Reisetipps Bulgarien

Highlights Bulgarien

Region: Bansko

Rilski Manastir/Rila-Kloster

Auf 1147m Höhe, mitten in einem satten Laubwald, stößt man unvermutet auf eine bis zu 24 m hohe Festungsmauer. Außen weist nichts darauf hin, dass man hier etwas anderes finden wird als die Überreste einer Burg, fast scheint es, als wolle das mächtige Gemäuer den Zutritt verwehren. Am Ende des einzigen Zugangs im Süden steht man dann gebannt vor der faszinierenden Schönheit der Anlage, die Ruhe und Harmonie verbreitet.

Das Kloster wurde im 10. Jh. von dem Einsiedler Ivan Rilski gegründet.

Das älteste Gebäude ist der 1335 errichtete Chreljo-Turm, benannt nach seinem Bauherrn Dragovol Chreljo, der sich als unabhängiger Herrscher hier niedergelassen hatte. Alles andere stammt aus dem 19. Jh. Mittelpunkt und Krone der Kunstschätze ist die Hauptkirche Sveta Bogorodica (heilige Gottesmutter), eine Kombination der alten, dreischiffigen Basilika mit der Kreuzkuppelkirche vom Berg Athos und der italienischen Kuppelkirche. An ihr haben die bekanntesten Meister der bulgarischen Architektur, Malerei und Holzschnitzerei aus der Periode der Nationalen Wiedergeburt mitgewirkt. Hervorstechend sind die leuchtenden Fresken im Innenraum wie in den Laubengängen und der vergoldete Ikonostas (Altarwand) mit 36 Figuren. In der Hauptkirche befindet sich auch das Grab von Boris III., dem letzten bulgarischen Zaren.

Sehenswert sind auch das Museum mit der Originaltür des Chreljo-Turms aus dem 14. Jh., Ikonen aus dem 14. und 15. Jh. und das hölzerne Kreuz des Mönchs Rafail, ein Meisterwerk der Miniaturschnitzerei, die Wandmalereien aus dem 14. Jh., die sich im Chreljo-Turm selbst befinden, und das Original der Klosterküche von 1817 mit allen Geräten von damals. Die Anlage ist täglich von der Morgen- bis zur Abenddämmerung geöffnet, aber die musealen Einrichtungen und die Kirche schließen um 17 Uhr. | Eintritt Museum: 4 Euro | www.rilamonastery.free.bg

Die schönste Übernachtungsmöglichkeit bietet das Kloster selbst: Für knapp 20 Euro pro Person kann einer der Gasträume unter Tel. 07054/2208 gebucht werden. Unmittelbar neben dem Kloster werden im Restaurant Rila (€) bulgarische Gerichte serviert. Man hat einen schönen Ausblick von der allerdings etwas kleinen Terrasse. Das Haus bietet auch günstige, sehr einfache Zimmer an (€). Ca. 2 km weiter östlich schläft man im Hotel Rilec (84 Zi. | Tel. 07054/2106 | €).

Region: Plovdiv

Bačkovski Manastir/Bačkovo-Kloster

Die gut 20km südlich in der Nähe von Asenovgrad gelegene Anlage ist nach dem Rila-Kloster die zweitgrößte und steht auch wegen ihrer Bedeutung für die Architektur, die Kunst und das geistige Leben des Landes auf Platz zwei. Gegründet wurde das Kloster 1083 von den georgischen Brüdern Grigori und Abasi Bakuriani, die für die Gemeinschaft vom byzantinischen Kaiser einen autonomen Status erwirkten. Vom 12.-14. Jh. wechselten bulgarische und byzantinische Besitzverhältnisse einander ab, bevor Mitte des 14. Jhs. der bulgarische Zar Ivan Aleksandâr seine Macht über die Rhodopen festigte. Das älteste Gebäude der Anlage ist das Beinhaus, eine Kirchengruft, die bereits zu Gründungszeiten des Klosters angelegt wurde. Der Rest geht im Wesentlichen auf den Wiederaufbau im 17. Jh. zurück. 1604 wurde die Hauptkirche Sveta Bogorodica errichtet. Diese Kirche ist als der einzige monumentale Kultbau der Bulgaren aus der Zeit vor der nationalen Wiedergeburt erhalten geblieben. Die bedeutendsten Wandmalereien befinden sich indes in der Nikolaikirche im Südhof. Die 1840 fertig gestellten Schöpfungen sind in die Geschichte der bulgarischen Kunst eingegangen - das erste bezeugte Werk des Meisters Zaharij Zograf. Hier finden sich das erste Selbstbildnis eines bulgarischen Malers, die ersten echten Genrebilder und realistischen Landschaften sowie erstmals auch eine Kritik an der Obrigkeit: Die Plovdiver Honoratioren sind beim Jüngsten Gericht unter den Sündern der Stadt.

