Reisetipps Brasilien

Szene Brasilien

Unser Szene-Scout

Christopher Willis ist viel! Er ist Musiker, freiberuflicher Journalist, Brasilien-Fan und Übersetzer. Doch vor allem ist er süchtig nach Bossa Nova. Sein Herz gehört der brasilianischen Musik, die er selbst spielt, singt und unterrichtet. Er hat lange in Rio und São Paulo gelebt und kennt die Szene dort in- und auswendig. Jetzt veranstaltet er Brazil-Partys in München und ist regelmäßig in Südamerika unterwegs.

Brasilien wird bunt

Graffiti Art

Der 27. März ist der Tag, den sich brasilianische Graffiti-Fans im Kalender rot anstreichen! Schließlich ist es der Graffiti-Nationaltag. In São Paulo hat sich eine aktive Sprüherszene entwickelt, die sich um die Zwillingsbrüder Os Gêmeos (www.lost.art.br/osgemeos.htm) gruppiert. Ihre Kunstwerke mischen politische Themen und brasilianische Folklore und zieren die U-Bahn-Wände von São Paulo - und das ganz legal. Zu den Graffiti-Pionieren zählt Nina Pandolfo (www.thegraffitiproject.net/nina). Ihr Markenzeichen: mangaähnliche Figuren. Eines ihrer aktuellen Projekte sorgte auch international für Furore. Sie verschönerte ein schottisches Castle mit ihren Kunstwerken. Und unter dem Motto Underground Graffiti überziehen abstrakte hell- und dunkelblaue Grafiken des Künstler Zezão die Wände der Abwasserkanäle (www.lost.art.br/zezao_slideshow.htm).

Ungewöhnlich Schlafen

Je ausgefallener, desto besser

Die neue Hotelgeneration setzt auf abgefahrene Locations und ungewöhnliche Bauten. Im Nannai Beach Resort in Porto de Galinhas schläft man in Stelzenbungalows, die über dem Pool zu schweben scheinen (Praia de Muro Alto | Ipojuca - Pernambuco | www.nannai.com.br). Im Hotel Convento do Carmo (Rua do Carmo 1 | Salvador da Bahia | www.conventodocarmo.com.br) wohnt man wie in einem Museum, denn das Hotel ist in einem ehemaligen Kloster untergebracht. Die Pousada Picinguaba in Ubatuba (Rua G 130 | Vila Picinguaba | www.picinguaba.com) wiederum hat sich als Standort den Naturpark Serra do Mar ausgesucht. Ruhe und Entspannung werden hier großgeschrieben.

Shop till you drop

Die neuen Design- und Eventlocations

Designer halten in den neuen Shoppingcentern Einzug. Die Stylo-Tempel aus Glas und Stahl sind Magneten für alle Fashion-Fans. Einer der schicksten dieser Szene-Hangouts befindet sich in São Paulo: Das Daslu (Avenida Chedid Jafet 131 | www.daslu.com) ist ein Topspot für internationale Designermode und Anziehungspunkt für VIPs. Places to be in Rio sind die beiden Rio Design Center (Av. das Americas 7777 | Barra da Tijuca, und Av. Ataulfo de Paiva 270 | Leblon, beide: www.riodesign.com.br). Style, wohin das Auge blickt! Von Lampen über Möbel bis hin zu den neuesten Kollektionen lokaler Designer findet sich alles unter einem Dach. Für Shoppingmuffel gibt es im Rio Sul Shopping Center außer High-Design-Stores zahlreiche Restaurants mit internationaler Küche und vier Kinos (Rua Lauro Müller 116 | www.riosul.com.br).

