Reisetipps Barcelona

Sehenswertes Barcelona Mittelalterlich, modernistisch und visionär

Nehmen Sie sich Zeit, um die viel gepriesene Schönheit der Mittelmeermetropole zu entdecken

Die Erkenntnis, dass Barcelona „ganz einzig durch seine Schönheit“ sei, legte schon Miguel de Cervantes seinem Don Quijote in den Mund. Dem Lob des rastlosen Ritters können sich zeitgenössische Reisende nur anschließen.

Wo sonst finden Sie z.B. so viele und verschiedene Sehenswürdigkeiten auf einmal? Das nach Prag größte gotische Viertel, die prachtvollen Monumente des modernisme, die ultramodernen Entwürfe internationaler Stararchitekten und Designer, von Jean Nouvel bis Norman Foster: Barcelonas Bild war und ist bestimmt durch Kunst und Kultur. Dabei sind es nicht nur die bedeutenden Baudenkmäler, die die Besucher bezaubern: Die Kunst gehört wie selbstverständlich zum Leben der Stadt - ob auf Straßen und Plätzen, in Häusern, Höfen, Parks oder Patios. Ein amerikanischer Kunstkritiker ernannte Barcelona gar voller Begeisterung zum „größten Freilichtmuseum Europas“.

Wenn Sie also der viel gepriesenen Schönheit Barcelonas auf die Spur kommen wollen, sollten Sie sich Zeit nehmen, um die unzähligen dekorativen Details der Stadt zu entdecken. Nicht zu vergessen Barcelonas mehr als 50 Museen und Sammlungen: von weltberühmten romanischen Fresken bis zu den Fußballtrophäen des F. C. Barcelona reicht das Angebot. Achtung: Montags und sonntagnachmittags sind viele Museen geschlossen! Im Juli und August öffnen etliche auch in den weniger heißen Abendstunden und bieten mitunter nicht nur besondere Führungen an, sondern auch einen erfrischenden Drink. Infos im Palau de la Virreina (Rambla, 99 | Tel. 933017775 | www.bcn.es/icub) und an den Auskunftsstellen des Fremdenverkehrsamts (www.barcelonaturisme.com).

Casa de l'Ardiaca

Auf der Südseite der Plaça de la Seu, des Vorplatzes der Kathedrale, liegt die Casa de l'Ardiaca, das Haus des Erzdiakons: ein Bau aus dem 12. Jh., renoviert im 15. Jh., heute Sitz des Stadtarchivs. Schauen Sie sich den idyllischen Innenhof an samt gotischem Brunnen. Der schöne Marmorbriefkasten am Eingang (Carrer del Bisbe) stammt vom Jugendstilarchitekten Lluís Domènech i Montaner.

Catedral/Kathedrale

Der Bau des gewaltigen Gotteshauses wurde im 11. Jh. begonnen: auf den Fundamenten einer frühchristlichen, von den Mauren zerstörten Basilika. Aber erst zwischen 1298 und 1448 bekam das großartige Kirchenschiff seine heutige Form, während die neugotische Hauptfassade sogar erst 1890 fertig wurde. Wunderschön ist das Chorgestühl im Zentrum des Kirchenraums - eine Besonderheit spanischer Kirchen, die nicht ausschließlich für liturgische Zwecke konzipiert waren. In einer der 29 vorwiegend aus dem 16. und 17. Jh. stammenden Seitenkapellen wird ein angeblich wundertätiges Kruzifix aufbewahrt. Es soll geholfen haben, die Türken in der großen Seeschlacht von Lepanto zu besiegen. Die Kathedrale diente eben nicht nur zur Verbreitung des göttlichen, sondern auch des irdischen Ruhms. Geweiht ist die Kathedrale der Märtyrerin Santa Eulàlia, der Schutzpatronin der Stadt, die in spätrömischer Zeit zu Tode gefoltert wurde. Die Heilige liegt in einem Alabastersarkophag in der Krypta unter dem Hochaltar begraben.

Sehenswert ist auch der bezaubernde Kreuzgang mit kleinen Kapellen, Garten, gotischem Brunnen und einer Schar von Gänsen, die zu Ehren der heiligen Eulàlia herumschnattern. Vom Kreuzgang gelangt man in das kleine Museum (tgl. 10 bis 12.30 und 17-19 Uhr | Eintritt 1 Euro) der Kathedrale, das verschiedene Kultgegenstände zeigt, archäologische Fundstücke und einige interessante gotische Altarbilder. | Mo-Sa 8.30-12.30, Mo-Fr 17.15-19 Uhr, So keine Besichtigung! Plaça de la Seu | www.catedralbcn.org | Metro Jaume I (L4)

Museu d'Història de la Ciutat/Stadtgeschichtliches Museum

Untergebracht in einem gotischen Palast, der 1931 von seinem ursprünglichen Platz abgetragen und an der Plaça del Rei wieder aufgebaut wurde. Bei den Ausschachtungsarbeiten stieß man auf Reste der römischen Vergangenheit Barcelonas, damals noch Barcino genannt: Kanalisation, Straße, Bäder, Mosaikböden sind in den Kellergewölben des Museums zu besichtigen. In den oberen Stockwerken finden Sie Reste der römischen Stadtmauer, Exponate aus Mittelalter und Neuzeit. | April-Sept. Di-Sa 10-20 Uhr, So 10-15 Uhr, Okt.-März Di-Sa 10-14 und 16-19 Uhr, So 10-15 Uhr | Eintritt 5 Euro | Plaça del Rei | www.museuhistoria.bcn.es | Metro Jaume I (L4)

Museu Frederic Marès

Der Bildhauer Frederic Marès (1893-1991) war ein leidenschaftlicher Reisender und Kunstsammler. Was er zusammengetragen hat, lässt sich in diesem mittelalterlichen Gebäude an der Plaça del Rei bewundern. Die Skulpturenabteilung mit Werken aus Römerzeit, Romantik, Gotik, Renaissance und Barock bietet eine der umfassendsten Sammlungen Spaniens. In den oberen Etagen befindet sich das Sentimentale Museum, ein Sammelsurium von Alltagsgegenständen vom 15. Jh. bis in die Gegenwart. | Di-Sa 10-19 Uhr, So 10-15 Uhr | Eintritt 3 Euro | Plaça Sant Iu 5 | www.museumares.bcn.es | Metro Jaume I (L4)

