Reisetipps Costa Blanca

Ausflüge & Touren Costa Blanca

Wandern im Naturpark Serra d'Irta

Der südlich von Peñíscola gelegene Naturpark Serra d'Irta (auch: Sierra de Hirta) bietet Wanderern hohe Erlebniswerte. Am besten, Sie besorgen sich vorab in der Touristeninformation eine Übersichtskarte, die je nach Vorrat auf Deutsch erhältlich ist. Auf eine kurze Anfahrt zum Ausgangspunkt folgt eine rund 17 km lange Wegstrecke (4-5 Std.) zwischen Küstenlinie und Bergen. Nicht vergessen: Wasser, Proviant, Sonnenschutz, gutes Schuhwerk und Badesachen! Man sollte sich einen vollen Tag Zeit nehmen und früh beginnen.

Folgen Sie im Ortszentrum von Peñíscola der südlichen Ausfahrt und den braunen Schildern zum Naturpark. Nach etwa 3,5 km stellen Sie den Wagen an einem Linksabzweig auf einer steinigen Freifläche ab. An diesem Abzweig weisen recht unscheinbare Schilder zur Torre Abadum (auch Abadun oder Badun, 2 km) und zur Playa Pebret (4,1 km); auch ein Wanderzeichen, „PNV-194“, ist da. Auf ein Stück Asphalt folgt eine Piste, die mitunter von Fahrzeugen genutzt wird. Diese breite Schottertrasse zieht sich aufwärts, erhebt sich über imposante Klippenlandschaften und führt am maurischen Wachturm Abadum (10. Jh.) vorbei. Hier hielt man einst nach Piraten Ausschau. Hinter dem Rundturm folgt ein geteertes Stück abwärts, bis es durch einen Kiefernhain hindurch und wenige Hundert Meter vor der Playa Pebret rechts hinauf auf einen Pfad geht. Ein Schild weist zum Zwischenziel Mas del Senyor, einem 3,5 km entfernten Rastplatz. Unweigerlich löst man sich nun von der Küste und hat das anstrengendste Stück des gesamten Tages vor sich. Der Pfad ist schmal, steil und steinig und zieht sich kontinuierlich aufwärts. Zurück fällt der Blick aufs Meer, voraus kommen die weiteren Höhenstufen der Sierra hinter einem kleinen Grat zum Vorschein. Mal führt der Pfad an Hausruinen vorbei, mal geht es über ein Geröllfeld. Ein Strommast verheißt ein Stückchen Zivilisation, nahe einem hellen Landhaus knickt der Pfad deutlich gekennzeichnet nach links ab und geht in einen breiten Weg über. An dieser Kreuzung fehlen noch 1,5 km bis Mas del Senyor und 2,7 km bis zum Pou del Moro. Der Weg ist von Fahrstraßenbreite und wird von den Anwohnern der weit verstreuten Anwesen genutzt. Ansonsten zeigt sich die Landschaft weitgehend unberührt. Aus der Ferne dringt Hundegebell ans Ohr, es riecht nach Kiefern und Kräutern. Im Naturpark sind echter Lavendel und Schopflavendel verbreitet, außerdem Thymian, Rosmarin und Salbei. Am Rastplatz Mas del Senyor hat man sich im Schatten der Bäume eine Pause an den Picknicktischen verdient, daneben gluckst ein künstlich eingefasster Bachlauf.

1,2 km sind es nun bis zum Pou del Moro, dem „Maurenbrunnen“, der etwas abseits des Weges liegt, aber einzusehen ist. Fortan zieht sich der breite Erdweg auf und ab durch Kiefernbestände und führt in einer weiten Schleife 4 km hinab an die Küste. Obwohl man häufig auf gelbweiße Wanderzeichen stößt (mitunter auch mannshohe Holzpfähle, die oben rot markiert sind), ist einmal zwischendurch der Verlauf an einer Dreier-Gabelung auf den ersten Blick nicht eindeutig zu erkennen; dort wählt man die linke Möglichkeit. Allmählich läuft der Weg Richtung Meer aus und erreicht die küstennahe Piste. Ab dieser Kreuzung sind es wenige Hundert Meter nach links zu den Stränden Pebret und Russo, an denen man sich eine Abkühlung redlich verdient hat. Den Anhaltspunkt gibt ein verlassenes weißes Haus. Erfrischt und gestärkt treten Sie nach dem Strandstopp ab der Playa Pebret die restlichen 4,1 km bis zum Ausgangspunkt an, vorbei an der Torre Abadum und mit ungetrübt schönem Blick bis zum Altstadtberg von Peñíscola.

