Reisetipps Amsterdam

Sehenswertes Amsterdam Grachten und Brücken, Rembrandt und Mondrian

In Amsterdam ist das Wasser allgegenwärtig - und ebenso die Kunst, ob in altehrwürdigen Kunsttempeln, hochmodernen Ausstellungshallen oder kuriosen Kleinstmuseen

Nicht weniger als 7500 Baudenkmäler hat Amsterdam zu bieten. Die meisten von ihnen liegen in bequemem Laufabstand zueinander in der Innenstadt - entweder in den walletjes, dem ältesten Stadtteil, oder im Grachtenring.

Niemand sollte die Stadt verlassen, ohne einmal ausgiebig durch Singel, Heren-, Keizers- oder Prinsengracht geschlendert zu sein. Aber auch manch ein neueres und unbekannteres Stadtviertel lohnt einen Abstecher. Wer einen ersten Überblick bekommen möchte, sollte auf den Turm der Westerkerk steigen.

Auch wer die Highlights der niederländischen Kunstgeschichte sehen möchte, muss nicht lange suchen: Rijksmuseum, Van Gogh Museum und Stedelijk Museum, die drei wichtigsten Museen des Landes, liegen alle an einem Platz, dem Museumplein. Allerdings befindet sich die Amsterdamer Museumslandschaft derzeit im Umbruch. Sowohl das Rijksmuseum als auch das Stedelijk Museum werden in den nächsten Jahren renoviert. Für die (teilweise) Schließung werden die Touristen aber großzügig entschädigt: In einem Flügel des Rijksmuseum sind weiterhin die Höhepunkte der Sammlung zu sehen, und das Stedelijk Museum hat sich für die Dauer der Renovierung einen Ausweichstandort beim Hauptbahnhof gesucht.

Aber nicht nur für Kunstbegeisterte, auch für Geschichtsfans, Katzenliebhaber und Freunde des Skurrilen ist in Amsterdams Museen gesorgt. Und wer nicht zu Fuß gehen mag, den bringt das Museumboot sogar von Tür zu Tür. Es hält vor allen bedeutenden Museen. Eine Tageskarte kostet 17 Euro und schließt 50 Prozent Rabatt auf den Museumseintritt ein. Will man mehrere Museen besuchen, lohnt sich der Kauf einer Museumkaart (MK, www.museumkaart.nl). Diese Jahreskarte gewährt freien Eintritt zu den meisten großen Museen in den ganzen Niederlanden. Erwachsene bezahlen 34,95 Euro, Besucher bis 24 Jahre 19,45 Euro. Die Karte kann man in jedem Museum an der Kasse kaufen und sofort benutzen. Bei Museen, die die Museumkaart akzeptieren, ist in diesem Reiseführer nach dem Eintrittspreis in Klammern der Hinweis MK ergänzt.

Empfehlenswert ist auch die I amsterdam Card, die einen, zwei oder drei Tage lang freien Zugang zu den bekanntesten Museen gewährt (s. Kapitel Praktische Hinweise).

Amstelkring/Ons' Lieve Heer op Zolder

Mitten im Rotlichtviertel liegt dieses kleine Museum, das man von außen leicht übersieht. In den unteren Stockwerken scheint es ein ganz normales Kaufmannshaus aus dem 17. Jh. zu sein. Treppauf und treppab kann man das verwinkelte Grachtenhaus erkunden. Die eigentliche Attraktion versteckt sich jedoch unter dem Dach. Dort liegt eine dreigeschossige katholische Geheimkirche, die 1661 eingerichtet wurde - komplett mit Hochaltar und zwei Galerien. Da die herrschenden Kalvinisten den Katholiken verboten hatten, ihren Glauben öffentlich zu praktizieren, mussten die Kirchgänger sich durch einen Seiteneingang in das Grachtenhaus schleichen. Die Schutzkirche trug den passenden Namen Ons' Lieve Heer op Zolder (unser lieber Herrgott auf dem Dachboden). | Mo-Sa 10-17, So 13-17 Uhr | Eintritt 7 Euro (MK) | Oudezijds Voorburgwal 40 | 10 Min. Fußweg vom Hauptbahnhof

Amsterdams Historisch Museum

Ein barockes Tor markiert den Eingang zum Museum für Stadtgeschichte, das seinen Sitz seit 1975 in einem ehemaligen Waisenhaus aus dem 17. Jh. hat. Besucher erwartet zunächst die (gratis zugängliche) Schuttersgalerij mit 15 kolossalen Gemälden von Mitgliedern der Amsterdamer Schützengilde aus dem 17. Jh. Auch im Inneren hat das Museum einiges zu bieten: Nicht weniger als 40000 Objekte gehören zur Sammlung, die auf drei Stockwerke verteilt ist. In Saal 1 bis 23 wird anhand von Gemälden, Büchern, Landkarten und Modellen die Geschichte der Stadt Amsterdam präsentiert, von der Anlage des ersten Damms an der Amstel über das Goldene Zeitalter bis hin zu Hausbesetzern und Coffeeshops. In den restlichen Sälen sind wechselnde Ausstellungen zu sehen. Ein dauerhaftes Highlight ist die Regentenkammer, in der früher die Direktion des Waisenhauses tagte und die noch komplett im Stil des 17. Jhs. eingerichtet ist.