Palau de la Música Catalana

Von Lluís Domènech i Montaner zwischen 1905 und 1908 errichteter Musikpalast in üppigstem Jugendstil: ein einzigartiges Juwel des modernisme, als „Ode an Katalonien“ konzipiert. Opulent geschmückte Straßenfassaden, zur Carrer Sant Pere més alt mit mosaikbedeckten Säulen, gekrönt von den Büsten Bachs, Beethovens, Wagners und Palestrinas. Von einzigartiger Schönheit ist die nach innen gewölbte Kuppel aus buntem Glas in der Mitte des Auditoriums. Decken, Wände und Säulen des Saales sind überzogen mit Ornamenten aus Blüten und Ranken in scheinbar unendlichen Variationen, dazu Drachenköpfe und andere symbolträchtige Skulpturen. | Führungen tgl. 10-15.30 Uhr alle 30 Min., im Juli an vielen Tagen bis 19 Uhr | Eintritt 9 Euro | Sant Francesc de Paula 2 | Tel. 932957200 | www.palaumusica.org | Metro Urquinaona (L1, L4)

Palau Güell

Ein Frühwerk Antoni Gaudís, das seinen Ruf als einer der größten Architekten und Kunsthandwerker seiner Zeit begründete. 1889 wurde es für den Gönner und Industriellen Eusebi Güell erbaut. Die asymmetrische Fassade und die bizarren Schornsteine der Dachlandschaft deuten bereits Gaudís Bruch mit der noch dominierenden geometrischen Form an. Achtung: Das Gebäude ist wegen Renovierung geschlossen und voraussichtlich erst Anfang 2009 wieder zugänglich! | Nou de la Rambla 3 | Metro Liceu

Plaça de Sant Felip Neri

Der malerische kleine Platz im Gotischen Viertel ist ein idyllischer Ruhepunkt mitten im Labyrinth der Altstadtgassen. Antoni Gaudí kam auf seinen allabendlichen Spaziergängen hierher, während er an der Sagrada Família baute. Auf dem romantischen Platz sind die Barockkirche Sant Felip Neri und die Renaissancefassade des Schuhmuseums Museu del Calçat (Di-So 11-14 Uhr | Eintritt 2,50 Euro) sehenswert. | Metro: Catalunya (L1, L3)

Plaça de Sant Jaume

An diesem Platz des Gotischen Viertels wurde und wird katalanische Geschichte geschrieben. Schon vor 2000 Jahren, als Barcelona noch die von den Römern gegründete Siedlung Barcino war, liefen hier alle Fäden zusammen. Auf dem Platz wurde 1931 die katalanische Republik ausgerufen, von hier schmetterte der aus dem Exil heimkehrende Landespräsident Josep Tarradellas 1977 der begeisterten Menge seinen legendären Satz entgegen: „Ja sóc aquí“, „Ich bin wieder da“. Zur Plaça de Sant Jaume kommen die Katalanen bis heute, um zu demonstrieren, ihre Feste zu feiern oder einen Sieg des F. C. Barcelona zu bejubeln. Auch architektonisch ist er bemerkenswert. Auf einer Seite steht der Palau de la Generalitat (Führungen jeden 2. und 4. So im Monat 10.30-13.30 Uhr gratis), Sitz der autonomen katalanischen Landesregierung. Der Palast wurde zwischen 1403 und 1630 um ein gotisches Kerngebäude errichtet. Schön die Sant-Jordi-Kapelle, der Kuppelsaal Sant Jordi mit Deckenmalereien, der prunkvolle Goldene Sitzungssaal, den man über den bezaubernden Orangenhof erreicht. Gegenüber liegt das Rathaus (Führungen So 10-13.30 Uhr gratis). Sehenswert ist der gut erhaltene gotische Teil des Ajuntament (14. Jh.) mit dem prächtigen Ratszimmer des Consell de Cent (Rat der Hundert) und seinem herrlichen Innenhof. Die neoklassizistische Fassade stammt aus dem 19. Jh. | Metro: Jaume I (L4)

Plaça de Sant Josep Oriol/Plaça del Pi

Die beiden Plätze um die Kirche Santa María del Pi gehören zu den stimmungsvollsten der Innenstadt. In den kleinen Terrassenbars und Cafés können Sie schön sitzen und schauen, in alten Läden gemütlich stöbern. Sonntagvormittags Bildermarkt. | MetroLiceu (L3)

Plaça Reial

Eines der schönsten Platzensembles der Stadt, entstanden zwischen 1848 und 1859 nach französischen Vorbildern aus der Ära Napoleons. Der arkadengeschmückte Komplex klassizistischer Bauten wurde anstelle eines ehemaligen Kapuzinerklosters errichtet. In seinem Zentrum steht der Drei-Grazien-Brunnen; später kamen die von Antoni Gaudí entworfenen modernistischen Laternen dazu. Nachdem der Platz verfallen und zum Milieu für Drogenhandel und Prostitution heruntergekommen war, wurde er Anfang der 80er-Jahre vollständig saniert und bietet heute Terrassencafés, Lokale, Jazzclub, Diskos. Vorsicht, Taschendiebe! | Metro Liceu (L3)

Plaça del Rei

Ein einzigartiges bauliches Ensemble! Der Palau Reial Mayor, der Königspalast mit seinem großen gotischen Festsaal Saló del Tinell und dem imposanten Wachturm, dem Mirador del Rei Martí (eine Art mittelalterliches Hochhaus), dazu der benachbarte Palau del Lloctinent (Palast des Stellvertreters, gotische Fassade, Innenhof aus der Renaissance) und die kleine gotische Kapelle Santa Agata (14. Jh.) bilden eine großartige Kulisse, vor allem in der Abendsonne. Ganz besonders ist auch die Akustik - im Sommer finden hier interessante Konzerte statt.

Im Saló del Tinell, dem Festsaal des Königspalastes, empfingen die spanischen Könige Kolumbus nach seiner Rückkehr aus Amerika. Und hier saß im 15. Jh. die Inquisition zu Gericht - die als Ketzer Verurteilten wurden gleich unten auf dem Platz verbrannt. Ins Innere des Palastes kommen Sie durch das Stadtgeschichtliche Museum am anderen Ende der Plaça del Rei.