Entdeckungstour durch Murcia

Das Feriengebiet um das Mar Menor ist Ausgangspunkt für eine Rundtour von 300 km Länge; je nach Lust und Laune planen Sie 2-3 Tage ein. Leitmotivisch geben die Kontraste der Region Murcia den Weg vor: Berge und Meer, die Strandziele Mazarrón und Águilas, die Städte Cartagena und Murcia. Übernachtungen können Sie in Mazarrón und Águilas.

Ausgangs- und Endpunkt ist La Manga del Mar Menor, wo sich die Schnellstraße nach Cartagena löst; das Küstengebirge verhindert eine durchgehende Strecke. Nach 30 km erreichen Sie Cartagena, das sich aufgrund seiner bewegten Vergangenheit Puerto de Culturas, „Hafen der Kulturen“, nennt. Dank der strategischen Lage - mit geschütztem Hafen und Berghöckern voller Wehranlagen rundherum - ist es niemandem je gelungen, Cartagena von der Seeseite her zu erobern. Gegründet wurde die Stadt 227 v. Chr. vom karthagischen General Hasdrubal, dem Bruder Hannibals. Die kurz darauf folgende Niederlage der Karthager gegen die Römer lebt alljährlich in der zweiten Septemberhälfte mit den Fiestas de Cartaginenses y Romanos wieder auf - ein echtes Kostümfest! In Cartagena soll außerdem der heilige Apostel Jakobus angelandet sein, um Spanien zu missionieren. 1931 verließ König Alfons XIII. hier das Land und ging ins Exil. Nach einem Besuch der historischen Punkte wie der Muralla Púnica und dem Burgberg Concepción steht ein Bummel durch die Fußgängerzone C/. Mayor an; Tapas, Paellas und Tagesmenüs gibt es im Restaurante Columbus (C/. Mayor 18 | Tel. 968501068 | im Winter So geschl. | €-€€). Für eine ausgiebigere Einkehr bietet sich das Restaurant Principal (C/. Príncipe de Vergara 2 | Tel. 968123031 | So geschl. | €-€€) an, das eine gute Auswahl an Reis- und Fischgerichten auftischt. Ziel eines Spaziergangs ist die nett aufgemachte Meerespromenade, wo Hafenrundfahrten (siehe „Mit Kindern reisen“) starten und weitere Cafés liegen. Umgeben von Wasserspielen ist dort in einem Bassin ein Unterseeboot zu sehen, das an seinen aus Cartagena stammenden Erfinder Isaac Peral erinnert.

Westlich von Cartagena zieht sich die Landstraße durch abgeschiedenes gebirgiges Hinterland, steigt auf dem Pass La Cuesta auf 352 m an und fällt nach Mazarrón hin zum Meer ab. Die Küste des einstigen Minengebietes von Mazarrón ist ihrer schönen Strände und Badebuchten wegen bekannt, außerdem gibt es Tauchreviere und die interessanten Felsformationen Erosiones del Bolnuevo. Solide Unterkunft im Hotel La Cumbre (120 Zi. | Urbanización La Cumbre | Tel. 968594861 | Fax 968594450 | www.hotellacumbre.com | €€).

Zwischen Küsten- und Inlandskordillere führt die ausgesprochen kurvige Fahrt knapp 60 km weiter ins Hafen- und Burgstädtchen Águilas, wo Sie weitere exzellente Strände und Buchten erwarten. Nett ist das lokale Motto: abierto por vacaciones todo el año, „ganzjährig für Ferien geöffnet“. In Águilas bieten sich zwei längere Promenadenspaziergänge an: ostwärts zum Aussichtspunkt Pico L'Aguilica oder westlich bis zur Playa de Poniente.

