Sommerhausen statt Würzburger Weihnachtsmarkt

Menschenmengen ziehen über den Würzburger Weihnachtsmarkt - dabei ist es in Sommerhausen viel schöner, nur wenige Minuten mit dem Auto entfernt. Es beginnt schon damit, dass man dort in den Weinbergen parken darf, um dann wie ein Kind auf ein Lichterdorf zuzulaufen: Kerzen flackern in den Fenstern, Mandelduft liegt in der Luft. So geht man hinein in das Gemurmel der Menschen, Sommerhausen-Begeisterte wie man selbst, Weihnachtstouristen.

Viele Weihnachtsmärkte gaukeln einem ja vor, ein gemütliches Dorf zu sein. Und sind dann doch nur eine Ansammlung von Holzverschlägen - zugiger Platz, Glühweinbesäufnis. Und in Sommerhausen? Schlendert man stundenlang durch Kopfsteinpflaster-Gassen, immer den Lichtern nach. Steigt man in Keller hinab, aus denen glückliche Besucher quellen wie der süße Brei aus dem Märchen. Biegt man in Höfe und beheizte Scheunen ein. Überall: Glasbläserarbeiten, Schnitzereien, fränkischer Honig, Scherenschnitte. Am Ende, angekommen in der Kelterhalle im Sommerhausener Schloss, trinkt man weißen oder roten Glühwein und isst Reibekuchen dazu. Draußen dreht sich ein Karussell: kullernd und leuchtend, kieksende Kinder auf Fantasiepferden. Sie reiten in die Nacht.

Eine Kulisse? Nein. Ein echtes Weihnachtsdorf.

www.sommerhausen.de, Sommerhäuser Weihnachtsmarkt ab 1. Dezember bis 23. Dezember jeweils Samstag und Sonntag von 13 bis 19 Uhr.

Hannes Vollmuth

Bild: Anke Hartenstein-Stryjski 28. November 2018, 05:232018-11-28 05:23:42 © SZ.de/kaeb/sks