Carrer de Montcada

Die gut erhaltene Gasse im Ribera-Viertel ist ein wahres Juwel spätmittelalterlicher Baukunst. Auf nur wenigen Metern finden Sie hier ein einmaliges Ensemble aus Stadtpalästen des 14. Jhs., der Blütezeit Kataloniens. Wunderschöne Holztore und Innenhöfe verweisen auf Reichtum und Geschmack der aristokratischen Handelsleute, die die Herrschaftshäuser erbauen ließen. Als die Paläste in den 50er-Jahren zu verfallen drohten, wurden sie von der Stadt aufgekauft und nach und nach vorbildlich restauriert. Heute sind in den meisten Gebäuden Museen, Galerien oder Ausstellungszentren untergebracht. | Metro Jaume I (L4)

Museu Picasso/Picasso-Museum

Das meistbesuchte Museum der Stadt zeigt vor allem - aber keineswegs nur - die Werke aus der frühen Schaffensphase Pablo Picassos, der „Blauen Periode“, die mit seinen Jahren in Barcelona zusammenfällt. Von 1895-1904 lebte der Maler in der katalanischen Metropole, war Teil der künstlerischen Avantgarde und Boheme und fand erste Anerkennung. Sein Leben lang fühlte er sich Barcelona verbunden, selbst im französischen Exil während der Franco-Diktatur. Seit den 30er-Jahren vermachte Picasso der Stadt Bilder, darunter seinen berühmten „Harlekin“. Aber erst 1963 kamen die verstreuten Werke unter ein Museumsdach: auf Initiative des Picasso-Freundes und -Sekretärs Jaume Sabartés, der außerdem seine umfassende Privatsammlung stiftete. Zunächst untergebracht in einem gotischen Palais der Carrer Montcada, erstreckt sich das Museum heute über fünf prachtvolle Paläste. Die Sammlung wurde nach und nach komplettiert: Picasso schenkte dem Museum seine berühmte „Menina“-Serie und sämtliche Frühwerke aus dem Wohnhaus der Familie in Barcelona; seine Witwe Jacqueline gab 1981 wertvolle Keramiken dazu. Inzwischen ist das Museum neben dem in Paris die bedeutendste öffentliche Picasso-Sammlung. | Di-So 10-20 Uhr | Eintritt 6 Euro | Montcada 15 | www.museupicasso.bcn.es | Metro Jaume I (L4)

Parc de la Ciutadella

Wo heute der beschauliche Park zum Besuch einlädt, stand einst die den Katalanen verhasste Zitadelle. Errichtet 1715 von Philipp V. nach seinem Belagerungssieg über Barcelona, diente die Festung als gefürchtetes Gefängnis zur Unterwerfung der aufmüpfigen Katalanen. Die ruhten nicht, bis die Zitadelle 1878 fiel und auf dem Gelände ein Park entstand. 1888 wurde die Anlage dann zum Schauplatz der Weltausstellung, die Barcelonas Aufbruch in die Moderne einläutete. Am Haupteingang des Parks steht ein märchenhaft-burgartiger Bau mit glänzenden Goldzinnen: das ehemalige Ausstellungsrestaurant Castells dels Tres Dragons, ein Entwurf des Architekten Lluís Domènech i Montaner (heute Museum für Zoologie).

Daneben zwei weitere sehenswerte Pavillons: das Hivernacle, eine luftige Konstruktion aus Kristall und Gusseisen. In dem Restaurant können Sie die schöne Fin-de-Siècle-Atmosphäre genießen, mitunter auch ein Jazzkonzert. Nebenan das Umbracle, eine Art tropisches Gewächshaus im Stil des 19. Jhs. Mittelpunkt des Parks ist die große Kaskade mit ihren überbordenden Skulpturen, an deren Bau der junge Gaudí als Student beteiligt war. Am unteren Parkende liegt der Zoologische Garten (März-Mai und Okt. tgl. 10-18 Uhr, Juni-Sept. tgl. 10-19 Uhr, Nov.-Feb. tgl. 10-17 Uhr | Eintritt 14,95 Euro | www.zoobarcelona.com). Gleich daneben befindet sich das Katalanische Parlament. | März und Nov. tgl. 10-19 Uhr, April und Okt. tgl. 10-20 Uhr, Mai-Sept. tgl. 10-21 Uhr, Dez.-Feb. tgl. 10-18 Uhr | Metro Arc de Triomf (L1), Ciutadella (L4)

Santa María del Mar

Für viele ist sie die schönste Kirche Barcelonas. Das Gotteshaus in reiner katalanischer Gotik fasziniert durch seine kunstvolle Schlichtheit: Keinerlei Pomp oder Prunk stört den Eindruck von Weite, Offenheit und meditativer Stille. Kunstvoll gestaltete, polychrome Glasfenster, teilweise aus dem 15. Jh., tauchen das fast leere Kirchenschiff (Chorgestühl und Einrichtung verbrannten im Bürgerkrieg) in beinahe mystisches Licht und verstärken den Eindruck tiefer innerer Ruhe.

Der Bau mit seinen hohen, schlank aufragenden Säulen im Innenraum wurde zwischen 1329 und 1384 errichtet - für mittelalterliche Kathedralen geradezu eine Rekordzeit, die auch die außergewöhnliche stilistische Einheitlichkeit erklärt. Wenn Sie die Besichtigung mit einem Konzert verbinden, können Sie neben der Kirchenarchitektur auch die außergewöhnliche Akustik genießen. | Mo-Sa 9-13.30 und 16.30-20 Uhr, So 10 bis 13.30 und 16.30-20 Uhr | Plaça de Santa María | Metro Jaume I (L4)

Casa Amatller

Das von Josep Puig i Cadafalch gestaltete Gebäude (1898-1900) gehört zu dem berühmten Häuserblock am Passeig de Gràcia (zwischen den Straßen Consell de Cent und Aragó), der im Volksmund Mançana de la Discòrdia heißt: Zankapfel. Der Name bezieht sich auf den Streit darüber, welches dieser architektonischen Kunstwerke das schönste sei (dazu gehören Gaudís Casa Batlló und die Casa Lleó Morera von Lluís Domènech i Montaner). Die Casa Amatller zeugt von der Inspiration des modernisme durch die Neugotik, das „goldene Zeitalter“ Kataloniens. | Vorhalle tagsüber frei zugänglich, Mo-Sa 10-20, So 10-15 Uhr | Passeig de Gràcia 41 | Metro Passeig de Gràcia (L2, L3, L4)