Am Eingang St. Luciënsteeg wurde eine ganze Wand mit historischen Giebelsteinen verkleidet, die den Amsterdamern früher als Adressbezeichnungen dienten. | Mo-Fr 10-17, Sa/So 11-17 Uhr | Eintritt 7 Euro (MK) | Kalverstraat 92 | www.ahm.nl | Tram: 1, 2, 4, 5, 9, 14, 16, 24, 25 (Spui oder Rokin), Museumboot

Begijnhof

Eine Oase der Ruhe in der betriebsamen Innenstadt - jedenfalls wenn Sie während der Woche kommen und gerade keine ganze Busladung Touristen den Hof bevölkert. Weiß gestrichene Häuser scharen sich um ein Kirchlein und ein paar Kastanienbäume, die winzigen Vorgärten sind liebevoll bepflanzt. 1346 gegründet, lag der Begijnhof am äußersten Rand der mittelalterlichen Stadt. Hier wohnten alleinstehende Frauen, die in einer religiösen Gemeinschaft leben, aber keine Nonnen werden wollten. Sie widmeten sich vor allem der Altenpflege. Zwei Feuersbrünste zerstörten den Hof im 15. Jh. fast vollständig; die heutige Bebauung stammt größtenteils aus dem 17. Jh. Das Haus mit der Nummer 34 wurde dagegen bereits um 1470 errichtet und soll das älteste Holzhaus der Niederlande sein. Gegenüber der englisch-presbyterianischen Kapelle versteckt sich in zwei Wohnhäusern eine katholische Geheimkirche aus dem 17. Jh. Auf dem Begijnhof wohnen noch heute etwa 100 Personen - die letzte Begine verstarb jedoch 1971. | Eingänge Spui und Kalverstraat | Tgl. 9-17 Uhr | Tram: 1, 2, 5 (Spui)

Beurs van Berlage

Wie eine Trutzburg thront der Backsteinbau am Damrak; sein hoher Turm ist schon von weitem zu sehen. Die Börse wurde 1897-1903 nach Plänen des Architekten Hendrik Petrus Berlage gebaut und gilt dank ihrer schnörkellosen Fassaden und sichtbaren Konstruktion als Grundstein der modernen Architektur in den Niederlanden. Den Auftraggebern gefiel die neue Börse jedoch zunächst gar nicht: Sie wollten lieber ein repräsentatives Gebäude im Neorenaissancestil ähnlich dem Rijksmuseum oder dem Hauptbahnhof haben. Aber gerade von dieser historisierenden Architektur wollte sich Berlage unterscheiden. Er lud mehrere Künstlerfreunde ein, den Bau mit zeitgenössischen Ornamenten und Kunstwerken zu dekorieren. Wandmalereien, Skulpturen, Ziergitter und Sinnsprüche ergänzen die wuchtige Architektur und machen die Börse zu einem Gesamtkunstwerk. Ursprünglich beherbergte der Bau gleich vier Börsen: Waren-, Korn-, Schiffer- und Wertpapierbörse. Der imposante Saal der Warenbörse mit großem Glasdach, gekrümmten Eisenträgern und zwei Galerien dient heute als Ausstellungsraum und Konzertsaal. Nur bei Ausstellungen und Veranstaltungen zugänglich | www.beursvanberlage.nl | Tram: 4, 9, 16, 24, 25 (Dam)

Centraal Station

Der Hauptbahnhof wurde 1889 im Neorenaissancestil vom Architekten Petrus J.H. Cuypers erbaut, der auch das Rijksmuseum entwarf. Das beeindruckende, 306 m lange Gebäude steht auf einer künstlichen Insel, mit der Rückseite zum Fluss IJ. Getragen wird der „Palast des Reisenden“ von mehr als 10000 Baumstämmen, die beim Bau in den sandigen Grund gerammt wurden. Sowohl von außen als auch von innen ist der Bahnhof ungewöhnlich prachtvoll dekoriert, denn er sollte die Errungenschaften des Industriezeitalters verherrlichen, gleichzeitig aber auch auf Grund seiner prominenten Position in der Stadt einen schönen Anblick bieten. Auf dem Bahnhofsvorplatz herrscht ständiger Trubel - hier gilt besondere Vorsicht vor Taschendieben! Von der Rückseite des Bahnhofs aus verkehren kostenlose Personenfähren nach Amsterdam-Noord. Abfahrts- und Endpunkt für Straßenbahnen, Busse, Rundfahrt- und Museumboote

Koninklijk Paleis

Der schlichte, graue Bau am Dam mit seinen verhängten Fenstern sieht von außen nicht allzu königlich aus. Respektlose Zungen bezeichnen ihn deshalb auch als „größte Abstellkammer Hollands“. Er war jedoch ursprünglich nicht als Palast, sondern als Rathaus konzipiert. Errichtet wurde das klassizistische Gebäude nach Plänen von Jacob van Campen zwischen 1648 und 1655. 13659 Pfähle mussten in den Boden gerammt werden, um den imposanten Bau aus Bentheimer Stein tragen zu können, dessen Hauptfassade ein gewaltiger Fries mit Seeungeheuern ziert. Im Inneren beeindrucken vor allem einige monumentale Gemälde von Rembrandt-Schülern, der Bürgersaal und die von den napoleonischen Besatzern hinterlassene Einrichtung im Empirestil. Erst 1930 trat die Stadt das Rathaus an die Krone ab. Die Hauptresidenz der Oranier liegt dennoch in Den Haag - Königin Beatrix hält sich nur zu Empfängen im Palast in Amsterdam auf. Wegen Renovierung bis ca. 2008 geschl. | Auskunft Tel. 6248698 | Tram: alle Linien (Dam) außer 3, 7, 10, 12

Madame Tussaud's Panoptikum

Wer immer schon mal neben Rembrandt, Kylie Minogue oder dem niederländischen Kronprinzen Willem-Alexander stehen wollte und auch bereit ist, dafür viel Geld auszugeben, kommt hier seinem Traum recht nahe. Wachsfiguren von Prominenten aller Bereiche - mal mehr, mal weniger lebensecht getroffen. | Tgl. 10 bis 17.30 Uhr | Eintritt 19,95 Euro | Dam 20 | Tram: 4, 9, 14, 16, 24, 25 (Dam)

