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Entlang der grünen Küste: Rio-Parati

„Grüne Küste“ wird der über 500 km lange Küstenabschnitt zwischen Rio de Janeiro und Santos genannt. Die kurvige Küstenstraße (BR 101/SP055) verläuft im Schatten des dicht bewaldeten Küstengebirges in Sichtweite des Meeres. Unterwegs kommen Sie durch Badeorte und wunderschöne Kolonialstädtchen. Busse fahren etwa alle zwei Stunden ab Rodoviário in Rio, aber schöner ist es mit einem Mietwagen.

Nachdem Sie Rio de Janeiro hinter sich gelassen haben, fahren Sie ab Itacurucá am Meer entlang und erreichen nach rund 160 km Angra dos Reis. Wenn Brasilianer von Angra sprechen, geraten sie ins Schwärmen. Das bezieht sich jedoch weniger auf die Stadt, sondern auf die Hunderte von vorgelagerten Inseln, viele davon in Privatbesitz. Angra ist eine lebhafte Stadt (120000 Ew.), deren Hafen voller Yachten liegt. Direkt am Meer mit eigenem Anleger und Schwimmbad übernachten Sie in der Pousada do Alemão, wo Sie vom deutschen Besitzer in die lokalen Besonderheiten eingeführt werden (8 Zi. | Estr. Das Marinas 991 | Tel. 024/33651593 | www.pousadadoalemao.com.br | €-€€).

In Sichtweite vor Angra liegt die Ilha de Gipóia (30 Min. mit dem Boot ab Anleger Cais de Santa Luzia) mit ihrem herrlich transparenten Wasser und dem Praia do Dentista genannten Strand, wo die Millionäre auf ihren Yachten ankern. An der Praia do Vitorino bleiben Sie in der charmanten Pousada Canto do Hibisco (6 Zi. | Tel. 024/33655078 | www.ilhadagipoia.com.br | €€-€€€).

Die größere Ilha Grande ist bis heute ein Naturparadies wie aus einem tropischen Bilderbuch: der dichte Urwald, die Wasserfälle und Flüsse, die Buchten, das transparente Meer. Jahrhundertelang war sie fest in der Hand von Piraten, danach rund 90 Jahre Gefängnisinsel, seit 1994 hat sich die Insel dem Tourismus geöffnet. Von Angra gibt es tägliche Bootsverbindungen zur Ilha Grande. Um den Anleger in der Vila do Abrão gibt es jede Menge Pousadas, wie das Sagú Mini Resort, eine wunderschöne Pousada mit nettem Service (9 Zi. | Tel. 024/33615660 | Fax 024/33619530 | www.saguresort.com | €€) und die Pousada Asalem, eine winzige, aber sehr schöne Pousada (4 Zi. | Praia da Crena | Tel. 024/33615602 | www.asalem.com.br | €€). Zu den Stränden muss man laufen oder mit dem Boot fahren.

Die Ilha Grande ist ein Paradies für Wanderer. Ein breiter Sandweg führt über 6 km zum ehemaligen Gefängnis; Höhepunkt ist jedoch der anstrengende, aber grandiose Aufstieg zum 900m hohen Pico de Papagaio mit seinem tollen Panoramablick. Der große Fisch- und Korallenreichtum der Gewässer macht die Insel auch zu einem beliebten Tauchgebiet. Für Taucher eignet sich besonders die rustikale Pousada Sankay in der abgelegenen Enseada do Bananal (11 Zi. | Juni geschl. | Tel. 024/33651090 | €€-€€€).

Von Angra sind es ca. 100 km bis nach Parati (30000 Ew.), einem Schmuckstück kolonialer Architektur. Früher wurde hier das Gold verschifft, das mit den Maultierkarawanen über die Estrada Real aus Minas Gerais gebracht wurde. In den prächtigen Herrenhäusern des kolonialen Zentrums sind heute Restaurants und Pousadas untergebracht, wie die mit Antiquitäten eingerichtete Pousada da Marquesa, in deren Innenhof ein wunderbarer Pool liegt (28 Zi. | R.D. Geralda 43 | Tel. 024/33711263 | Fax 33711299 | www.pousadadamarquesa.com.br | €€), und die geschmackvolle Pousada do Ouro, ebenfalls mit Schwimmbad (26 Zi. | R. Dr. Pereira 145 | Tel. 024/33712033 | dt. Res. Tel. 011/81176116 | www.pousadaouro.com.br | €€-€€€). Die prunkvolle Barockkirche Santa Rita dos Pardos Libertos an den Kais wurde von freigekauften Sklaven errichtet. In der Casa de Cultura (Mo-Mi 10-18.30, Fr/Sa 13-21.30 Uhr | R. Dona Geralda 177) sind Kunstausstellungen zu sehen und ist vieles über die Stadtgeschichte zu erfahren. Mehr als 500 Marken Zuckerrohrschnaps finden Sie im Empório da Cachaça (tgl. 10-23 Uhr | R. Dr. Samuel Costa 22). Zu den Stränden Paratis muss man entweder mit dem Auto fahren - die schönsten liegen in Richtung Süden bei der gut 30 km entfernten Vila de Trindade - oder eine Bootstour in die Bucht mit ihren Inseln machen. Ein interessanter Ausflug geht zum Caminho de Ouro, der mit Felsen gepflasterten Straße, über die das Gold transportiert wurde (Mi-So 10 Uhr ab Teatro Espaço | 35R$).

