Lucrezia-Markt auf dem Haidplatz statt Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis in Regensburg

"Fürstlich" nennt Gloria von Thurn und Taxis das vorweihnachtliche Disneyland in ihrem Schloss. Stimmt ja auch. Auf dem Regensburger Bussi-Bussi-Markt ist alles fürstlich. Der Champagner-Pavillon zum Beispiel, die Preise für Eintritt, Glühwein und Austern sowieso. Wer's mag, darf dort gerne unter sich bleiben.

Denn der Lucrezia-Markt ist ziemlich das Gegenteil von Disneyland. Kein Pomp, kein Champagner, keine Türsteher. Hier ist nichts inszeniert: Regensburger Kunsthandwerker haben ein Gegenerlebnis zu all den glühweinklebrigen Bling-Bling-Märkten auf die Beine gestellt. Die Hände kleben schon deshalb nicht, weil der Glühwein ohne Gedränge nicht überschwappt. Hier blinkt nichts, aber alles leuchtet. Hier sind die Fressstände in der Unterzahl, schließlich gehört die Mehrzahl der Buden den Handwerkern mit ihrem Schmuck und ihren Schnitzereien. Eintritt muss auch niemand zahlen. Der Lucrezia-Markt ist ein demokratischer Ort, hier wird keiner ausgegrenzt, im Gegenteil: Die Menschen stimmen ein, wenn der Chor auf der kleinen Bühne Weihnachtslieder singt. Das alles findet auf einem der schönsten Plätze statt, die es in Regensburg gibt: dem Haidplatz, mitten in der historischen Altstadt, die zum Weltkulturerbe gehört.

www.lucrezia-markt.de; 30. November bis 23. Dezember, Sonntag bis Donnerstag 11 bis 20 Uhr, Freitag und Samstag 11 bis 21 Uhr

Andreas Glas

Bild: Hans-Jürgen Zanella/Lukrezia Markt 28. November 2018, 05:232018-11-28 05:23:42 © SZ.de/kaeb/sks