Koprivštica

Ein liebliches Tal im Mittelgebirge Sredna Gora, umgeben von bewaldeten Hängen, durchzogen von zwei Flüssen, und darin eine schier unendliche Ansammlung von Bilderbuchhäuschen aus dem 18. und 19. Jh.: Koprivštica ist eine sanfte Sinfonie aus Natur, Farbe und Baukunst.

Auskunft und Hinweise gibt das Touristische Informationszentrum | Ploštad 20 april 6 | Tel. 07184/2191 | Fax 07184/2191 | www.koprivshtitsa.info

Region: Veliko Târnovo

Etâra

Gut 50 km südlich von Veliko Târnovo hinter Gabrovo öffnet sich in einem Waldstück das originellste und malerischste Freilichtmuseum Bulgariens. In originalgetreuen Kopien von alten Werkstätten werden 26 traditionelle Handwerke demonstriert.

Durch die Gassen schlendernd, kann man den Handwerkern bei ihrer Arbeit zuschauen. Ob in der Messerschmiede, der Walkmühle, der Holzfräserei oder der Litzenweberei - Werkzeuge, Einrichtungen, Mechanismen und Tätigkeiten sind hier fast genau in der Form zu sehen, wie sie in der Zeit der Nationalen Wiedergeburt in dieser Gegend vorherrschend war. Es werden auch Kurse für Hobbyhandwerker angeboten. Zu Ostern, Weihnachten und an den wichtigsten bulgarischen Namenstagen werden alte bulgarische Bräuche mit Musik und Tanz zelebriert. Man kann die hier gefertigten Teile auch erstehen. Es gibt gute Qualität zu moderaten Preisen.

Das Museumsdorf wurde von einem Privatmann gegründet, 1963 wurde es ein staatliches Freilichtmuseum. Etâra ist für Touristen gut erschlossen; in der Anlage selbst bietet der Weinkeller bulgarische Gerichte an, eine Bäckerei daneben das beliebte Weißbrot dieser Gegend und mehrere Cafés die typisch bulgarische bjalo sladko („weiße Süße“), eine Mischung aus Zucker, Wasser und Gewürzen.

Auskunft unter www.etar.org oder im Hotel Stranopriemnica, das ein Teil der Anlage ist (42 Zi. | Tel. 066/801832 | Fax 801834 | €)

Region: Ruse

Skalni Čerkvi pri Ivanovo/Höhlenkloster bei Ivanovo

Die rund 15km südlich gelegenen Felsen in 32m Höhe über dem Rusenski Lom beherbergen einige der wenigen erhaltenen Denkmäler der mittelalterlichen bulgarischen Kunst: unter Unesco-Schutz stehende Wandmalereien im Höhlenkloster aus der Târnovo-Schule. Einsiedler ließen sich im 12. Jh. hier nieder und begannen mit dem Aufbau eines Klosterkomplexes in den Felsenschluchten, dessen bekanntester Teil, eine „Die Kirche“ genannte Höhle, vermutlich 1331-71 entstand. Di-Sa 9-13 und 14-18 Uhr

Region: Burgas

Nesebâr

Eine Bilderbuchschönheit 35km nordöstlich auf einer Felsenhalbinsel, die auf engem Raum ihre antike Herkunft sichtbar werden lässt, zahlreiche prächtige Zeugnisse der mittelalterlichen Baukunst präsentiert und im ganzen Kern von malerischen Häusern der Wiedergeburtsarchitektur in verwinkelten Gassen übersät ist. Der Ort (9000 Ew.) ist eine einzige Augenweide. Man sieht bereits während der Anfahrt links die Windmühle, dahinter Reste der antiken Stadtmauer am Hafen. Es erwartet Sie eine einzigartige Ansammlung von teilweise noch erhaltenen mittelalterlichen Kirchenbauten. Die romantische Atmosphäre macht aber die Architektur des 19. Jhs. aus: Sowohl der Fassade wie des Interieurs wegen sind das Lambrinov-Haus und mehr noch das Muskojani-Haus besonders sehenswert. Insgesamt sind 60 Häuser aus der sogenannten Wiedergeburtszeit erhalten.

