Reisetipps Capri

Sehenswertes Capri

Region: Ort Capri

Arco Naturale

Inmitten der wilden Waldlandschaft an der östlichen Inselküste ragt ein mächtiger, durch Erosion skurril geformter Felsenbogen steil über die Meeresbrandung hinaus. Von der Piazzetta aus führt ein Fußweg über die Via Le Botteghe und die Via Matromania in etwa 20 Minuten dorthin.

Belvedere di Tragara

Von dieser Aussichtsterrasse aus, die sich am Ende der Via Tragara findet, sind die Faraglioni fast zum Greifen nahe. Von hier aus kann man dann weiter in Richtung Pizzolungo und Arco Naturale spazieren oder den schmalen Fußweg unterhalb der Belvedere-di-Tragara-Terrasse einschlagen. Dieser führt zu zwei renommierten Badeplätzen unmittelbar gegenüber der Felsengruppe der Faraglioni.

Casa Rossa

In diesem tatsächlich roten Haus, Ecke Via Longano und Via Sopramonte, wohnten einst zwei bekannte Persönlichkeiten: der russische Schriftsteller Maxim Gorki (1868-1936) und der deutsche Arzt Emil von Behring (1854-1917), Entdecker der Impfstoffe gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf. Die Casa Rossa ist heute ein privates Apartmenthaus.

Diefenbach-Museum

In den zwei Vorräumen der Kirche der Kartause San Giacomo hängen riesige Ölbilder des deutschen Spätromantikers Karl W. Diefenbach (1851-1913). In seiner Studienstadt München als esoterischer Naturapostel verschrien, fand er auf Capri sein zweites Zuhause. Hier hat er auf der Leinwand seinen mystisch-düsteren Träumen Ausdruck verliehen. In einem Nebenraum befinden sich außerdem jene vier Statuen aus der Römerzeit, die man in der Blauen Grotte gefunden hat. | Di-So 9-14 Uhr | Eintritt frei

Faraglioni

Die Faraglioni sind das bekannteste Wahrzeichen der Insel. Es sind drei aus dem Meer hochragende, imposante Felsenklippen: Stella (109 m) ist mit der Küste durch eine kleine Landzunge verbunden. Faraglione di mezzo (81 m) liegt in der Mitte und ist durch eine schmale, 60 m lange Rinne, die auch mit dem Boot befahrbar ist, von der dritten Klippe getrennt: Scòpolo (104 m) steht am weitesten im Meer. Auf diesem Felsen leben die ganz seltenen, bezaubernd schillernden blauen Eidechsen, die es nur dort gibt.

Östlich von diesen drei Klippen liegt noch eine vierte, Monacone, die den kleinen Hafen von Tragara vor den Schirokkowinden schützt.

Friedhöfe

Von der Piazzetta über die Via Roma führt die Via Marina Grande zu einem Friedhof ganz besonderer Art hinunter: den 1878 vom Amerikaner George Hayward gestifteten Non Roman Catholic Cemetry. Auf Italienisch heißt er Cimitero Acattolico: eine Ruhestätte für nichtkatholische, ausländische Capri-Freunde. Es liegen hier unter anderen der französische Baron Jacques d'Adelswaerd Fersen und das baltisch-deutsche Ehepaar von Uexküll (bei dem Rainer Maria Rilke mehrmals zu Gast war) begraben. Oberhalb dieser - inzwischen leider ziemlich verwahrlosten - Ruhestätte befindet sich der katholische Friedhof. Hier ruht unter anderem der zu mehr als zweifelhafter Berühmtheit gelangte deutsche nationalsozialistische Filmregisseur Veit Harlan. | Via Marina Grande | Mo-Sa 7.15-19, So u. Feiertage 8-12 Uhr

Giardini di Augusto/Augustus-Gärten

Die Via Serena (rechter Hand vom Luxushotel Quisisana) stößt auf die Via Matteotti (wieder nach rechts), an deren Ende die nach dem römischen Kaiser Augustus benannte gepflegte Parkanlage liegt. Außer zu den Faraglioni oder zur Marina Piccola genießt man hier von einer Aussichtsterrasse aus den bei weitem schönsten Blick auf die sich in steilen Serpentinen hochwindende Via Krupp. | Tgl. 9-20 Uhr