Montelbaanstoren

An der Ecke Waalseilandsgracht und Oudeschans, im ehemaligen Schiffbauerviertel, wurde im frühen 16. Jh. dieser Verteidigungsturm errichtet. Schon 1606 verlor er seine ursprüngliche Funktion und wurde später auf Wunsch der Anwohner mit einer Uhr mit Schlagwerk ausgerüstet. Seit 1878 kontrollieren die Wasserwerke von hier aus den Wasserstand und die Durchspülung der Grachten. Oudeschans 2 | Metro: Nieuwmarkt

Munttoren

Der Münzturm, gebaut 1620, steht am Zusammenfluss von Singel und Amstel und gehörte ursprünglich zur Stadtbefestigung. Als die Stadt Dordrecht, welche eigentlich das Münzrecht besaß, 1672 von den Franzosen besetzt zu werden drohte, prägte man hier eine Zeit lang Gold- und Silbermünzen. | Muntplein | Tram: 4, 9, 14, 16, 24, 25 (Muntplein)

Nationaal Monument

Auf dem Dam, gegenüber dem Palast, steht das Nationaldenkmal. Der 1956 eingeweihte, 22 m hohe Obelisk ist Mahnmal für die Opfer der deutschen Besatzung und Monument der Befreiung und des Friedens. 1995 kam es zu einem kleinen Skandal, als das Denkmal restauriert werden musste und sich einzig eine deutsche Firma als fachkundig erwies. | Tram: alle Linien (Dam) außer 3, 7, 10, 12

Nieuwe Kerk

Die imposante Nieuwe Kerk am Dam ist Amsterdams berühmteste Kirche. So neu wie ihr Name vermuten lässt, ist sie jedoch nicht. Der Bau des spätgotischen Gotteshauses begann im 15. Jh., als die Stadt über die erste Befestigungsanlage hinausgewachsen und die Oude Kerk zu klein geworden war. Ihre heutige Form erhielt sie nach mehreren Bränden und Renovierungsmaßnahmen um 1540. Nur 38 Jahre später entfernten die Protestanten während des Bildersturms sämtliche Statuen und Altäre, so dass ihr Inneres heute einen recht nüchternen Anblick bietet. Hauptattraktion ist die mit aufwändigen Schnitzereien verzierte Kanzel, deren Anfertigung den Bildhauer Albert Jansz Vinckenbrinck fünfzehn Jahre kostete. Die Nieuwe Kerk hat keinen Turm. Zwar wurde 1565 ein Fundament gelegt, aber politische Unruhen und der Bildersturm verhinderten den Bau. Als die Zeiten wieder friedlicher wurden, war die Stadtregierung gegen einen Turm, der die Kuppel des neuen Rathauses (des heutigen Palastes) an Höhe übertroffen hätte. Als Kompromiss verlegte man das Rathaus so weit nach hinten, dass nun zumindest das hohe Querschiff an den Platz grenzt.

Heute wird die Kirche als Ausstellungsraum genutzt. Außerdem werden in der Nieuwe Kerk noch immer die niederländischen Könige und Königinnen gekrönt, und 2001 fand hier die Hochzeit des Thronfolgers Willem-Alexander mit der Argentinierin Máxima Zorreguieta statt. | tgl. 10-17 Uhr | Dam | Tram: alle Linien (Dam) außer 3, 7, 10, 12

Nieuwmarkt

Rund um die alte Stadtwaage im Rotlichtviertel erstreckt sich der Nieuwmarkt, ein Marktplatz mit zahlreichen Terrassen- und Musikcafés sowie asiatischen Imbissen. Auf Grund der Größe des Platzes kann man hier im Sommer noch kurz vor Sonnenuntergang ein paar Sonnenstrahlen erhaschen. | Metro: Nieuwmarkt

Oude Kerk

Die um 1300 erbaute Hauptkirche Amsterdams, die heute im Rotlichtviertel liegt, ist das älteste Gebäude der Stadt und war ursprünglich dem heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Seeleute, geweiht. Von außen gibt die Oude Kerk ein recht uneinheitliches Bild ab. Zum Teil liegt das daran, dass sie im Lauf der Zeit immer wieder erweitert wurde. Bereits um 1350 ersetzte man die ursprünglich schmalen Seitenschiffe durch breitere, dann wurde der Chor vergrößert, gefolgt vom Anbau eines Chorumgangs. Im 15. Jh. baute man mehrere Kapellen an, im 16. Jh. wurde das Hauptschiff und danach der Turm erhöht. Die Konstruktion wurde trotz Brandgefahr mit Holzbalken verstärkt, sonst hätte der sandige Boden das Gewicht nicht tragen können. Mo-Sa 11-17, So 13-17 Uhr | Eintritt 5 Euro (MK) | Oudekerksplein | Tram: 4, 9, 16, 24, 25 (Damrak)

Scheepvaarthuis

Auf den ersten Blick sieht es fast wie die Kulisse eines Batman-Films aus: Trutzig und etwas bedrohlich steht das Schifffahrtshaus an der Binnenkade östlich des Hauptbahnhofs. Das reich mit stilisierten maritimen Figuren und Ornamenten verzierte Gebäude aus dem Jahr 1916 ist ein frühes Beispiel des Backsteinexpressionismus der 1920er-Jahre, der als „Amsterdamer Schule“ berühmt wurde. Ursprünglich war es Sitz der wichtigsten Schifffahrtsgesellschaften. | Prins Hendrikkade 108-114 | 5 Min. Fußweg vom Hauptbahnhof

