Reisetipps Amsterdam

Ausflüge & Touren Amsterdam

Über Haarlem an den Strand von Zandvoort

Erst führt der Ausflug ins historische Haarlem mit seiner gotischen Kathedrale, dem Frans-Hals-Museum und vielen hofjes. Danach können Sie sich am Nordseestrand durchpusten lassen oder die Dünenlandschaft erkunden. Entfernung: ca. 35 km. Sie können den Ausflug an einem Tag unternehmen. Empfehlenswert ist, ihn auf zwei Tage auszudehnen.

Mit dem Zug ist Haarlem in 20 Min. erreicht. Folgen Sie dem Kruisweg ins Stadtzentrum. In wenigen Minuten stehen Sie auf dem Grote Markt, auf dem die lange Geschichte Haarlems ebenso spürbar ist wie seine Lebendigkeit: Nicht nur alte Häuserzeilen, die wuchtige gotische Grote Kerk und das Renaissancerathaus säumen den Platz, sondern auch zahlreiche Cafés und Kneipen. Dank seiner engen Gassen und niedrigen Bebauung wirkt Haarlem trotz seiner 100000 Ew. noch immer recht mittelalterlich. Es war einst eine sehr mächtige, reiche Stadt und ist sogar älter als Amsterdam: Schon im 10. Jh. wurde Haarlem in Urkunden erwähnt. Schiffsbau und Bierbrauerei sorgten für Wohlstand, im Goldenen Zeitalter kam mit den Flüchtlingen aus Flandern die Tuchweberei hinzu.

Die spätgotische Kathedrale bestimmt noch immer das Stadtbild. Sie sollten sie unbedingt von innen besichtigten, denn in der großen Kreuzbasilika steht eine der berühmtesten Orgeln Europas. Sie wurde 1735-1738 von Christian Müller gebaut, hat über 5000 Pfeifen und ist 30 m hoch. Angeblich haben nicht nur Händel, Schubert und Liszt, sondern auch der zehnjährige Mozart einmal darauf gespielt (Konzerte Mai-Juli und Sept./Okt. Di abends, Aug. Do 15-16 Uhr).

Liebhaber der Kunst des Goldenen Zeitalters kommen im Frans-Hals-Museum (Groot Heiligland 62 | Di-Sa 11-17, So 12-17 Uhr | Eintritt 7 Euro | MK) auf ihre Kosten. Das Museum beherbergt eine der weltweit besten Sammlungen mit Gemälden der Haarlemer Schule - allen voran acht gigantische Schützenstücke aus der Hand des Namenspatrons.

Stundenlang kann man durch die Sträßchen schlendern und viel entdecken: von netten kleinen Cafés und Läden - nicht umsonst gilt die Stadt als gemütlichster Einkaufsort Hollands - bis hin zu alten hofjes. Unzählige der Wohnanlagen sind über die Altstadt verstreut. Am schnuckeligsten ist die winzige Bakenesserkamer von 1385 (Eingang: Bakenessergracht 66).

Wer mag, kann in Haarlem übernachten, beispielsweise im Hotel Stempels (17 Zi. | Tel. 023/5123910 | Fax 5344603 | www.stempelsinhaarlem.nl | €) hinter der Grote Kerk und erst am nächsten Tag den Zug nach Zandvoort nehmen. Der Kontrast zum Tag in Haarlem könnte kaum größer sein: Nach 15-minütiger Fahrt steht man im lebhaften Badeort zwischen Apartmentblocks und Hochhäusern. Zandvoort selbst ist nicht besonders schön, hat dafür aber einen endlosen Sandstrand zu bieten. Geht man einige Hundert Meter am Meer entlang, verschwinden die Hochhäuser aus dem Blickfeld, und man ist - zumindest in der Nebensaison - allein mit Möwen, Dünen, Wellen und vereinzelten Spaziergängern. Im Sommer verwandelt sich der Ort dagegen in „Amsterdam aan Zee“ mit allem dazugehörenden Badetrubel. Fürs leibliche Wohl sorgen die vielen Strandcafés und die typischen Fischkarren, die frittiertes Meeresgetier verkaufen.