Grotta di Matromania

Steile Stufen führen unterhalb des Arco Naturale abwärts zur Matromania-Höhle - eine aus dem lateinischen Namen mater magna (Große Mutter) durch Verballhornung entstandene Bezeichnung. Zur Römerzeit diente die Höhle als Kultstätte. Das alte, halbkreisförmige Mauerwerk lässt heute noch die Reste einer Brunnenanlage, eines sogenannten Nymphäums, erkennen. Übrigens: Es lohnt sich, weiter bis zum Meer hinabzusteigen, um dann über Pizzolungo und die Belvedere-di-Tragara-Terrasse wieder zurück nach Capri zu gelangen.

Museum der Ignazio-Cerio-Stiftung

Das Museum basiert auf capri-bezogenen Sammlungen des engagierten Wissenschaftlers. In den vier hohen Räumen sind vielerlei Fundstücke aus den Bereichen Geologie und Paläontologie, Zoologie und Botanik, griechisch-römische Archäologie und Vorgeschichte der Insel untergebracht. | Di-Sa 10-13 Uhr | Piazzetta Cerio 5 | Eintritt 2,60 Euro

Palazzo a Mare

Von der einstigen riesigen Sommerresidenz des Kaisers Augustus, westlich vom Marina-Grande-Strand, sind noch manche Überreste zu erkennen: Teile einer Mauer, eines halbkreisförmigen Nymphäums und eines Fischbeckens unter Wasser.

Punta Cannone

Einer der schönsten Aussichtspunkte der Insel mit Blick auf die Faraglioni und die Kartause San Giacomo zur linken, auf die Bucht der Marina Piccola zur rechten Seite. Zum Belvedere der Punta Cannone geht es in 20 Minuten bergaufwärts über die Via Castello.

San Costanzo

Die Kirche des Schutzpatrons - die älteste auf der Insel - befindet sich oberhalb der Marina Grande, wo früher die erste Siedlung des alten Capri gewesen sein soll. Besonders interessant ist der Zentralkuppelraum aus spätbyzantinischer Zeit mit seinen schlichten Säulen und Kapitellen, die zum Teil aus römischen Ruinen herbeigeschafft wurden. Am 14. Mai wird der hl. Costanzo, dessen Reliquie im 8. Jh. nach Capri kam, noch heute gebührend mit Prozession, Festgottesdienst und Jahrmarkt gefeiert.

San Giacomo

Das 1371-74 vom Grafen Giovanni Arcucci erbaute Kartäuserkloster beeindruckt durch seine Größe und Architektur. Nach mehrmaliger Zerstörung wurde die Kartause mit ihren schönen, gewölbten Dächern immer wieder restauriert, jedoch 1808 auf Geheiß Napoleons säkularisiert. Besonders sehenswert: der kleine Kreuzgang (15. Jh.) mit Kapitellen teils römischen, teils byzantinischen Ursprungs; in der gotischen Kirche das Spitzbogenportal mit Relieffiguren und einem Fresko aus dem 14. Jh.; der Glockenturm im Barockstil, geziert von schwungvollen Voluten. Der große Kreuzgang aus dem 17. Jh. kann nach gründlicher Restaurierung wieder besichtigt werden. Der hübsche Garten zieht sich bis zu den Klippen am Meer hin. Im Kirchenvorraum ist eine Galerie mit Werken des deutschen Malers Karl W. Diefenbach untergebracht. Die Gemälde werden wegen ihrer teils unverkennbaren, mystischen Capri-Bezogenheit von vielen Besuchern bestaunt. | Di-So 9-14 Uhr

San Michele la Croce

Diese kleine Kapelle an der Via Tiberio 3 mit ihrem schönen Dachgewölbe aus dem 14. Jh. befindet sich am Weg zur Villa Jovis.