Schreierstoren

Von den Zinnen des Schreierstoren, eines halbrunden Festungsturms aus dem Jahr 1484, weinten die Frauen der Seefahrer angeblich den auslaufenden Schiffen hinterher. Aber obwohl ein Giebelstein aus dem 17. Jh. diese Geschichte illustriert, stimmt sie nicht. Ursprünglich hieß der Turm schreyhoekstoren, denn beim Turm treffen zwei Kanäle in spitzem Winkel (schreye hoek) aufeinander. 1609 segelte Henry Hudson von dem in zahlreichen Gemälden verewigten Turm aus nach Nordamerika, wo er Manhattan entdeckte und New Amsterdam, das spätere New York, gründete. Nach ihm sind der Hudson und die Hudson Bay benannt. Geldersekade | 5 Min. zu Fuß vom Hauptbahnhof

Spui

Umringt von Amsterdamer Traditionskneipen wie dem Café Luxembourg, Café Hoppe und Zwart, aber auch von trendigen neuen Cafés wie Esprit oder Tokyo, gilt der Spui als urigster Platz der Stadt. Samstags findet hier ein Büchermarkt statt. Tram: 1, 2, 5 (Spui)

Stedelijk Museum

Die städtische Kunstsammlung hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg zum bedeutendsten Museum für moderne Kunst in den Niederlanden gemausert. Eigentlich sitzt sie in einem Backsteinbau (erbaut 1892-1895) am Museumplein, der momentan allerdings umgebaut wird. In den nächsten Jahren sind deshalb Wechselausstellungen und die Höhepunkte der Sammlung, darunter Werke der Moderne von Piet Mondrian bis Bruce Nauman, im Post-CS-Gebäude nahe dem Hauptbahnhof zu sehen. Im trendigen Café Elf, das sich im 11. Stock desselben Gebäudes befindet, hat man einen Panoramablick über die ganze Stadt. Tgl. 10-18 Uhr | Eintritt 9 Euro | Oosterdokskade 3-5 | 5 Min. Fußweg vom Hauptbahnhof | www.smcs.nl

De Waag

Mitten auf dem Nieuwmarkt steht das älteste weltliche Bauwerk Amsterdams: die ehemalige Stadtwaage, heute Sitz eines Instituts für neue Medien und eines Caférestaurants.

Im Jahr 1488 als Stadttor erbaut, wurde sie im 17. Jh., als der Grachtenring entstand, zur Waage umfunktioniert. In den oberen Geschossen hatten verschiedene Handwerksgilden ihren Sitz. Jede der Zünfte bekam ihren eigenen Eingang, den man noch heute an den unterschiedlichen Fassadensteinen erkennen kann. Unter dem Dach richtete die Chirurgengilde ein Anatomisches Theater ein, das bis heute vollständig erhalten ist (nur bei Veranstaltungen des Medieninstituts zugänglich). Nach einer der vielen öffentlichen Sektionen entstand dort Rembrandts berühmtes Gemälde „Anatomie des Dr. Tulp“ (1632), das heute im Museum Het Mauritshuis in Den Haag zu sehen ist. Metro: Nieuwmarkt

Zuiderkerk

Wer von der Sint Antoniesbreestraat aus durch das kleine Tor mit den morbiden Totenkopfskulpturen tritt, findet sich auf dem Hof der Zuiderkerk wieder. Diese Kirche wurde von 1603 bis 1611 von Hendrick de Keyser gebaut und war damals das erste speziell für die Protestanten entworfene Gotteshaus.

Heute ist die Zuiderkerk Sitz des städtischen Wohnungsamtes und beherbergt darüber hinaus Ausstellungen über Architektur und Städtebau. Mo-Fr 9-16, Sa 12-16 Uhr, Glockenspiel Do 12-13 Uhr | Zuiderkerkhof | Tram: 9, 1 | Metro: Nieuwmarkt, Waterlooplein

Amstelkerk

Ursprünglich sollte die hölzerne Amstelkerk nur ein Provisorium sein. Später wollte man sie durch eine Kirche aus Stein ersetzen, aber dazu kam es nie. Sie wurde 1669 gebaut, als es im neuen Grachtenring noch an Kirchen mangelte. Auf dem Amstelveld, einem sumpfigen Areal an der Prinsengracht, entstand eine schlichte, turmlose weiße Kirche, die von außen fast an einen Stall erinnert. Heute wird sie auch für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Im Nebengebäude befindet sich ein schickes Restaurant mit schöner Terrasse; auf dem Vorplatz findet Montag vormittags ein Blumenmarkt statt. Amstelveld 12 | Tram: 4 (Prinsengracht)

Anne Frank Huis

„Liebe Kitty...“: Jedes Schulkind kennt die Worte, mit denen Anne Franks Tagebucheinträge anfingen. Das jüdische Mädchen versteckte sich im Zweiten Weltkrieg zwei Jahre lang mit seiner Familie in diesem Hinterhaus an der Prinsengracht - um im letzten Moment doch noch deportiert zu werden und schließlich in Bergen-Belsen an den Folgen der Haft zu sterben. Heute sitzen hier die Anne-Frank-Stiftung sowie das zugehörige Museum. Durch eine Geheimtür gelangt man in das Hinterhaus und die kleine Wohnung, in der die Familie hausen musste.

