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WM-Stadt Johannesburg:"Ke Nako - Es ist Zeit"

Eine Stadt im WM-Fieber: Nach Jahren der Apathie und Angst erstrahlt Südafrikas Metropole in neuem Glanz. Im Zentrum von Johannesburg buhlen Edelboutiquen und Gourmetrestaurants um die Touristen.

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Im Gramadoelas hat Elton John gegessen. Catherine Deneuve nippte am Wein. Und auch Bill Clinton war schon in dem Johannesburger Gourmet-Restaurant zu Gast. Genau wie Denzel Washington oder David Bowie. Kann es da noch etwas geben, das den Wirt Brian Shalkoff aus der Ruhe bringt? Einen Mann, der schon für Königin Elizabeth II. Gin-Tonic gemixt hat? "Natürlich", sagt Brian. "Die Fußball-Weltmeisterschaft, wir können sie kaum erwarten!"

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"We can't wait" steht in Johannesburg auf Riesenpostern und immer wieder der WM-Slogan "Ke Nako" - "Es ist an der Zeit!". Nach Jahren der Apathie und der Angst vor gewalttätigen Kriminellen ist Südafrikas Metropole aus dem Albtraum der ersten chaotischen Jahre nach dem Ende der Apartheid erwacht. Wachgeküsst wurde die größte Stadt südlich von Kairo nicht zuletzt durch die Entscheidung des Fußball-Weltverbandes, Südafrika mit der Ausrichtung der WM 2010 zu betrauen.

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"Schon vorher ging es in Jozi, wie wir Johannesburg gern liebevoll nennen, langsam wieder aufwärts", sagt Henri Vergon. Der Wahl-Johannesburger aus Frankreich betreibt die Galerie "Afranova" mit Werken zeitgenössischer afrikanischer Künstler. Und das mitten im einst heruntergekommenen Zentrumsviertel Newtown. Heute glänzt es wieder mit Restaurants, Museen, Theatern und Galerien. "Ohne die WM-Entscheidung würde es hier wohl immer noch trübe aussehen."

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Die Aussicht, Gastgeber des Weltsportereignisses zu sein, hat die Bemühungen von Bürgern, Geschäftsleuten und Behörden um die Wiederbelebung des Johannesburger Zentrums beflügelt. Die Ergebnisse sind nicht mehr zu übersehen. Selbst das in die teuren Vorstädte ausgewichene Nachtleben kehrt an angestammte Plätze zurück. "Als 2004 die FIFA-Entscheidung fiel, lagen wir uns vor Freude in den Armen", erinnert sich Nkhensani Manganyi. Die schwarze Modemacherin, heute mit ihrem Label "Stoned Cherrie" eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen des Landes, gilt vielen als das Gesicht des neuen Johannesburg: Schön, klug, optimistisch und selbstbewusst.

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"Ke Nako", sagt auch Johannesburgs Mode-Queen. Dabei sei ja wohl klar, dass sich für Geschäftsleute mit der WM neben Sportbegeisterung auch Gewinnstreben verbindet. "Zwischen den Spielen werden die Fans hoffentlich nicht nur auf Elefantenpirsch gehen, sondern auch unsere Shopping Center erobern." Egal ob Designerstücke oder Stangenware, nirgendwo lässt es sich ausgiebiger und meist auch preiswerter einkaufen als in Südafrikas Konsumtempeln. Allen voran Johannesburgs moderne Shopping Malls: das Design Quarter im Stadteil Fourways etwa oder der exklusiven Sandton City am Nelson Mandela Square im Edelviertel Sandton (Foto).

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Ein paar Straßen weiter fallen Autohäuser ins Auge, in denen schwarze Angestellte unablässig jede Staubflocke von Lamborghinis und Rolls-Royce-Limousinen wegwedeln. Ein Anblick, der eher noch an Ölscheichtümer denken lässt als an Johannesburgs Partnerstadt New York. Selbst der "Big Apple" kann nicht mit so mondänen Edelkarossen-Tempeln aufwarten wie Südafrikas Hochhaus-Metropolis.

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Doch auch ein Ausflug nach Soweto sollte zum Programm gehören. Eindrücke des ärmlichen Lebens von Millionen helfen beim besseren Verständnis des aufstrebenden Nach-Apartheid-Südafrikas mit seinen gewaltigen sozialen Problemen. Entstanden als Massenquartier für die Arbeiter in Johannesburgs Goldminen, war Soweto Schauplatz einiger der tragischsten, aber auch triumphalen Ereignisse im Kampf gegen das Rassistenregime.

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Nicht weit von Soweto entfernt liegt Soccer City (Foto), das neue mit 95 000 Plätzen größte Fußballstadion Afrikas. Und mitten in Soweto erwartet am Walter Sisulu Square eine "Public Viewing Area" Besucher aus dem Ausland. Die Gegend gilt als sicher. Das glaubt auch Vishnu Naidoo. Doch allein auf die Gastfreundschaft seiner Landsleute will sich der für die Sicherheit während der WM zuständige Chefinspektor nicht verlassen. Es sei klar, dass Kriminelle die WM nutzen möchten um zuzulangen, sagt Naidoo. "Aber darauf sind wir vorbereitet."

(sueddeutsche.de/dpa/af/bgr)

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