Gomérez auf den Burghügel hinauf oder mit einem der Minibusse 30 und 32, mit dem Auto Anfahrt über die Zufahrt Ronda Sur bis zum Parking Alhambra (Camino Viejo del Cementerio, 500 Plätze). Planen Sie Ihren Alhambrabesuch frühzeitig, denn die täglichen Besucherzahlen sind begrenzt. Statt stundenlang in der Warteschlange zu stehen, können Sie Ihre Eintrittskarte mit der vorgegebenen Besuchszeit unter www.alhambra-tickets.es (Weiterleitung auf www.servicaixa.com) reservieren. Diese Besuchszeit muss zwingend eingehalten werden; pro Person kann man maximal zehn Tickets ordern. Tickets gibt es für die Palastanlage, die Gärten und für die Spätabendbesuche. Telefonisch ist der Vorverkauf aus dem Ausland unter Tel. 0034/934923750 möglich. | März-Okt. tgl. 8.30-20, Di-Sa auch 22-23.30 Uhr, Nov.-Feb. 8.30-18, Fr/Sa auch 20-21.30 Uhr. Tages- bzw. Abendbesichtung 12 Euro (inklusive Generalife), im Vorverkauf 13 Euro, Ticket nur für den Besuch der Gartenanlagen („Visita Jardines“) 6 Euro

Generalife

Die weiträumige Anlage, der Garten der Alhambra, ist ein Meisterwerk der Gartenarchitektur, ein Refugium voller Jasmin, Rosen, Orangen und Myrten. Von ihrer Hauptpromenade bietet sich ein einzigartiger Blick auf den etwas unterhalb liegenden Alhambrakomplex. Als lauschiger Ort erscheint der Patio de la Acequia mit seinen Wasserspielen und seinem Pflanzenreichtum. Hangaufwärts befinden sich der Patio de los Cipreses (Zypressenhof) und die Escalera del Agua (Wassertreppe): Im steinernen Geländer strömt herrlich kühles Wasser durch Rinnen abwärts. In die Gärten baute man 1954 eine Freilichtbühne, die im Sommer Schauplatz des Musik- und Tanzfestivals ist. | Öffnungszeiten wie Alhambra, Kombiticket

Region: Almería

Alcazaba

Sie gehört von ihren Dimensionen her zu den eindrucksvollsten Wehrbauten, die auf maurische Ursprünge zurückgehen: ein umgürtetes Terrain von 35335 m², 91 m über Meeresspiegelhöhe. Rund 20000 Menschen fanden Platz im Innern des Kolosses mit seinem dreifachen Mauerring, dessen Bau 955 unter dem Stadtgründer Abdarrahman III. begann. Nach Schäden durch Erdbeben und Kriegszerstörungen bauten moslemische und christliche Herrscher sukzessive weiter. Hinter dem ersten Mauerring wurde eine Gartenanlage eingerichtet, in der es sich angenehm spazieren lässt. Der Wachturm stammt von Bourbonenkönig Karl III. Hinter dem zweiten Ring sind noch Reste ehemaliger Paläste zu sehen. Wo heute eine Kapelle im Mudejarstil steht, stand einst die Moschee. Den dritten Verteidigungsring bauten kastilische Eroberer, die Torre del Homenaje besitzt ein spätgotisches Portal. Der Aufstieg über die Calle Almanzor nahe der Plaza Vieja lohnt sich wegen des Ausblicks über Stadt, Hafen und Umland, aber auch, weil er in eine vorbildlich restaurierte Anlage führt, die mit ihren gezackten Mauern und Zinnentürmen märchenhaft anmutet. | April-Okt. tgl. 9-20.30, Nov.-März 9-18.30 Uhr

Region: Sierra Nevada

Las Alpujarras

Wie gewaltige Wellen rollen karg bewachsene Berge zum Mittelmeer hin aus. Im Süden der Sierra Nevada kleben Spaniens am höchsten gelegene Ortschaften an steilen Berghängen und schauen in Richtung Süden, nach Afrika. Charakteristisch sind die kubischen Häuser mit flachen Dächern aus einer schieferartigen, wasserundurchlässigen Magnesiumtonerde. Sie sind stufenförmig angeordnet und ergänzen einander: Das Dach des unteren Hauses dient dem darüber liegenden als Terrasse.