Auch das Originaltagebuch gehört zur eindrucksvollen Ausstellung. Im Museum herrscht stets großer Andrang: Besuchen Sie es frühmorgens, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Tgl. 9-19, im Sommer bis 21 Uhr | Eintritt 7,50 Euro | Prinsengracht 263 | www.annefrank.org | Tram: 13, 14, 17 (Westermarkt), Museumboot

De Appel

Obwohl De Appel meistens als Galerie bezeichnet wird, ist es doch eigentlich eher ein Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst. Zu kaufen gibt es hier nichts, dafür werden regelmäßig experimentelle Projekte von jungen, aufstrebenden Künstlern gezeigt. Alles ist erlaubt, von raumfüllenden Installationen über Medienkunst bis hin zu Performances und Videos. Manch ein heutiger Star der Kunstszene hat hier seine ersten Schritte gemacht. Di-So 11-18 Uhr | Eintritt 4 Euro | Nieuwe Spiegelstraat 10 | www.deappel.nl | Tram: 16, 24, 25 (Herengracht)

Foam

Seit 2002 hat Amsterdam ein eigenes Fotografiemuseum, das in einem Grachtenhaus aus dem 19. Jh. untergebracht ist. Gezeigt werden wechselnde Ausstellungen über alle Aspekte der Fotografie, vom Bildjournalismus über Werbefotografie bis hin zu Werken niederländischer Fotokünstler. Sa-Mi 10-18, Do/Fr 10-21 Uhr | Eintritt 7 Euro (MK) | Keizersgracht 609 | www.foam.nl | Tram: 16, 24, 25 (Keizersgracht)

Gouden Bocht

Zwischen Leidsestraat und Vijzelstraat erstreckt sich der „goldene Bogen“ der Herengracht. Die Häuser an diesem Grachtabschnitt sind deutlich größer und prunkvoller als die meisten anderen Grachtenbauten. Sie wurden gegen Ende des 17. Jhs. von den Angehörigen der neuen Amsterdamer Finanzelite erbaut, die sich von den gemeinen Kaufleuten abheben und ihren Reichtum zur Schau stellen wollten. Deshalb kauften sie oft gleich zwei Grundstücke; vorne wurde das Herrenhaus errichtet, dahinter Ställe und Unterkünfte für Bedienstete. Letztere waren von der Keizersgracht aus zugänglich, weshalb das entsprechende Stück jener Gracht einen eher unspektakulären Anblick bietet. Herengracht | Tram: 16, 24, 25 (Vijzelstraat)

Homomonument

Drei rostrote Marmorplatten auf dem Platz vor der Westerkerk waren 1987 das erste Schwulendenkmal der Welt. Es erinnert an alle auf Grund ihrer Homosexualität Verfolgten, in erster Linie an die Opfer der deutschen Besatzung. Westermarkt | Tram: 13, 14

Leidseplein

Wer Trubel sucht, ist hier richtig: Straßenbahnen klingeln, Touristen tummeln sich in den Kneipen, Neonreklamen blinken, Gaukler bieten Kunststücke dar. Der Leidseplein liegt im Herzen der Stadt und ist umgeben von Kinos, Theatern, Cafés und Restaurants. Vor allem am Wochenende ist hier abends die Hölle los. Tram: 1, 2, 5, 6, 7, 10 (Leidseplein)

Magere Brug

Besonders schön ist die bekannteste Brücke Amsterdams abends, wenn sie festlich beleuchtet ist. Für die Durchfahrt von Schiffen lässt sich der Mittelteil der weiß gestrichenen Holzbrücke öffnen. Kerkstraat/Amstel | Tram: 4 (Prinsengracht) | Metro: Waterlooplein

Museum Van Loon

Dieses prachtvolle Grachtenhaus gibt einen Eindruck davon, wie ein Patrizier im Amsterdam des 17. oder 18. Jhs. lebte. 1671 im Auftrag eines reichen Kaufmanns gebaut, gehörte es zeitweise auch dem Rembrandt-Schüler Ferdinand Bol. 1884 erwarb die Kaufmannsfamilie Van Loon das schöne Haus. Empfangsräume, Salons, Speisesäle und Schlafgemächer sind zu besichtigen. Ein Relikt aus vergangenen Zeiten ist auch der barocke Grachtengarten, den man vom kleinen Salon aus sehen kann. Do-Di 11-17 Uhr | Eintritt 6 Euro | Keizersgracht 672 | Tram: 16, 24, 25 (Vijzelstraat)

Noorderkerk

Man kann es sich kaum noch vorstellen: Bei ihrer Eröffnung stand die Noorderkerk mitten in einem Neubauviertel. Heute liegt sie an einem der lauschigsten und altertümlichsten Plätze Amsterdams, dem Noordermarkt. An der Rückseite drücken die Häuser sich eng an die Kirche heran; keine einzige Straße läuft im rechten Winkel auf sie zu. Die 1623 fertiggestellte Kirche ist ein typisch protestantischer Zentralbau, in dessen Mittelpunkt die Kanzel steht. Im Sommer samstagmorgens geöffnet | Noordermarkt | 10 Min. Fußweg vom Hauptbahnhof

Rembrandtplein

Auf dem früheren Botermarkt wurde 1876 ein Standbild von Rembrandt aufgestellt, wodurch der Platz seinen neuen Namen erhielt. Wo heute Großraumpubs und Neonreklamen das Bild dominieren, traf sich in den 1920er-Jahren die Künstlerszene.

Hauptattraktion auf dem Platz ist seit dem Rembrandtjahr 2006 jedoch eine Gruppe lebensgroßer Bronzeskulpturen, die vor dem Rembrandt-Standbild die „Nachtwache“ nachstellen. Tram: 4, 9, 14 (Rembrandtplein)

Westerkerk

Bei ihrer Fertigstellung 1631 war die Westerkerk, entworfen von Hendrick de Keyser, die größte protestantische Kirche der Welt. Im Inneren erweist sie sich als lichtdurchflutete, weiße Hallenkirche mit zurückhaltenden Ornamenten im Renaissancestil. Berühmter als die Kirche selbst ist aber der Westertoren, ihr 85 m hoher Turm, von den Amsterdamern liebevoll „Oude Wester“ genannt. Er ist das Wahrzeichen des Jordaan-Viertels und wird sogar in vielen holländischen Schlagern besungen. Unter seiner Kaiserkronenkuppel hängt ein Glockenspiel mit 49 Glocken. Wer den höchsten Turm der Stadt besteigt, wird mit einer großartigen Aussicht über die Altstadt belohnt. Besichtigung April-Okt. Mo bis Fr 11-15 Uhr, Glockenspiel Di 12-13 Uhr, Turmbesteigung April-Okt. Mo-Sa 10-18 Uhr | Eintritt 6 Euro | Prinsengracht 281/Westermarkt | Tram: 13, 14, 17 (Westermarkt)