Auf den Spuren des Goldes: Barock in Minas Gerais

Allgemeine Minen, Minas Gerais, nannten die Portugiesen das Bergland, wo sie ab dem 18 Jh. Gold fanden. Die damit von ihnen gebauten Kirchen und Paläste wurden von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Von Rio können Sie einen Ausflug mit dem Auto oder Bus nach Tiradentes (rund 330 km) und Ouro Preto (rund 400 km) unternehmen. Dafür sollten Sie mindestens zwei Übernachtungen einplanen.

Sie fahren auf der BR 040 Richtung Belo Horizonte, nach rund 270 km geht es bei Barbacena Richtung Westen nach Tiradentes. Tiradentes (6300 Ew.) ist eines der charmantesten historischen Städtchen Brasiliens. Benannt wurde der Ort nach dem „Zahnzieher“ (tiradentes), dem Anführer einer Verschwörung gegen die portugiesische Kolonialmacht, der Inconfidência Mineira. In dem komplett renovierten Zentrum entspannen Sie sich wie in einer anderen Welt. Bummeln Sie durch die Gassen der Altstadt, staunen Sie über die vergoldeten Altäre der Matriz de Santo Antônio (9-17 Uhr | 3R$ | R. da Câmara) und die schwarzen Heiligen in der von und für Sklaven erbauten Kirche N. S. do Rosário dos Pretos (Di-So 9-12, 14-17 Uhr | 2R$ | Praça Padre Lourival), und stöbern Sie in den Kunsthandwerksläden: Tiere aus Holz und Sandstein, modernes Design mit Zinn, Sandstein, Glas und Knochen, antike Möbel, Holzskulpturen, Malerei, Web- und Tonarbeiten - das meiste ist sehr schön.

Die Pousada Três Portas hat einen beheizten Pool, durch dessen Glasdach der Mond scheint (9 Zi. | R. Direita 280a | Tel. 032/33551444 | www.pousadatresportas.com.br | €€). Nahe dem Brunnen liegt die in einer alten Fazenda untergebrachte Pousada Villa Paolucci, stilvoll zur Atmosphäre des Ortes passend (12 Zi. | R. do Chafariz | Tel. 032/33551350 | www.villapaolucci.com.br | €€€). Die kräftige Minas-Küche probieren Sie im Virada do Largo (tgl. | R. do Moinho 11 | €) oder in der Estalagem do Sabor (So-Abend geschl. | R. Min. Gabriel Passos 280 | Tel. 032/33551144 | €). Im 8 km entfernten Bichinho wird das in Tiradentes zu kaufende Kunsthandwerk gefertigt, direkt ab Werkstatt zu einem günstigeren Preis.