Mit seinen zahlreichen Hotels und Restaurants ist Nesebâr mittlerweile ausreichend touristisch erschlossen. Die Kommerzialisierung stößt hier tatsächlich bald an ihre Grenzen. Empfehlenswert ist Nesebâr daher für Individualtouristen vor allem in der Vor- und Nachsaison.

Wer seinen Kaffee mit der reizvollen Aussicht von einer Felstribüne am Meer einnehmen möchte, sollte im Bistro Zornica (€) in der Nähe der alten Metropolitenkirche einkehren. Fisch gibt es naturgemäß überall auf der Halbinsel; sehr schön sitzt man im Restaurant Neptun (€) an der Spitze und auf einer der drei Terrassen des Restaurants Andromeda in der Ulica Ivan Aleksandâr 19 (€€).

Auskünfte über Veranstaltungen, Ausflüge etc. erhalten Sie im Touristischen Informationszentrum (Ulica Tervel 7 | Tel. 0554/42199 | www.nessebar.net).

Sozopol

Die Altstadt von Sozopol (5000 Ew.) ist 30 km südöstlich von Burgas wie Nesebâr auf einer Felsenhalbinsel gelegen, und wie Nesebâr beherbergt sie eine Fülle von attraktiven Häusern aus dem 19. Jh. Aber hier säumen Zypressen die mit Kopfsteinpflaster bedeckten Gassen, in der Sonne trocknen Fischernetze und unter den Dachgesimsen die Fische. Die Nase registriert den Geruch von Feigen und Trockenfisch, man hat das Rauschen der Brandung und den Flügelschlag der Möwen im Ohr.

Von den Kirchen ist vor allem Sveta Bogorodica sehenswert mit ihren Ikonen und Schnitzereien. Das Archäologische Museum beherbergt eine bemerkenswerte Sammlung griechischer Vasen. Die schönsten Häuser, Cafés und Restaurants finden Sie im Bereich der Straßen Ulica Apolonija und Kiril i Metodij.

Zu empfehlen sind die Mechana Vjatarna Melnica (€€), auf die Sie treffen, wenn Sie geradewegs durch den Ort marschieren (leicht zu erkennen an der kleinen Windmühle), und die Mechana Ksantana (€€). Beide Häuser servieren Fischgerichte und nationale Spezialitäten. Auf der anderen Seite der Halbinsel bietet sich das Orfeij (Kiril i Metodij 34) an.

Region: Zlatni Pjasâci (Goldstrand)

Kap Kaliakra

Die felsige „Nase“ der nördlichen Küste, wenn man die bulgarische Bezeichnung wörtlich übersetzt. Die rötlichen Felsen ragen bis zu 70m hoch aus dem Meer und bieten einen wunderschönen Ausblick. Früher diente das Kap rund 50km nordöstlich der Verteidigung, schon die Thraker hatten hier eine Festung errichtet. Überreste der Festungsmauern sind freigelegt und teilweise etwas unbeholfen wieder errichtet worden. Das Denkmal der toten Mädchen symbolisiert in einer sehr eigenwilligen Ästhetik den Freitod der Jungfrauen, die den Osmanen als Gegenleistung für die Verschonung der Festung ausgeliefert werden sollten.

Auf dem Weg zum Kap zwischen Kavarna und Kaliakra befindet sich das Dörfchen Bâlgarevo. 300 m davor führt eine einfache Straße rechts in Richtung Meer zur Muschelfarm Dâlboka. Die Ausstattung des Restaurants (€€) ist einfach, die Küche einmalig: Muscheln gefüllt mit Reis, Käse oder Äpfeln, Muschelsalate und Suppen. Und vor den Augen der Gäste weitet sich das endlose Blau des Meers.