San Salvatore/Santa Teresa

Die Kirche - die auch Santa Teresa genannt wird -, die im 17. Jh. oberhalb einer freistehenden, steilen doppelläufigen Treppe im Barockstil gebaut wurde, hat einen schlichten Innenraum mit Deckenwölbung und eine Fassade ohne jede Dekoration. Schön ist der Blick in Richtung Marina Grande vom Kirchvorplatz. Nähert man sich der Kirche von der Piazzetta aus, liegt der Treppenaufgang linker Hand auf halber Höhe der Via Roma.

Sant'Anna

Die Via Madonna delle Grazie führt zu diesem Kirchlein mitten im ältesten Ortsteil Capris. Auf dem kleinen Kirchenvorplatz stehen noch rudimentäre Säulen. Jene in der dreischiffigen Minibasilika weisen römische Fragmente auf. Der Bau mit den byzantinisch anmutenden Apsiden geht auf den Anfang des 13. Jhs. zurück.

Santa Maria del Soccorso

Von dieser bescheidenen Kapelle oberhalb der Ruinen der Villa Jovis genießt man einen herrlichen Blick auf den gesamten Golf von Neapel, von der Insel Ischia bis zur Halbinsel von Sorrent. Auf dem Kirchplatz steht eine imposante bronzene Madonna mit Kind des zeitgenössischen Bildhauers Alfiero Nena, ein gut gelungenes Werk moderner Kirchenkunst.

Santo Stefano

Die ehemalige Kathedrale und jetzige Pfarrkirche Capris. Mit ihrem weiß getünchten Baukörper und ihren anmutigen Kuppeln byzantinischer Art verleiht das größte Gotteshaus der Stadt (gegen Ende des 17. Jhs. in einem nicht verschnörkelten Barockstil neu erbaut) der zentralen Piazzetta einen südländischen Charme. Die zu ihr hinaufführenden Treppen bieten einen schönen Blick auf die belebten Caféterrassen. Bemerkenswert ist im Kircheninneren der bunte Marmorfußboden vor dem Marienaltar (links vom Hauptaltar) aus Bodenfragmenten der Tiberius-Villa. | Piazza Umberto I.

Via Krupp

32 Jahre lang war die Via Krupp gesperrt! Sie galt als lebensgefährlich wegen der abbröckelnden Felswände über dem abgrundtief liegenden Meer. Im Juni 2008 feierte man - nach sorgfältiger Renovierungsarbeit auf Kosten der EU - die lang ersehnte Wiedereröffnung des kühn gebauten, erneut sicheren Höhenweges. Diese schönste Spaziermöglichkeit der Insel ließ Friedrich Alfred Krupp Ende des 19. Jhs. auf eigene Kosten durch den Ingenieur Emil Meyer in den steilen Felsabhang der Südküste hauen. In Serpentinen verbindet sie in 20 Gehminuten die Augustus-Gärten mit der Marina Piccola. Zu Krupps Zeiten wurde damit auch der Zugang zur Fra'-Felice-Höhle erleichtert, die er auf halber Höhe ebenfalls in die steile Felswand schlagen ließ. Da verlebte der Stahlkönig ungestört, angeblich in feucht-fröhlicher Männerrunde, seine Festabende. Eine verleumderische Pressekampagne in Deutschland und Italien wegen Krupps angeblicher Homosexualität führte 1902 zum Selbstmord des 48-jährigen Industriellen: Sie war kein schöner Dank für sein kostbares Geschenk.

Villa Jovis des Tiberius

Richtig berühmt geworden ist Capri im Altertum erst, nachdem Kaiser Tiberius auf der Insel seine Villen (angeblich waren es insgesamt zwölf) errichten ließ und von 26 n. Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 37 das römische Weltreich von hier aus regierte. Die größte und prachtvollste war zweifellos die Villa Jovis (besser gesagt: eine Palastresidenz), elf Jahre lang Hauptwohnsitz des Kaisers.