Time to Change

Frischer Wind für altes Viertel

Lapa befindet sich im Umbruch. Das ehemals düstere Rotlichtviertel avanciert zu Rios Szene-Hotspot. Neue Clubs eröffnen, und die schmalen Straßen und Gassen des Viertels verwandeln sich am Wochenende in eine riesige Open-Air-Area mit Livemusik. Sambafans zieht es in den Clube dos Democráticos (Rua do Riachuelo 91 | www.clubedosdemocraticos.com.br). Brasilianischer Hip-Hop kommt im Club Circo Voador (Rua dos Arcos | www.circovoador.com.br) aus den Boxen. Nach der Party in den frühen Morgenstunden trifft man sich auf der Treppe Escaderia Selaron in der Rua Manuel Carneiro oder am Aquädukt zum Chillen.

Musik mit Inhalt

Rap meets Copacabana

Ein Musiktrend erobert die Welt, und Brasilien hat ihn erfunden. Die Rede ist von Baile Funk oder auch Favela Booty Beats, kurz Rio-Rap genannt. Die Beats kommen aus den Favelas, und die Texte sind härter als beim US-Rap. Sie handeln vom Leben und Überleben in den Slums. Vorreiter der Szene ist die Funk-Crew Black, Alien and Speed, die mit ihrem Song Follow me international für Furore sorgte. Shootingstar in Rio ist Mr. Catra (www.catra.com.br), der James Brown des Baile Funk.

Metamorphosen

Nichts ist, wie es scheint

Eine Location - zwei Events! Dieses Konzept kommt an. Tagsüber noch Galerie, abends Restaurant. Immer mehr Shops, Ateliers und Boutiquen machen den Trend mit. So verwandelt sich das 2D3D Atelier Café (Rua Felício dos Santos 62 | Rio) jeden Freitag in ein Restaurant. Im Emporium 100 (Rua do Senado 53 | Rio) trifft man von 8 bis 18 Uhr auf Antiquitäten, danach werden Stühle und Tische beiseitegerückt, und es wird das Tanzbein geschwungen, denn nachts mutiert das Geschäft zu einem angesagten Sambaclub.

All 4 you

Fusion-Clubs

Einfache Diskos sind out! Rund um Dance-Area und DJ-Pult entstehen stylishe All-in-one-Tempel. Im Zero Zero in Gavea (Rua Padre Leonel Franca 240 | Rio de Janeiro | www.00site.com.br) verschmelzen trendige Lounge, Restaurant, Sushibar und Club zu einer Einheit. Das Gesamtkonzept geht auf, Zero Zero überzeugt mit internationaler Küche, stylishem Design und fetten Beats. Die beiden Privilège-Clubs in Buzios (Avenida José Bento Ribeiro Dantas 550 | Orla Bardot) und Juiz de Fora (Rua Engenheiro Gentil Form 1000, beide: www.privilegenet.com.br) bieten Partyhungrigen zum einen angesagteste Dancehits und ausgefallene Lichtkonzepte, zum anderen aber auch ultramoderne Chillout-Areas mit riesigen Sofas und exotischen Pflanzen.

Mode made in Brasil

Von Plastik-Kleidchen und Po-Taschen

Die São Paulo Fashion Week (www.spfw.com.br) hat einen regelrechten Fashion-Hype ausgelöst. Junge Designer kommen mit lässigen Teilen auf den Markt, die sich an neuen Formen und Farben orientieren. Madonna und Gisèle Bündchen tragen die Taschen von Gilson Martins (www.gilsonmartins.com.br). Sein ausgefallenstes Exemplar ist die Garota Carioca, eine Tasche in Form eines weiblichen Pos. Für Bademode steht das Label Osklen in Rio (Rua Maria Quiteria 85) und São Paulo (Rua Oscar Freire 645, beide | www.osklen.com). Seit Neuestem überrascht es mit Streetwear-Kollektionen! Diese präsentieren sich oft ganz in Weiß und einem edlen Materialmix. Ökofans lieben die avantgardistische Kollektion aus Recycling-Materialien von Alexandre Herchcovitch (www.herchcovitchloja.com.br). Die aus Plastiksäcken gefertigten Kleider sind der Hingucker - nicht nur auf Shows, sondern auch in seinen Shops in São Paulo (Rua Haddock Lobo 1151) und Brasília (Park Shopping Guará, Piso Inferior).