Ruhe findet man dagegen in jeder Saison in den Dünen hinter dem Strand. Südlich von Zandvoort liegen die Waterleidingsduinen, die als Trinkwasserreservoir dienen. Nördlich beginnt der Nationalpark Kennemerduinen. Folgen Sie am besten einem der Rundwege, die auf den Wegweisern angegeben sind - sonst verläuft man sich leicht in der einsamen Landschaft.

Fahrradtour ans Ijsselmeer

Mit dem fiets den Deich entlangstrampeln - was könnte holländischer sein? Diese Radtour führt zunächst durch zwei Deichdörfer am IJsselmeer auf die ehemalige Fischerinsel Marken und anschließend über das hübsche Örtchen Broek in Waterland zurück nach Amsterdam. Länge: ca. 40 km

Hinter dem Hauptbahnhof geht es los. Besteigen Sie mit Ihrem Fahrrad die kostenlose, alle 10 Min. verkehrende Fähre nach Buiksloterweg . Auf der anderen Seite des IJ fahren Sie ein Stück am Noord-Hollandschkanal entlang und überqueren dann die Schleuse zu Ihrer Rechten. Folgen Sie dem Adelaarsweg, und biegen Sie dann rechts in den Nieuwendammerdijk ein.

Nach wenigen Hundert Metern fühlt man sich schon in eine andere Welt versetzt. Den Deich säumen dunkelgrün gestrichene Holzhäuschen, auf der kopfsteingepflasterten Straße kommen zwei Autos kaum aneinander vorbei. Das frühere Dorf Nieuwendam, heute ein Stadtteil von Amsterdam, entstand schon 1516 am damals frisch angelegten IJ-Deich und lebte vor allem vom Schiffsbau. Heute ist es eine beliebte Wohngegend Wohlhabender.

Bleiben Sie immer am Wasser. Am Ende des Nieuwendammer Dijk fahren Sie rechts über die Brücke und dann gleich wieder links auf den Schellingwouder Dijk. Wenn der Deich eine deutliche Kurve nach links macht, haben Sie das IJsselmeer erreicht. Im nächsten Deichdorf, Durgerdam, gibt es ein nettes Café, in dem man Apfelkuchen essen und über die endlose, stille Wasserfläche der früheren Zuiderzee blicken kann. Immer auf dem Deich entlang geht es nun nach Norden.

Kurz hinter dem Dorf Uitdam beginnt der Damm, der das Festland mit der Insel Marken verbindet. Marken, seit der Juliansflut 1164 eine Insel, ist ein Stück Bilderbuchholland. Auf den Warften kuscheln sich bunt gestrichene Holzhäuser aneinander, im Hafen dümpeln Segelboote, und manch eine alte Dame trägt noch immer Tracht.

Über den Damm geht es zurück aufs Festland und ein Stück Richtung Monnickendam. Folgen Sie nun den rot-weißen Fahrradwegweisern nach Zuiderwoude - einem hübschen Dorf an einem See, der bei der Juliansflut entstand - und weiter nach Broek in Waterland. Bereits im 19. Jh. war Broek in Waterland für seine idyllische Lage, kalvinistische Sauberkeit und die reich dekorierten Holzhäuser bekannt: Victor Hugo und Sir Walter Scott gehörten zu den begeisterten Besuchern. Zu Reichtum kam das Dorf im 16. Jh., als das IJsselmeer noch die Zuiderzee war und seine Bewohner sich dem Seehandel und der Heringsfischerei widmeten. Aus jener Zeit stammt auch das Gebäude, in dem heute das gemütliche Pannekoekenhuis De Witte Swaen sitzt, in dem 60 leckere Pfannkuchenvariationen serviert werden (Dorpsstraat 11-13 | tgl. 12-21 Uhr).

Auf dem Rückweg halten Sie sich immer an die Wegweiser, auf denen „Amsterdam (Centrum)“ steht. Sie bringen Sie wieder zum Fähranleger gegenüber vom Hauptbahnhof.