Casa Batlló

Das von Antoni Gaudí zwischen 1904 und 1906 umgestaltete Gebäude ist Teil der Mançana de la Discòrdia. Auch für dieses phantastische Baukunstwerk hat sich Gaudí von der Natur inspirieren lassen: Die sanft gewellte Fassade ist überzogen mit glitzernden Mosaiksteinchen; bizarre Balkons und Erker wirken wie Knochen oder Masken; skurrile Steinsäulen sehen wie Elefantenfüße aus. Die Dachkonstruktion erinnert an ein schuppiges Riesenreptil - eine Anspielung auf die Allegorie vom Drachentöter Sant Jordi, dem Schutzpatron der Stadt. | Tgl. 9-20 Uhr, falls Veranstaltungen stattfinden, nur bis 14 Uhr | Eintritt 16,50 Euro (inkl. Audioguide) | Passeig de Gràcia 43 | www.casabatllo.es | Metro Passeig de Gràcia (L2, L3, L4)

Casa Lleó Morera

Das dritte Gebäude der phantastischen Mançana de la Discòrdia, von Lluís Domènech i Montaner gestaltet (1902 bis 1906). Kunstvoll gearbeitetes Dekor in reinstem Jugendstil mit einer schier unerschöpflichen Vielfalt von Blumenelementen, ob gemalt, in Stein, Stuck, Glas, Holz oder Keramik. | Nicht öffentlich zugänglich | Passeig de Gràcia 35 | Metro Passeig de Gràcia (L2, L3, L4)

Casa Milà/La Pedrera

Antoni Gaudís berühmtestes Haus nennt der Volksmund bezeichnend La Pedrera, der Steinbruch: ein aus Naturstein gehauener Bau ohne tragende Wände, mit wuchtigen, gewellten Fassadenformen, baumstammartigen Säulen und pflanzenhaft geschwungenen Balkons. Bei diesem gewagten Gebäude, das eher aussieht wie eine gigantische, aus Ton oder Wachs geknetete Skulptur, ließ der Architekt seiner überbordenden Phantasie freien Lauf.

Einzigartig ist die (begehbare) exzentrische Dachlandschaft aus Schornsteinen und Kaminschächten, die mal wie Totems wirken, mal wie behelmte Soldaten - ein Vorläufer des modernen Environment. Das Gebäude wurde 1984 von der Unesco zum Welterbe erklärt. Zu besichtigen sind eine Wohnung, die Dachterrasse und der Espai Gaudí mit multimedialen Informationen über Leben und Werk des Meisterarchitekten. Im ersten Stock gibt es wechselnde Kunstausstellungen. | März-Okt. tgl. 9-20, Nov.-Feb. tgl. 9-18.30 Uhr | Eintritt 8 Euro | Passeig de Gràcia 92 | www.fundaciocaixacatalunya.org | Metro Diagonal (L3, L5)

Casa Terrades/Casa de les Punxes

Der 1905 errichtete rote Backsteinbau von Josep Puig i Cadafalch verbindet Elemente der nordeuropäischen Gotik mit Motiven der katalanischen Tradition. Mit seinen sechs Spitztürmen, die aussehen wie Hexenhüte (daher der Spitzname Casa de les Punxes, Haus der Spitzen), wirkt der exzentrische Bau ein wenig wie aus der Märchenwelt der Brüder Grimm. | Innenräume nicht öffentlich zugänglich | Av. Diagonal 416 | Metro Diagonal (L3, L5)

Fundació Tàpies/Stiftung Tàpies

Antoni Tàpies, bedeutendster zeitgenössischer Künstler Kataloniens, eröffnete 1990 sein eigenes Museum. Das von Jugendstilarchitekt Lluís Domènech i Montaner errichtete Gebäude beherbergt eine der weltweit umfassendsten Sammlungen von Tàpies-Werken. Auch wechselnde Ausstellungen mit internationalen, oft hochaktuellen Künstlern. | Di-So 10-20 Uhr | Eintritt 6 Euro | Aragó 255 | www.fundaciotapies.org | Metro Passeig de Gràcia (L2, L3, L4)

Hospital de Sant Pau

1902 entwarf Lluís Domènech i Montaner ein neues, für damalige Verhältnisse revolutionäres Stadtkrankenhaus. Damit die Patienten an frischer Luft und im Grünen besser genesen, baute er 26 einzelne Pavillons in einen Park; Verbindungsgänge und Diensträume wurden unterirdisch versteckt. Die Pavillons stattete Domènech i Montaner mit reichlich Kunst und Farben aus, an deren heilende Wirkung er glaubte. Schön sind die keramikgefliesten Dächer mit ihren Türmchen und die reich mit Mosaiken gestaltete Eingangshalle. | Tagsüber teils frei zugänglich, tgl. Führungen, 10.15 und 12.15 Uhr in engl., 11.15 Uhr in katalanischer, 13.15 Uhr in spanischer Sprache | Eintritt 5 Euro | Sant Maria Claret 167-171 | www.santpau.es | Metro Hospital de Sant Pau (L5)

Passeig de Gràcia

Mondäner Flanierboulevard mit prächtigen Jugendstilbauten und Palais, darunter bedeutende Monumente des modernisme, wie Gaudís „Pedrera“. Gleichzeitig ein Panoptikum großbürgerlicher Prunk- und Prestigesucht. Wer im 19. Jh. in Barcelona auf sich hielt, baute auf dem Passeig de Gràcia ein Wohn- oder Geschäftshaus. Bis heute konzentrieren sich hier exklusive Modegeschäfte, Juwelierläden, Luxushotels und noble Restaurants - aber auch zunehmend Fastfood-Tapas-Bars.

