Auf die Schöttelkarspitze im Karwendel (2050 Meter, etwa 90 Kilometer von München entfernt)

Diese Bergtour führt den Wanderer abseits der Trampelpfade des Karwendelmassivs auf den Berg, den schon König Ludwig II. schätzte.

Die Soierngruppe gehört zwar zum Karwendel, doch von ihrem Charakter her unterscheidet sie sich deutlich von dieser Gebirgsgruppe. Hier findet man weder steile Felswände noch lange Täler, stattdessen eine abgeschlossene, landschaftlich außergewöhnlich reizvolle Gebirgsgruppe.

Der Anstieg zum Soiernhaus beginnt in Krün auf einer breiten Forststraße - ein vielleicht etwas eintöniger Auftakt, doch der Rest der Tour entschädigt mit seiner landschaftlichen Vielfalt. Für die sechs Kilometer bis zur kleinen Fischbachalm benötigt man in gemütlicher Gangart maximal zwei Stunden. Der einfachere Weiterweg folgt der Forststraße und führt mit Höhenverlust durch den Fischbachgraben zur Hütte.

Weitaus abwechslungsreicher ist allerdings der Lakaiensteig, den bereits zu Ludwigs Zeiten seine Diener als Abkürzung benutzten. Der schmale Steig, an kurzen Stellen mit Drahtseilen gesichert, quert leicht ansteigend die Ostflanke des Schöttelkopfes.

Beim Soiernhaus betritt man den großartigen Kessel unter der Soiernspitze (2257 Meter), die mit ihrer auffallend waagrechten Gesteinsschichtung unübersehbar ist.

Am häufigsten wird die nahe Schöttelkarspitze bestiegen, auf die ein ehemaliger Reitweg in gleichmäßigen Serpentinen führt. Vom Gipfelpavillon, den König Ludwig II. hier oben errichten ließ, ist nichts mehr zu sehen; unverändert königlich ist dagegen die Aussicht: ins Wetterstein, zum Estergebirge und auf die großartige Gipfelumrahmung des Soiernkessels.

Dauer: insgesamt sechs bis sieben Stunden; Start ist in Krün am Parkplatz an der Isar, sehr schöne, leicht zu bewältigende Bergwanderung.

In den nächsten Steig wagen sich nur Profis ...

Bild: dpa 6. März 2013, 17:542013-03-06 17:54:00 © sueddeutsche.de/Stefan Herbke/Katja Schnitzler/dd/af/cmat