Reisetipps Chiemgau

Ausflüge & Touren Chiemgau

Badespass auf der Eggstätt-Hemhofer Seenplatte

Der Chiemsee als größtes bayerisches Gewässer erfreut sich starker Prominenz. Doch nördlich des „Bayerischen Meeres“ geht es erst richtig los mit dem Badespaß. 17 kleine Seen haben die schmelzenden Eiszeitgletscher hier hinterlassen, oftmals moorige, aber idyllische Oasen, eingebettet in eine ursprüngliche, bäuerlich gepflegte Kulturlandschaft. Die Rundtour beginnt und endet in Rimsting am Chiemsee-Westufer. 56 km, reine Fahrzeit 1 1/2 Stunden

Von Rimsting fahren Sie in Richtung Gstadt und Seebruck zunächst zum Chiemsee. Die Straße verläuft in kurvenreichem Auf und Ab und in gewissem Abstand zum Ufer. Hinter Breitbrunn senkt sich die Straße sanft zum See ab. Die Insel Frauenchiemsee gerät ins Blickfeld, nach Süden überragt von den Chiemgauer Bergen.

Direkt am See entlang geht es weiter nach Lambach - hier stoßen Sie auf die von Rosenheim kommende größere Landstraße, auf der Sie bis Seebruck weiterfahren. Dort biegen Sie gleich am Ortsanfang in Richtung Seeon und Obing ab. Und schon taucht rechter Hand der Seeoner See auf. Weiter geht es dann vorbei am schilfumstandenen Brunnensee zur Kreuzung mit der B 304, wo Sie nach links in Richtung Wasserburg abbiegen. Der spitze neugotische Kirchturm von Obing grüßt schon von Weitem und lädt zu einem kleinen Rundgang durch die Kirche mit ihren bedeutenden Schnitzwerken. Selbstredend ist auch Obing nicht ohne See und dieser nicht ohne ein herrliches Strandbad mit langem Steg.

Kurz vor dem Ortsende Obings geht es wiederum nach links und in sanftem Auf und Ab durch saftige Wiesen nach Amerang. Hier fahren Sie links in Richtung Halfing. Links auf einer Anhöhe, leider leicht verdeckt, taucht das Ameranger Renaissanceschloss auf, wo im Sommer Konzerte stattfinden.

Sie fahren weiter in Richtung Halfing. Vor dem Ort biegen Sie links nach Höslwang ab, dessen Kirchturmzwiebel schon bald hinter den Hügeln auftaucht. Hier kann man sich im netten Café Vivarium (Mo und Di geschl.) mit frischem Kuchen und guter Bioküche stärken. Bei Unterhöslwang biegen Sie rechts ab in Richtung Hemhof und Bad Endorf. Wem jetzt erst der Magen knurrt, der kann wenig später bei Gachensolden auf das Nebensträßchen nach Oberulsham einbiegen: Dort steht einladend der Landgasthof Sägwirt (Mi geschl. | Tel. 08056/346 | €) mit seiner schönen Sonnenterrasse.

Am Westrand der Eggstätt-Hemhofer Seenplatte rollen Sie nun am Pelhamer See vorbei, wo Badende im Schatten von Laubbäumen und auf sonnigen Wiesen lagern. Weiter geht's nach Stephanskirchen. Um in dem östlich gelegenen Schlosssee zu baden, muss man ein paar Schritte zu Fuß gehen. Über Hemhof und Bad Endorf geht es zurück nach Rimsting.

Rund um den Watzmann

Ah, der Watzmann! Einmal oben gestanden haben … Zugegeben: Eine erfolgreiche Gipfelbesteigung wird bei Nachbarn und Kollegen den tieferen Eindruck hinterlassen. Dennoch wird hier die schlichte Umrundung des Sehnsuchtsberges empfohlen, und das aus zweierlei Gründen. Zum einen ist sie landschaftlich besonders reizvoll, zum anderen auch für durchschnittliche Wanderer und Bergsteiger ohne Gefahr für Leib und Leben zu machen (Bergerfahrung und -ausrüstung sind allerdings Voraussetzung). Rund 17 km, etwa 8 Std.

Start ist im Dorf Königssee am Ufer des gleichnamigen Gewässers, wo der bequemste Teil der Tour beginnt - die 20-minütige Fahrt im Motorboot, vorbei an der gewaltigen Watzmann-Ostwand, nach St. Bartholomä (618 m). Dort wenden Sie sich nach Süden in Richtung Funtensee. Zunächst führt der Weg fast eben am Seeufer entlang, dann geht es in Serpentinen das Tal hinauf zur Schrainbachalm (866 m). Noch ein Stück weiter oben zweigt rechts der Weg ab, der teilweise exponiert, aber drahtseilgesichert zur Sigertplatte führt. Über diese steigen Sie weiter auf zum Pass Trischübel, dem mit 1798 m höchsten Punkt dieser Tour.

Von hier an geht's bergab. Auf der anderen Passseite lockt zunächst die bewirtschaftete Wimbachgrieshütte mit herrlichem Blick auf Palfenhörner, Hochkalter (2607 m) und Steintalhörnl. Dann geht es in leichtem Abstieg gut 8 km durch das weite Wimbachtal bis zum Wimbachschloss, das einst den Wittelsbachern als Jagdhaus diente. Nach weiteren 4 km trifft man auf den Einstieg in die Wimbachklamm, eine Felsschlucht voll tosender Wasserfälle und für 500 m feuchtfröhliche Alternative zum Wanderweg. Dahinter schließt sich ein kurzer, steiler Abstieg zur Wimbachbrücke in Ramsau an.

Von hier aus verkehren Busse nach Berchtesgaden und von dort zurück zum Königssee.

Nach St. Servatius und zum Taubensee

Von außen wirkt es eher schlicht, doch das spätgotische Kirchlein St. Servatius, kurz Streichenkapelle genannt, hat es in sich: Es beherbergt einen bedeutenden Freskenzyklus aus dem 15. Jh. und wertvolle Schreinaltäre - ein Kunsterlebnis, das jedoch erwandert werden will. Denn mit dem Auto kommt man auf den Streichen (800 m) gottlob nicht (ganz) hinauf. Rund 9 km, 4 Std.

Mit dem Auto fahren Sie von Schleching in Richtung Kössen (Österreich) und sofort hinter der Brücke über die Tiroler Ache links den Berg hinauf bis zum Parkplatz. Von hier aus wandern Sie gemütlich bergan und stehen nach etwa einer halben Stunde vor dem Berggasthof Streichen und genau unterhalb der in 800 m Höhe gelegenen Streichenkapelle. Die Wirtschaft ist Pflichtziel auch für Nur-Kunstbeflissene, denn hier muss man den Schlüssel zum Kirchlein abholen.

Vom Streichen aus führt ein schmaler Wanderweg zu den Ulmenau- und Petereralmen, wo Sie rechts auf einen Güterweg einbiegen, der in Serpentinen zur Donaueralm in ca. 1000 m Höhe führt. Hier trifft man auf einen Wanderweg, der steil bergauf zum Taubensee führt (1100 m), einem idyllischen kleinen Bergsee, durch den die deutsch-österreichische Grenze verläuft. Eine sehr schöne Aussicht haben Sie von der etwas oberhalb gelegenen Taubenseehütte, die zur Einkehr lädt.

Zurück zur Streichenkapelle und nach Schleching geht's auf demselben Weg.