Die gut begehbaren Ausgrabungen, die auf der steilen Ostspitze der Insel etwa 7000 m² Fläche umfassen, lassen die vergangene Pracht nur erahnen. Die Architektur des Palastes ist für heutige Besucher nicht so leicht nachvollziehbar. Auf mehreren Stockwerken waren Säle, Zimmer, Wandelgänge, Nebenräume und Terrassen untergebracht - mit einem Höhenunterschied von insgesamt 40 m. Heute sind noch gewaltige, hohe Mauerreste übrig geblieben, aber von den prunkvollen Marmorböden und Wandverkleidungen ist nichts mehr zu sehen, nachdem die Reste des Baus eine lange Zeit Plünderungen ausgeliefert waren. Rechts vom Eingang liegen die Thermen. Gut erhalten ist der quadratische Innenhof, in dem die großen Regenwasserzisternen ihren Platz hatten. Die etwas abseits gelegenen kaiserlichen Privatgemächer befanden sich ganz oben auf der Höhe des heutigen Vorplatzes einer Kapelle.

Zwischen der Villa und dem mit roten Ziegeln abgestützten Leuchtturm - von dem aus Rauch- und Lichtsignale die Kommunikation mit dem Festland sicherstellten - befindet sich der berüchtigte Abgrund Salto di Tiberio („Sprung des Tiberius“). Dort soll, den Gerüchten nach, der Herrscher unliebsame Gäste und Bedienstete aus fast 300 m Höhe hinab ins Meer gestürzt haben. Schwindelfreie steigen über die niedrige Mauer vor dem gesicherten Aussichtspunkt und blicken schaudernd in den steilen Abgrund hinunter (neuerdings wegen Erdrutschgefahr vorübergehend Sperrzone).

Die Tiberius-Villa erreichen Sie in einer etwa einstündigen Wanderung von der zentralen Piazzetta aus über die Via Longano und die Via Sopramonte. Vor dem Supermarkt „Superette“ links einbiegen in die ansteigende Via Tiberio, bis Sie von deren Ende die Ruinen auf dem Monte Tiberio erblicken. Festes Schuhwerk empfiehlt sich. | Tgl. 9 Uhr bis 1 Std. vor Sonnenuntergang, 1. Jan., 1. Mai u. 25. Dez. geschl. | Eintritt 2 Euro | www.villajovis.it

Villa Lysis

Capri hatte eine so magische Anziehungskraft auf den reichen französischen Stahlbaron, Dichter und Dandy Jacques d'Adelswaerd Fersen (1880-1923) ausgeübt, dass er sich eine großartige Fin-de-Siècle-Villa samt Garten (mit spektakulärem Meeresblick) bauen ließ. Der Ästhet widmete sie der „Jugend der Liebe“. So lebte und feierte er in den mosaikverzierten Räumen zwanzig Jahre lang mit Nino, dem geliebten Zeitungsjungen aus Rom, im Liebesrausch und Opiumdunst. Bis er, 43-jährig, auf der vergeblichen Suche nach der verlorenen Schönheit und Jugend, in einen seidenen Sarong gehüllt, 5 g Kokain in sein Champagnerglas schüttete. Eine tödliche Dosis. „Man muss gehen, bevor der Traum aufhört“, sagte er kurz davor. Das war 1923. Danach verwahrloste das Anwesen zusehends, Gras wuchs sogar im sogenannten Opiumzimmer, bis es vor Kurzem renoviert wurde.

Intakt geblieben sind bis heute u.a. die schönen himmelblauen und sonnengelben Keramikfliesen in den Gängen und auf der Terrasse, wie auch der schmiedeeiserne, mit Weinrankenmotiven verzierte Treppenaufgang. Erhalten ist auch die Gold- und Silber-Mosaikdekoration der Wände. Die mit handgemalten Schmetterlingen dekorierte Toilette wurde leider durch eine moderne Einrichtung ersetzt. Und der eindrucksvolle Fayence-Fußboden im Salon wurde von prosaisch-grauem Marmor abgelöst. Dennoch können Besucher noch manches von der Aura erahnen, die in dieser Villa herrschte. „Amori et dolori sacrum“ (Liebe und Schmerz sind heilig) steht unverändert in großen Lettern an der Fassade.