Sagrada Família

Der Sühnetempel, der Heiligen Familie gewidmet, mit seinen sich parabolförmig in den Himmel schraubenden Riesentürmen Symbol des modernisme, wurde zum weltbekannten Wahrzeichen Barcelonas. An seinem unvollendeten Hauptwerk und Vermächtnis baute Antoni Gaudí vier Jahrzehnte lang, in seinen letzten zwölf Lebensjahren widmete er sich ihm ausschließlich. Als er 1926 starb, hatte er nur Apsis, einen der Türme, die neogotische Krypta und die der Geburt Christi gewidmete Ostfassade (Weihnachtsfassade) beendet. Seither wird an der Büßerkirche weitergebaut, finanziert ausschließlich aus Spenden und Eintrittsgeldern.

Gaudí selbst sah den Mammuttempel in der Tradition mittelalterlicher Kathedralen, deren Fertigstellung Generationen dauerte. Was indes posthum dazukam, ist umstritten: keine Spur von der kühnen Phantasie und Genialität Gaudís, von der ungeheuren Symbolkraft jedes einzelnen architektonischen Elements der Kathedrale, inspiriert durch Natur, Religion und Mystik - Gaudí bezeichnete sein Werk als eine „Predigt aus Stein“. Da es zu seiner Arbeitsweise gehörte, ständig zu experimentieren, gibt es so gut wie keine Originalpläne für den Weiterbau. Besonders umstritten sind die aktuellen Skulpturen des Bildhauers Josep Maria Subirachs an der Leidensfassade (Nordseite) - mehr Kitsch und klischeehafte Imitationen als Kunst. Auf die Türme des trotz allem grandiosen Kirchenbaus gelangt man über schwindelerregende Wendeltreppen (400 Steinstufen!) oder mit einem hochmodernen Lift. | April bis Sept. tgl. 9-20 Uhr, Okt.-März tgl. 9-18 Uhr | Eintritt 8 Euro, Lift 2 Euro | Plaça de la Sagrada Família | www.sagradafamilia.org | Metro Sagrada Família (L2, L5)

Antic Hospital de la Santa Creu

Die einzigartige gotische Krankenhausanlage, eine der ältesten überhaupt, wurde ab 1401 gebaut. Bis 1926 diente sie als Zentralkrankenhaus; in einem der Säle starb Barcelonas berühmter Baumeister Antoni Gaudí. Heute ist hier die Biblioteca de Catalunya (nicht öffentlich) untergebracht. Versäumen Sie auf keinen Fall, sich die romantische Innenhofanlage anzusehen - besonders lohnt sich der Besuch während der Konzerte im Sommer. | Carrer del Carme 47 | Metro Liceu (L3)

Centre de Cultura Contemporània (Zentrum für Zeitgenössische Kultur)

Thematische Achse, um die Ausstellungen, Konzerte, Tanz, Performances, Foto, Videoart kreisen, ist die Stadt. Faszinierend ist das Zusammenspiel alter und neuer Architektur: Fassade und Innenhof sind Reste eines Waisenhauses (1802), die durch eine großflächige Glaskonstruktion zu einem einzigartigen Ensemble ergänzt wurden. | Di und Mi 11-20 Uhr, Fr-So 11-20 Uhr, Do 11-22 Uhr | Eintritt 4,40 Euro | Montalegre 5 | www.cccb.org | Metro Universitat (L1, L2)

Museu d'Art Contemporani/Museum für zeitgenössische Kunst

Das avantgardistische Gebäude (1995) stammt von Amerikas Stararchitekt Richard Meier. Strahlend weiß, lichtdurchflutet, elegant, mediterran: Der Kontrast zu den teilweise immer noch düsteren Altstadtgassen des Raval ist kühne Absicht. Im Museum werden interessante Wechselausstellungen gezeigt. | 25. Juni-Sept. Mo, Mi-Fr 11-20 Uhr, Okt.-24. Juni Mo, Mi-Fr 11-19.30 Uhr, Sa ganzjährig 10-20 Uhr, 24. Mai-20. September Do bis Mitternacht, So ganzjährig 10-15 Uhr | Eintritt 7,50 Euro | Plaça dels Àngels 1 | www.macba.es | Metro Universitat (L1, L2)

Rambla

Auch wenn die Flaniermeile nur etwas mehr als einen Kilometer lang ist: Auf diesem kurzen Weg zwischen der Plaça de Catalunya und dem Hafen zeigen sich die verschiedenen Gesichter der Stadt, hier können Sie Atmosphäre und Lebensrhythmus, Geschichte und Zukunft Barcelonas spüren. Unablässig bevölkert ein bunter Menschenstrom die Rambla. Hausfrauen und hastende Angestellte, Straßenmusiker und Kulturinteressierte, Opernbesucher und Obdachlose, Prostituierte, Kartenleger und Taschendiebe (geben Sie besonders acht im Gedränge!) - die Rambla ist Bühne und Zuschauerraum zugleich. Zu beiden Seiten des baumbestandenen Flanierstreifens mit seinen Porträtmalern, Zeitungs-, Blumen- und Vogelverkäufern herrscht Verkehrschaos, durch das Ober mit akrobatischer Geschicklichkeit Tabletts balancieren. Auf der Rambla werden Kunstausstellungen organisiert, Touristen geneppt und die Siege des F.C. Barcelona bejubelt. Historische Gebäude stehen neben heruntergekommenen Hotels und luxuriösen Herbergen, modernistische Palais und Jugendstilläden neben geschmacklosen Fastfoodlokalen und kitschigen Souvenirshops.

Angelegt in einem ausgetrockneten Flussbett, befand sich die Rambla bis zum 18. Jh. außerhalb der Stadtmauern. Hier standen einst Klöster und Schulen. Erst im 19. Jh. wurde die Rambla zum Prachtboulevard, auf dem Barcelonas aufstrebende Bourgeoisie lebte und flanierte. Hier beschossen sich die Bürgerkriegsparteien, Anarchisten legten Bomben, Aristokraten gingen ins Opernhaus Liceu und danach in die Meublés am unteren Ende der Rambla - wo übrigens noch heute Prostitution und Kleinkriminalität blühen.

