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Winter in den Alpen:Biwak, Hipster-Hotel und eine Hütte für Verliebte

Für Anfänger: Biwak-Camp

Wer schon immer mal im Winter biwakieren wollte, aber mit Ausstiegsmöglichkeit im Extremfall, der ist richtig beim Biwak-Camp auf der Villanderer Alm. Zuerst wandert man mit dem Bergführer Matthias Hofer in Schneeschuhen bis zum Zeltcamp auf rund 2000 Meter. Isomatte und dicker Schlafsack liegen dann schon bereit. Der Bergführer gibt eine Einweisung ins richtige Verhalten beim Biwakieren (Schuhe mit in den Schlafsack! Wie nutze ich die Plastikflasche als Toilette? Wie schaufle ich das Zelt frei?). Aber die Südtiroler überfordern ihre Gäste nicht: Die Zelte sind nicht in Sichtweite, aber sehr nahe an der Stöfflhütte aufgebaut. In der Hütte gibt es Abendessen und Frühstück, und sollte es jemandem zu heftig stürmen, kann er sich nachts ins Bettenlager retten. Wer früh genug aufsteht, erlebt den Sonnenaufgangsblick auf die Dolomiten noch in biwakgemäßer Einsamkeit, dann kommen die vielen Tagesbesucher.

Übernachtung mit Essen und geführter Schneeschuhwanderung: 130 Euro, www.klausen.it

Hans Gasser

Für Hipster: Hotel Bären Mellau

Der Bregenzerwald ist eine der schneesichersten Regionen Österreichs, bildet er doch die erste Erhebung, an der die Nordwest-Strömungen abschneien. Im Ort Mellau, am Fuß der Kanisfluh, steht das Hotel Bären, eines der wenigen Steinhäuser inmitten von Holzbauten. Der junge Wirt Josef Frick hat es mit seiner Freundin Maria Lässer im vergangenen Jahr von den Eltern übernommen und innen alles neu gemacht. Moderne, geräumige Zimmer mit schönen Holzmöbeln und Kochgelegenheit. Eine finnische Sauna mit Balkon unterm Dach; und im Erdgeschoss, wo früher die Après-Ski-Bar war, ist jetzt ein schickes Deli-Café, das auch gut in einer Großstadt stehen könnte. Das habe er sich auf Reisen durch Australien und Neuseeland abgeschaut, sagt Frick, "so etwas wollten wir auch in unserem Dorf haben - für Einheimische und Gäste".

Innen alles neu: Das Hotel Bären in Mellau.

(Foto: Josef Frick)

Übernachtung ab 69 Euro, www.baerenmellau.at

Hans Gasser

Für Verliebte: Lechnerhütte

Winterurlauber, die nach der Piste in die Kneipe stolpern und vor dem Sechs-Gänge-Dinner noch sechs Saunagänge einlegen, können getrost auf die Lechnerhütte verzichten. Hier muss sich jeder selbst genügen. Dafür hat man das klischeehaft malerische Almdorf Fane Alm in Südtirol viele Stunden des Tages ganz für sich alleine. Die kleine Siedlung auf 1740 Metern soll einst als Lazarett für Pest- und Cholerakranke gedient haben; die heute mit Warmwasser und Fernseher ausgestattete Lechnerhütte wiederum als Unterkunft für Hirten. Heute sind Hirtenbude wie Pestlazarett vor allem im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel, in den kalten Monaten lockt nur die tagsüber bewirtschaftete Zingerle-Hütte nebenan. Zum Parkplatz führt eine Rodelbahn, zur Wilden Kreuzspitze hinterm Haus eine anspruchsvolle Skitour bis auf 3132 Meter. Die Nacht geizt noch mit Lichtern; mittags blickt man vom Hüttenbalkon in die Sonne. Mehr braucht es nicht.

Hütte pro Nacht ab 100 Euro, Tel.: 0039/0472/54 71 72, andreas.zingerle@dnet.it

Dominik Prantl

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