Nun gehört die Villa, die nach ihrem früheren Besitzer auch Villa Fersen genannt wird, der Gemeinde Capri. Geplant ist, sie als Kulturzentrum zu neuem Leben zu erwecken. | Via Lo Capo 65 | 15. April-15. Okt. Mo-Sa 9-13 u. 14-18 Uhr | Trinkgeld erwünscht

Villa Malaparte

„Ferro da stiro“, also Bügeleisen, heißt im Volksmund die originellste Villa auf Capri. Curzio Malaparte (1898-1957), das Enfant terrible der italienischen Literatur (seine auch in Deutschland erfolgreichen Romane heißen „Kaputt“ und „Die Haut“), ließ sich von 1938 bis 1940 dieses eigenwillige Haus auf dem abgelegenen Capo Massullo erbauen. Außen führen breite Treppenstufen aus rotem Ziegelstein an der einen Schmalseite zum Flachdach hinauf, als handele es sich um eine aztekische Tempelpyramide. An das ochsenblutfarbene Haus schmiegen sich dunkelgrüne Kiefern - in einer seltenen Farbharmonie mit dem darunter glitzernden blauen Meeresspiegel. Die Eingangstür erinnert eher an einen Dienstboteneingang und steht in Kontrast zu dem großzügigen, eleganten Inneren.

Leider ist die Villa auch heute in Privatbesitz und wird nur zweimal im Jahr für Architektentagungen geöffnet. Man kann sie am besten aus der Vogelperspektive betrachten, wenn man vom Arco Naturale in Richtung Tragara-Kap am Meer entlang spazieren geht, oder vom höchsten Aussichtspunkt im Parco Astarita.

Region: Anacapri

Casa Rossa

Wie Capri, so hat auch Anacapri sein „rotes Haus“. In dem von ihm ausgebauten mittelalterlichen Gebäude lebte der amerikanische Oberst und Altertumsforscher John Clay MacKowen von 1876 bis 1902 und sammelte antike Fundstücke. In die Wand des Vorhofs sind mehrere antike Inschriften eingelassen. Hervorzuheben ist eine Widmungsinschrift auf Griechisch (vermutlich aus der Zeit von Kaiser Augustus, 63 v. Chr. bis 14 n. Chr.) - die einzige, die den Namen der Inselbewohner (Kaprietoi) trägt.

Die Wissenschaftler sind sich nicht einig, ob der Name der Insel Capri aus dem griechischen kapros, das heißt Eber, oder aus dem lateinischen caper, weiblich capra, das heißt Ziege, abgeleitet wurde. Sehenswert: die Ausstellung der Capri-Veduten aus dem 19. und 20. Jh. | Via G. Orlandi 78 | Di-So 11.30-13.30 u. 17.30-21 Uhr | Eintritt 2 Euro

Castello di Barbarossa

Diese Burg aus dem 12. Jh. oberhalb der Villa San Michele hat mit dem Stauferkaiser Friedrich Barbarossa nichts zu tun. Die Reste der Burg erinnern an die Sarazeneneinfälle 1534-35. Der Hauptanführer dieser türkischen Korsaren hieß Cheireddin Baba Urug (vereinfacht „Barbarossa“, auf Deutsch „Rotbart“). Die Ruinen gehören heute der Stiftung Axel Munthe. Im Inneren befindet sich eine ornithologische Station. | Besichtigung nach Anmeldung möglich: nur bei schönem Wetter April-Okt. Do 16.30 Uhr | Tel. 0818371401

Grotta Azzurra/Blaue Grotte

Die Blaue Grotte ist gleichsam ein Synonym für Capri, aber Capri ist nicht nur die Blaue Grotte. Dennoch: Man muss schon einmal in ihrem Inneren die vom Wasser türkisblau reflektierten Lichtstrahlen wassernah erlebt haben. Um durch die niedrige Einfahrt zu gleiten, ohne sich Beulen am Kopf zu holen, legt man sich rücklings auf den Boden des Bootes. Der Bootsmann zieht seine Nussschale an einem Seil ins Höhleninnere, während er - nicht gerade romantisch - leise Signalrufe mit seinen Kollegen wechselt.