Die Promenade spiegelt wunderbar die gegensätzlichen Charakterzüge, die das Wesen der Katalanen bestimmen, seny und rauxa: Während im oberen Teil (von der Plaça de Catalunya aus gesehen in Richtung Hafen) eher praktischer Verstand (seny) dominiert, setzt sich am unteren Abschnitt (von der Plaça del Teatre aus in Richtung Hafen) die rauxa durch, die ungezügelte Leidenschaft.

Sant Pau del Camp

Die schöne kleine Klosteranlage am Rande des Barri Xino wurde im 10. Jh. auf freiem Feld errichtet. Sie gehört zu den wenigen erhaltenen romanischen Bauwerken Barcelonas. Der einschiffige Kirchenraum ist einfach, durch schlichte Schönheit bezaubert der Kreuzgang mit Garten - eine Oase der Ruhe inmitten der lauten und hektischen Großstadt. | Di-Fr 10-13 und 17-20 Uhr, Sa 10-13.30 Uhr, Mo 17-20 Uhr | Eintritt 2 Euro | Carrer de Sant Pau 101 | Metro Parallel (L3)

Aquàrium

Grandiose Schau von über 8000 Tieren und Pflanzen aus allen Meeren der Welt, mit nachgebauten Korallenriffen, Biotopen und Tiefseeszenarien. Die Attraktion des größten europäischen Aquariums ist ein mehr als 80m langer Acryltunnel, durch den die Besucher ein gigantisches Ozeanarium unterqueren, während Haifische und andere skurrile Meeresbewohner über sie hinwegschwimmen. | Juli und Aug. tgl. 9.30 bis 23 Uhr, Sept.-Juni Mo-Fr 9.30 bis 21, Sa und So 9.30-21.30 Uhr | Eintritt 15 Euro | Moll d'Espanya del Port Vell | www.aquariumbcn.com | Metro Barceloneta (L4)

Monument a Cristóbal Colom/Kolumbus-Denkmal

Als Kolumbus 1493 von Amerika zurückkehrte, wurde er im Hafen von Barcelona von den spanischen Königen feierlich empfangen. Die fast 60m hohe Gedenksäule im korinthischen Stil wurde 1888 anlässlich der Weltausstellung errichtet. Von der Aussichtsplattform haben Sie einen herrlichen Blick über Hafen und Altstadt. | Okt.-Mai tgl. 10-18.30 Uhr, Juni-Sept. tgl. 9-20.30 Uhr | Eintritt 2,30 Euro | Plaça del Portal de la Pau | Metro Drassanes (L3)

Museu Marítim/Schifffahrtsmuseum

Das Museum ist untergebracht in den Drassanes, einer der größten und schönsten mittelalterlichen Schiffswerften weltweit. In der im 13. und 14. Jh. errichteten Anlage konnten bis zu 30 Schiffe gleichzeitig gezimmert werden. Imposante Nachbauten bedeutender Schiffe, z. T. in Originalgröße. | Tgl. 10-19 Uhr | Eintritt 6 Euro | Av. Drassanes 1 | www.diba.es/mmaritim | Metro Drassanes (L3)

Strand, Olympiahafen & Forum

Die Erneuerung anlässlich der Olympischen Spiele von 1992 bescherte der Stadt auch attraktive Badestrände. Sie ziehen sich von der Barceloneta aus kilometerweit nach Norden hin - bis zum Olympiadorf (Vila Olímpica) mit seinem modernen Yachthafen. Die gesamte Strecke lässt sich auch auf einer palmenbestandenen Promenade ablaufen.

Von der Barceloneta aus sehen Sie den jüngsten baulichen Blickfang Barcelonas: das futuristische, 2006 eingeweihte Gebäude der Gaswerke, entworfen von Stararchitekt Enric Miralles (1955-2000) und Benedetta Tagliabue. Von Frank O. Gehry stammt eine faszinierende Großskulptur - ein fast 50m langer Fisch aus Bronze, dessen Aussehen sich je nach Sonneneinfall ändert. Die Skulptur steht am Strand vor den „Zwillingstürmen“ des Olympiadorfes: dem Luxushotel Arts und einem preisgekrönten Bürohaus.

Während es im Dorf von Restaurants, Buden und Bars wimmelt, wird es nach Norden hin etwas ruhiger. In lauen Sommernächten locken hübsche Strandkneipen Barcelonas Nachtschwärmer (vor allem am Wochenende) mit Partys, Livemusik, Djs und Drinks auf ihre Liegestühle oder Chill-out-Chaiselongues mit Meeresblick.

Auf dem weiter nördlich gelegenen Gelände des Forums (Diagonal Mar) haben sich die berühmten Schweizer Architekten Jacques Herzog & Pierre de Meuron verewigt mit dem 2004 gebauten knallblauen, mehrfach preisgekrönten Auditorium und Ausstellungsgebäude Edificio Forum (Okt.-März Mo, Mi, Sa 10-18 Uhr, April-Sept. Mo, Mi, Sa 10-20 Uhr, So 10-15 Uhr | Eintritt gratis). Zusammen mit der Kongresshalle gegenüber (MAP Architects, 2004) bildet das Ensemble eines der größten Kongress- und Messezentren Europas und bietet Platz für mehr als 18000 Besucher. Das bunt schillernde, zigarrenförmige Hochhaus in einiger Entfernung, Torre Agbar, wurde von Jean Nouvel im Auftrag der Wasserwerke entworfen und ergänzt die postmoderne Skyline des Küstenstreifens.

Gràcia

Dieses gemütliche Stadtviertel bietet viel Nachbarschaftsleben jenseits von Diagonal und Passeig de Gràcia. Hier spüren Sie noch etwas von der Beschaulichkeit des Dorfes, das Gràcia vor seiner Eingemeindung war. Kleine Häuser und Handwerksbetriebe, Eckkneipen und Lokale, Tante-Emma-Läden und Straßencafés, Plätze, Patios und Terrassen finden Sie auf Schritt und Tritt. Schönster Platz des Viertels ist die Plaça del Sol.

