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Zugmonitor-Analyse:Zentrale Faktoren für Verspätungen

Ist das die Regel, dass die Bahn im Winter mehr Verspätung wegen Schnee und Eis hat? Oder hängt Unpünktlichkeit doch eher von der Tageszeit ab? Dem Wochentag? Ein Überblick über die zentralen Faktoren.

  • Faktor Wetter

Die durchschnittlichen Verspätungen variieren von Monat zu Monat erheblich ( siehe Grafik) - doch weitgehend unabhängig von der Jahreszeit. Anders als vielleicht zu vermuten ist, steigt die Zahl der Verspätungen im Winter nicht signifikant an. Im Monat Februar - im Jahresschnitt der kälteste Monat - gab es mit durchschnittlich 2,4 Minuten Verspätung nach dem April die geringsten Verspätungen. Der November liegt mit gerade mal 2,6 Minuten Durchschnittsverspätung zwischen den beiden unpünktlichsten Monaten Oktober (3,7) und Dezember (3,8). Auch der Blick auf die Verspätungen an einzelnen Tagen im Jahresverlauf zeigt: Ausreißer gibt es das ganze Jahr hindurch - auch wenn keiner so extrem ist wie der am 9. Dezember.

  • Faktor Wochentag

Freitag ist der Stresstag für das Netz der Deutschen Bahn: 547.000 Zugeinfahrten zählte der Zugmonitor im Jahresschnitt. Das macht sich offensichtlich auch in der Pünktlichkeit bemerkbar. Die liegt mit 3,1 Minuten deutlich über dem Schnitt ( siehe Grafik oben). Schlechter ist die Quote am Sonntag, obwohl hier deutlich weniger Züge verkehren als zwischen Montag und Freitag. Am pünktlichsten ist übrigens unterwegs, wer dienstags fährt.

  • Faktor Tageszeit

Wie kein anderer Faktor entscheidet die Tageszeit ( siehe Grafik oben), zu der Sie Bahn fahren, darüber, ob Sie pünktlich ankommen. Generell lässt sich sagen: Je später die Fahrt, desto wahrscheinlicher und größer die Verspätung. Ab 6 Uhr morgens bauen sich im Netz der Deutschen Bahn Verspätungen auf und setzen sich nahezu kontinuierlich bis Mitternacht fort (nur zwischen 9 und 10 Uhr wird es kurzzeitig besser). Während die Bahn zwischen 6 Uhr und 7 Uhr morgens fast durchweg pünktlich ist (1,09 Minuten Verspätung im Schnitt), sind Verzögerungen am Abend deutlich häufiger und massiver. Ab 16 Uhr liegt der Schnitt über 3 Minuten, nach 21 Uhr über 4 Minuten und nach Mitternacht schließlich bei fast 6 Minuten. In der Nacht kommt das System dann wieder in den Takt.

  • Faktor höhere Gewalt

Es gibt Verspätungen, für die die Bahn wenig oder nichts kann. Wenn ein Fahrgast einen Arzt braucht. Wenn die Polizei ermittelt. Oder wenn gewaltige Schneemassen die Züge bremsen. Die mit Abstand meisten Verspätungen lassen sich jedoch auf Ursachen zurückführen ( siehe Grafik oben), für die vor allem die Bahn verantwortlich ist. Die Top drei: Verspätung eines vorausfahrenden Zuges, technische Störung am Zug und Bauarbeiten. Letztere helfen immerhin, künftige Verspätungen zu verhindern.