Die Grotte - 54 m lang, 30 m breit, nach der Einfahrt bis zu 22 m hoch, mit etwa 14 m Wassertiefe - wurde am 17. Aug. 1826 von dem schlesischen Schriftsteller August Kopisch mit seinem Malerfreund Fries und zwei Einheimischen, dem Fischer Ferraro und dem Notar Pagano, beim Baden entdeckt. Vermutlich hatte aber Ferraro die Höhle schon früher gekannt. Dass diese schon zu Tiberius' Zeiten aufgesucht und als Nymphäum eingerichtet wurde, davon zeugen die dort unter Wasser gefundenen, mit einer Muschelkruste überzogenen drei Statuen, die heute in Anacapris Casa Rossa ausgestellt sind. Das Sonnenlicht, vom Meerwasser gebrochen, schimmert in der Grotte bläulich auf. Die Farbtönung hängt natürlich von Tages- und Jahreszeit sowie vom Wetter ab.

Man erreicht die Grotte zu Fuß oder mit dem Bus über die Landstraße von Anacapri in Richtung Villa Damecuta. Wer in Capri wohnt, nimmt den Pendelbootservice an der Marina Grande in Anspruch: 9 Uhr bis 1 Std. vor Sonnenuntergang, hin und zurück 11 Euro (nur bei ruhiger See). Vor der Grotte steigt man in ein schmales 4-Mann-Ruderboot um und wird erneut zur Kasse gebeten: 6 Euro. Eintritt zur Grotte: noch mal | 4 Euro. Für Gruppenreservierungen wendet man sich an den Motorbootverein (Tel. 0818377714 | Tel. 0818375646) oder an Laser Capri (Tel. 0818375208).

Monte Solaro

Zum höchsten Berg der Insel (589 m) fährt gleich neben der Piazza della Vittoria ein Sessellift in zehn Minuten hinauf. Auf dem Gipfel erwarten Sie eine Caféterrasse und bei guter Sicht ein prachtvoller Panoramablick auf die Insel selbst und auf die Meeresbuchten von Neapel und Salerno.

Zurück können Sie entweder wieder mit dem Sessellift fahren oder aber zu Fuß gehen über einen ziemlich steilen, steinigen Pfad, den geübte Bergsteiger auch nach oben benutzen. Zur Einsiedelei Santa Maria a Cetrella führt von diesem Pfad - etwa auf halber Strecke - rechts abbiegend ein bequemer Fußweg. Nach etwa einstündigem Abstieg erreichen Sie unten die Villa San Michele. | Sessellift-Service: März-Okt. tgl. 9.30 Uhr bis Sonnenuntergang, Nov.-März tgl. 9-15.30 Uhr | Einzelfahrt 6 Euro, Hin- u. Rückfahrt 8 Euro

Parco Filosofico

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen sich ein Traumfleckchen Erde. Anstatt ein Haus darauf zu bauen, suchen Sie sich nachdenkenswürdige Philosophensprüche von Aristoteles bis Wittgenstein aus, verewigen sie auf hübschen Fliesen und zementieren Letztere auf dem auserwählten Grundstück ein - mal an Felsbrocken, mal im Macchiadickicht versteckt. So einen originellen Meditationsweg hat ein Capri-Narr und Idealist, der Schwede Gunnar Adler-Karlsson, im Jahr 2000 tatsächlich verwirklicht. Für die Besucher ist es wie eine besinnliche „Ostereiersuche“ über Stock und Stein. Holzbänke hier und da laden zum Innehalten ein. | Kurz vor dem Belvedere della Migliara, gegenüber dem Restaurant Da Gelsomina | Eintritt frei. (Im Lokal können Sie die im Park versammelten „Westlichen Weisheiten“ für 10 Euro als Buch auf Deutsch erwerben.)