Nördlich von Águilas geht es durch kahles Gebirgshinterland knapp 40 km weiter nach Lorca (80000 Ew.), das sein monumentales Erbe in Form des mittelalterlichen Kastells und einiger Kirchen wie San Patricio bewahrt; die festlich begangene Karwoche ist von nationaler Bedeutung. Nordöstlich von Lorca zieht sich die N-340/A-7 durch fruchtbare Obst- und Gemüseanbaugebiete, aber ebenso auch an wüstenartigen Bergen vorbei ins 70 km entfernte Murcia. Unterwegs gibt es nichts Nennenswertes zu sehen, daher die möglichst rasche Überbrückung bis Murcia. Autofahrer stellen ihr Gefährt am besten im Barrio del Carmen ab und gehen über die Alte Brücke, Puente Viejo, in die Altstadt. Dreh- und Angelpunkt im einstmals maurischen Mursiya (350000 Ew.) ist die im 14. Jh. begonnene Kathedrale, die an manchen Stellen mit überbordendem Barock erschlägt. Auf dem Kathedralvorplatz finden Sie Terrassencafés und das Touristenbüro (Pl. Cardenal Belluga s/n | Tel. 968358749 | Fax 968358748 | www.murciaciudad.com). Der weitläufige Fußgängerbereich spannt sich bis zur Plaza Santo Domingo, oft herrscht reges Studentenleben. Während der Karwoche ist Murcia Schauplatz von interessanten Prozessionen. Ab Murcia sind es ca. 75 km zurück nach La Manga del Mar Menor.

Durch den Naturpark Serra d'Espadà

Im südlichen Hinterland der Costa del Azahar führt eine schöne Bergroute durch den Naturpark Serra d'Espadà. Tor zum Park ist Vall d'Uixó, wo Sie zu Beginn die Sankt-Josephs-Grotten besuchen können. In einer Schleife führt die Route dann über Chóvar, Eslida und Tales durch grüne Gebirgsgegenden. In Onda ist die attraktive Strecke zu Ende. Je nach An- und Abfahrt sowie Höhlenbesuch und Mittagessen ist ein halber oder ganzer Tag zu veranschlagen; die Kernstrecke Vall d'Uixó-Onda ist ca. 35 km lang.

Der Auftakt führt am Ortsrand von Vall d'Uixó ins Höhlendunkel: in die wasserdurchfluteten Coves de Sant Josep/Grutas de San José (siehe „Mit Kindern reisen“). Die Besucher werden mit Kähnen gestakt und gehen auch ein kurzes Stück zu Fuß. Ausgeleuchtete Tropfsteine und Felsvorhänge ziehen Jung und Alt in ihren Bann. Nach dieser „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (so der Höhlenslogan) wendet man sich auf dem Vorplatz des Grotteneingangs den leiblichen Genüssen zu. Im Restaurant La Gruta (Mo geschl. | Paraje San José | Tel. 964660008 | €€) sitzt man bei einem ansprechenden Tagesmenü angenehm unter Höhlengewölben, die Weinauswahl ist gut.

Hinter Vall d'Uixó steigt das kurvige Sträßchen CV-230 in den ausgeschilderten Parc Natural Serra d'Espadà an. Das 31000 ha große Naturschutzgebiet setzt markante Kontraste zur Küste und wirft sich mit dem Pico de la Rápita bis zu 1106 m hoch auf. Zu Beginn der Tour ziehen Oliven und Orangenplantagen vorbei, Felsgebilde wirken aus der Ferne wie Haifischflossen. Hinter Alfondeguilla wartet die Auffahrt auf den 400-m-Pass Marianet. Auf eine längere Abfahrt folgt der Rechtsabzweig auf der CV-219 Richtung Chóvar und Eslida. Die Gegend ist dünn besiedelt, Bergsilhouetten lappen übereinander. Das Häuserensemble von Chóvar hebt sich gegen den Bergkegel ab. Hinter Chóvar folgt eine steilere Auffahrt. Das Grün gibt weiter den Ton an, dazwischen glänzen das Gelb der Ginstersträucher und das Rostrot von gerindeten Korkeichenstämmen. Auf dem 620 m hohen Port d'Eslida zieht es merklich kühler ins Auto, an trüben Tagen umspielen Wolken die Berge. Nutzen Sie den Parkplatz auf der Passhöhe zu einer Pause, um die unverbrauchte Luft zu genießen.

Kiefern, bemooste Felsen und Haarnadelkurven sind Wegbegleiter bis in den Talort Eslida, der sich über mehrere Etagen erstreckt. Rundum sieht man zu Bergen auf. Zwischen Eslida und Aín blättern sich weitere Grünfacetten auf, ab Aín (Wegweiser Richtung Almedíjar) geht's weiter über L'Alcúdia de Veo. Zu Kiefern gesellen sich auf dem letzten Berg- und Talstück Ölbäume und Eukalyptus. Hinter Tales verliert das Gebirge an Kraft, die Szenerie an Attraktivität. Der ausgreifende Kastellort Onda liegt schon außerhalb der Naturparkgrenze; über Onda erreichen Sie ostwärts die Küstenautobahn und die N-340.