Reisetipps Argentinien

Ausflüge & Touren Argentinien

Dschungel und Bergwüste im Nordwesten

Eine Reise durch kontrastierende Landschaften, durch Dschungel und Bergwüsten, von San Miguel de Tucumán, der Metropole des Nordwestens, über die Weingegend im Süden der Provinz Salta und durch Kakteenwälder bis zur Provinzhauptstadt Salta, genannt „die Schöne“. Insgesamt fast 900 km, zum Teil auf nicht asphaltierter Bergstraße, für die Sie sich mindestens fünf Tage Zeit nehmen sollten. Sie können den Mietwagen auch in Salta abgeben und sich so die rund 300 km lange Rückfahrt sparen.

In San Miguel de Tucumán, Hauptstadt der kleinsten und am dichtesten bevölkerten Provinz Argentiniens, kann man um die Plaza Independencia die Prachtbauten der Jahrhundertwende bewundern, als sich hier um die Zuckerindustrie ein reiches lokales Bürgertum bildete. Von der Plaza fahren Sie ostwärts an vornehmen Villen vorbei langsam den Hang der Sierra de San Javier hinauf. Bei km 25 zweigen Sie links auf die Ruta Provincial 338 ab, um nach noch einmal 16 km Villa Nougués zu erreichen, wo die Zuckerbarone sich auf 1054 m Höhe vom feuchten Stadtklima erholten. Auf der Terrasse der Hostería Pepe Terán (Tel. 0381/4310048 | €) kann man die Landschaft bewundern, während man Forellen oder empanadas isst.

Fahren Sie die 338 weiter, jetzt geht es bergab in die Zuckerrohrplantagen. Bei der stillgelegten, herrschaftlichen Anlage in San Pablo biegen Sie südwärts ab auf die RP 301, um bei Famaillá die Bundesstraße 38 zu erreichen. Nur 10 km südlich, bei Acheral, kommen Sie auf die RP 307, die 59 km lang nach Tafí del Valle führt. Der Weg führt zum Teil über steile Abhänge, die in den Siebzigerjahren Kampfgebiet zwischen linker Guerilla und Heereskräften waren. Am Eingang des Tafítals befindet sich der Parque de los Menhires, wo rund 50 Monolithen der alten Tafíkultur (4.-9. Jh.) zusammengebracht worden sind. 10 km weiter sind Sie in Tafí del Valle, wo Sie im Hotel Mirador del Tafí (32 Zi. | km 61,2 | Tel. 03867/421219 | Fax 03867/421219 | www.miradordeltafi.com.ar | €€) übernachten können.

Weiter geht es über die Landstraßen 307 und 357 bis zur Bundesstraße 40, wo eine Abzweigung zu den Ruinen der befestigten Stadt der Quilmesindianer führt, die eine ausgeklügelte Bewässerungskultur auf Terrassen angelegt hatten. Nach 52 km, zum Teil nicht asphaltiert, erreichen Sie Cafayate. Hier wird der aromatische Weißwein Saltas produziert. Das traditionsreiche Weingut Bodegas Etchart (www.vinosetchart.com), heute in Händen der französischen Gruppe Pernod-Ricard, ist einen Besuch wert. Die gegenwärtig noch vier Zimmer sollen demnächst zu einem mittelgroßen Hotel erweitert werden (Ruta 40 km 10472 km südlich von Cafayate | Tel. 03868/421007 | www.pernod-ricard.com.ar | €€€). Von Cafayate geht es auf der Bundesstraße 40 nach San Carlos (22 km), einem Jesuitendorf aus dem 16. Jh., und ab da auf Schotter 136 km durch Mondlandschaften, von Kondoren überflogen, bis Cachi, wo Sie übernachten können. Eine idyllische Alternative am Berghang ein paar Kilometer westwärts ist Cachi Adentro, wo Sie - nur mit Reservierung! - im El Molino de Cachi Adentro (5 Zi. | Tel. 03868/491094 | Fax 03868/491094 | www.bodegaelmolino.com.ar | €€-€€€), einer Weizenmühle aus dem 17. Jh., Quartier finden.

Auf der Weiterfahrt nach Salta geht es auf der Landstraße 33 zunächst über eine Hochebene, auf der Sie mit ein wenig Glück Guanakos und Vikunjas zwischen den Kandelaberkakteen sehen werden. Auf 3260 m Höhe, wo ein enormer Mühlstein (Piedra del Molino) geheimnisvollen Ursprungs am Wegrand steht, beginnt die steile Cuesta del Obispo, eine Passstraße mit wunderbarer Aussicht, die 1200 m hinunter ins Lermatal führt. Wieder auf Asphalt, kommen Sie durch Tabakplantagen auf die Bundesstraße 68. Biegen Sie links in Richtung Norden ein, um die letzten 38 km bis Salta zurückzulegen.