San Michele arcangelo

Der berühmte neapolitanische Architekt Domenico Antonio Vaccaro vollzog auch in diesem um 1719 fertiggestellten Bauwerk manchen in die Zukunft weisenden Schritt, der vom Barock bereits Richtung Rokoko tendierte. Dem achteckigen, von einer Kuppel bekrönten Hauptraum schließen sich in Kreuzform vier rechteckige Nebenräume mit abgerundeten Ecken an, die als Vestibül und Presbyterium (Chor) beziehungsweise als Nebenapsiden dienen. Quer, einander gegenüber, liegen vier Nebenaltäre, die im Grundriss die Form eines Andreaskreuzes ergeben.

Die zentrale achteckige Bodenfläche, die man am besten von der Orgelempore aus mit einem Blick erfassen kann, hat etwas Außergewöhnliches zu bieten: „Il paradiso terrestre“ (Das irdische Paradies) heißt das flächendeckende, in seiner Farbenpracht gut erhaltene Majolikabild des Meisters Leonardo Chiajese, 1761 nach einem Entwurf von Francesco Solimena geschaffen. Mit einer naiv anmutenden, ansprechenden realistischen Darstellung, die in ihrer Art auch als Gobelin-Wandteppich ihre Wirkung nicht verfehlen würde, werden der Zustand der paradiesischen Unschuld und der Zusammenbruch dieser Harmonie durch die Vertreibung des ersten Menschenpaares nach dem Sündenfall vor Augen geführt. Die Einheit von Kosmos und Erde wird im Hintergrund mit dem sternenbestückten tiefblauen Himmel, an dem weder Sonne noch Mond fehlen, und dem davor hochragenden Lebensbaum angedeutet. Unter den aus dem Laub herausschimmernden Äpfeln lauert aber schon die Schlange. Eine idyllische, friedliche Atmosphäre umgibt die an einem poetisch anmutenden Teich versammelten, freundlich dreinblickenden Tiere und Vögel. Die Vorliebe des Künstlers galt den exotischen Schöpfungen. Elefant, Kamel und Löwe sind vertreten, aber dominierend ist die majestätische Figur des legendären weißen Einhorns. Der Sündenfall selbst ist nicht zu sehen, und die Vertreibungsszene ist bar jeder Dramatik. Das Drama der Vertreibung liest der Betrachter eigentlich nur in den traurigen Blicken der ihn im Vordergrund anschauenden Tiere. (Zugang zur Empore: Treppe rechts neben dem Eingang.) | April-Okt. tgl. 9-19, Nov.-März 9.30-15 Uhr | Eintritt 2 Euro | Piazza San Nicola

Santa Maria a Cetrella

Diese kleine, abgeschiedene Einsiedelei, am Rand der östlichen Steilwand des Monte Solaro gelegen, ist ein schönes Beispiel für den schlichten capresischen Baustil. Das Kirchlein, Ende des 14. Jhs. von Dominikanern gegründet, ist heute ein beliebter Wallfahrtsort. Man erreicht es vom Monte Solaro aus bergab in etwa zwanzig Minuten. (Rutschfestes Schuhwerk empfiehlt sich!) Frühaufsteher können dort an jedem Septembersonntag um 7.30 Uhr an einer Messe teilnehmen.

Santa Sofia

Die ab 1510 erbaute Pfarrkirche Anacapris liegt im Zentrum des Ortes. An ihr wurde etwa 300 Jahre gebaut. Sie hat eine hübsch geschwungene Fassade und im Inneren stuckreiche Verzierungen. Die gekachelten Sitzbänke am Kirchplatz stammen aus der Werkstatt des Keramikers Sergio Rubino (La Bottega dell'Arte | Via Catena 2-4), der seine Tätigkeit inzwischen teilweise nach Amerika verlegt hat. | Piazza Armando Diaz

Scala Fenicia

Die Phönizische Treppe hat mit den Phöniziern nichts zu tun. Sie stammt aus der Zeit der griechischen Kolonisation und war bis zur Fertigstellung der Fahrstraße 1877 die einzige Verbindung zwischen der Marina Grande und dem viel höher gelegenen Anacapri. Die Treppe mit ihren über 800 Stufen beginnt zwischen Weingärten schräg hinter der San-Costanzo-Kirche. Ab Strada Fenicia Nr. 15 wird es waldig, und die Stufen werden höher. Zum Teil sind sie mit Zement ausgebessert. Hier und da entdeckt man noch Fragmente der ursprünglichen Steinplatten. Die Treppe ist erst seit 1998 wieder voll begehbar.