Region: Sofia

Sveti Aleksandâr Nevski/Aleksandâr-Nevski-Kathedrale

Auch viele Nichtbulgaren, die den Balkan bereist haben, halten die Kathedrale für den prächtigsten Bau des 20. Jhs. auf der Balkanhalbinsel. Sie wurde zu Ehren der im Russisch-Türkischen Krieg von 1877/1878 gefallenen Soldaten und zum Zeichen des Dankes für die dem Krieg folgende Ausgliederung Bulgariens aus dem Osmanischen Reich errichtet. Der russische Zar jener Zeit, Alexander II., wurde seitdem in Bulgarien als „Car Osvoboditel“ (Befreierkönig) verehrt, wovon auch das unweit von der Kathedrale, unmittelbar gegenüber dem Gebäude der Nationalversammlung (Narodno Sâbranie) aufgestellte, 14 m hohe Reiterbild zeugt, das der italienische Bildhauer Arnoldo Zocchi schuf. Die Kirche wurde nach dem Schutzheiligen des Zaren, Alexander Nevski, einem Moskauer Großfürsten aus dem 13. Jh., benannt. Nach den Entwürfen des Petersburger Architekten A.N. Pomerancev wurde 1904 mit dem Bau begonnen, der mit kleineren Unterbrechungen bis 1913 währte. Erst elf Jahre danach, 1924, wurde die Kirche geweiht.

Imposant ist der erste Eindruck, den die südliche Seitenansicht vom Bulevar Car Osvoboditel aus hervorruft. Vor allem fallen die beiden mit Blattgold überzogenen Kuppeln direkt ins Auge. Die bulgarische Regierung als Auftraggeber hatte zur Bedingung gemacht, dass die Kirche 5000 Menschen Platz biete. Im Innern sind es weniger herausragende Einzelstücke, die das Interesse auf sich ziehen, vielmehr fasziniert die Gesamtheit der Kunstwerke. Die bekanntesten russischen und bulgarischen Meister der Zeit um die Jahrhundertwende sind hier mit Wandmalereien, Ikonen und Mosaiken vertreten. Die Krypta beherbergt eine ständige Ausstellung von weit mehr als 200 Ikonen, Fresken und gedruckten Ikonenblättern bulgarischer Meister vornehmlich aus dem 18. und 19. Jh., doch sind auch Werke aus dem 12.-17. Jh. vertreten. Ploštad Aleksandâr Nevski | tgl. 7-19 Uhr, Krypta: Di-So 10-18 Uhr

Vitoša-Gebirge

Nur 10 km vom Stadtzentrum entfernt befindet sich das Naherholungsgebiet der Sofioter mit schönen Ausflugszielen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den höchsten Gipfel, den Černi vrâh („Schwarzer Gipfel“, 2280 m), zu erreichen. Der direkte Aufstieg von Dragalevci dauert mehrere Stunden und setzt eine gute Wanderkondition voraus. Man kann auch mit dem Bus Nr. 66 bis zum Wintersportgebiet Aleko fahren und von dort in zwei Stunden den Gipfel besteigen. Angenehmer als mit dem Bus geht es mit dem Gondellift vom Ortsteil Simeonovo zum Hotel Prostor etwas unterhalb von Aleko. Von dort geht es weiter mit dem Sessellift, danach kann man entweder hoch zum Gipfel oder über das Plateau (Plato) zu den Zlatni mostove („Goldene Brücken“) wandern. Hier befindet sich der sogenannte Steinerne Fluss, riesige Geröllbrocken, die sich das Gebirge hinunterzustürzen scheinen. Ein Abstecher zum Komplex Kopitoto mit Café, Restaurant und Panoramablick auf Sofia dauert eineinhalb Stunden. Von Zlatni mostove fährt man mit dem Sammeltaxi zum Ortsteil Ovča Kupel und von dort mit der Straßenbahn Nr. 5 zurück ins Zentrum.

Region: Šumen

Tombul Džamija/Tombul-Moschee

Die größte erhaltene Moschee aus der osmanischen Zeit wurde 1744 von Sherif Halil Pascha errichtet. Der Hof der Koranschule (Medrese) wird von einem Brunnenhaus dominiert. Die Moschee - Zeuge der wechselhaften Geschichte des Landes - war während der sozialistischen Ära ein Museum, heute wird sie von den Muslimen wieder als Gebetshaus genutzt.

Einen schönen Blick auf den Kuppelbau und das doppelt so hohe Minarett erlaubt der nahe gelegene Uhrturm, dessen Glocke ohne Unterbrechung seit seinem Baujahr 1740 zu jeder vollen Stunde schlägt. Ulica Rakovski 21 | tgl. 9-18 Uhr