In den 70er-Jahren ging von Gràcia Barcelonas alternative Kulturbewegung aus. Noch immer haben sich hier viele Kleinkunstbühnen, Szenelokale, Kneipen, Galerien und alternative Läden angesiedelt - auch wenn man die Avantgarde inzwischen eher im Raval- und im Ribera-Viertel findet. | Metro Fontana (L3) | FGC Gràcia

Caixa Forum

Die Stiftung La Caixa besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst Europas. Über 800 Werke der Gegenwartskunst (von Joseph Beuys über Julian Schnabel bis Sue Williams) haben einen angemessenen Ausstellungsort gefunden in der spektakulär restaurierten Textilfabrik Casaramona, einem imposanten Bau des Jugendstilarchitekten Josep Puig i Cadafalch. Interessante Wechselausstellungen und Kulturveranstaltungen. | Di-So 10-20 Uhr | Eintritt frei | Av. Marquès de Comillas 6-8 | www.fundacio.lacaixa.es | Metro Espanya (L1, L3)

CosmoCaixa/Wissenschaftsmuseum

Nach mehrjährigen Erweiterungsarbeiten ist das interaktive Wissenschaftsmuseum eines der größten, modernsten und innovativsten seiner Art in Europa. Wissenschaft soll hier experimentell erfahren und erfühlt werden, von der Entstehung der Materie und des Lebens bis hin zum Verständnis aktueller Ökosysteme. Im nachgebauten Amazonasdschungel etwa prasseln tropische Regenfälle auf Krokodile. Für Kinder besonders geeignet. | Di-So 10-20 Uhr | Eintritt 3 Euro | Teodor Roviralta 55 | www.fundacio.lacaixa.es | mit der Vorortbahn FGC bis Avinguda Tibidabo, dann mit Tramvía Blau oder zu Fuß

Fundació Joan Miró/Stiftung Joan Miró

Der Künstler selbst rief die Stiftung 1975 ins Leben. Sein Freund Josep Lluís Sert, einer der bedeutenden spanischen Architekten der Moderne, entwarf das einmalig schöne Museum auf dem Montjuïc. Eine offene, lichtdurchflutete, sehr mediterrane Konstruktion mit Patios und Terrassen in harmonischer Beziehung zur Landschaft stellt den idealen Rahmen dar, um die Werke Joan Mirós (1893-1983) zur Geltung zu bringen. Hier bekommen Sie einen Überblick über das Schaffen des großen katalanischen Avantgardisten: von seinen ersten Zeichnungen aus dem Jahr 1901 bis zu den letzten Monumentalgemälden. In der ständigen Sammlung sind auch Grafiken, Wandteppiche, Keramiken und Skulpturen zu sehen, hinzu kommen wechselnde Ausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Auch Büchershop und Cafeteria sind absolut empfehlenswert! | Juli-Sept. Di-Sa 10-20 Uhr, Okt.-Juni Di-Sa 10-19 Uhr, Do ganzjährig bis 21.30 Uhr, So ganzjährig 10-14.30 Uhr | Eintritt 7,50 Euro | Parc de Montjuïc | www.bcn.fjmiro.es | Metro Parallel (L2, L3), dann in die Drahtseilbahn zum Montjuïc, oder Espanya (L1, L3), weiter zu Fuß oder per Bus Linien 50 und 55

Krypta de la Colonia Güell

Auch wenn vom geplanten Kirchenbau nur die Krypta zu sehen ist, zählt das Fragment zu den Meisterwerken Antoni Gaudís. Für viele ist die Krypta, ein phantastisch-kompliziertes Geflecht, das nahezu ohne rechte Winkel auskommt, sogar sein kühnstes und modernstes Projekt. Ursprünglich sollten Krypta und Kirche im Zentrum einer futuristischen Arbeitersiedlung stehen, die jedoch nie verwirklicht wurde. | Mai-Okt. Mo bis Fr 10-14 und 15-19 Uhr, Sa und So 10-15 Uhr, Nov.-April tgl. 10-15 Uhr | Eintritt 4 Euro | Santa Coloma de Cervelló | FGC-Linien S3, S4, S7 ab Plaça Espanya bis Colonia Güell

Montjuïc

Der 173 m hohe Hausberg Barcelonas ist nicht wegzudenken aus Geschichte, Kultur und Freizeit der Stadt. Die kastilischen Belagerer nutzten die im 17. Jh. errichtete Festungsanlage auf dem Gipfel (heute Militärmuseum), um die Stadt in Schach zu halten. Noch während der Franco-Diktatur war die Festung ein gefürchtetes Gefängnis. Heute gehört der Berg zu den attraktivsten Naherholungsgebieten Barcelonas. Die Umgestaltung begann mit der Weltausstellung von 1929, dann brachten die Olympischen Spiele 1992 die völlige Erschließung. Inzwischen ist das Gelände so groß und reich an Attraktionen, dass Sie sich entweder Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang nehmen oder konkrete Ziele ansteuern sollten.

Museu Nacional d'Art de Catalunya/Museum katalanischer Kunst

Kataloniens Kunst finden Sie seit Dezember 2004 komplett unter einem Dach. Die Sammlung romanischer Kunst gilt als einmalig in der Welt. Glanzpunkte sind die farbenprächtigen romanischen Fresken. Sie stammen aus den vom Verfall bedrohten Kirchen und Kapellen der katalanischen Pyrenäen und werden in originalgetreu nachgebauten Apsiden und Altarnischen präsentiert - was diese Meisterwerke der Schlichtheit noch eindringlicher zur Wirkung bringt. Beeindruckend ist auch die Sammlung gotischer Kunst. Dazu kommen die Bestände aus Renaissance und Barock, die katalanischen Modernisten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jhs., die moderne und die zeitgenössische Kunst. Zu sehen ist auch ein Teil der Privatsammlung Thyssen-Bornemisza: Sie gibt einen einzigartigen Überblick über die europäische Kunstgeschichte vom Mittelalter bis zum venezianischen Spätbarock.