Diese architektonische Hinterlassenschaft der Araber ist besonders in den Orten entlang der verschiedenen kleinen Landstraßen zu besichtigen: das in gemäßigter Höhe von rund 650 m gelegene Lanjarón (Forellenfluss und Thermalbad), Órgiva, Cañar (winziges Dorf mit gut erhaltenen Häusern im maurischen Stil, umgeben von Eichen-, Kastanien- und Pinienwäldern), Pampaneira und Bubión (beide Orte in einem üppigen Tal mit Gemüsegärten, Weiden, Walnuss- und Kastanienbäumen), Capileira, Trevélez (1580 m hoch, in einem tiefen, baumbestandenen Tal, in den Gebirgsbächen Forellenschwärme), Pórtugos, Bérchules und Ugíjar.

Im Gegensatz zur Nordseite der Sierra Nevada erscheinen die südlichen Alpujarras ursprünglicher. Eine wilde Hochgebirgslandschaft, die Menschen nur auf ihren Südhängen duldet. Nach der Reconquista von Granada waren die Gebirgsregionen Rückzugsgebiete vertriebener Mauren, auf die noch heute Anbauterrassen und ausgeklügelte Bewässerungssysteme zurückgehen.

Auf die Eroberung durch die Christen folgte die Ansiedlung von Bauern aus Galicien, einem zurückhaltenden, wortkargen, weniger temperamentvollen Menschenschlag. Für Andalusier war die Gegend bis weit ins 20. Jh. hinein verhext, so zumindest wollte es der Volksglaube. In den teilweise versteckten Dörfern kann man im Herbst bei der Kastanien- oder der Apfelernte zuschauen und sich überhaupt ein Bild davon machen, wie die Felder in althergebrachter Weise, mit Mulis und kräftigem Ackervieh, bearbeitet werden.

In den gesamten Alpujarras ist der Landhaustourismus populär. Freundliche Unterkunft bietet z.B. das Hotel de Mecina Fondales (21 Zi. | La Fuente | Tel. 958766254 | Fax 958766255 | www.hoteldemecina.com.es | €) in Mecina Fondales. In Lanjarón treffen Sie mit dem Hotel Miramar (60 Zi. | Avenida Alpujarra 10 | Tel./Fax Tel. 958770161 | www.elhotelmiramar.com | €) eine solide Wahl. Das ebenfalls in Lanjarón gelegene Restaurant des Hotels Alcadima (Calle Francisco Tárrega | Tel. 958770809 | tgl. | www.alcadima.com | €€-€€€) ist für seine regionaltypische Kost bekannt.

In Capileira ist das Mesón Poqueira (Calle Doctor Castilla | Tel. 958763048 | im Winter Mo geschl. | €€), ein alter Familienbetrieb, auf Fleischspeisen spezialisiert. Eine populäre Unterkunft bei Capileira ist die Finca Los Llanos (41 Zi. | Carretera de Sierra Nevada | Tel. 958763071 | Fax 958763206 | www.hotelfincalosllanos.com | €); hier kann man auch zu angemessenem Preis die typische Küche der Alpujarras probieren - hoteleigene Spezialität sind Auberginen mit Honig (berenjenas con miel).

Zwischen Torvizcón und Cádiar liegt der Abzweig zum rustikalen Landhotel Alquería de Morayma (Tel./Fax Tel. 958343221 | www.alqueriamorayma.com | €), das ganzjährig geöffnet hat. 19 Zimmer und fünf Apartments stehen hier auf einem schönen, baumreichen 30-ha-Areal zur Wahl. In der Umgebung kann man wandern. Zum Haus gehört ein Restaurant, im Sommer Schwimmbad, im Winter Kamineck.

Wer etwas Schmackhaftes mitnehmen will, kaufe in einem der Dörfer den jamón serrano, den berühmten würzigen Schinken. Er wird mehr als ein Jahr in hochalpiner Luft getrocknet und hat ein ausgereiftes Aroma. Als beste Anlaufstation weit und breit gilt Trevélez. Wer einen kompletten Schinken kauft, sollte sich gleich noch einen metallenen Schinkeneinspanner (jamonero) zulegen - sonst lässt sich das fleischige Schweinebein nicht vernünftig packen und scheibchenweise absäbeln.

Privatunterkünfte in den Pueblos der Alpujarras können über die gemeinsame Reservierungszentrale der Anbieter gebucht werden (RAAR Red Andaluza de Alojamientos Rurales | http://raar.es). Die Feriendomizile sind unterschiedlich: vom traditionellen Haus in freier Natur ohne Strom bis zum komfortablen Herrensitz. Die Quartiere entsprechen gewöhnlich der Preisstufe | €.