Dort bieten sich Ihnen zwei Möglichkeiten, wenn Sie nicht auf demselben Weg nach San Miguel de Tucumán zurückfahren wollen: Entweder geben Sie Ihren Mietwagen in Salta ab (wobei Sie dann rund 70 Euro für die Rückführung zahlen müssen), oder Sie nehmen den kürzeren und gut asphaltierten Weg über die Bundesstraßen 9 und 34 (z. T. Autobahn).

Im Tropischen Sumpfland des Nordostens

Eine Fahrt durch das Sumpfland der Esteros del Iberá in der Provinz Corrientes über die urwaldbedeckte Hochebene roter Erde in Misiones bis zu den Iguazúwasserfällen. In der abwechslungsreichen Landschaft zwischen den großen Flüssen Paraná und Uruguay werden Sie Fischotter, Wasservögel und Tukane sowie Affen und prächtige Schmetterlinge bewundern können. Die fruchtbare Erde hat zur Zeit der Conquista die Jesuitenpater in die Region geführt. Sie haben die ersten Yerba-Mate-Pflanzungen in autonom verwalteten Indianersiedlungen angebaut, deren Ruinen Sie besuchen. Anfang des 20. Jhs. siedelten sich zahlreiche europäische Immigranten vor allem aus Polen, Deutschland und Skandinavien in Misiones an, während in Corrientes eine stolze Gauchotradition aus dem Messerkampf einen Kult macht, aber gleichzeitig lustig den Chamamé tanzt und den Karneval groß feiert. Durch dieses Natur- und Kulturmosaik fahren Sie am besten mit einem Geländewagen. Für die nicht ganz 1000 km sollten Sie mindestens eine knappe Woche kalkulieren. Flughäfen und Leihwagen gibt es in Corrientes, Posadas und Puerto Iguazú.

Von Corrientes nehmen Sie die Bundesstraße 12 in Richtung Süden bis Cuatro Bocas. Von dort aus geht es weiter auf der Landstraße 27 am Paranáfluss entlang nach Goya. Von Goya fahren Sie wieder auf die Ruta 12 bis zur Kreuzung mit der Bundesstraße 123, auf der Sie ostwärts weitere 74 km bis Mercedes fahren. Hier beginnt der Weg in das riesige Sumpf- und Lagunengebiet der Reserva Natural del Iberá. Hinter Mercedes (unbedingt vorher tanken!) verlassen Sie die Asphaltstraße und zweigen auf die Landstraße 40 ab. Nach 118 km durch Reisfelder und Kuhweiden tauchen plötzlich Palmenwälder auf: Sie befinden sich am Parkeingang. Knapp 10 km weiter gelangen Sie nach Colonia Carlos Pellegrini mit guter Hotelinfrastruktur.

Auf Erdstraße führt die Ruta 40 (später Ruta 41) am Ostufer der Sümpfe nordostwärts bis zur Bundesstraße 12, die über Asphalt nach weiteren 59 km nach Posadas führt.

Die letzte Strecke der Ruta 12 führt über knapp 300 km von Posadas bis Puerto Iguazú beim Dreiländereck Argentinien/Brasilien/Paraguay am gleichnamigen Naturpark mit den Wasserfällen. Auf dem Weg kommen Sie zu den Jesuitenreduktionen von Candelaria, Santa Ana, Loreto und San Ignacio Mini.

Die Patagonischen Seen

Auf der patagonischen Strecke von 1800 km an den Anden entlang reihen sich rund 40 Seen auf. Sie können sich auf die nordpatagonischen Seen beschränken, oder Sie wagen es, durch windige Wüstengegenden Nord- und Südpatagonien zu verbinden. Dann aber mit zwei Ersatzreifen und möglichst vollem Benzintank! Auch ein Scheibenschutz ist angesichts der Schotterstrecken zu empfehlen. Die Tour ist nur im Sommer durchführbar.