Für einen Besuch in dem Megamuseum sollten Sie mindestens drei Stunden kalkulieren. Es ist unbedingt sehenswert! | Di-Sa 10-19 Uhr, So 10-14.30 Uhr | Eintritt 8,50 Euro inkl. Audioguide | www.mnac.es | Metro Espanya (L1, L3)

Museu-Monestir Pedralbes

Der Klosterkomplex ist ein Juwel gotischer Baukunst. Im Inneren finden Sie mittelalterliches Mobiliar, Gemälde und Skulpturen. Der bezaubernde zweistöckige Kreuzgang ist mit Wandmalereien aus dem 14. Jh. ausgeschmückt. | Okt.-März Di-Sa 10 bis 14, So 10-15 Uhr, April-Sept. Di-Sa 10-17, So 10-15 Uhr | Eintritt 5 Euro | Baixada Monestir 9 | www.museohistoria.bcn.es | FGC Reina Elisenda

Parc del Laberint

Die klassizistische Gartenanlage ist ein Meisterwerk des ausgehenden 18. Jhs. Sie wurde von ihrem Besitzer gestaltet, dem Marquis von Alfarràs. Der Besucher wird immer wieder überrascht von verspielten Amorstatuen, Wasserkaskaden, Brücken, Brunnen und kleinen Teichen sowie Marmortempeln - einem neoklassizistischen Ensemble nach italienischem Vorbild. Obwohl der Park inzwischen etwas mehr Pflege vertragen könnte, bezaubert er durch seinen dekadenten Charme. Im Zentrum steht das hübsche, naiv-arabeske Palais des Marquis mit modernistischen Elementen. Im verzwickten Labyrinth aus beschnittenen Zypressenhecken können Sie sich getrost verlieren. | März, Okt. tgl. 10-19 Uhr, April, Sept. tgl. 10-20 Uhr, Mai-Aug. tgl. 10-21 Uhr, Nov.-Febr. tgl. 10-18 Uhr | Eintritt 2 Euro, So und Mi gratis | Metro Mundet (L3)

Parc Güell

Märchenhäuser, Drachenfiguren, gigantische Grotten, schräg gegen den Berg gestemmte Arkaden: Der von Antoni Gaudí über der Stadt angelegte malerische Park, der schon Salvador Dalí begeisterte, wurde von der Unesco 1984 als Welterbe unter Schutz gestellt.

Das innovative Werk Gaudís, ein Auftrag seines Gönners Eusebi Güell, war eigentlich als großzügige Siedlung gedacht. Die Anlage offenbart wie sonst nirgendwo Gaudís Universalgenie als Architekt, Künstler, Kunsthandwerker und Landschaftsplaner. Im Zentrum steht eine von dorischen Säulen getragene riesige Terrasse (ursprünglich geplant als Markt), unter der die Säulen eine bizarre Halle bilden. Auf der Terrasse mit atemberaubendem Panoramablick schlängelt sich eine lang geschwungene Mauerbank, gearbeitet - wie viele Werke Gaudís - nach der Trencadiz-Methode, einer Collagetechnik, bei der farbenprächtige Mosaike aus Glasscherben und Bruchkeramik entstehen.

Überall sind symbolhafte Motive und Skulpturen zu entdecken, am Treppenaufgang etwa der leuchtend bunte Drache Python, der der griechischen Sage nach die unterirdischen Gewässer bewacht. Der Park ist eine einzigartige, geglückte Verbindung von Architektur und Natur. Auf dem Gelände befindet sich auch das Gaudí-Museum im Wohnhaus des Baumeisters mit biografischen Zeugnissen und Objekten. | März und Nov. tgl. 10-19 Uhr, April und Okt. tgl. 10-20 Uhr, Mai-Sept. tgl. 10-21 Uhr, Dez.-Feb. tgl. 10-18 Uhr | Carrer d'Olot | Metro Lesseps (L3), Alfonso X (L4)

Poble Espanyol/Spanisches Dorf

Spaniens volkstümliche Architektur im Überblick: In dem 1929 zur Weltausstellung erbauten Poble Espanyol am Montjuïc finden Sie die charakteristischen Bauformen der einzelnen spanischen Regionen detailgetreu nachgebildet. Wenn Sie durch die Gässchen des Spanischen Dorfes schlendern, können Sie auf der andalusischen Plaça einen Aperitif nehmen oder in einer baskischen Schänke einkehren. Restaurants, Cafés, Bars, Clubs, Musiklokale - darunter einige recht gute, sogar ein empfehlenswertes Flamencolokal. Neben Ramschgeschäften gibt es auch eine Reihe hübscher Kunsthandwerksbetriebe. Auf dem Dorfplatz finden im Sommer attraktive Rock-, Pop- und Weltmusikkonzerte statt. Auch nach umfassender Modernisierung ist das Museumsdorf geblieben, was es war: Attraktion und Ausflugsziel für Touristen. | Mo 9-20 Uhr, Di-Do 9-2 Uhr, Fr und Sa 9-4 Uhr, So 9-24 Uhr | Eintritt 7,50 Euro, Familienticket 15 Euro | www.poble-espanyol.com | Metro Espanya (L1, L3) | Bus Poble Espanyol (61, 13)

Tibidabo

Mit 500 m die höchste Erhebung der Stadt. Allein die Fahrt mit den offenen Trambahnwaggons der Tramvía Blau (ab Av. del Tibidabo | 24. Juni bis 11. Nov. tgl. 10-20 Uhr, sonst Sa und So 10-18 Uhr) durch Barcelonas Nobelviertel ist ein Erlebnis. An der Endstation erwarten Sie Panoramabars und ein Gartenrestaurant. Eine Kabinenbahn befördert Sie weiter auf den Gipfel. | März-Dez., Öffnungszeiten variieren | Eintritt Vergnügungspark 11-22 Euro | Tel. 932117942 | www.tibidabo.es | FGC Tibidabo, dann Tramvía Blau und Drahtseilbahn

Torre de Collserola/Fernsehturm

Der zur Olympiade von 1992 errichtete Fernsehturm ist ein Werk des bekannten Architekten Norman Foster. Von oben haben Sie einen fabelhaften Rundblick (bei guter Sicht 70 km weit) über die Stadt hinaus. Ein Glaslift befördert Sie in atemberaubender Geschwindigkeit auf die 115 m hohe Aussichtsplattform. | Sept.-Juni Mi bis Fr 11-14 und 15.30-17 Uhr, Sa, So 11-14 und 15.30-19 Uhr, Juli/Aug. Mi-Fr 11-14 und 15.30-20 Uhr, Sa, So 11-14 und 15.30-20 Uhr | Eintritt 5 Euro | www.torredecollserola.com | Nahverkehrszug FGC S1, S2 bis Peu de Funicular, dann umsteigen in die Kabinenbahn Funicular Vallvidrera