Wer lieber im Hotel logiert: Bei Órgiva empfiehlt sich das Taray Botánico (15 Zi. | Carretera A 348 km 18 | Tel. 958784525 | Fax 958784531 | www.hoteltaray.com | €) als modernes Hotel im klassisch-maurischen Stil mit Swimmingpool (März-Okt.).

Region: Málaga

Museo Picasso

Das Museum, untergebracht in einem gräflichen Palast aus dem 16. Jh., steht ganz im Zeichen von Pablo Picasso und seinem umfangreichen Schaffen. Grundlage sind Schenkungen und Leihgaben der Erben Picassos, die eine umfangreiche Werkschau mit über 200 Werken des Meisters erlauben, darunter Ölgemälde, Stiche, Zeichnungen, Skizzen und Keramikarbeiten. Zu den Exponaten der ständigen Ausstellung zählen u.a. Hombre, mujer y niño (Mann, Frau und Kind) und Jacqueline sentada (Sitzende Jacqueline). Überall streift man unter den gestrengen Augen des Wachpersonals durch die Säle - kein Wunder, die Werke besitzen unschätzbaren Wert. Es gibt eine ständige Sammlung und einen Trakt mit Wechselausstellungen. Das Museumscafé ist wie geschaffen für eine Rast zwischendurch. Jeden letzten So des Monats ist ab 15 Uhr der Eintritt frei! | Di-Do und So 10-20, Fr/Sa 10-21 Uhr | Calle de San Agustín | www.museopicassomalaga.org

Region: Fuengirola

Mijas

8 km von Fuengirola liegt auf einer natürlichen Terrasse 430 m den Hang hinaufgeschachtelt eines der schönsten Städtchen (9000 Ew.) im Hinterland der Costa del Sol. Der Massentourismus beschert dem „Schaufenster Andalusiens“ stattliche Einnahmen, setzt ihm aber auch arg zu. Eseltaxis, penetrante Kutscher, Nepp, aber auch kopfsteingepflasterte Gassen, Schmuckziegel- und Marmorfassaden und viele Pinien in dem vor rund 2600 Jahren gegründeten Dorf. Hübsch sind die Plaza de la Constitución mit der Pfarrkirche La Muralla im Mudejarstil und der Casa Consistorial (Rathaus), in der das Touristenbüro untergebracht ist (Plaza Virgen de la Peña | Tel. 952589034 | Fax 952589035 | www.mijas-digital.es). Das Carromato de Max (tgl. 10-22, im Winter bis 19 Uhr), ein Miniaturenmuseum in der Avenida del Compás, präsentiert winzige Schnitz- und Pinzettenarbeiten, die mit der Lupe identifiziert werden. Am Aussichtspunkt Mirador de Mijas residiert die Schutzpatronin in einer Grottenkapelle.

Überall gibt es eine Überfülle an Läden mit Vasen, Keramikarbeiten und kunstvoll bestickten Taschen. Einkehrmöglichkeiten gibt es viele, wobei die Auswahl von der Tapabar Alarcón (Calle Lasta 1 | Tel. 952485245 | So geschl. | €) bis zum gehobenen Restaurant El Mirlo Blanco (Cuesta de la Villa 2 | Tel. 952485700 | Nov.-Juni Di geschl. | €€-€€€) reicht.

Region: Estepona

Casares

Etwas Spektakuläreres wird man in der wildromantischen Sierra Bermeja im Hinterland von Estepona nicht finden. Ganz überraschend schiebt sich Casares, auf einem 440 m hohen Plateau 20 km nordwestlich gelegen, während der Fahrt durch die waldreiche Berglandschaft ins Bild. Ein Gewürfel weißer Häuser zieht sich den Berg hinauf und wird bewacht von einer arabischen Festung. Man steigt über enge, ausgetretene Treppen, betritt die Kirche San Sebastián aus dem 17. Jh. mit ihrer Statue der Virgen del Rosario del Campo. Je höher man hinaufsteigt, desto besser werden die Ausblicke. Winzig sind die Gassen des Orts, romantisch sieht der Brunnen in der Mitte aus. Aber das Schönste sind und bleiben die Rundum- und Durchblicke nach überallhin.