Willet Holthuysen Museum

Das Kaufmannshaus von 1687 beherbergt die Kunstsammlung von Abraham Willet (1825-1888). Mit dem Geld seiner Frau trug er eine eklektische Sammlung mit Kunst, Kunsthandwerk und edlem Mobiliar zusammen, die aus dem Wohnhaus schon zu seinen Lebzeiten beinahe ein Museum machte. 1889 vermachte seine Frau das Haus mitsamt Sammlung der Stadt. Die Räume quellen über vor üppigen Wandteppichen, Stilmöbeln, Gemälden und Skulpturen. Mo-Fr 10-17, Sa/So 11-17 Uhr | Eintritt 5 Euro | Herengracht 605 | www.willetholthuysen.nl | Metro: Waterlooplein

Blauwbrug

Ein wenig fühlt man sich bei ihrem Anblick an den Pont Neuf in Paris erinnert. Die aufwändig dekorierte Brücke über die Amstel wurde 1884 erbaut. Ihre Pfeiler haben die Form von Schiffsbugen, auf den Laternen thronen goldene Kaiserkronen. Blau ist die Brücke allerdings nicht: Der Name stammt noch von der blau gestrichenen Holzbrücke, die hier vorher stand. Amstelstraat/Amstel | Tram: 9, 14 | Metro: Waterlooplein

Gassan Diamonds

Amsterdam war einmal eine Hochburg der Diamantschleiferei. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor dieser Wirtschaftszweig an Bedeutung, aber noch heute gibt es einige Schleifereien. Allerdings sind viele von denen, die Rundgänge anbieten, reine Touristenattraktionen, während die wirklichen Handwerksbetriebe nicht zugänglich sind. Eine Ausnahme ist Gassan Diamonds. In einem imposanten Backsteinbau vom Ende des 19. Jhs. widmen sich 500 Mitarbeiter dem Schleifen und dem Vertrieb der kostbaren Steine. Besucher können bei kostenlosen Führungen den Weg vom Rohdiamanten zum Schmuckstück mitverfolgen - natürlich gibt es auch hier anschließend eine Verkaufsshow. Tgl. 9-17 Uhr | Nieuwe Uilenburgerstraat 173-175 | Eintritt frei | www.gassandiamonds.nl | Metro: Waterlooplein

Hermitage Amsterdam

Anfang 2004 hat das berühmte russische Kunstmuseum in Amsterdam seine dritte Auslandsfiliale nach London und Las Vegas eröffnet. Zwar ist die neue Unterkunft des Museums noch nicht fertig - der Umbau des Amstelhofs, eines ehemaligen Waisenhauses aus dem 17. Jh., soll erst 2008 beendet sein -, aber in einem Teil des Gebäudes finden schon jetzt die ersten Ausstellungen mit Werken aus der reichhaltigen Sammlung statt. Die Palette reicht von altgriechischem Schmuck bis hin zu Rokokomalerei. Tgl. 10-17 Uhr | Eintritt 7 Euro | Nieuwe Herengracht 14 | www.hermitage.nl | Metro: Waterlooplein, Museumboot

Hortus Botanicus

Dies ist kein gewöhnlicher botanischer Garten. Schon vor über 300 Jahren pflanzten holländische Ärzte hier die ersten exotischen Kräuter an, die Kaufleute und Seefahrer von ihren Reisen mitgebracht hatten. Auf dem Gebiet der Tropenmedizin waren sie ihren europäischen Kollegen deshalb bald um eine Nasenlänge voraus. Eine Palme, die damals jemand aus Südafrika einführte, ist inzwischen die älteste Topfpflanze der Welt. Besonders schön ist das alte Palmenhaus, aber auch das futuristische neue Gewächshaus ist einen Besuch wert. Im Sommer Mo-Fr 9-17, Sa/So 10-17 Uhr, im Winter bis 16 Uhr | Eintritt 6 Euro | Plantage Middenlaan 2 | www.dehortus.nl | Tram: 9, 14, 20 (Mr. Visserplein)

Joods Historisch Museum

Insgesamt vier Synagogen aus dem 17. und 18. Jh. beherbergen das Jüdische Historische Museum, das mitten im früheren Judenviertel liegt. Beim Umbau zum Museum wurden sie 1987 durch glasüberdachte Gänge miteinander verbunden. Die 1670 errichtete, Grote Sjoel genannte Synagoge der hochdeutschen Juden ist das älteste, trotz seines Namens aber auch das kleinste Gotteshaus im Komplex.