San Martín de los Andes liegt direkt am Lago Lácar, den man im Boot bis an die chilenische Grenze durchkreuzen kann. Von der Stadt aus führt der Camino de los Siete Lagos (Ruta 231, 190 km, davon 40 ohne Asphalt) nach San Carlos de Bariloche. Rund 60 km vor Bariloche, am Nahuel-Huapi-See, kommen Sie durch Villa La Angostura, von wo man auf die Halbinsel Quetrihue gelangt, auf der der einzigartige, aus 300 Jahre alten Bäumen bestehende Myrtenwald steht, der Bosque de los Arrayanes. Zum Myrtenwald und zur Insel Victoria führt auch ein Bootsausflug (tgl. | 115 Pesos | Greenleaf Turismo | Tel. 02944/494405 | www.bosquelosarrayanes.com.ar).

Von Bariloche aus geht es 131 km über die Bundesstraße 40 bis El Bolsón, seit den Sechzigerjahren Zuflucht einer Hippiekolonie, und weiter über Epuyén auf die Landstraße 71, die Sie zu den wunderbaren Seen im Parque Nacional Los Alerces mit bis zu 3000 Jahre alten Lärchen führt.

In Esquel müssen Sie sich entscheiden, ob Sie endgültig von fast allen Zivilisationsspuren Abschied nehmen und sich in den tiefen Süden bis in die Gletscherregion hineinwagen möchten. Von Esquel sind es 562 km auf der Ruta 40 (110 km ohne Asphalt) bis zum enormen Lago Buenos Aires. An dessen Ufer können Sie in Los Antiguos (www.losantiguos.gov.ar) direkt an der chilenischen Grenze im Hotel Argentino (19 Zi. | Av. 11 de Julio 850 | Tel. 02963/491132 | €) übernachten. Hier wachsen Kirschbäume in einem vorteilhaften Mikroklima.

Beim Ort Perito Moreno erreichen Sie wieder die Bundesstraße 40, die Sie immer weiter Richtung Süden fahren. Nach 120 km zweigt in Bajo Caracoles ostwärts die 45 km lange Zufahrt (Landstraße 97) zur Cueva de las Manos ab, einer faszinierenden Stätte der Höhlenmalerei. Auf dem Weg werden Sie sicherlich Guanakos (eine Lamaart), die allgegenwärtigen maras (Pampahasen) und ñandúes (amerikanische Straußenvögel) sichten. Wieder zurück auf der Bundesstraße 40, führt nach wenigen Kilometern die Landstraße 39 über 72 km zu den Seen Posadas (Übernachtung im hervorragend ausgestatteten Complejo Turístico Lagos del Furioso | 13 Zi. | Reservierungen in Buenos Aires | Maipú 864 | 3° A | Tel. 011/52374043 | www.lagosdelfurioso.com | €€€) und Pueyrredón am Fuß der mächtigen, schneebedeckten Andenkordillere.

Es geht erneut zurück auf die Bundesstraße 40, bis Sie kurz vor Las Horquetas auf die Landstraße 37 wechseln, die über 90 km zum Nationalpark Perito Moreno führt (nicht verwechseln mit dem Gletscher Perito Moreno, der liegt noch weiter südlich!). Die Straße endet bei der Estancia La Oriental (7 Zi. | Tel. 02962/452196 | www.estanciasdesantacruz.com/LaOriental/laoriental.htm | €€€).

Anschließend geht es fast 500 km durch öde patagonische Wüste, deren hartes Gras Schafherden futtern. In Tres Lagos biegt die Ruta 40 scharf in den Westen, in die Region der beiden südlichsten Seen, Lago Viedma und Lago Argentino, der beiden enormen Eingangstore zum Parque Nacional Los Glaciares. 17 km nach Tres Lagos zweigt die Landstraße 23 ab, die am Nordufer des Lago Viedma entlang nach El Chaltén führt, dem Paradies der Trekker an der chilenischen Grenze am Fuß des Cerro Fitz Roy.

Zurück auf die Ruta 40, sind es noch 128 km bis El Calafate, Ausgangsort zum weltberühmten Gletscher Perito Moreno, mit Flugverbindung nach Buenos Aires und Ushuaia. Empfehlenswert zur Übernachtung: Hostería Cauquenes de Nimez (13 Zi. | Calle 303 Nr. 79 | Tel. 02902/492306 | www.cauquenesdenimez.com.ar | €€) am Seeufer.

Noch weiter südlich, etwa 380 km von El Calafate aus, kommt man über den Grenzübergang bei Cancha Carrera nach Chile in den wunderbaren Nationalpark Torres del Paine, in dem bizarre Bergformationen, Gletscher, Seen und Kaskaden sich zu einem unvergesslichen Landschaftsbild ineinanderfügen.