Torre della Guardia

Dieser mittelalterliche Turm erhebt sich oben am Rand einer steilen Felswand in ausgezeichneter strategischer Position. Mit dem ungehinderten Ausblick zum Meer, in Richtung Punta Carena, trug er als Wachturm zur Verteidigung der Insel gegen Sarazeneneinfälle bei. Wieder instandgesetzt wurde er von den Engländern während der Napoleonischen Kriege im Kampf gegen die französischen Truppen des Königs von Neapel, Joachim Murat, und er ist, bis heute nahezu unversehrt, auch aus weiter Entfernung vom Meer her wahrnehmbar.

Villa Damecuta

Von dieser Villa des Tiberius sind nur noch niedrige Ruinen geblieben, die sich bis zum 151 m hohen Wehrturm von Damecuta ausdehnen. Der Blick auf das Meer ist hier besonders schön. Die Reste der Villa wurden beim Bau des heute noch vom Meer aus gut sichtbaren Beobachtungsturms und Ende des 18. Jhs. bei der Anlage der Bourbonen-Befestigungen gründlich geplündert. Die wichtigsten Ausgrabungen fanden zwischen 1937 und 1948 statt, nachdem das Grundstück, das die Ruinen verborgen hielt, vom Schriftsteller Axel Munthe dem italienischen Staat überlassen worden war. Außer dem am Fuß des Turms befindlichen ehemaligen Wohnraumareal von Kaiser Tiberius ist vor allem der Repräsentationsbau erwähnenswert. | Tgl. 9 Uhr bis 1 Std. vor Sonnenuntergang | Eintritt frei

Villa San Michele

Die beliebteste Touristenattraktion in Anacapri ist sicherlich die Villa San Michele, die sich der schwedische Modearzt Axel Munthe hat bauen lassen. Seine Memoiren „Das Buch von San Michele“, 1929 veröffentlicht und dann in 41 Sprachen übersetzt, wurden ein Welterfolg. Seitdem pilgern Jahr für Jahr über 200000 Neugierige zu diesem Wallfahrtsort, um Munthes Gemächer mit den dort zusammengetragenen „Kunstschätzen“ (teils dubioser Herkunft) auch einmal gesehen zu haben. Antikes Mobiliar in den Wohnräumen, Bronze- und Marmorköpfe, Torsi, Reliefs und Inschriften in Galerie und Atrium. Rustikal und einladend ist die Küche im unteren Geschoss, lichtdurchflutet die an der Peripherie des Gebäudes liegende Pergola, wunderschön die makellos gepflegte Gartenanlage.

Seit 1992 steht im Garten ein Olivetum genannter Pavillon. Während sich die Besucher dort über die Vogelwelt, die Schmetterlinge und Insekten auf der Insel informieren, begleitet sie Vogelgezwitscher als Tonkulisse. Am Ende des Gartens, bei der Sphinx-Statue, haben Sie einen schönen Blick auf den Golf von Neapel und, rechts oben, auf die Ruinen der Barbarossa-Burg.

„Mein Haus muss offen sein für Wind und Sonne und die Stimme des Meeres, wie ein Griechentempel, und Licht, Licht, Licht überall!“ Nach diesem Motto ließ Axel Munthe sein Heim gestalten. Die Villa San Michele gehört heute dem schwedischen Staat. | Tgl., Mai-Sept. 9-18, Nov.-Feb. 9-15.30, März 9-16.30, April u. Okt. 9-17 Uhr | Eintritt 5 Euro | Via Capodimonte 34 | www.sanmichele.org