Daneben gibt es noch die Obbene, Dritt und Nieuwe Sjoel. Dargestellt werden die Kultur und Religion der jüdischen Gemeinschaft in den Niederlanden, aber natürlich auch die Geschichte der Judenverfolgung. Im Museumscafé kann man koschere jüdische Spezialitäten probieren. Tgl. 11-17 Uhr | Eintritt 7,50 Euro (MK) | Jonas Daniël Meijerplein 2-4 | www.jhm.nl | Tram: 9, 14 (Mr. Visserplein) | Metro: Waterlooplein

Pintohuis

Die Angehörigen der jüdisch-portugiesischen Bankiersfamilie Pinto waren die Rothschilds des Goldenen Zeitalters. Um 1651 kauften sie dieses Wohnhaus gegenüber des Zuiderkerkhofs, das 1605 für einen Kaufmann der VOC errichtet worden war. Seine heutige klassizistische Fassade erhielt das Haus erst 1681. Im 20. Jh. verfiel der Bau; inzwischen ist er jedoch restauriert und dient als öffentliche Bibliothek. Im Eingang und im Lesesaal kann man noch immer die wunderschönen Wand- und Deckenmalereien aus dem 17. Jh. bewundern. Sint Antoniesbreestraat 69 | Metro: Nieuwmarkt

Rembrandthuis

Rembrandt van Rijn (1606-1669) gehört zu den berühmtesten Amsterdamern aller Zeiten. Den Großteil seines Lebens verbrachte der in Leiden geborene Maler in der Grachtenstadt - unter nicht immer glücklichen Umständen. Nicht nur seine Lebensgefährtinnen, auch seine Finanzlage wechselte ständig. 1639 kaufte er dieses Haus im damaligen Judenviertel. Finanznot zwang ihn 1660, das Haus wieder zu verkaufen und in eine Mietwohnung umzuziehen. 1908 wurde das Haus in der Jodenbreestraat restauriert und in ein Museum umgewandelt, 1999 um einen Anbau erweitert. Der neue Teil beherbergt die weltweit größte Sammlung von Radierungen, Kupferstichen und Zeichnungen des Künstlers. Der Altbau wurde dagegen so hergerichtet, wie er zu Rembrandts Zeiten ausgesehen haben mag, inklusive Atelier. Tgl. 10-17 Uhr | Eintritt 8 Euro (MK) | Jodenbreestraat 4-6 | www.rembrandthuis.nl | Tram: 9, 14 (Mr. Visserplein) | Metro: Waterlooplein

Scheepvaartmuseum

Das Schifffahrtsmuseum im ehemaligen Marinearsenal aus dem 17. Jh. besitzt eine große Sammlung mit Schiffsmodellen, alten Navigationsgeräten, Waffen, Karten und Gemälden, die die glanzvolle Geschichte der niederländischen Seefahrt illustrieren. Momentan ist es jedoch geschlossen und soll erst 2010 nach einer umfangreichen Renovierung wieder eröffnet werden. Der Nachbau des Ostindienfahrers „Amsterdam“ ist dennoch zu besichtigen. Für die Dauer der Renovierungsarbeiten wurde er von seinem angestammten Liegeplatz neben dem Schifffahrtsmuseum in das benachbarte Oosterdok geschleppt, wo er nun neben dem Wissenschaftsmuseum Nemo liegt.

Auf der „Amsterdam“ bekommt man einen guten Eindruck davon, wie ein Matrose im 18. Jh. lebte: Die herumwuselnde Besatzung ist den ganzen Tag lang damit beschäftigt, Waren zu löschen, das Deck zu schrubben und Seefahrerlieder zu singen. Viel von der Welt gesehen hat das Original des Schiffes allerdings nicht - es sank bereits auf seiner Jungfernfahrt in einem Sturm vor der englischen Küste. Di-So 10-17 Uhr | Eintritt 4 Euro (MK) | Kattenburgerplein 1 | www.scheepvaartmuseum.nl | Bus: 22, 32 (Kattenburgerplein), Museumboot

Tropenmuseum

Leben und Kultur in tropischen und subtropischen Gebieten sind das Thema dieses Museums. Es wurde im Jahr 1910 als Kolonialmuseum gegründet. Gezeigt wurden lauter Gegenstände, die Niederländer aus den Kolonien in Südostasien und Südamerika mitgebracht hatten.

Inzwischen sind im Tropenmuseum die unterschiedlichsten Objekte aus aller Herren Ländern versammelt und werden mit Hilfe modernster Multimediatechnik nach Regionen geordnet präsentiert. Zu den Höhepunkten des Hauses gehören die nachgebauten Straßenzüge aus fernen Ländern, etwa ein Slum in Manila. Tgl. 10-17 Uhr | Eintritt 7,50 Euro | Linnaeusstraat 2 | www.tropenmuseum.nl | Tram: 6, 9, 14 (Mauritskade)

Heineken Experience

In der 135 Jahre alten Heineken-Brauerei an der Stadhouderskade wird zwar kein Bier mehr gebraut, dafür kann man einen Blick in Malzsilos und Kupferkessel werfen und wird in die riesigen Kellergewölbe geführt, in denen das junge Bier früher reifte. Natürlich dürfen durstige Besucher zwischendurch auch das eine oder andere Bierchen verkosten. Di-So 10-18 Uhr | Eintritt 11 Euro | Stadhouderskade 78 | Tram: 16, 24, 25 (Heinekenplein)

Rijksmuseum

Unübersehbar thront das Rijksmuseum am Museumplein. Die altehrwürdige „Schatzkammer der Geschichte“, vom Architekten Petrus J.H. Cuypers in einem Mischstil aus Neogotik und -renaissance entworfen und im Jahr 1885 eröffnet, beherbergt nicht nur eine der bedeutendsten Gemäldesammlungen der Niederlande, sondern auch eine schier unüberschaubare Menge historischer und kunsthandwerklicher Artefakte. Die Bauernschränke, Puppenhäuser, Porträtmedaillons, asiatischen Möbel sowie ein Teil der Gemäldesammlung sind momentan allerdings in Depots verborgen. Denn das Museum wird renoviert und umgebaut, um 2010 mit mehr Ausstellungsfläche wiedereröffnet zu werden.

