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Zehn Reiseziele für das Frühjahr:Andalusien, Miami, Havanna

Die "weißen Dörfer" von Andalusien

An der südspanischen Küste dominieren die Beton- und Bettenburgen der sechziger und siebziger Jahre, doch nur eine kurze Autofahrt von Malaga aus landeinwärts zeigt sich Andalusien von einer ganz anderen Seite: Korkeichenwälder wechseln sich mit Olivenhainen ab, dann wieder gibt es karge Hochebenen und weite Weidelandschaften. Entlang der Landstraßenroute "Ruta de los Pueblos Blancos", der "Straße der weißen Dörfer", zieren die Berghänge vornehmlich weiß gehaltene Städte und Dörfer. Wer zwischen den gekalkten Häusern und durch die schmalen, verwinkelten Gassen der Altstädte spaziert, fühlt sich ein ganzes Stück weiter gen Süden bis nach Nordafrika versetzt. Kein Wunder: Kleinstädte wie Ronda gehen auf Siedlungen zurück, die zwischen dem achten und 15. Jahrhundert von Mauren ausgebaut wurden. Trotz der starken arabischen Prägung ist der Süden Spaniens tief im Katholizismus verwurzelt. Dies wird niemals deutlicher als in der Karwoche, der "Semana Santa", wenn aufwändige Prozessionen mit kapuzengewandeten Gläubigen durch die Straßen ziehen. Wegen des großen Besucherandrangs sollten Andalusien-Besucher daher schnell buchen und höhere Hotelpreise als nach den Feiertagen einkalkulieren.

Art Deco in Miami

Im Frühjahr hat Miami die temporären kulturellen Events des Winters wie Art Basel Miami Beach und das Miami International Film Festival hinter sich, so dass wieder Zeit bleibt, sich dem bleibenden Schatz von South Beach zu widmen - den Häusern im Art Deco District. Rund um den palmengesäumten Ocean Drive versammeln sich etwa 800 Schmuckstücke aus den 1920er, -30er und -40er Jahren, ein Gebäude-Konglomerat in Pastelltönen von Lavendel über Rosa bis Apricot. Genaueres über die einzelnen Gebäude erfahren Besucher auf einer der Besichtigungstouren, die die Miami Design Preservation League veranstaltet. Um die Stimmung auf dem Ocean Drive in sich aufzunehmen, genügt es schon, sich auf der Terrasse eines der zahllosen Cafés oder Restaurants niederzulassen und den endlosen Strom der Selbstdarsteller und Flaneure an sich vorbeiziehen zu lassen - ein Vergnügen für Gaumen und Augen. Kunstwerke aus Holz findet man auch in Miami Beach - die knallbunten Strandhäuschen der Rettungsschwimmer.

Percussion und Tanz in Havanna

Wegen seines karibischen Klimas gilt die kubanische Hauptstadt ganzjährig als Reiseziel. Doch wer ein Problem mit allzu großer Hitze hat oder wegen möglicher Wirbelstürme sicher gehen will, der meidet die Sommermonate bis zum Ende der Hurrikanzeit im Oktober und wählt statt der teuren Wintersaison das zeitige Frühjahr. Badeurlaube bei Wassertemperaturen um die 26 Grad sind dann sowohl an der Nord- wie an der Südküste erholsam, doch der Bummel durch die marode Schönheit der Stadt könnte bei durchschnittlich 28 Grad schon schweißtreibend ausfallen. Dabei trifft man neben anderen Touristen vor allem auf angereiste Musiker und Tänzer: Im März und April finden zahlreiche Veranstaltungen statt, unter anderem ein Percussionfestival zu Ehren des kubanischen Percussionisten Guillermo Barreto, das Internationale Festival für Elektroakustische Musik und La Huella de Espana, das tänzerisch die spanischen Wurzeln in der kubanischen Kultur würdigt.

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