Rund 100 km sind es von Tiradentes durch die kahlen Berge bis nach Congonhas (BR 383). Nicht verpassen dürfen Sie die zwölf in Sandstein gehauenen Apostel von Aleijadinho, die zur Basílica do Senhor do Bom Jesus de Matosinho gehören (Di-So 8-18 Uhr | Praça da Basílica). Von hier geht es weiter ins 60 km entfernte Ouro Preto (64000 Ew), das früher Vila Rica hieß. In nur 50 Jahren wurden hier über 500 t Gold gefunden, das die Sklaven aus den Minen holten. Die vielen prächtigen Kirchen, die Kolonialgebäude, das Kopfsteinpflaster der steilen Gassen - in Ouro Preto bekommen Sie einen Eindruck vom Reichtum und Geist dieser Zeit, düster und golden, tiefreligiös und gierig zugleich. Die schönste und harmonischste Kirche ist die São Francisco de Assis. Vom achteckigen Grundriss bis zu den Holzschnitzereien und Skulpturen am Portal - alles wurde von Aleijadinho, dem bedeutendsten Barockkünstler Brasiliens, geschaffen (Di-So 8.30-11.30, 13.30-17 Uhr | 5R$ | Largo de Coimbra). In unmittelbarer Nachbarschaft liegt die Kirche Igreja Nossa Senhora do Carmo, die einzige mit portugiesischen Kacheln und einer beeindruckenden Sammlung von Gebetsstühlen (2R$ | R. Brig. Musqueira). Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes können Sie Edelsteine und Kristalle im Museu de Ciência e Técnica besichtigen (Di-So 12-17 Uhr | 4R$). Mehrere Hundert Kilo Gold und Silber wurden verwendet beim Bau der Nossa Senhora do Pilar, der reichsten Kirche von Minas Gerais (Mo geschl. | 4R$ | Praça Monsenhor Castilho Barbosa). Ganz in der Nähe liegt die von den Sklaven gebaute Nossa Senhora do Rosário dos Pretos mit ihren runden Formen (Mo geschl.). In der Casa dos Contos zeugen die Folterinstrumente von den dunklen Seiten der Vergangenheit (Mo 14-18, Di-Sa 10-18, So 10-16 Uhr | R. São José 12). Übernachten Sie stilvoll in der Pousada do Mondego (24 Zi. | Largo de Coimbra 38 | Tel. 031/35512040 | www.mondego.com.br | €€) oder in der Pousada Ouro Preto mit herrlichem Blick auf die Stadt (17 Zi. | Largo Musicista José dos Anjos Costa 72 | Tel. 031/35513081 | www.pousadaouropreto.com.br | €).

Klippen, Dünen und Fischer im Nordosten

Weiße Sandstrände, Palmen und Fischerboote, Menschen, die sich in der gleißenden Sonne in ihre Häuser zurückziehen, um am Abend vor der Tür zu schwatzen. Der Rhythmus im Nordosten ist ein anderer als der des Südostens, es geht alles etwas langsamer. Das werden Sie spüren, wenn Sie einen Ausflug von Olinda bzw. Recife Richtung Norden machen. Bis nach Natal sind es rund 300 km auf der BR101, die etwas von der Küste entfernt im Inland verläuft.

Ca. 120 km sind es bis João Pessoa - trotz seiner 650000 Einwohner die verschlafenste Provinzhauptstadt des Nordostens. Um die barocke Igreja de São Francisco liegt das historische Zentrum. Typisches Kunsthandwerk, wie Tonfiguren und Spitzen, gibt es in der Casa do Artista Popular (Di-Fr 9-17, Sa/So 10-18 Uhr | Praça da Independência 56), wunderschöne farbige Hängematten bei Terra do Sol (R. Coração de Jesus 145 | Tambaú) und bei Santa Luzia (Av. João Maurício 193 | Manaíra). Nicht verpassen dürfen sie das Büfett mit einer riesigen Auswahl an regionalen Köstlichkeiten im Mangai (Mo geschl. | Av. General Édson Ramalho 696 | Manaíra). Auch der Sonnenuntergang zu den Klängen von Ravels Bolero in der Bar do Jacaré am Flussstrand des Paraíba ist ein Must (BR 320, km 8 | Cabedelo). Übernachten Sie an der Strandpromenade mit Dachterrasse und Pool im Hotel Xênius (54 Zi. | Av. Cabo Branco 1262 | Tel. 083/30153535 | Fax 32265463 | www.xeniushotel.com.br | €-€€).

Vorbei an einsamen Stränden und Fischerdörfern der Baía da Traição und Formosa kommen Sie nach 130 km zu einem charmanten Strandort, der Praia da Pipa mit Dünen, Klippen, Regenwald und einer bunten Mischung von Einheimischen, Touristen, Künstlern und Surfern. Von der Pousada Sombra e Água Fresca haben Sie einen großartigen Blick aufs Meer (29 Zi. | R. Praia do Amor 1000 | Tel. 084/32462258 | www.sombraeaguafresca.com.br | €€€).

Bis nach Natal (660000 Ew.) mit seinem imposanten sternförmigen Forte dos Reis Magos sind es jetzt nur noch 80 km. Der schönste stadtnahe Strand ist die Praia da Ponta Negra 8 km südlich des Zentrums mit türkisgrünem Wasser, einer 120m hohen Sanddüne und etlichen Bars, Restaurants und Unterkünften, wie der einfachen, aber gepflegten Pousada Manga Rosa (16 Zi. | Av. Erivan Franca 240 | Ponta Negra | Tel. 084/32190508 | www.mangarosanatal.com.br | €-€€). Der Ausflug zu den riesigen Sanddünen von Genipabu 25km nördlich ist ein Muss für Natal-Besucher.