Bis dahin bleibt der Philipsflügel mit einer „Galerie der Meisterwerke“ geöffnet, in der die 400 wichtigsten Gemälde des Goldenen Zeitalters zu sehen sind. Dazu gehört natürlich Rembrandts Gemälde der „Kompanie des Kapitäns Frans Banning Cocq“, besser bekannt als die „Nachtwache“. Seine Auftraggeber waren 1642 mit Rembrandts Arbeit nicht zufrieden. Heute kommen jährlich Millionen Besucher aus aller Welt, um das Gemälde aus nächster Nähe zu sehen.

Darüber hinaus gibt es bekannte Meisterwerke von holländischen Malern wie Frans Hals, Jan Steen, Jacob van Ruisdael und Jan Vermeer zu sehen. Dichtes Gedränge herrscht stets vor Vermeers „Küchenmagd“ (1660) und „Briefleserin“ (1662-1664). Genrebilder wie diese bieten dem Betrachter einen erstaunlichen Einblick in die bürgerlichen holländischen Wohnstuben des 17. Jhs. - so etwa auch Jan Steens Gemälde „Morgentoilette“ (1663) oder Pieter de Hoochs „Vorratskammer“ aus dem Jahr 1660. Tgl. 9-18, Fr bis 22 Uhr | Eintritt 10 Euro (MK), bis zum 18. Lebensjahr gratis | Stadhouderskade 42 | www.rijksmuseum.nl | Tram: 2, 5 (Hobbemastraat), Museumboot

Sarphatipark

Nahe dem Albert Cuypmarkt liegt dieser kleine Park, in dessen Zentrum ein kurioses, recht asiatisch anmutendes Monument steht. Er ist nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten mit geschwungenen Wegen und kleinen Bächlein angelegt. Benannt wurde er nach dem Arzt Samuel Sarphati, der im 19. Jh. den Bau der südlichen Stadterweiterung initiierte. Tram: 3, 25 (Sarphatipark), 24 (Ferdinand Bolstraat)

Van Gogh Museum

Das staatliche Van Gogh Museum besitzt die weltweit größte Sammlung von Werken des berühmten Künstlers. Zu verdanken ist das der eigentlich bedauerlichen Tatsache, dass Vincent van Gogh (1853-1890) zu Lebzeiten so gut wie gar keine Bilder verkaufte: Sie blieben in der Familie, die dem Museum die 205 Gemälde und 500 Zeichnungen 1963 vermachte.

Die Ausstellung folgt dem bewegten und tragischen Leben des Malers, von den Anfängen in den Niederlanden über seine Zeit in Paris und Südfrankreich bis zu seinem Tod in Auvers-sur-Oise. Zu den Höhepunkten gehören neben Selbstporträts und einer Version der „Sonnenblumen“ auch die „Kartoffelesser“, das „Gelbe Haus“, das „Schlafzimmer“ und das „Kornfeld mit Krähen“. Außerdem sind Werke von anderen Malern des 19. und frühen 20. Jhs. zu sehen. Neben dem 1973 von Gerrit Rietveld erbauten Museum wurde 1999 ein drei Etagen hoher Pavillon eröffnet, der unterirdisch mit dem Altbau verbunden ist und in dem Wechselausstellungen mit Kunst aus Van Goghs Zeit stattfinden. Tgl. 10 bis 18, Fr bis 22 Uhr | Eintritt 10 Euro (MK) | Paulus Potterstraat 7 | www.vangoghmuseum.nl | Tram: 2, 3, 12 (Van Baerlestraat)

Vondelpark

An Sommernachmittagen sieht man den Park vor lauter Menschen nicht. Der Vondelpark ist weniger Grünanlage als vielmehr Treffpunkt, Fahrradroute, Veranstaltungsort und Spielplatz der Amsterdamer. Schon in den Sechzigerjahren war er Versammlungsort für Hippies aus aller Welt, die sich dort sogar dauerhaft niederließen, bis die Polizei der Belagerung 1975 ein Ende machte. Dabei waren seine Anfänge äußerst bürgerlich. Der 48 ha große Park wurde 1877 als erster öffentlicher Park Amsterdams angelegt und nach dem Renaissancedichter Joost van den Vondel benannt. Betuchte Bürger hatten sich zusammengeschlossen, um in ihrem neuen Villenviertel südlich des Grachtenrings eine grüne Lunge zu schaffen.

Im Vondelpark liegen das Filmmuseum und drei Bühnen, auf denen im Sommer (Juni-Sept.) Freiluftaufführungen stattfinden. Für das leibliche Wohl sorgen das Café Vertigo mit einer der schönsten und lebhaftesten Terrassen, aber auch das Restaurant Melkhuis und das Blaue Teehaus. Tram: 2, 3, 12 (Van Baerlestraat)

Nieuwendam

Wer der Stadt und dem Trubel einmal entflüchten und holländisches Dorfleben sehen will, ohne weit fahren zu müssen, sollte sich den Nieuwendammerdijk ansehen. In diesem ehemaligen Deichdorf an der Nordseite des Flusses IJ reihen sich lauter niedliche, denkmalgeschützte Holzhäuser aneinander. Im Sommer sitzt man sehr schön vor dem kleinen Café am Hafen. Bus 32 ab Centraal Station

Het Schip

Seinen Namen erhielt dieser Wohnblock, den der Architekt Michel de Klerk im Jahr 1919 entwarf, auf Grund seiner Form, die an ein Schiff erinnert. Het Schip ist ein Paradebeispiel des Backsteinexpressionismus: Ungewöhnliche Ornamente und Fensterformen sowie hübsche, aber funktionslose Türmchen zieren den sozialen Wohnungsbau. Im Inneren des kurvig-geschwungenen Blocks sind eine von De Klerk gestaltete Postfiliale aus den 1920er-Jahren sowie eine Museumswohnung zu besichtigen. Mi-So 13-17 Uhr | Eintritt 5 Euro (MK) | Spaarndammerplantsoen 140 | Bus: 22, 44 (Spaarndammerplantsoen)